» »

Macht der Gewohnheit auch in schlechten Beziehungen

KWa]nda hat die Diskussion gestartet


Wie teuflisch ist doch die Macht der Gewohnheit...

Ich lasse mich gerade von meiner Frau scheiden, wir waren fast 13 Jahre zusammen. Sie Afrikanerin, ich Deutsch, in Afrika. Es war keine schöne Beziehung muss ich ehrlicherweise sagen. Wirklich unbedingt geliebt habe ich sie wohl nicht. Sie war fuer mich wie ein kleines Kind, obwohl sogar älter als ich, immer war ich unter Stress, in Hab-acht-Stellung, was ist jetzt wieder passiert und und und. Sie ist laut, uneinsichtig, ein bisschen verrückt, erratisch, ein bisschen paranoid und vollkommen irrational. Letztere beiden Eigenschaften sind aber nicht nur charakterbedingt, die gehören hier - mehr oder weniger - zur Gesellschaft. Wie oft habe ich mich für sie fremdgeschämt, wie oft wäre ich so gerne im Boden versunken, kurz, ich wäre wohl irgendwann kaputtgegangen. Es gehören aber immer zwei dazu und so hätte wohl auch sie ihre Geschichte zu erzählen, das gehört aber jetzt nicht hierher.

Ich habe eine neue Freundin, ich denke, das wird eine schöne Zeit. Ich sollte eigentlich froh und erleichtert sein..

..und doch, und doch, und doch bin ich eigentlich nur traurig. Nicht wie wenn man plötzlich verlassen wird und vor dem schwarzen Loch steht, es hat sich ja irgendwie angekündigt. Sie fehlt mir. Ich vermisse sie. Ihre Bewegungen, ihre Art, wenn sie sich mal ganz "normal" verhalten hat, ihren Sinn für Ironie (findet man hier auch selten), Ihre Stimme , viele Dinge. Ich freue mich, sie zu sehen, wenn sie kommt, um ein paar Sachen zu holen, über einen kurzen Anruf.

Es ist wohl eine Art Trauer, wie wenn ein guter Freund gestorben ist. Wehmut.

Wer hätte das gedacht? Nach Momenten, in denen die Freiheit wie jetzt die absolute Erlösung gewesen wäre.

Aber das Leben geht weiter und auch dieses Kapitel ist bald Vergangenheit.

Ich sitze allein im grossen Haus und es war mir mal ein Bedürfnis, das auszudrücken.

Schönen Tag Euch allen!

Antworten
pGa;razezllnuxss


So wie du das beschreibst, liebst du sie einfach noch.

Und pass aber auf. Wie Marcel Proust schon geschrieben hat:'Die wahren Paradiese sind die Paradiese, die man verloren hat'.

DLihe JSeherxin


ich finde das einfach schön :)z

im grunde ist es doch meist so, dass man bei einer trennung/scheidung nur noch die grässlichen zeiten im fokus hat, sich auf die gründe konzentriert, warum es einfach nicht mehr miteinander ging. manche schaffen es nach einer gewissen zeit dann, auch die schönen zeiten nicht ganz unter den teppich zu kehren, sich auf die gründe zu besinnen, warum man zusammen war und ein wenig wehmütig zurück zu blicken.

vielleicht bist du ein mensch, der beides gleichzeitig durchlebt und fühlt? dessen hir genau weiß, warum und dass es nicht miteinander ging, dessen bauch aber die schönen zeiten nicht vergisst?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH