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Einem Freund (generell) vertrauen, der (den Partner) betrügt?

M\orjwexna hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle!

Ich möchte etwas schildern, was gerade in meinem Bekanntenkreis vorfällt. Es tangiert mich im Grunde "nur", weil ich mir jetzt das Gejammer anhören darf, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht genau weiß, was ich jetzt selbst dazu denke. Daher wollte ich mal sehen, wie andere das empfinden.

Der Fall:

Person A und Person B kennen sich seit der 5. Klasse und sind jetzt beide Ende 20; eine Freundschaft seit fast zwei Jahrzehnten. Es gab Zeiten, wo der Kontakt wegen unterschiedlicher Studienorte weniger war, aber er riss nie ab. Beide treffen sich so alle 1-2 Wochen mal. Man bezeichnet sich gegenseitig als "beste Freunde".

Person B ist seit vier Jahren verheiratet, Person A kennt den Ehepartner aber nicht sehr gut. Jetzt hat Person B während eines Treffens Person A anvertraut, dass sie seit über einem Jahr fremdgeht, weil sie in der Ehe nicht mehr sexuell glücklich ist, sich aber definitiv nicht trennen will, weil sie den Ehepartner noch liebt.

Zwei Tage nach diesem Treffen fand Person B einen Brief im Postkasten vor, der so ungefähr diesen Inhalt hatte:

"Hallo Person B,

ich habe über das, was du mir vor zwei Tagen gesagt hast, nachgedacht. Ich werde [Ehepartner] nichts von deinem Betrug erzählen, da du mir schließlich im Vertrauen davon erzählt hast, aber ich möchte an diesem Punkt unsere Freundschaft beenden.

Für mich ist ein (Ehe-)Partner, den man liebt, logischerweise der wichtigste Mensch im Leben. Das sagst du ja auch selbst. Und wenn du diesem wichtigsten Menschen aus Egoismus wehtust, anstatt an den Problemen zu arbeiten oder aufrichtig zu sein und [Ehepartner] eine Chance zu geben, Stellung zu beziehen, dann bist du jemand, dem ich als Freund nicht vertrauen kann. Aufrichtigkeit bedeutet Respekt, Lügen sind das Gegenteil davon.

Der Ehepartner ist für mich Familie, Freunde kommen hinter der Familie und wer schon den wichtigsten Menschen so lange und so einfach hintergeht, in den kann ich als Freund keinerlei Vertrauen mehr haben. Denn so jemandem traue ich ganz klar daher auch zu, mich in irgendeiner Weise zu hintergehen. Und Leute, denen ich nicht vertrauen kann, sind für mich generell keine Freunde und ich möchte sie nicht um mich haben.

Ich wünsche dir alles Gute für dein weiteres Leben, aber ich möchte keinen Kontakt mehr. Bitte respektiere das.

Alles Liebe,

Person A"

Person A hat dann auch alle anderen Kontaktmöglichkeiten blockiert und wirklich den Kontakt komplett abgebrochen.

Jetzt meine Frage: Nachvollziehbar? Nicht nachvollziehbar? Nachvollziehbar aber in der plötzlichen Radikalität nach 20 Jahren unangemessen?

Für die, die es interessiert: Ich pflege mit Person A seit Jahren eine Online-Freundschaft und darf jetzt als Kummerkasten herhalten, denn Person A leidet natürlich unter dem selbstgewählten Kontaktabbruch, auch, wenn sie nach wie vor felsenfest zu ihrer Entscheidung steht.

(Der Original-Brief war sehr viel länger (vier Seiten) und detaillierter, mit genaueren Erklärungen; ich habe das jetzt nur grob zusammengefasst. Es war also nicht so ein kurzes Abwatschen, wie das hier jetzt aussieht. Person A war es auch wichtig, das "zumindest" handschriftlich zu machen und nicht per Email. Person A weiß, dass ich das hier poste, und ist damit einverstanden und auf die Antworten auch ein bisschen neugierig, sagt aber, dass sie selbst nichts gepostet hätte, weil sie keinen Rat braucht und von ihrer Entscheidung überzeugt ist, egal, was andere denken.)

Antworten
MUadaOme nCharecntoxn


was für ein Drama.....

wenn ich sehr idealistisch bin dann versuche ich doch mit der Freundin darüber zu sprechen, und in einer guten Freundschaft dürfen auch die Fetzen fliegen, man darf verschiedener Meinung sein etc.

aber gleich den Kontakt abzubrechen - ist Person A denn immer so dramatisch, radikal?

mIn9e!f


Radikal konsequent, immerhin etwas. Ich hätte allerdings nicht sofort komplett den Kontakt abgebrochen. Vielleicht wurde A durch diese Ansage wachgerüttelt? Wieso nimmt man A die Möglichkeit, sich nochmal zu äußern? Das find ich nicht fein, jemandem was hinknallen, so legitim es sein mag, aber dann eine Reaktion unterbinden. Ich kann verstehen, dass man mit so jemandem nicht gut befreundet sein möchte. Aber als beste Freunde sollte man sich erstmal gegenseitig den Kopf waschen und dadurch die Chance auf Änderung geben, statt Perfektion zu erwarten und sonst sofort den Rücken zu kehren.

M elet%e


Morwena

Jetzt meine Frage: Nachvollziehbar? Nicht nachvollziehbar? Nachvollziehbar aber in der plötzlichen Radikalität nach 20 Jahren unangemessen?

Ja, gut nachvollziehbar. Radikalität? Naja, manche Menschen machen quasi Schluss, andere lassen die Freundschaft einfach auslaufen. Ich würde auch nicht gerne mit jemandem befreundet sein, der betrügt. Da passen einfach die Wertvorstellungen nicht zusammen.

Für die, die es interessiert: Ich pflege mit Person A seit Jahren eine Online-Freundschaft und darf jetzt als Kummerkasten herhalten, denn Person A leidet natürlich unter dem selbstgewählten Kontaktabbruch, auch, wenn sie nach wie vor felsenfest zu ihrer Entscheidung steht.

Das ist weniger nachvollziehbar, weder die Jammerei im Nachhinein, noch dass man sich das ewig anhört.

I$nfanxtin


Spannende Frage.

Einige meiner engsten Freunde haben in ihren Beziehungen bereits mehrfach betrogen. Die Mitwisserschaft war mir teilweise sehr unangenehm, deshalb hätte ich gerne darum gebeten, da nicht mit reingezogen zu werden.

Diese Freunde kennen meinen persönlichen Standpunkt dazu, der ein anderer ist. Das akzeptieren sie und ich akzeptieren deren Standpunkt.

Trotzdem ändert das nichts an meiner Freundschaft zu ihnen. Ich bin selbst in anderer Hinsicht auch kein makelloser Mensch und möchte auch mit meinen Fehlern und vorhandenen Charakterschwächen gemocht und akzeptiert werden. Deshalb tu ich das auch bei meinen Freunden.

Ich kenne auch die Grenzen meiner Freunde, der eine würde mehr mittragen, der andere weniger. Trotzdem wären sie immer meine Freunde, egal was ich mit anderen Menschen so verbocke. Deshalb sind sie auch alle schon seit Jahren meine Freunde und deshalb würde ich so einiges für sie tun und mittragen.

Nur, weil jemand in einer Beziehung untreu und nicht vertrauenswürdig ist, muss das für mich nicht heißen, dass er das in einer Freundschaft oder als Mitarbeiter oder Vertragspartner nicht ist.

Ich kenne auch Menschen, die früher in ihren Beziehungen notorische Fremdgängervwaren und dann plötzlich angefangen haben, ernsthafte, aufrichtige Beziehungen zu führen, ohne zu betrügen.

Genauso kenne ich Menschen, die immer treu waren und dann irgendwann passiert doch ein Ausrutscher.

Das wäre für mich eine seltsame Freundschaft, wenn ich im Vertrauen irgendein Fehlverhalten beichten, und der andere beendet deshalb dann die Freundschaft. Mein Verlustgefühl würde sich da in Grenzen halten.

Was natürlich blöd ist, wenn es Loyalitätskonflikte gibt, also Z.B. der Freund meiner Schwester sich mir mit sowas anvertraut.

D{rumHBlue


Für mich sind Grundprinzipien wichtig, und ich suche mir meine Freundschaften so aus, dass sie diesen entsprechen.

F~e.


Ich kann die Logik von A durchaus nachvollziehen und habe großen Respekt vor As Entscheidung, die Freundschaft zu beenden.

Ich selber habe in ähnlicher Situation aber anders gehandelt, wohl weil ich es eher nicht als meine Aufgabe ansehe, meine Freunde für ihr Sexualverhalten oder ihre Sexualmoral zu verurteilen. Ich weiß, dass es da ganz andere Vorstellungen gibt als meine, und erwarte nicht von jemandem, meine Vorstellungen zu teilen. Auch würde ich mir eher nicht anmaßen, die Situation in einer Beziehung anderer Leute gut genug beurteilen zu können, um einen der Partner wegen seines Verhaltens zu verurteilen.

Wenn allerdings jemand übertreibt, immer wieder Partner verarscht oder seinen Partner wie Dreck behandelt o.ä., dann könnte ich auch auf die Idee kommen, mit der Person nichts mehr zu tun haben zu wollen.

Und das Geständnis des Seitensprungs hat mir damals auch echt zu denken gegeben, was diese Person betrifft.

Bei etwas anderem habe ich auch entschieden, mit solchen Personen nichts mehr zu tun haben zu wollen: Wenn jemand wie irre mit dem Auto durch die Gegend heizt. Und damit meine ich jetzt nicht mal 20 km/h zu schnell zu fahren, sondern wirklich brutalen und gefährlichen Fahrstil, mit 100 km/h durch die Stadt, Drängeln auf der Autobahn, viel zu schnell durch Kurven, bei denen man gar nicht sieht, was dahinter ist und so.

Bei allem Verständnis für A, eines geht aber überhaupt nicht und wiegt sogar ähnlich schwer wie das Fremdgehen von B: Eine so lange und intensive Freundschaft kündigt man nicht so Knall auf Fall auf, ohne dem Freund wenigstens die Gelegenheit zu einem Gespräch zu geben. Gleich alle Kommunikationskanäle zu blockieren war total daneben. Und das könnte sogar, wenn man ähnlich konsequent wäre wie A, Grund dafür sein, als anderer Freund von A die Freundschaft zu A aufzukündigen.

Vielleicht denkt A mal darüber nach - und darüber, ob gute Freunde nicht im Lauf von Jahrzehnten auch mal schwere Fehler machen dürfen, ohne dass man ihnen gleich die Freundschaft aufkündigt.

Und noch eine Anregung: Ich kann verstehen, dass man von Freunden moralisch akzeptables Verhalten erwartet bzw. erwartet, dass sie niemanden hintergehen. Aber totalen Kontaktabbruch zu allen Personen, die jemals in ihrem Leben fremd gegangen sind, fände ich doch sehr radikal. Daher, kann ja sein, dass B sich als Freund disqualifiziert hat, aber auch als einfacher Bekannter? Hätte es nicht genügt, ihn von "Freund" auf "Bekannter" herunterzustufen? (Sowas habe ich mal gemacht, aber aus anderen Gründen.)

D8ieDosisvmachdtdasGixft


Für die, die es interessiert: Ich pflege mit Person A seit Jahren eine Online-Freundschaft und darf jetzt als Kummerkasten herhalten, denn Person A leidet natürlich

;-) Du darfst nicht, Du möchtest. Solche Entscheidungen trifft denke ich jeder bewusst, ob er sich die Sorgen und Nöte anderer Menschen zu seinen eigenen macht.

Liebe ist ein hartes Schwert, das zeigt sich immer wieder quer durch das ganze Menschenleben. Sie ist Chance und Bürde zugleich.

Jemand, der einen hohen moralischen Anspruch hat, der zieht so eine Entscheidung konsequent durch.

Bei mir ist auch schon eine über Jahrzehnte andauernde Freundschaft an einer Situation zerbrochen, die mit einem "Betrug" zu tun hatte. Allerdings von anderer Seite, weil ich dazu eine andere Meinung vertreten habe als die langjährige Freundin.

Beide Männer, die ein und dieselbe Frau liebten, wussten voneinander, nur nicht die kompletten Details, wie das Konstrukt vonseiten der Frau gestaltet wurde. Beide "Partner" litten unter der Situation, weil sie die Frau jeder für sich selbst exklusiv haben wollte.

Ich finde es sehr schwierig dazu ein komplett stringentes "Urteil" zu fällen. Die menschliche Spezies ist in all ihren Facetten zu komplex, um es in ein starres moralisches Korsett zu pressen.

Es gibt Paare, die zwischenmenschlich und auf empathischer Ebene sehr gut ergänzend zueinander passen. Sexuell jedoch entweder nie oder sich im Verlauf der Beziehung zu unterschiedlich entwickelt haben, um auf allen Ebenen weiterhin miteinander in Einklang zu bleiben.

Ich selbst bin bisher in keiner meinen Beziehungen fremd gegangen. Ich bin da manchmal etwas selbst spöttisch und sage "nur aus Mangel an Gelegenheit", weil ich vor mir selbst weiß, das Leben schreibt seine eigenen Geschichten und sie enden nicht im Automatismus wie in Hollywood.

Nein, ich würde keinen Menschen, den ich Freund/in nenne, seine/ihre grundsätzliche Integrität absprechen auf anderen sozialen Ebenen, nur weil er/sie in einem Lebensbereich nicht moralisch 'erwartbar' handeln kann.

Ich kann zwischen den Bereichen differenzieren und weiß, dass mancher Betrug eine sehr lange Vorgeschichte hat und ich fände es anmaßend einem anderen Menschen, seine/ihre Gefühle, Wahrnehmungen als reine Charakterschwäche und persönliches Versagen anzukreiden.

Für mich macht den wichtigsten Unterschied, ob es um den/die notorische/n Schürzenjäger/in geht, der/die ohne Skrupel sein/ihr Ding durchzieht, um sich wie im Sex-Imbiss ständig sättigen zu wollen ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer Protagonisten.

Und dem Menschen, der auf verschiedene Weise liebt und das nicht nur auf einen Menschen beschränken kann. Bei einem ONS gehe ich nicht von tiefergehenden Gefühlen aus, wie sie bei einer Affäre entstehen könn(t)en.

Respekt kann viele Treppen haben und für mich fängt dieser meinerseits bei dem Punkt an, in dem ich die Schwächen "meiner" Menschen nicht über eine moralische Messlatte breche, der ich (vielleicht) selbst nicht in jeder einzelnen Lebenssituation gerecht werden kann.

Das Leben ist noch nicht zu Ende, auch deswegen steinige ich mein Gegenüber nicht vorsorglich, sondern höre erst einmal zu, um zu verstehen, welcher Umstand für sein/ihr Handeln ausschlaggebend war/ist.

DlerD ieDa1s12x3


Jetzt meine Frage: Nachvollziehbar? Nicht nachvollziehbar? Nachvollziehbar aber in der plötzlichen Radikalität nach 20 Jahren unangemessen?

Für mich persönlich nicht nachvollziehbar und unangemessen, sich in einer Freundschaft derart als Moralapostel aufzuschwingen, dass ich eine Freundschaft beende, weil der andere sich in einem nicht mich betreffenden Bereich seinen Lebens anders verhält, als ich es für gut heiße.

CUomMraOn


Jetzt meine Frage: Nachvollziehbar? Nicht nachvollziehbar?

Total nachvollziehbar. Ich war mal in einer ähnlichen Situation. Es war zwar nicht mein bester Freund, aber ein guter Schulkumpel, mit dem ich beim Wehrdienst auch die Stube teilte. Ich bekam dann offen mit, wie er davon prahlte, wie er seine bisherige Freundin "warmhalten" würde und sich gleichzeitig an ein anderes Mädchen ranmachte, um dort möglicherweise zu landen.

Ich konnte mit ihm keinen netten und ungezwungenen Umgang mehr haben, während das in meinem Hinterkopf war. Seine damalige Freundin kannte ich auch nur flüchtig und eigene Begegnungen mit ihr waren eher selten. Aber das reichte aus.

Mir tat der Kontaktabbruch aber überhaupt nicht leid, da er für mich nicht mehr der Mensch war, den ich vorher kannte. Und ich jammerte auch nicht bei anderen darüber.

TKheBl;ac{kWixdow


Ich kann es nachvollziehen und würde mit so einem Menschen auch keine Freundschaft fortsetzen können. Denn das Thema Betrug steht dann ständig im Raum.

Und eine 4seitige Erklärung ist wirklich sehr ausführlich.

CThomxsky


Schwierig.

Für mich persönlich nicht nachvollziehbar und unangemessen, sich in einer Freundschaft derart als Moralapostel aufzuschwingen, dass ich eine Freundschaft beende, weil der andere sich in einem nicht mich betreffenden Bereich seinen Lebens anders verhält, als ich es für gut heiße.

Sehe ich eigentlich ähnlich, vor allem aber macht man es sich mit dieser konsequenten Haltung auch ziemlich einfach. Was nicht zu den eigenen moralischen Ansprüchen passt, kommt weg. Fertig. Einerseits finde ich diese Geradlinigkeit bemerkenswert, andererseits finde ich es auch sehr schwierig, sich nur mit Menschen umgeben zu wollen, die exakt gleich ticken und keinerlei Fehler machen.

Fakt ist nämlich: Menschen bauen Scheiße. Manchmal tatsächlich einfach aus egoistischen Gründen, manchmal ist es aber auch komplexer und komplizierter und die Schlussfolgerung von Person A ist denkbar einfach und eindimensional.

Wenn einer meiner Freunde etwas tut oder getan hat, das ich scheiße finde, würde ich von mir erwarten, dass ich mit ihm darüber spreche und diskutiere, gegebenenfalls auch Kritik übe und meine Meinung äußere, ihm ehrlich sage was ich davon halte, aber ihn letztendlich sein Leben leben lasse und ihn als Mensch weiterhin respektiere.

Ich schrieb anfangs schwierig, weil es aber auch für mich Grenzen geben würde. Ich denke da (sehr allgemein ausgedrückt) z.B. an rechtes Gedankengut oder Verhalten, das auf einer frauenfeindlichen, homophoben, rassistischen, etc. Gesinnung beruht. Also gäbe es durchaus auch für mich den Fall, den Kontakt zu einem Freund konsequent abzubrechen.

Die eigenen Maßstäbe sind also total individuell. Im geschilderten Fall wäre für mich der Punkt nicht erreicht.

m-s9x2


Genau so.

DcieDo|sismac1htdasGixft


Chomsky

:)z :)= Klasse auf den Punkt gebracht.

Ich will nicht, dass mir wichtige Menschen - mein Leben leben, statt ein eigenes mit individuellen Wünschen und Vorstellungen.

Dass es Grenzen der Akzeptanz gibt, gehört für mich allerdings mit dazu. Allerdings habe ich bisher bei guten Freunden keine so radikalen Entscheidungen treffen müssen, wofür ich den Menschen, die mein Leben begleiten dankbar bin.

G2rape:fSruitsaxft


Ich möchte etwas schildern, was gerade in meinem Bekanntenkreis vorfällt. Es tangiert mich im Grunde "nur", weil ich mir jetzt das Gejammer anhören darf, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht genau weiß, was ich jetzt selbst dazu denke. Daher wollte ich mal sehen, wie andere das empfinden.

Hallo Morwena,

ich finde, man kann es nach deiner Einführung trotzdem nicht Mal ansatzweise nachvollziehen, wie es zwischen A und B abgelaufen sein soll und warum es genau zu der Entscheidung von A kam oder wie und warum B überhaupt A "ins Vertrauen" gezogen hat oder zu einem Mitwisser bestimmt hat.

Liege ich jetzt richtig, A und B sind Freundinnen von dir?

Was offensichtlich ist, ist wohl, dass A unter der Entscheidung des Kontaktabbruchs selber irgendwie leidet und dich nun nach deinem Empfinden quasi "zujammert".

Warum wirst du jetzt allerdings nicht selber nicht klar gegenüber A und stellst das ab, wenn dich das belastet?

Vielleicht gibt es für A und B auch noch eine Chance, dass sie sich zu einer Aussprache oder Aussöhnung durchringen können. Wer weiß schon, was in 5,10,20 Jahren ist…oder werden sie sich tatsächlich nie wieder begegnen?

Wer hier jedoch ziemlich außen vor bleibt, ist der Partner von B. Hier weiß man noch weniger, aus welchen Gründen ihm die Bürde des Betrugs zuteil wird. Und auch, wie risikoreich der Betrug stattfindet. Ist denn die Verhütung geklärt? Sind das immer wechselnde Partner? Wie steht B zu der Übertragung von Krankheiten etc.?

Es gibt so viele Aspekte, die für einen Außenstehenden dann erst Mal durchdacht und verarbeitet werden müssen. Vielleicht ist es für B jetzt auch die erste Erfahrung, Mal kein eindeutiges Verständnis zu erhalten? Und wie viele Leute sind eigentlich schon informiert und halten Stillschweigen gegenüber ihrem Partner? Fühlt sich A auch deswegen unwohl, in die Mitwisserschaft einbezogen worden zu sein?

Es gibt auch Menschen, die zerbrechen an einem Betrug und von daher finde ich es sogar einfühlsam und nachsichtig, wenn A sich zu der Entscheidung eines Kontaktabbruchs durchgerungen hat.

Den langen Brief sehe ich aber eher als Ausdruck ihrer Hilflosigkeit. Es ist schon sehr riskant, sowas abzuschicken, und bietet in der Regel eine enorme Angriffsfläche. Hat sie das bewusst mit einkalkuliert?

Hast du denn jetzt selber noch eine freundschaftliche Verbindung zu A, oder denkst du darüber nach, sie nun aufzukündigen?

Grüße, auch an die Freundin *:)

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