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Was unterscheidet weibliche von männlicher Gewalt in Beziehungen

0b815ukser


Ich sehe es so wie schlumpfine. Gewalt ist immer falsch, aber sie macht nochmals einen riesen Unterschied in der Kräfteüberlegenheit.

Allerdings gibt es auch Frauen, die sich dann anders wehren. Ich las von einem Fall, wo eine Frau ihrem Mann einen Topf mit kochendem Wasser ins Gesicht schüttete. Der Mann war für immer schwer entstellt und ist auf einem Auge erblindet. Frauen nutzen dann wohl ehr "Waffen".

C!homskxy


Es ist also vollkommen legal, wenn eine Frau auf bösartigste Art und Weise einen Mann mit Worten provoziert und verletzt, auch wenn dies mit vollem Vorsatz, ihm zu schaden, passiert, aber wenn er dann zuschlägt, ist es eine Straftat und er der allein schuldige (sie nicht mit mitschuldig).

Das soll natürlich nix rechtfertigen, aber ist meiner Meinung nach eine äusserst problematische Schieflage.

rr2017

Die von dir so bezeichnete Schieflage existiert übrigens auch, wenn es andersrum ist und der Mann verbal provoziert und die Frau zuschlägt. Oder ein Mann einen anderen Mann mit Worten attackiert und dieser gewalttätig wird. Oder eine Frau eine andere Frau...

Wobei für mich diese "Schieflage" nicht so eindeutig ist, wie für dich. Siehe Beitrag von mnef:

Schläge hinterlassen nicht immer Spuren. Auch nach einer deftigen Ohrfeige kann es bei einer kurzen Rötung bleiben. Ob z.B. ein bleibender Tinnitus Folge einer Ohrfeige ist, ist ebenso schwer nachweisbar, da nicht objektivierbar. Und gibt es objektiv belegbare Spuren, sagen die noch lange nichts über den Täter auf, es sei denn es gibt (Video-)aufzeichnungen.

Dass körperliche Gewalt nach einem verbalen Angriff auf die Ehre im Einzelfall durchaus schon als Notwehr straffrei bliebt, ist ebenfalls Tatsache.

mnef

Unabhängig davon: verbale und psychische Gewalt kann wahnsinnig tief gehen und ich verurteile niemanden, dem nach gezielten, bösartigen Provokationen mal der Kragen platzt. Dennoch führt der Schritt zur körperlichen Gewalt das ganze in meinen Augen noch mal eine Ebene weiter und ist einfach nicht entschuldbar. Gewissermaßen nachvollziehbar? Ja, vermutlich schon. Entschuldbar? Nein.

Nichtsdestotrotz sollte von Situation zu Situation angeschaut werden, wie es zu der Gewalt kam. Es macht natürlich einen Unterschied, der berücksichtigt werden sollte, was einem Gewaltausbruch voranging. Aber da muss man auf mehr schauen, als auf kurzzeitig vorangegangene Verbalattacken. Da spielt viel mehr mit rein, Beziehungsstruktur und -dynamik, situative Begebenheiten, etc. pp.

L/ichttANmHoNrizonxt


Es ist also vollkommen legal, wenn eine Frau auf bösartigste Art und Weise einen Mann mit Worten provoziert und verletzt, auch wenn dies mit vollem Vorsatz, ihm zu schaden, passiert, aber wenn er dann zuschlägt, ist es eine Straftat und er der allein schuldige (sie nicht mit mitschuldig).

Das soll natürlich nix rechtfertigen, aber ist meiner Meinung nach eine äusserst problematische Schieflage.

rr2017

Die von dir so bezeichnete Schieflage existiert übrigens auch, wenn es andersrum ist und der Mann verbal provoziert und die Frau zuschlägt. Oder ein Mann einen anderen Mann mit Worten attackiert und dieser gewalttätig wird. Oder eine Frau eine andere Frau...

(Chomsky)

Ja.

Ich persönlich habe übrigens selbst das lauteste Gebrüll (sich anschreien im Streit) niemals als so schlimm empfunden als wenn es plötzlich körperlich wurde. Psychische Gewalt kann sehr, sehr verletzend für die Seele sein, aber sobald die körperliche Grenze überschritten wird, geht es quasi an die pure Existenz… Der allerletzte Verlässlichkeitsfaktor - "egal, wie laut sie/er schreit, aber sie/er wird mir körperlich nichts antun" - ist weg, es ist der allerletzte Beweis nicht vorhandenen Respekts, denn nicht mal mehr das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird beachtet. Da sehe ich einen erheblichen Unterschied zu psychischer Gewalt. Ich persönlich empfinde es wenigstens so.

Und ich wüsste nicht, warum ein Mann das anders empfinden sollte, wenn er von einer Frau geschlagen wird, als andersherum. Wie hier ja schon gesagt wurde - es geht nicht allein um körperliche Überlegenheit. Die Grenze, die überschritten wird, ist in jedem Fall dieselbe.

M1obulxa


Also: Dort Hilfe, hier Grundsatzdiskussion.

Findest du die Idee sehr schlecht?

Eine Trennung an sich finde ich schon passend. Aber nur wenn es eine echte Trennung wird und z.B. die Grundsatzdiskussion nicht nur ein Thread-Beispiel nimmt, sondern z.B. mit 5 oder 10 Fallbeispielen aus med1-Fäden arbeitet. Denn dann wird die Abstraktion und Generalisierung auch sichtbar und realisierbar, die Einzelfälle treten in den Hintergrund und die Diskussion geht ums große Ganze.

Mit dem nur einen Thread-Beispiel wirkt es wie ein Nebenkriegsschauplatz, von dem der OP dort (Nilsx1984) nun in zwei Fäden lesen und antworten müsste.

Habe mir die Links gerade angeschaut. Dabei scheint mir das du doch mehr von der Thematik begriffen hast, als ich im anderen Faden von dir gelesen habe. Das freut mich. :-)

Ach, eine herablassende Art hast du auch drauf? Die kannst du stecken lassen. :-o >:(

Übrigens: Genau diese Links finde ich recht hilfreich, wie unterschiedlich auch Analyse oder Hilfe aussehen kann.

In dem Modell von Glasl geht's noch um Auswege und Lösungen. Mit Win-Win wird noch ein "positiver" Ausgang für beide Möglich trotzdem aufkeimenden Konfliktes vorher. Mit anderen Worten: trotz des Konfliktes kann die Beziehung daran wachsen! Man lernt die Grenzen und das Verhalten des anderen, kann sich besser aufeinander einstellen. Mit Win-Lose noch ein Ausgang, an dem eine Beziehung gerade nicht zerbrechen muss. Es wird später auch mal wieder einen anderen Konflikt geben, wo sich Win-Lose anders herum ergibt, und dann kann sich das ausgleichen. Wenn die Konflikte dauerhaft so ausfallen, dass Win-Lose immer gleichliegen, dann finden diese Ausgleiche nicht mehr statt. Und wenn Konflikte so so weit gehen, dass beide verlieren, geht es mit der Beziehung bergab. Aber da rede ich nicht von einer Ohrfeige aus einem Streit heraus.

Die andere Darstellung mit der Gewaltspirale hingegen ist gleich eingeengt: schon von Anfang an wird von Gewalt geredet (damit hat man auch keine verbalen Unterscheidungsmöglichkeiten mehr), und der Lösungspfad wird nicht sichtbar gemacht. Es ist eine angstbetonte Sicht, die Flucht bestärkt. Es ist keine, die noch nach Lösungen sucht oder Stufen unterscheidet. Und es ist keine Sicht, wo am Ende beide sagen können: Mensch, wir haben etwas mitgenommen aus dem Konflikt. Es ist gut, dass der Konflikt beigelegt ist, aber wir haben beide was gelernt. Für mich wirkt es wie die Sicht von z.B. Sozialarbeitern oder Psychologen, die "nur noch" weit fortgeschrittene Fälle häuslicher Gewalt (und da nur noch den Teil von Männern an Frauen!) analysieren und dann generalisieren. Es wäre ja fatal, wenn sich Männer oder Frauen oder Paare dieses Modell schon bei kleineren Streitigkeiten hernehmen und da rein projizieren. Sondern es wäre eine Eskalation und Dramatisierung, die ihrerseits schon dem streitenden Paar nicht gut tut.

SKoNuha


Mal abgesehen von der Beweislage. Schläge hinterlassen Spuren, Worte nur wenn sie aufgezeichnet werden.

Da können Folterknechte nur müde lächeln. Die schnallen dir ein Brett um den Bauch und schlagen mit dem Hammer drauf. Äußerlich gibts keine Spuren, aber innerlich zerfetzt es dir deine Organe. Oder Schläge mit Telefonbüchern bzw. Männer schlagen mit der flachen Hand ins Gesicht, auch das hinterlässt kaum bis gar keine Spuren oder Schläge auf die Fußsohlen. Beliebtes Mittel im Iran, Syrien und bei Zwangsprostituierten. Die Fußsohle ist besonders reißfest. Spuren sieht man da kaum. Außer dann natürlich bei wirklich massiven Schlaginstrumenten.

pBara`zellnxuss


Ein wirklich bemerkenswerter Faden. Eine Meta-Diskussion aus einem funktionierendem Fred extrahieren, um hier eine Folterkammer zu eröffnen. Da muß man erst einmal draufkommen.

Maocbulxa


Was ich extrem relevant und problematisch finde ist - also die "weibliche Gewalt" ist eher die verbale, die männliche Gewalt eher die körperliche. Aber nur die körperliche ist rechtlich verboten.

Es ist also vollkommen legal, wenn eine Frau auf bösartigste Art und Weise einen Mann mit Worten provoziert und verletzt, auch wenn dies mit vollem Vorsatz, ihm zu schaden, passiert,

Das stimmt nicht. Siehe unten.

aber wenn er dann zuschlägt, ist es eine Straftat und er der allein schuldige (sie nicht mit mitschuldig).

Das soll natürlich nix rechtfertigen, aber ist meiner Meinung nach eine äusserst problematische Schieflage.

--rr207

Ich würde da auch in Gänsefüßchen nicht mehr die eine Gewalt "weiblich" nennen und die andere "männlich".

Es gibt ja geschlechtsneutrale Begriffe dafür z.B. "emotionale/verbale Provokation/Verletzung" (ich finde, hier passt kein klassischer Gewaltbegriff, und den narzisstischen Begriff einer Ehrverletzung finde ich höchst schwierig) und "körperliche Gewalt/Verletzung".

Eine gewisse rechtliche Schieflage zwischen diesen zwei Arten sehe ich auch. Gerade dann, wenn niemand weiteres dabei anwesend ist. Wobei es auch Straftatbestände gibt für eine ganze Reihe, die in StGB (§§ 185 - 200) unter der Gruppe "Beleidung" zusammengefasst ist:

§ 185 Beleidigung

§ 186 Üble Nachrede

§ 187 Verleumdung

§ 192 Beleidigung trotz Wahrheitsbeweises

§ 199 Wechselseitig begangene Beleidigungen

Dazu noch:

§ 164 Falsche Verdächtigung

Man kann sich da das StGB mit seiner Struktur noch mal ins Gedächtnis rufen:

[[https://dejure.org/gesetze/StGB]]

Aber von der körperlichen Gewalt/Verletzung hat ein Beschuldigter/eine Beschuldigte auch überhaupt noch Möglichkeiten, ein Gegenteil beweisen, dies nicht oder nicht im beschuldigten Maße begangen zu haben. Ein Vorwurf wird für den Beschuldigten überhaupt widerlegbar - wenn auch schwierig im Einzelfall. Ärzte dienen als Gutachter - die Verletzungen/Spuren sind objektiv sichtbar und analysierbar. Aus einer Ohrfeige kann kein Rippenbruch oder Stichverletzung gemacht werden.

Einen Vorwurf der "emotionalen/verbalen Provokation/Verletzung" zu widerlegen (also der Beweis, dies nicht begangen zu haben oder nicht in dem Maße, wie behauptet wird) wird hingegen eher schwierig. Sehr viel ist von der psychischen Verfassung des Opfers abhängig. Die Möglichkeiten der Dramatisierung sind groß.

An der Stelle dreht sich die Verschiebung also gewissermaßen auch ein Stückweit um.

g-eraldV aus> wixen


da ich weder anwalt, psychologe oder arzt bin, kann ich hier nicht mehr mitreden-ist mir zu hoch ;-)

darum halte ich mich einfach an das,was mir als kleinen jungen beigebracht wurde-mädchen und schwächere generell, schlägt man nicht-punkt....und wer sich von einem mädchen schlagen lässt, ist selber schuld :-X .....und daran habe ich mich mein leben lang gehalten und bin nicht schlecht gefahren damit.....

so-und nun wünsche ich euch eine gesegnete mahlzeit und einen schönen sonntag *:)

M"oKb.ulxa


Und auch

§ 238 Nachstellung

§ 240 Nötigung

§ 241 Bedrohung

§ 253 Erpressung

fallen ja in diese Gruppe. Nimmt man das ganze StGB mal zusammen, gibt es jede Menge Straftatbestände nicht-körperlicher Art.

KbruYidox25


Weibliche Gewalt spielt sich aufgrund der körperlichen Unterlegenheit auf der psychischen Ebene ab und ist deshalb unsichtbar und taucht auch in den wenigsten Studien auf. Frauen können ihre blauen Flecken jemandem zeigen und um Hilfe bitten, die Narben auf der Seele von Männern sieht niemand.

dianaCe87


.und wer sich von einem mädchen schlagen lässt, ist selber schuld :-X

Das sollte echt mal jemand dem Raab erzählen. Der war doch auch der Meinung, dass ein Mann einer Frau immer überlegeb ist oder? Und dann stieg er mit der Boxerin in den Ring. 8-)

Souha

Eben. Nicht jede körperliche Gewalt hinterlässt Spuren. Und psychische Gewalt können Männer auch gut und geht in aller Regel körperlichen Übergriffen voraus. Wäre ja nicht so, dass ein ansonsten total zivilisierter und respektvoller Mann plötzlich und aus dem Stand heraus zuschlägt. Da kommt ja ganz ganz viel vorher. Demütigungen, Beleidigungen, Beschränkungen, Isolation und immer wieder die Schuldumkehr. "Wenn du mich nicht geärgert hättest, dann hätte ich nicht xyz tun müssen." Und da werden Denkmuster und Beziehungsdynamiken angelegt, gefüttert und automatisiert, die dann auch greifen wenn geschlagen wird dafür sorgen, dass die Opfer sich hinterher schuldig fühlen.

Mobula

Ich finde das Modell tatsächlich nicht schlecht, aber ich verstehe es so, dass die Haltung für die Einschätzung der Stufe wichter ist als für die Brutalität des Übergriffes. Damit ist nicht gesagt, dass eine Ohrfeige keine Gewalt ist sondern stehts Stufe 3 oder so. Wenn ich es richtig verstehe, hängt es davon ab mit welcher inneren Haltung da agiert wird.

gSerWalOd ausz wixen


Das sollte echt mal jemand dem Raab erzählen. Der war doch auch der Meinung, dass ein Mann einer Frau immer überlegeb ist oder? Und dann stieg er mit der Boxerin in den Ring.

denke, dass nicht jeder zweite eine boxerin als freundin hat-und verlieren tust als gestandener mann gegen eine boxerin auch nur im ring-wennst dich an die regeln halten musst :-X

S=ouxha


Der war doch auch der Meinung, dass ein Mann einer Frau immer überlegeb ist oder? Und dann stieg er mit der Boxerin in den Ring.

Haha, ja, genau. ;-D Oder ich glaub, mit Ronda Rousey sollten sich auch nicht soviele anlegen. Da vergeht auch manchen Männern sicher schnell mal die große Klappe. Beste MMA Kämpferin derzeit.

Und da werden Denkmuster und Beziehungsdynamiken angelegt, gefüttert und automatisiert, die dann auch greifen wenn geschlagen wird dafür sorgen, dass die Opfer sich hinterher schuldig fühlen.

Ja, das hat leider in vielen Fällen System. Ich hab es schon erlebt, wie jemand meinte, so jetzt schneid ich mir einen Ast als Rute zurecht, die nach den Schlägen praktischerweise keine Spuren hinterlässt.

pUaraBzeillnxuss


.. die Narben auf der Seele von Männern sieht niemand.

Was für ein wunderbarer Satz. Hier wird mit wenigen Worten deutlich, was Männer eigentlich erleiden müssen. Gekrümmt und verbittert verweilt die geschändete Seele eines Mannes im Kriegsgraben der zerbombten Beziehung. Umhüllt vom Rauch der Bitternis. Ungesehen und unbeachtet....

r0r20x17


Man(n) sollte daraus schlussflogern, sich niemals von Beziehungen emotional abhängig zu machen. Was aber in der Praxis leider nicht geht.

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