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Meine Bedürfnisse holen mich doch noch ein

G'rav enstQeixner hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich, männlich, Anfang 50, seit über 25 Jahren verheiratet, mit Kindern, die erwachsen werden, stecke derzeit in einem ordentlichen Dilemma.

Wie in so vielen Ehen blieb auch bei uns die Zwischenmenschlichkeit, dazu zähle ich den allgemein liebevollen Umgang miteinander, das Kuscheln, die Sexualität usw. auf der Strecke.

Im Laufe der Jahre wurde der Umgang immer dürftiger, nach dem letzten Kind war dann komplett Schluß.

Ich könnte jetzt schreiben, das alles liegt nicht an mir, aber das ist Quatsch, weil für eine funktionierende Beziehung nicht nur einer die Verantwortung trägt.

Tatsache ist aber, daß sich meine Frau im Laufe der Jahre immer mehr zurück gezogen hat, sie konnte (oder wollte) mir aber nie den Grund dafür nennen.

Ich musste lernen, daß, egal was ich auch versuchte, um ihr wieder näher zu kommen, es zu immer mehr Ablehnung, Stress, teilw. zu Aggressionen und heftigen Streits führte.

Da es offensichtlich keinen akuten Anlass für das Verhalten gab und der von mir eingeschlagene Weg eine Sackgasse war, entschied ich mich, mit der Situation zu leben und zumindest eine gewisse Nähe zu behalten. Ich wollte mich nicht von ihr trennen, das will ich auch heute noch nicht.

Denn, das ist wichtig, ich mag meine Frau noch immer sehr gerne, sie mich auch denke ich. Wir sind ein sehr gut eingespieltes Team, haben uns mmer noch enorm viel zu erzählen und diskutieren sehr viel miteinander.

Nun könnte man sagen, jetzt wäre die richtige Zeit, sich wieder aneinander zu gewöhnen und sich neu zu entdecken.

Ich habe diesbezüglich aber, und da beginnt mein Dilemma, absolut kein Intresse mehr an meiner Frau. Sie hat sich in den Jahren derart abweisend und asexuell verhalten, daß ich nicht das geringste Bedürfnis nach ihrem Körper mehr habe. Da mir auch auf jede Form von Zärtlichkeit verwert war, erwarte ich auch diesbezüglich nichts mehr. Es käme mir künstlich und aufgesetzt vor.

Wie gesagt, ich mag sie noch immer sehr gerne, auch wenn es sich anders anhört.

Aber ich habe als normal(?) entwickelter Mann durchaus das Bedürfnis nach Zärtlichkeiten und nach Sexualität. Diese Bedürfnisse konnte ich in den vielen Jahren unterdrücken.

Je älter ich wurde, desto weniger Kraft hat es dazu gebraucht. Zwar brach dieser selbsterichtete Damm in regelmäßigen Perioden und mir ging es ein paar Tage nicht so gut, das ging aber vorüber.

Nun ist es jedoch so, dass die Abstände zw. diesen "Anfällen" X-\ immer kürzer werden. Ich merke, dass ich mir damit schaden werde, wenn ich es weiter so handhabe.

Aber was soll ich tun?

Ich weis nicht mehr weiter.

Antworten
R$alphx_HH


Nachdem ihr Euch offenbar wenn auch nicht freiwillig, "einig" seid, dass Sex bei Euch keine Rolle mehr spielt, könnte man das Thema auslagern. Offiziell als offene Beziehung oder heimlich als Affäre. Vielleicht geht Deine Frau schon lange diesen Weg, wer weiß... Das ist als Mann allerdings beliebig schwierig, denn die wenigsten Frauen wollen etwas mit einem Mann anfangen, der in einer Beziehung steckt. Ich bezweifle, dass sich das für Dich so ausgeht, dass Du am Ende zufrieden bist.

Als zweite Option bliebe die Trennung...

G7ravNensteixner


Klar, durchaus möglich, ggf. sogar naheliegend, dass sie neben mir noch einen anderen hat . Konkret glaube ich es aber nicht. Ich denke eher, sie sublimiert ihre Bedürfnisse, da sie sich recht intensiv in Ehrenämtern einbringt.

Das versuche ich ja auch (allerdings völlig anders, keine Ehrenämter), bei mir ist es aber nur eine Art Ersatzbefriedigung, weil notgedrungen. Meine Frau findet glaube ich tatsächlich Erfüllung darin.

xxp&usnkt


Da gibt es genau 3 Möglichkeiten und alle 3 hast Du selbst in der Hand:

1. Weitermachen wie bisher und unglücklich sein. Das ist die bequemste Lösung.

2. Mit Frau über das Problem sprechen und sie bitten die Beziehung sexuell zu öffnen. Eine riskante Lösung, weil es sein kann, dass sie total ausrastet, obwohl ihr klar sein müsste, dass Du auch Bedürfnisse hast.

3. Trennen und neu anfangen. Die unbequemste, aber wahrscheinlich effektivste Lösung um von Deinem Leben auch sexuell noch was zu haben.

Ich würde wahrscheinlich die 3 wählen

G)ravensTtei!nexr


Sollte ich Nr. 3 wählen, was ich mir ehrlich gesagt derzeit nicht zutraue, wäre ich vermutlich bis auf Weiteres gar nicht in der Lage, eine neue Beziehung einzugehen, sei sie noch so oberflächlich. Ich fühl mich, obwohl ich allgemein auf Frauen durchaus positiv wirke, enorm verkorkst und gehemmt. Wahrscheinlich hat mein Selbstwertgefühl bereits Schaden genommen.

p{arazel{lnupss


Du bist Anfang 50. Du hast, wenn es (für dich, unter diesen Umständen) bitter kommt, noch gut 40 Jahre vor dir. Willst du diese Jahre als Bettelmönch verbringen? Wenn deine Frau mit ihren Ehrenämtern einhergeht, ohne dich in eine gesunde Beziehung ein zu betten, dann trenn dich von ihr. Sicherlich hast du einiges versucht und das wahrscheinlich nicht zu wenig. Es gibt nichts wertvolleres als eine funktionierende Beziehung. Und die hast du nicht. Eine gesunde Beziehung bedeutet auch, dass man als Mann in der Regel einige Jahre länger lebt auf dieser Welt. Und diese Jahre stiehlt sie dir. Lass das nicht zu.

_*ParvUatix_


Denn, das ist wichtig, ich mag meine Frau noch immer sehr gerne, sie mich auch denke ich.

Ja, ihr habt euch gern, doch mit Liebe hat das alles nichts mehr zu tun. Ihr führt nur noch eine freundschaftliche Beziehung, so wirkt deine Schilderung auf mich.

Trennung wäre hier wohl wirklich die beste Lösung.

Ansonsten könnte man noch einen Versuch über eine Paartherapie wagen. Allerdings könnte man hier auch zu dem Schluss kommen, dass eine Trennung die beste Lösung wäre.

xupunkxt


Du musst ja nicht sofort eine neue Beziehung eingehen, sondern erstmal mit der einen abschließen und Dich dann langsam wieder herantasten. Das muss ja nicht alles sofort passieren.

sXunnwi119x84


Lieber Gravensteiner:

ich kann dich schon verstehen aber würde an deiner Stelle die Flinte nicht gleich ins Korn werfen. Schließlich habt ihr schon viel miteinander erlebt. Seit durch einige Höhen und Tiefen gegangen.

Ich würde dir raten, dir selbst klar zu werden, was du möchtest und welchen Preis du bereit bist zu zahlen.

Wenn du es weißt, sprich mit deiner Frau darüber. Du schreibst das ihr gut miteinander reden könnt. Das ist doch schon mal eine gute Voraussetzung. Du kennst sie am besten und kannst ihre Reaktion vielleicht auch schon abschätzen.

Wenn sie dich noch gern hat, wird sie ja wissen das sie dich als Mann auch schlecht an der langen Leine verhungern lassen kann. Das es zwangsläufig zu einer Situation kommen könnte, in der du vielleicht Untreu wirst, wenn sie dir die Nähe und Sexualität nicht mehr geben mag.

Es kann ja auch sein das es ihr durchaus genauso geht.

Du müsstest ja deine Sexualität auch nicht zwangsläufig allein ausleben, sondern könntet euch auch gemeinsam mit anderen Paaren vergnügen und könntet euch auch so vielleicht wieder näher kommen.

Heute hat man doch sooo viele Möglichkeiten.

Ich drück die Daumen.

C9ote#Sauvaxge


Ich frage mich, wie sowas gleichzeitig vorliegen kann:

Einerseits

blieb auch bei uns die Zwischenmenschlichkeit, dazu zähle ich den allgemein liebevollen Umgang miteinander ... usw. auf der Strecke.

Ablehnung, Stress, teilw. zu Aggressionen und heftigen Streits

Andererseits

ich mag meine Frau noch immer sehr gerne

Wie kann man nach Jahren mit dieser Art von Umgang miteinander einen anderen Menschen noch mögen ???

Nun könnte man sagen, jetzt wäre die richtige Zeit, sich wieder aneinander zu gewöhnen und sich neu zu entdecken.

Ich würde eher sagen: Nachdem die Kinder nun erwachsen sind, wäre die richtige Zeit, sich mal um das eigene Wohl zu kümmern und mal sein Ding zu machen.

Ihr seid ein eingespieltes Team, na und? Kannst du deine Wohnung nicht alleine sauberhalten, dich nicht aus eigener Kraft ernähren, langweilst du dich im Urlaub mit dir selbst?

Ich finde es fürchterlich, wenn man so vor sich hinvertrocknet. Muss da erst die attraktive Kollegin kommen, in die du dich rettungslos verguckst, weil du keine Ahnung mehr hast, wie man mit "sowas" umgeht?

KHleingNärtner


ich kann Dir nur eines raten ;

mache Schluss. Schluss mit dieser Quälerei.

Lieber ein Ende ohne Schrecken-

als ein Schrecken ohne Ende.

Ne gut geregelte Scheidung und Du wirst sehen, mit Dir und Deiner Gesundheit gehts steil bergauf.

Gefühlsduseleien, Selbstvorwürfe, Dich selbst einengen zwangshafte Zurückhaltungen, Selbstzweifel und und führen nur zur Depression, Angstzustände, Beklemmungen und so weiter.

Du bist "erst" 50 Jahre, zwei fast erwachsene Kinder, beide sicher baldoder schon aus dem Hause und hoffentlich verständnisvoll. Redet mit ihnen und bittet um verständnis.

Ich war 55 Jahre und bin aus meinerHeimat weggezogen. Beide Kinder waren voll dafür.

Es dauert ein wenig bis Du merkst, dass Du ein freier Mensch, vor allem Mann bist !

Ich habe es nie bereut. Ich habe danach angefangen frei zu leben, habe mir die Welt angeschaut, einen neuen Bekanntenkreis aufgebaut und und und ....

Ich bereue heute keine Sekunde.

Wünsche viel Glück. :)^

G[raveBnsteixner


Ich lese mit, habe aber im Moment nichts, über das ich schreiben möchte.

CWomraxn


Als jemand in deinem Alter kann ich völlig verstehen, dass dir Variante 3 Angst macht. Schließlich bedeutet das, dass man vermutlich nicht mehr genügend Lebenszeit hat, um nochmal etwas mit entsprechender Tiefe aufzubauen UND dabei noch alle körperlichen Sehnsüchte zu erfüllen. Sex mit 80 gibt es, aber eben nicht in dieser Form, wie du ihn jetzt aktuell vermisst.

Du würdest dich trennen, über die Trennung hinwegkommen und müsstest dann auch noch jemand kennenlernen, der mit dir das neue Leben in Angriff nehmen möchte.

Was dir fehlt, scheint nur der Sex zu sein. Wobei deine sonstigen Worte über deine Frau jetzt auch nicht nach Innigkeit klingen, aber man nimmt ja so oft, was man haben kann. Ein gutes Team, in dem man sich viel zu erzählen hat, benötigt keine Beziehung.

Ich sehe es auch so, dass du einen Weg finden musst, deine Bedürfnisse eben außerhalb zu stillen, und dass dieser Weg in Einklang mit eurer beider Lebenspläne steht. Deine Frau kann dich nicht verhaften und in Haft verhungern lassen. Entweder muss sie dir "Freigang" gewähren, oder sich trennen. Du konntest bisher so leben und hast alles dazu beigetragen, die Beziehung aufrecht zu erhalten. Jetzt merkst du, dass es nicht mehr geht (ein Stück weit Midlife-Crisis?). Jetzt ist es an der Zeit, von ihr ein Entgegenkommen einzufordern. Und dann müsst ihr euch darüber klar werden, wie es weitergeht.

EJlWGusxto


Comran schreibt:

Jetzt merkst du, dass es nicht mehr geht (ein Stück weit Midlife-Crisis?).

Aber eine durchaus berechtigte Midlife-Crisis wie ich finde. Ist ja nicht einfach so ein Udo Jürgens "Ich war noch niemals in New York...", sondern hat eine konkrete Ursache. Die man auch nicht unterschätzen sollte.

Ich bin auch in dem Alter, allerdings eine Frau. Wobei das keinen Unterschied macht in meinen Augen. Wenn ich mir vorstelle ich würde ohne die geringste Zärtlichkeit und unter den sonstigen Umständen was du beschreibst mit meinem Mann leben müssen. Das ginge gar nicht. Sicher, bei uns steht Sex auch nicht mehr so im Vordergrund wie früher. Aber er ist noch vorhanden und weit wichtiger: Körperliche Nähe ist ständig gegeben. Und sei es nur das kurze über den Rücken Streicheln im Vorbeigehen oder Schmuseminuten auf dem Sofa neben dem Fernsehen.

Die Vorstellung für die nächsten (hoffentlich und bei viel Glück) 40 Jahre so neben ihm her leben zu müssen wie du es beschreibst, dazu noch Abwehr wenn ich mal über meine Gefühle und Bedürfnisse auch nur sprechen will :|N.

Ich rate dir nicht zur Trennung, nicht sofort. Ein deutliches Gespräch. Sage ihr alles das was du hier erzählt hast und ihr muß klar sein, dass die Situation für dich ernst ist. Du immer weniger verdrängen kannst. Da muß ein Kompromiss her. Wenn sie sich dagegen so sperrt wie in der Vergangenheit, dann solltest du weitersehen.

R:alpah_;HH


Eine Trennung in dem Alter bringt extrem viele Konsequenzen mit sich, das macht man sicher nicht leichtfertig mal eben so. Von der gemeinsamen Rente, von der man gut leben kann, wenn's denn mal soweit ist, ist plötzlich die Hälfte weg, das Haus oder die Wohnung finanziert man dann allein. Wo immer ein Ansprechpartner da war für die alltäglichen Dinge, ein Gesprächspartner, da ist auf einmal gähnende Leere, Einsamkeit. Das alles kann man mit einem neuen Partner wieder ersetzten, aber die findet man in dem Alter nun auch nicht mehr an jeder Ecke. Die Zeit, wo man jeden zweiten Tag auf Partys war, Leute kennen zu lernen, ist vorbei. Also steht der Trennung erstmal die Angst vor einer ungewissen Zukunft gegenüber.

Diese Angst kann man bewältigen, indem man sich klar macht, dass man mit der unbekannten Situation vermutlich doch umgehen können wird. Wie, das muss jeder für sich herausfinden.

Die Alternative wäre, zusammen zu bleiben, um der guten Gespräche, des harmonischen Alltags und des Geldes wegen. Die perfekte WG, eine Symbiose ohne Gefühle. Aber in einer WG hat keiner der Mitbewohner ein Mitspracherecht, wer mit wem ins Bett geht.

Sich was die Treue angeht, weiter aneinander zu binden, aber gleichzeitig das, was diese Treue ausmacht, nämlich der Sex exklusiv zwischen den Partner nun gänzlich zu begraben halte ich auf Dauer für keine Lösung. Jedenfalls nicht für einen Menschen, der noch einen Rest von Libido erhalten hat.

Das musst Du aber ja alles nicht alleine mit Dir ausmachen. Im Gegenteil, es betrifft Deine Frau ja genau so, also rede mit ihr drüber, wie sie sich eine Lösung des Problems vorstellen könnte. Das muss ja nicht gleich in Drohungen und Ultimaten ausarten, aber vorschlagen kann man ja die unkonventionellen Möglichkeiten durchaus mal.

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