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Privatsphäre innerhalb der Partnerschaft

R|a>lph}_xHH


Sie will wissen, was ich zu verbergen habe. Was sie nicht wissen "darf".

Das ist ein Widerspruch in sich und ich würde da gar nicht erst anfangen, über Inhalte zu streiten. DU allein bestimmst, was Dir zu privat ist, nicht sie.

Jeder Mensch hat seine Geheimnisse. Frau sie mal, ob Du am Handy den letzten Chat mit der besten Freundin lesen darfst. Vermutlich nicht oder? Es gibt Dinge, die gehen einfach niemanden etwas an und das ist auch mit dem Lebenspartner nicht anders.

Allerdings würde ich dann die privaten Dinge doch etwas mehr verschließen. Eine Postkarte fällt z.B. nicht unter das Briefgeheimnis. Wie auch, sie ist ja für jeden lesbar. Ich kram auch in der Tasche meiner Frau auf der Suche nach dem Schlüssel o.ä. Dafür ist man dann im Alltag doch zu eng zusammen, um zig Kleinigkeiten privat zuhalten. Aber dafür gibt's dann die Pin am Handy, verschlossene Briefumschläge und dergleichen.

Private Gedanken, quasi vor der Freundin aufzuschreiben und dann zu verlangen - "guck da nicht rein" - sorry, das geht nicht. Da ist die Neugier zu groß.

P$urpol{elfike


-Du bist ein eigenständiger Mensch.

-Sie ist nicht du und du bist nicht sie.

-Du schreibst allerlei Dinge darin auf, auch Texte, die einem Tagebucheintrag ähnlich sind, also vielleicht auch Informationen über andere, die deine Partnerin ebenfalls nichts angehen.

Das Totschlagargument ist, würde ich sagen:

Sie nimmt dich nicht ernst.

Spätestens als der Begriff "Tagebuch" gefallen ist, hätten bei ihr anstandsweise die Alarmglocken schrillen sollen und sie hätte erkennen müssen, dass sie eine wichtige Grenze überschritten hat.

Ich wäre hochrot angelaufen, in diesem Moment und hätte das Buch schleunigst zugeklappt und es dir mit einem ganz dicken fetten "Entschuldigung" zugeschoben.

P#urpclelGike


Private Gedanken, quasi vor der Freundin aufzuschreiben und dann zu verlangen - "guck da nicht rein" - sorry, das geht nicht. Da ist die Neugier zu groß.

Ebenfalls Sorry: aber das sollte selbstverständlich sein, dass man diesen Wunsch respektiert.

Als erwachsener Mensch sollte man sich schon am Riemen reißen können.....

R0alp'h+_HxH


Sollte... ja. Du kannst das, ich kann das, sie kann das ganz offensichtlich nicht...

Daie8 Seh!erixn


Frag sie mal, ob Du am Handy den letzten Chat mit der besten Freundin lesen darfst.

und genau in solchen fällen geht es nämlich auch um die privatsphäre einer dritten person!

DMieKruxemi


Ich kann dich gut verstehen, jeder hat -ohne etwas "verbergen" zu wollen- ein anderes Verständnis von Privatsphäre. Darfst du wirklich alles von ihr wissen und sehen? Oder gibt es bei ihr Dinge, bei denen sie lieber alleine ist? ( Zehnägel schnelden, Tampon wechseln, Stuhlgang, Rasieren, Nase säubern etc) ggf kannst du ihr das Gefühl, nicht alles offen legen zu wollen, mit derartigen Beispielen verdeutlichen. Auch wenn es nichts geheimnisvolles gibt, will man eben noch "seinen eigenen Bereich" haben.

DjieKNr^uexmi


Für mich ist es zum Beispiel unverständlich, warum es ihn stört, wenn ich ihm beim Schreiben am Handy über die Schulter schau.

was treibt dich dazu, wissen zu wollen, was er mit anderen schreibt?

M8arTiex27


Hm, ich verstehe Deine Freundin weil ich auch so bin - ABER bei mir gab es eine Vorgeschichte, die sich mit meinem aktuellen Partner wiederholt hat. Von daher ist das Kind bei mir wohl lebenslang in den Brunnen gefallen.

Wie ist es mit ihr?

sluOb diFvo


Darfst du wirklich alles von ihr wissen und sehen? Oder gibt es bei ihr Dinge, bei denen sie lieber alleine ist? ( Zehnägel schnelden, Tampon wechseln, Stuhlgang, Rasieren, Nase säubern etc) ggf kannst du ihr das Gefühl, nicht alles offen legen zu wollen, mit derartigen Beispielen verdeutlichen. Auch wenn es nichts geheimnisvolles gibt, will man eben noch "seinen eigenen Bereich" haben.

Ich glaube, das wird schwierig, weil sie in der Hinsicht wirklich total offen ist. Das merke ich auch in den genannten Bereichen seit wir zusammenleben. Denn ich bin z.B. auch lieber ungestört im Bad, während ihr es rein gar nichts ausmacht, alles mit mir zu "teilen". Ich gehe dann eher freiwillig, weil es für mich mit Privatsphäre zusammenhängt und ich diese gerne wahren möchte.

Also ja, wir teilen Tisch und Bett und es gibt für meine Begriffe auch nichts, wofür wir uns voreinander schämen müssten. Ich bin bedingungslos da, wenn es jemandem schlecht geht und er auf Hilfe angewiesen ist. Aber ohne triftigen Grund muss ich nicht dabei sein, wenn sie auf der Toilette sitzt o.ä. Sie würde es aber tatsächlich nicht stören. Vielleicht aber auch, weil sie auch nie wirklich erlebt, dass ich ihre Grenze(n) überschreite. Da ich da wirklich zurückhaltend und vorsichtig bin.

PKurplenlikxe


Ich glaube, das wird schwierig, weil sie in der Hinsicht wirklich total offen ist. Das merke ich auch in den genannten Bereichen seit wir zusammenleben. Denn ich bin z.B. auch lieber ungestört im Bad, während ihr es rein gar nichts ausmacht, alles mit mir zu "teilen". Ich gehe dann eher freiwillig, weil es für mich mit Privatsphäre zusammenhängt und ich diese gerne wahren möchte.

Ich finde, genau das solltest du ihr nochmal sagen: dass du von dir aus aus dem Bad gehst, um eine gewisse Privatsphäre zu wahren. Es dürfte eigentlich kein schweres sein, sich als Partnerin ebenfalls daran zu halten.

Mit Einschränkung hat das nichts zu tun.

G(r]aógrDamán


Für mich ist es zum Beispiel unverständlich, warum es ihn stört, wenn ich ihm beim Schreiben am Handy über die Schulter schau... Mir ist das gleich, er könnte mein ganzes Handy durchforsten und es wäre mir gleich.

So argumentiert sie auch. Sie will wissen, was ich zu verbergen habe. Was sie nicht wissen "darf". Und für mich ist es schwer in Worte zu fassen,

Ich halte es auch nur schwer bis gar nicht aus, wenn mir jemand beim Surfen im Internet oder beim Tippen zuschaut. Da fühle ich mich, auch wenn ich nüchtern betrachtet wirklich nichts zu verbergen habe, richtig unwohl.

Mein Ex, dessen Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen nicht gerade einen kleinen Knacks hatten, hat das total irre und misstrauisch gemacht. Es ist ihm nicht gelungen mein Gefühl ernst zu nehmen, weshalb er mir am laufenden Band unterstellt hat, dass ich ihm Dinge verheimlichen würde. Ich glaube, dass er einfach nur sehr unsicher war und dieses Gefühl der Unsicherheit und der Zweifel dadurch ausräumen wollte, dass er quasi mit mir verschmilzt.

Ich selbst handhabe es so, dass ich mich zumindest bemühe die Probleme anderer Leute nicht direkt zu meinen Problemen zu machen. Ich habe mich nicht kontrollieren lassen. Das Problem in meiner Situation war, dass mich alleine die immer wiederkehrende Konfrontation mit Kontrollbedürfnis und Eifersucht mürbe und unsicher gemacht hat. Ich wollte das nicht, aber irgendwann ist bei mir das beklemmende Gefühl von einer warmen Schwere, die auf mir lastet, nicht mehr wirklich weggegangen. Auch wenn man "Druck" auf mich ausübt, ich bin nicht dafür geschaffen mit einer anderen Person eins zu werden.

Mein Ideal ist es eher, dass sich zwei Partner zusammen zu einer Art Kugel ergänzen. Zusammen ein Ganzes, aber jeder noch seine eigene Hälfte. Und mit meinem jetzigen Partner klappt das auch. Und ich fühle mich so viel leichter und freier und unbeschwerter, weil ich nicht das Gefühl habe, dass mir die Luft zum Atmen genommen wird.

Wir haben am Anfang unserer Beziehung besprochen, wie jeder von uns solche Dinge wie Privatsphäre, Handy, Laptop, Post etc idealerweise handhaben möchte und sind da zum Glück ziemlich auf einem Nenner. Und selbst wenn man das nicht ist, halte ich es für elementar wichtig, dass man die Gefühle und Bedürfnisse des jeweils anderen ernst nimmt und respektiert.

Wenn kein Respekt vor den Grenzen, die der jeweils andere zieht, da ist, wäre das zumindest für mich der Anfang vom Ende.

wTolfLst$eppexn


Ich halte dieses Thema "Privatsphäre in einer/trotz einer Beziehung" für absolut wichtig.

Der überwiegende Tenor in diesem Faden lautet ja bisher: es gibt ein wir, aber es gibt auch ein Ich.

Und in dieses Ich muss ich nicht immer meinen Partner reinlassen.

Für mich gibt es da definitiv kein richtig und kein falsch. Sondern einen nur Menschen, die andere Vorstellungen und Empfindungen haben. Ich denke, wichtig ist es, mit dem Gegenüber offen zu sprechen. Zu sagen, wie die eigenen Vorstellungen sind und offen zu kommunzieren, wie man da tickt.

Zwei Menschen, die auf diesem Feld anders denken....puh -> das wird für mich nur schwer auf Dauer funktionieren. Weil immer einer sich verbiegt, Kompromiss eingeht, sich nicht wohl fühlt.

Wenn ich mir da meine betagten Eltern anschaue, die schon Goldhochzeit hatten und hoffentlich noch einige Zeit ihre Zweisamkeit erlebe, dann stelle ich fest, dass Einstellungen sich ev. gewandelt haben.

Meine Eltern würde niemals auf die Idee kommen, dass sie eine Postkarte, die an einen von Ihnen gerichtet ist, nicht auch anschauen könnten. Wenn ich Ihnen so etwas erzählen würde, sie würden mich vollkommen verständnislos anschauen. Natürlich haben sie dieses Handy Problem nicht, weil es nicht zu ihrem Leben gehört.

Vielleicht konnten Menschen sich in einer früheren Generation mehr als ein WIR fühlen. Nein - es war für sie selbstverständlich. Dieses "ich schreibe jetzt mit jemandem und das ist meins" ist ein Zeitgeist, der vielleicht nicht immer gut ist.

Aber nochmal: kein richtig und falsch, kein gut und böse, kein Allgemeinrezept. Sondern Menschen, die auf diesem Gebiet andere Bedürfnisse haben, werden es immer schwer haben.

Deshalb mag ich es nicht, wenn hier der Tenor herrscht: wer diese Privatsphäre so nicht mag, der ist falsch. Er ist einfach nur anders.

sAuGb {divo


Meine Eltern würde niemals auf die Idee kommen, dass sie eine Postkarte, die an einen von Ihnen gerichtet ist, nicht auch anschauen könnten.

Und wie sieht es mit Briefen aus, die sich in Umschlägen befinden?

Das mit der Postkarte hat mich vor allem deshalb gestört, weil sie die aus meiner Tasche gekramt hat. Das hat mich irritiert, also mit welcher Selbstverständlichkeit sie da ran gegangen ist und das nicht, weil sie etwas gesucht hat, sondern weil die Postkarte herausblitzte und sie sich dachte "Oh, mal schauen was das ist". (Hat sie auf Nachfrage so erklärt, denn wenn es ihr zufällig in die Hände gefallen wäre, auf der Suche nach einem Schlüssel oder so, wäre es auch nochmal anders für mein Empfinden gewesen).

Eine Postkarte zu lesen, die in unserem Briefkasten landet oder die ich offen auf die Anrichte im Flur lege, wäre auch nochmal anders gewesen für mich. Aber etwas aus meiner Tasche zu nehmen aus Neugier... das stimmt mich nachdenklich.

Vielleicht konnten Menschen sich in einer früheren Generation mehr als ein WIR fühlen. Nein - es war für sie selbstverständlich. Dieses "ich schreibe jetzt mit jemandem und das ist meins" ist ein Zeitgeist, der vielleicht nicht immer gut ist.

Ich weiß nicht, ob das wirklich so ein Generationending ist. Wenn ich überlege, meine Mutter hätte z.B. nie die Gehaltsabrechnung meines Vaters geöffnet oder meine Großmutter gar Post, die an meinen Großvater adressiert war. Unvorstellbar. Und eigentlich haben gerade all jene in meinem Umfeld, die noch ohne Handy, E-Mail und Co groß geworden sind ziemlichen Respekt davor.

Deshalb mag ich es nicht, wenn hier der Tenor herrscht: wer diese Privatsphäre so nicht mag, der ist falsch. Er ist einfach nur anders.

Es geht ja eher um die Frage, was es aussagt, wenn man das Bedürfnis nach Privatsphäre des anderen nicht achtet. Dass es sie nicht stören würde, wenn ich... Das ist das eine. Aber dass sie mein Bedürfnis so missachtet und offenbar nicht will, dass ich mir ein Stück Eigenständigkeit in der Partnerschaft bewahre - ich weiß nicht so recht was ich davon halten soll.

Ich muss sagen, wäre das am Anfang der Beziehung so deutlich gewesen, hätte ich mich wohl getrennt.

w{olfsKteppxen


Du schreibst, dass Sie Dein Bedürfnis nicht achtet. Richtig, das stimmt.

Aber ihr Bedürfnis ist ein anderes - so klingt es für mich.

Beide Bedürfnisse sollten halbwegs befriedigt werden. Scheinbar ist das nicht der Fall.

Und Dein letzter Satz spricht Bände....Aber das weißt Du selber wohl am Besten.

A_szuewilsh


Kann mich hier nur anschließen.

Es gibt einfach unterschiedliche Beziehungsvorstellungen was den Individuellen Freiraum betrifft.

Und keine davon ist richtig oder falsch.

Ich würde fast sagen da gibt es so einige Stufen und viele davon habe ich schon erlebt :

Von maximaler individueller Freiheit : Jeder macht was er will , man nennt es aber trotzdem Beziehung weil man regelmäßig zusammen Sex hat (Aber evtl mit anderen auch noch ab und an)... aber ansonsten sieht es von außen eigl. gar nicht wirklich wie eine Beziehung aus.

Über viele Zwischenstufen bis hin zur Endstufe des Wir seins -> Die gibts nur als Doppelpack..... Alles verschmilzt zu einem vollkommenem WIR und ein eigenes ICH allein gibt es dann eigl. nicht mehr. Man existiert nur als Paar nicht mehr als Individuum

Beide Extreme und alle Zwischenstufen finden Anhänger die darin ihre Erfüllung finden.

Was deine Partnerin aber auch verstehen muss !

Ihre Vorstellung von Zweisamkeit ist nicht die bessere ! Es ist nur eine andere !

Ich persönlich sehe mich da ziemlich im Mittelfeld und hatte schon ne Partnerin die genervt war , wenn ich ihr um 2 Uhr nachts ne SMS geschrieben habe ... das es doch schön wäre wenn sie kurz vorher bescheid sagt , dass sie heute nicht heimkommt (Und sie dann meinte : Wozu ? ich seh doch dass sie nicht da ist ?... wo ich mir dann auch dacht wieso sind wir dann eigl offiziell zusammen wenn eh jeder dauernd macht was er will mit 0 Rücksicht)

Und genauso as andere Extrem wo ich mal ne Freundin hatte die sogar drauf bestand am Sauna und Weizen Abend mit meinen Jungs teilhaben zu müssen... auf jedem Festival dabei zu sein ..und wenn ich zum Sport ging ging sie mit , hat sich auf ne Bank gesetzt und zugesehen. Wo ich echt nichts machen konnte ohne vorher einen Kampf austragen zu müssen , dass ich auch mal was ohne sie nur mit Freunden machen kann.

Da ging es mir dann so wie dir.

Ich hatte das Gefühl mich zu verlieren.

Es gab nicht mehr mich , nur noch uns....

Fazit:

Der eine mag es so und der andere so : Alle Zwischenstufen sind legitim !

Deine Partnerin sollte hier echt mal ihren Blickwinkel öffnen

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