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Beziehungsende, Altersunterschied&psych. Probleme. und jetzt?

bplurxred hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

Ich stehe nach einem erneuten Streit am Ende einer schwierigen, intensiven, einjährigen Beziehung.

Objektiv gesehen stand diese Beziehung wohl von Anfang unter keinem guten Stern, aber die Anziehung war sehr stark und wir hatten immer wieder füreinander "gekämpft" und mit vielen Auseinandersetzungen und Gesprächen unsere Differenzen bzw. das, was uns trennt, überwunden. Auch hatte es lange gedauert, etwa ein halbes Jahr, bis ich mich ihm (gefühlsmäßig) wirklich öffnen konnte (das war mir lange Zeit vorher nicht möglich und ich bin dafür sehr dankbar). Er hatte wirklich lange um uns gekämpft. Es hat mich sehr viel Energie und Zeit gekostet, in dieses Band zu investieren, aber seltsamerweise hatte uns dieses "für einander kämpfen" und das Überwinden der Distanz eher stärker aneinander gebunden.

Und doch war der "Preis" nicht grade niedrig. Ich hatte zunehmend das Gefühl auf eigene Bedürfnisse nicht mehr richtig eingehen zu können, weil diese häufigen Auseinandersetzungen viel Kraft verlangten. Ich war fast jedes Wochenende bei ihm und bin dann kaum noch zu anderem gekommen, dabei habe ich wirklich auch einige dringend zu klärende Baustellen. Ich bin 26 und muss mich derzeit beruflich komplett neu orientieren, hatte auch viele Jahre u.a. mit starken Depressionen zu kämpfen, musste jetzt vorübergehend zu meinen Eltern ziehen. Es gibt also sehr viel an dem ich wirklich unbedingt arbeiten muss. Ich brauche dafür eben Freiraum und auch Zeit für mich, weil ich vieles für mich klären und herausfinden muss.

Er hingegen ist wie gesagt wesentlich älter, 23 Jahre, hatte ebenfalls keine leichte Vorgeschichte, was das Psychische angeht und das hat uns eine Zeit lang auch sehr stark verbunden, weil er dieses Bedürfnis hatte, mir zu helfen (was letztendlich nicht funktioniert, es tw. eher verschlimmerte). Das wiederum hat sich dann schleichend in eine Art von Abhängigkeit verwandelt und ich wurde immer schwächeer und hilfloser, ich konnte mir immer weniger selbst helfen (ich hatte das längere Zeit nicht direkt mit der Beziehugn in verbindung gebracht).

Zudem kommt, dass er ein Kind hat (und dazu die Frau mit der er das Kind hat), bei denen er eine Hälfte der Woche ist (die Beziehung zwischen den beiden ist aber vorbei/kaputt, nur noch rein zweckmäßig). Diese krieselte schon bevor wir uns kennenlernten, und ist dann noch weiter in die Brüche gegangen als er seine Bemühungen in meine Richtung hin intensivierte. Tw. war ich auch Anfeindungen (Nachrichten von der Frau) ausgesetzt und der Streit recht offen ausgetragen.

Zu alldem kommt noch hinzu, dass ich bei ihm Ansätze einer Borderline-Problematik vermute, er hat kein gefestigtes Selbstbild und braucht sehr stark die sichere, enge Beziehung um Halt zu bekommen, konnte es nicht ertragen, wenn ich mehr Zeit für mich brauchte oder einfach mich mehr um meine Baustellen kümmerte. oft reagierte er mit Misstrauen etc, da wäre noch vieles andere aufzuzählen (ich habe mich schon ausführlicher erkundigt). Auch hatte er andersherum sehr stark für "Erklärungen" meines Verhaltens gesucht, bspw. ist er davon überzeugt, ich leide unter einer schizoiden oder schizotypen Persönlichkeitsstörung. Die Frau seines Kindes hat dagegen (nach seinen Aussagen) Asperger. Wir beide haben uns übrigens in einer Selbsthilfegruppe für Bipolare kennengelernt (er ist der Gruppenleiter).

Ich weiß nicht mehr was ich glauben soll, weil ich aktuell den Eindruck habe er verzehrt alles was ich sage und wirft es mir andersherum vor. Bei unserem letzten Treffen, wir sind nach einer halben Stunde im Streit dann auseinander gegangen, hab ich quasi zugemacht. Er warf mir dann vor, dass ich nichts zu geben hätte, erzählte mir davon, dass sein Sohn durchgedreht sei( kein Wunder bei der angespannten Situation zwischen seinen Eltern), er wolle mich auf diese Weise an seinem Leben teilhaben lassen. Nachdem ich gesagt habe, er sei doch selber Schuld an der Situation (er war es von dem es lange Zeit sehr stark ausging, die Beziehung zu mir einzugehen), geriet er außer sich, meinte ich sei bösartig, boshaft, böse. Er ist dann weggegangen. Ich habe mich 2 Wochen nicht bei ihm gemeldet. In diesen 2 Wochen ging es mir trotz extremer Sehnsucht besser, das war schon in der 2. Woche so, ich habe mich auch durch verschiedene Aktivitäten abgelenkt. Dann hatten wir ein Telefonat und ich sagte ihm darin, dass es mir ohne ihn derzeit besser geht, dass ich stabiler bin. Er ist wütend geworden und hat nach diversen verbalen Beleidigungen den Hörer aufgeknallt (Bsp.: Es sei ihm egal, ob ich mich aus dem Fenster stürze etc.). Ich bin jetzt nicht daran zerbrochen, weil ich es richtig einzuordnen weiß, das ist eben typisch Borderline, diese unkontrollierte Wut und verbale Misshandlung.

Trotzdem schmerzt es und ich vermisse ihn trotzdem, ist das jetzt krank?

Sollte ich den Schmerz aushalten und es dabei belassen, um überhaupt eine Chance zu haben, mit meinem Leben weiterzukkommen?

Ich habe ihn eben schon geliebt.

Ich will ihm mitteilen, dass ich das positive Bild von ihm in Erinnerung behalten werde und will, auch wenn er diesem Tritte versetzt hat. ich weiß dass er eigentlich anders ist und sein kann, und das kann ich nicht vergessen. Gerade aber nach diesem letzten Telefonat hatte er "die Oberhand" und mir geht es schlechter damit als nach dem letzten Treffen, der Abschied fällt mir schwer und ich kann gedanklich nicht von ihm lassen.

Ich habe ihn als intelligenten, extrem sensiblen, kreativen, hilfsbereiten, kommunikativen und sehr facettenreichen Mann in Erinnerung und unsere Beziehung war trotz oder grade aufgrund der auf und Abs sehr leidenschaftlich, die Anziehung nach wie vor sehr präsent.

Trotz allem denke ich stark daran mich wieder bei ihm zu melden (ich stecke wohl noch in der Gefühlsabhängigkeit). Wäre es soetwas wie Masochismus auf so jemanden mit unserer Vorgeschichte nochmal zuzugehen?

Ich würde gerne mal eure allgemeinen Meinungen zu der ganzen Geschichte hören?

Hat jemand ähnliche Erfahrungen (problemat. Beziehung zu älterem Mann o. Mann mit Borderline ect.)?

Wie geht man mit Beleidigungen dieser Menschen um, wenn man nicht mehr an sie herankommt, sie "zumachen" und glauben sie seien im Recht?

Danke, freue mich über Reaktionen

...

Antworten
b$lurrxed


noch ein kleiner Zusatz:

Ich habe derzeit einfach ständig den Gedanken im Kopf, ihm zu schreiben, dass ich ihn wirklich geliebt habe.

Wäre das in der Situation jetzt fatal und ich muss "ganz einfach" allein mit dem Schmerz klarkommen, weil in der Beziehung nichts mehr zu holen ist?

g-eralnd a>us Pwixen


Ich habe derzeit einfach ständig den Gedanken im Kopf, ihm zu schreiben, dass ich ihn wirklich geliebt habe.

das würde ich an deiner stelle unterlassen 8_)

b~luyrrxed


also besser erstmal Kontaktstille, vll für einen Monat?

PUlüscehbiexst


Ganz ehrlich, du weißt doch schon was das Richtige ist.

Trenn dich von ihm und arbeite deine Baustellen ab. Und wenn das geschafft ist, eigene Wohnung und dann irgendwann mal gucken, ob sich noch wer findet für ein gemeinsames Miteinander.

Emle?onxora


Ich würde dir auch empfehlen das Ganze ruhen zu lassen und dich nicht mehr zu melden.

Du beschreibst ja dass es dir ohne ihn besser geht - und das solltest du dir weiter vor Augen halten. Schreib dir alles von der Seele, aber für dich. An ihn würde ich damit nicht mehr herantreten.

Also, wie gesagt, nein, kein Brief, kein Kontakt. Finde ich.

EnlizabeSth Bxennet


Ich will ihm mitteilen, dass ich das positive Bild von ihm in Erinnerung behalten werde und will, auch wenn er diesem Tritte versetzt hat.

Mein Exfreund war auch älter, mit Borderlineproblematik und ich hatte zu der Zeit auch größere Probleme mit mir selbst. Momentan bin/war ich auch am überlegen, ob ich mich nochmal bei ihm melden sollte, obwohl die Beziehung jetzt schon länger her ist. Mittlerweile denke ich aber, es ist besser das nicht zu tun. Dein Ex scheint auch sehr schwierig gewesen zu sein und ich bezweifle, dass du mit ihm glücklich geworden wärst. Leider haben Menschen wie er oft die Fähigkeit, andere gefühlsmäßig von sich abhängig zu machen. Da fällt das Abschließen immer schwer. Du könntest natürlich den Brief schreiben, aber oft bereuht man sowas hinterher, wenn der Andere abweisend oder garnicht reagiert. Es wäre ja auch nur sinnvoll, wenn du ihn damit zurück bekommen möchtest, aber das solltest du dir gut überlegen.

bclurrxed


Danke für die Antworten.

@ Plüschbiest:

Ja, intellektuell bzw. rational weiß ich schon was das richtige ist.

Das Problem ist wie Elizabeth Bennet sagt, eben das Gefühl, das einen großen Strich durch die Rechnung macht, bzw, die Situation stark erschwert. Tatsächlich würde ich es so formulieren, dass ich in eine starke emotionale Abhängigkeit hineingeraten bin.

Ich würde ihm schreiben, um "friedlich" (auch für mich!) abzuschließen. Denn der hässliche Eskalationsstreit tut am meisten weh. Ich will nicht dass er "Recht" behält (oder es meint zu glauben) mit seinen Abwertungsstrategien.

Ich kann es nicht auf mir sitzen lassen, als "ein Stück Sch..." bezeichnet zu werden und anderes (und das als letztes von ihm im Ohr zu behalten).

Ich habe die Vorstellung davon, dass man zumindest herausstellen könnte, warum es nicht geklappt hat, zumindest ein wenig objektiv.

Das mit dem geliebt haben und blabla stimmt zwar, wäre aber wahrscheinlich grad wirklich nicht angebracht, um ein Fünkchen Selbstachtung zu wahren.

E:lveon+ora


@ blurred

Wenn es aber doch um SELBSTachtung geht, brauchst du ihn dazu nicht. @:)

Die be- und erhälst du, indem du über den Dingen stehst die er dir an den Kopf geworfen hat. Denn du selbst kennst deine Gründe.

Und am Ende ist es für euch Beide bessernun einfach mit der Sache abzuschließen. Vielleicht lauft ihr euch in ein paar Jahren über den Weg und könnt euch völlig normal unterhalten. Aber derzeit eher nicht. Denke ich.

bflrurrexd


@ Eleonora

Danke für den Gedanken

wahrscheinlich trifft es das mit Selbstachtung gar nicht mal.

Hab heute gemerkt, dass es schwieriger wird wenn ich mir ein Verbot auferlege ihn zu kontaktieren o.ä.

Ich habe immer die Wahl. ob er dann darauf reagiert ist eine andere Sache.

Man sollte sich nicht verbieten jmd. zu kontaktieren, weil man glaubt "für ihn gestorben zu sein".

Denn dann erwartet man insgeheim ja nur was vom anderen und erträgt nicht, wenn man das erwartete nicht bekommt.

Auch hilft mir grade der Gedanke, dass ich ihn nicht aus meinem Gedächtnis löschen muss (was eh nicht geht), er ist irgendwie noch da und ich habe Zugriff auf meine Erinnerungen (die hängen nicht von seiner aktuellen Präsenz ab), die sind da, denn für mich zumindest ist er nicht gestorben.

Das ist mir erst klar geworden, nachdem ich ihm heute doch 2 Sätze geschrieben habe dass ich nach 1 1/2 oder 2 Monaten nochmal ruhiger mit ihm reden will und dass ich ihn nicht so im Kopf behalten will wie nach dem letzten Streit.

Wie und ob er drauf reagiert ist jetzt seine Sache.

CRoteOSauhv#agxe


nachdem ich ihm heute doch 2 Sätze geschrieben habe

Da verdreht man erst mal die Augen. Aber nachdem du ihn in einer Selbsthilfegruppe für Bipolare kennen gelernt hast, hast du offensichtlich auch ein (noch ungelöstes) Problem. Bist du noch in der Gruppe oder anderweitig in Behandlung?

Vernunftmäßig warst du ja schon relativ weit. Du hast erkannt, dass du von ihm emotional abhängig bist (sonst wäre es dir piepegal was er von dir denkt und würdest jedenfalls keine Handlungen danach ausrichten), und dass der Kontakt zu ihm dein Leben und deine Persönlichkeit gefährdet und sogar zerstören kann.

Dass du ihm nun geschrieben hast, war ein Rückfall - da kann man nur hoffen, dass er nicht reagiert und nachtritt, sonst kommst du wieder in die Schleife, aus der du dich gerade temporär befreit hast.

Zum Glück hast du ihm wenigstens nicht sowas geschrieben:

Ich will ihm mitteilen, dass ich das positive Bild von ihm in Erinnerung behalten werde und will, auch wenn er diesem Tritte versetzt hat.

Anscheinend hast du noch rechtzeitig gemerkt, wie absurd das ist. Wieso solltest du von jemandem (nur) ein positives Bild in Erinnerung behalten, wenn er dich auch massiv gequält hat?! Und ihm diesen Unfug dann auch noch schreiben?!

Was du jetzt geschrieben hast, finde ich noch ganz ok (ich hätte allerdings nichts geschrieben). Nur fände ich es besser, wenn ihr euch dann nicht nochmal treffen würdet. Du kannst überhaupt nicht steuern, dass das dann nicht wieder eskaliert.

bLluNrred


@ CoteSauvage

Ja, einige ungelöste Probleme. War nur am Anfang des Kennenlernens in der Selbsthilfegruppe, bin da recht schnell nicht mehr hingegangen (stattdessen in eine Klinik, vor ca. 1 Jahr). Danach hat die Beziehung im Grunde ihren Anfang genommen, obwohl ich mich eigentlich nicht bereit dafür fühlte. Er war hartnäckig etc. Gewissermaßen geschickter Zeitpunkt, einiges in meinem Leben war undefiniert, und er nahm den Platz dann ein, so bis vor 2 Wochen quasi.

Gehe seit 1 Monat zu ner Therapeutin, es hilft, aber nicht ausreichend, nur 1 mal pro Woche, bräuchte mehr.

Da er so viel Platz, Zeit etc. in meinem Leben eingenommen hat, fehlt mir jetzt extrem der Halt: wie oben schon erwähnt beruflich kein Fundament, soziales Netzwerk nicht ausreichend, Wohnsit. bei den Eltern tut auch niemandem gut.

Was ich damit nur sagen will: Ich stehe jetzt wirklich hart an der Kante zwischen zurück zu ihm (Rückfall) und einen Schritt nach vorn, dahin, wo jetzt so gut wie nichts ist. Es muss jetzt bald was passieren, in Richtung nach vorn, meine Gedanken sind heute tatsächlich schon wieder stark in Richtung ein Treffen mit ihm gegangen, gefährlich rückwärtsgewandt weil nach vorne hin zu wneig stattfand.

Am meisten Angst hab ich vor einem Absturz in die Depression, denn dann geht gar nichts mehr.

Hatte die Idee, für 1 Monat in ein Kloster zu gehen, wollte ich eh schon seit längerem machen. Neue Erfahrungen, vielleicht ist es das was mir jetzt wirklich helfen könnte.

Geantwortet hat er übrigens nicht, aber ich hab es ja als einfache Aussagesätze geschrieben, ohne implizite Aufforderungen etc. Daher ok.

muss das hier einfach mal aufschreiben

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