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Einem Freund (generell) vertrauen, der (den Partner) betrügt?

LWolaXx5


Ich finde Entscheidung völlig nachvollziehbar. Ich will auch keinen Kontakt mit Betrügern. Bloß hätte ich wohl auch noch dem/der Betrogenen etwas gesteckt, weil sie/er mMn ein Recht darauf hat zu wissen, was er/sie treibt. Wer so unsnständig ist, zu betrügen, sollte aus meiner Sicht nicht damit durchkommen.

Ciote:Sauvfage


"Nachvollziehbar" ist alles Mögliche, aber das ist eine Nullaussage.

Auf mich wirkt das wie ein Drama aus einem vergangenen Jahrhundert. Darüber einen pathetischen mehrseitigen Brief zu schreiben finde ich lächerlich. Und einerseits so eine krasse Entscheidung zu treffen und diese so krass zu vollziehen, sich dann aber bei einem anderen darüber abjammern finde ich schwach. Wenn man sich schon voller Überzeugung zum Richter über einen anderen Menschen aufschwingt und das Todesurteil über eine jahrzehntelange Freundschaft spricht, ohne den Freund überhaupt anzuhören, wirkt es albern, wenn man danach deswegen rumheult.

Für mich hat es keine Auswirkung auf meine Freundschaften, wenn ein Freund/ eine Freundin einen Dritten belügt/ betrügt o.Ä. Jeder Mensch (außer Lola natürlich ;-) ) lügt/ betrügt irgendwann mal. Das sind ganz individuelle Konstellationen, die sich nicht einfach auf alle Beziehungen und Situationen übertragen lassen.

Ich hätte es als Freundin A eher als meine Aufgabe angesehen, mit B zu reden und zu versuchen, herauszufinden, was in seiner Ehe nicht stimmt, ob man vielleicht noch was retten kann usw. Natürlich nur wenn B mit mir darüber reden will, aber so scheint es ja zu sein, sonst hätte B ja A nicht drauf angesprochen. Ansonsten sehe ich das ähnlich wie Chomsky:

weil es aber auch für mich Grenzen geben würde. Ich denke da (sehr allgemein ausgedrückt) z.B. an rechtes Gedankengut oder Verhalten, das auf einer frauenfeindlichen, homophoben, rassistischen, etc. Gesinnung beruht. Also gäbe es durchaus auch für mich den Fall, den Kontakt zu einem Freund konsequent abzubrechen.

Die eigenen Maßstäbe sind also total individuell. Im geschilderten Fall wäre für mich der Punkt nicht erreicht.

Bxri<ella e19


Ich war bisher nicht in einer solchen Situation, aber ich denke das ich den Kontakt nicht abbrechen würde. Wenn mich die Person in diese Problematik einweiht würde ich wahrscheinlich zunächst ihr Anliegen ergründen (Soll der Betrug gebeichtet oder fortgeführt werden, welche Gründe haben dazu geführt, Lösungssuche etc.). Ich möchte damit sagen, dass eine Person sich mir wahrscheinlich nicht ohne Grund anvertraut.

Zudem würde ich klar zwischen der freundschaftlichen und partnerschaftlichen Beziehungsebene unterscheiden. Der Betrug würde mein Vertrauen in die Person wahrlich nicht erschüttern.

C>o2mraxn


Wenn man sich schon voller Überzeugung zum Richter über einen anderen Menschen aufschwingt und das Todesurteil über eine jahrzehntelange Freundschaft spricht, ohne den Freund überhaupt anzuhören

Woher weißt du, ob man es sich nicht angehört hat? Sie hatten schließlich darüber gesprochen und das wird ja bei so einem Thema nicht beiläufig mit 2-3 Sätzen gewesen sein.

Ein sehr langer Brief zeigt auch, dass man sich entsprechend viele Gedanken darüber gemacht hat. Es war ja keine Kündigung der Freundschaft im Affekt - sonst wäre das noch beim gleichen Treffen passiert.

wirkt es albern, wenn man danach deswegen rumheult.

Das sehe ich allerdings genauso. Mich hatte der Kontaktabbruch damals nicht belastet. Ich habe mich eher gefragt, warum ich mich in meinem Kumpel so getäuscht hatte.

Cqomraxn


Ich möchte damit sagen, dass eine Person sich mir wahrscheinlich nicht ohne Grund anvertraut.

Mich würde auch die Motivation dieses Anvertrauens interessieren. Was waren die Erwartungshaltungen von Person B? Wie wurde das Gespräch geführt und wie reagierte Person A darauf?

Ich glaube, danach kann man die ganze Situation besser einsortieren.

Bei meinem Kumpel damals war es so, dass er Anerkennung suchte und sein Vorhaben eine erschreckende Gleichgültigkeit innehatte. Nach dem Motto "Eine hab ich ja in jedem Fall".

a$sdfgwh123


wirkt es albern, wenn man danach deswegen rumheult.

Das sehe ich allerdings genauso. Mich hatte der Kontaktabbruch damals nicht belastet. Ich habe mich eher gefragt, warum ich mich in meinem Kumpel so getäuscht hatte.

Naja, die richtigen Entscheidungen sind oft nun mal die schwierigen Entscheidungen. Einfacher wäre es natürlich gewesen es unkritisch hinzunehmen oder inskonsequent zu sein. Ersteres ist aber sich doofstellen (und damit Selbstbetrug) und Letzteres ist scheinheilig.

Wie Comran anmerkte kommt es eben auch auf den Inhalt des "Geständnisses" an. Sie wird ja wahrscheinlich schon dort Motive und weiteres Vorgehen offengelegt haben, woraufhin Person A die Konsequenzen gezogen hat.

Mit der Blockade tue ich mir aber trotzdem schwierig, weil Menschen sich in seltenen Fällen tatsächlich ändern und damit unnötig die Möglichkeit genommen wird zu einem späteren Zeitpunkt den Kontakt wiederaufzunehmen (vorausgesetzt die Blockade ist dauerhaft).

M'orwUexna


Danke an all die Antworten, die ja auch so unterschiedlich sind.

Ich nenne jetzt mal ein paar mehr Details, weil hier ja doch auch teilweise Fragen aufgekommen sind:

- Person A ist weiblich, Person B ist männlich. Ich habe beide geschlechtsneutral beschrieben, weil ich nicht wollte, dass irgendwelche Kommentare bezüglich irgendwelche Anziehung zwischen den beiden kommt. Beide hatten nie etwas miteinander.

- Ich kenne Person B nur aus ihren Erzählungen und nicht persönlich, aber sie erzählt halt seit Jahren immer wieder von ihm, wenn sie sich halt getroffen haben. Von daher habe ich kein objektives Bild von ihm, weiß aber, dass er eben als Kumpel für sie sehr wichtig ist/war. Normalerweise haben meine Freundin und ich so alle 1-2 Wochen Mailkontakt (weil sie weiß, dass ich nicht gerne täglich texte), im Moment bekomme ich aber fast täglich digitale Post von ihr.

- "Person B" betrügt seine Frau immer mit der gleichen Dame, also eine richtige Affäre. Meine Freundin hat klar gesagt, dass sie auch denkt, dass Menschen auch mal Scheiße bauen, aber das ist ja kein Ausrutscher mehr, sondern reines Kalkül. "Person B" hat ihr zudem erzählt, dass er sich sicher ist, dass seine Frau sich trennen wird, wenn sie es herausfindet. Für meine Freundin pickt sich ihr Kumpel also die Rosinen raus - daheim das gemachte Nest und den Spaß woanders - und fährt eine "Egotour" seit einem Jahr und das ist es, was sie so abstößt. Wäre er jetzt nur einmal im Suff fremdgegangen oder so wäre das nichts, wo sie so reagieren würde. Sie sagte mir - wie das hier auch schon andere beschrieben haben, die Kontakte mit ehemaligen Freunden abgebrochen haben - dass sie ihn jetzt mit anderen Augen sieht; halt als jemanden, der kaltblütig und egoistisch denen gegenüber ist, die ihm etwas bedeuten. Das Vetrauen ist von ihrer Seite komplett weg.

-Zu dem Ganzen kommt wohl auch noch, dass die Ehefrau von "Person B" sich trotz zumindest etwas vorhandenem Kinderwunsch, den "Person B" nicht teilt, gegen Kinder und für ihren Mann entschieden hat. Das regt meine Freundin ganz besonders auf, denn die Ehefrau ist wohl auch knapp über 30, würde sich nach eigener Aussage bei einem Betrug trennen... sie könnte also noch Kinder haben und das mit einem Mann, der sie wirklich liebt. Dass "Person B" sie aus Egoismus um das alles bringt, findet meine Freundin inakzeptabel.

- Ihr Kumpel versucht übrigens immer noch, sie zu kontaktieren, aber sie nimmt Anrufe nicht entgegen und liest wohl auch Mails/SMS von ihm nicht.

- Das ich mir das ganze Gejammer antue liegt daran, dass ich selbst schwanke, wo ich stehe. Ich selbst würde die Sache nämlich anders handhaben und das auf eine Art und Weise, die einige wohl als noch schlimmer sehen würden: Ich würde es der Ehefrau von "Person B" sagen. Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, dies nicht zu tun, weil ich grundsätzlich andere immer so behandel, wie ich auch behandelt werden möchte, um nicht mit zweierlei Maß zu messen, und ich würde so etwas 100% wissen wollen.

Ich kann meine Freundin auf der einen Seite verstehen, weil ich bezüglich Betrug ähnlich denke und Menschen, die so etwas machen, auch nicht leiden kann. Die Frage ist halt, wo man die Grenze zieht. Jemanden über Jahre zu betrügen, obwohl jemandem bewusst ist, dass derjenige sich trennen würde, ist furchtbar. Egoismus gepaart mit im Grunde seelischer Grausamkeit. Wenn man bei einem Ausrutscher die Klappe hält, kann ich das verstehen. Wenn man sich anderweitig verliebt und dann trennt, finde ich das total okay, denn sowas passiert. Aber den Partner, von dem man sagt, dass man ihn liebt, so lange zu betrügen und nichts sagen zu wollen, damit man das komfortable Leben nicht verliert, ist nicht okay. Vor allem, wenn man zuvor nie versucht hat, irgendeine Eheberatung oder so anzugehen. Laut meiner Freundin hält ihr Kumpel nichts davon; es liegt also noch nicht einmal an seiner Frau, dass da nichts passiert ist.

Wie andere würde ich auch den Kontakt zu jemandem, der körperlich gewalttätig, rassistisch, diskriminierend, mobbend oder sonstwas ist, auch sofort abbrechen. Aber gehört Betrug in diese Liste? Das kann ich für mich selbst nicht so ganz klar sagen. Es ist für mich grenzwertig. Ich kann meine Freundin also verstehen, finde aber diesen kompletten Kontaktabbruch, ohne ihrem Kumpel die Chance zu geben, zumindest noch einmal zu reden, auch menschlich unter aller Sau. Dennoch bin ich mir bewusst, dass andere meine "Lösung" - es zu "petzen" - als noch radikaler sehen würden. Das bringt mich halt so durcheinander, dass ich ihr bisher noch nicht gesagt habe, dass sie sich die Sache nunmal selbst eingebrockt hat und mich jetzt damit verschonen soll.

Im Grunde ist das für mich aber kein Drama; ich habe meiner Freundin gestern auch geschrieben, dass sie mir gerne weiter Mails schicken kann, ich aber nicht mehr jeden Tag antworte (gerade, weil sie sich auch wiederholt und wirklich nur auskotzen will), aber alles lese. Das ist für sie auch in Ordnung; sie kennt mich ja. Es gibt also von meiner Seite aus kein Problem - mich hat es nur generell mal interessiert, wie andere das sehen, weil mich das Thema im Moment eben zwangsläufig etwas beschäftigt. ;-)

SYap"ienxt


Ich finde es überzogen. Eine Freundschaft - vor allem, wenn sie 20 Jahre anhält - besteht nicht nur daraus, dass beide Personen immer so handeln, wie der andere es gerne hätte. Sondern eben auch daraus, den anderen mit seinen Fehlern und Eigenarten und Macken zu schätzen, zu akzeptieren und ggf auch mal zu kritisieren. Das scheint hier nicht machbar zu sein, Person A mangelt es an Akzeptanz und Toleranz gegenüber Person B. Person B öffnet sich, vertraut sich Person A an - und erntet dafür die Kündigung einer Freundschaft, weil eine Wertvorstellung nicht zusammenpasst?! Nach 20 Jahren? Sorry..... das hat mit Freundschaft nichts zu tun. Man muss nicht mit allem einverstanden sein, man kann sich streiten, unterschiedlicher Meinung und Ansicht sein - aber wenn das Grundgerüst steht - und davon sollte man nach 20 Jahren angeblicher Freundschaft wohl ausgehen - dann kündigt man wegen so einer Sache nicht die Freundschaft auf. Dann diskutiert man, ist evtl unterschiedlicher Ansicht, streitet vielleicht auch... aber findet einen Kompromiss und weiss den anderen aufgrund vieler anderer Eigenschaften zu schätzen. Person A tut gerade so, als sei SIE betrogen worden.

bGlingyblxong


Für mich wäre die Haltung der besagten Freundin relevant, um hier überhaupt ein Urteil zu fällen. Prahlt sie, wie Comrans Kumpel, mit ihrer ausserehelichen Eroberung? Würde für mich eine jahrzehntelange Freundschaft auch infrage stellen. Oder steckt grosses Leid hinter diesem "sexuellen Unglücklichsein" mit dem festen Partner, das mit diesem auch schon ausgiebig und erfolglos diskutiert wurde? Nicht, dass ich in letzterem Fall das Fremdgehen automatisch gutheissen würde, aber nie würde ich eine sogenannt beste Freundin nach kürzester Zeit mit einem vierseitigen Brief zum Teufel jagen.

CZotekSau5vaxge


Woher weißt du, ob man es sich nicht angehört hat?

Wissen tu ich es natürlich nicht, aber ich kann dir sagen wie ich es hergeleitet habe:

Morwena hat das so beschrieben:

Jetzt hat Person B während eines Treffens Person A anvertraut, dass sie seit über einem Jahr fremdgeht, weil sie in der Ehe nicht mehr sexuell glücklich ist, sich aber definitiv nicht trennen will, weil sie den Ehepartner noch liebt.

Zwei Tage nach diesem Treffen

Über eine Aussprache steht da nichts, und Morwena lässt normalerweise nichts Wesentliches weg, wenn sie einen Sachverhalt beschreibt. Ein "Anhören" wäre es für mich auch nur, wenn A dem B angekündigt hätte dass sie den Kontakt komplett abbrechen will und B die Chance gehabt hätte dazu Stellung zu nehmen. Und "Nicht anhören" passt letztlich auch gut ins Bild von Prinzipienreitern.

Dass A im Affekt gehandelt hat habe ich nicht behauptet, Affekt passt auch nicht zu Prinzipienreitern. Solche Leute können rasche Entscheidungen treffen, weil die Rahmenbedingungen so einfach sind: Das Prinzip steht fest (Ich gebe mich nicht mit Lügnern ab), der Sachverhalt ist leicht zuzuordnen (B lügt seine Frau an), fertig ist die Entscheidung.

Kuuxrt


Ich persönlich kann das Verhalten von A nicht komplett nachvollziehen, weil Informationen fehlen.

Unter anderem, weil A B unterstellt, er würde egoistisch den Ehepartner verletzen ... wie diese Einschätzung zustande kommt, erschließt sich mir nicht.

Ich war selber schon mehrfach in der Position vom (Ehe-)Partner von B ... ich wurde schon mehrfach betrogen und unwissentlich war ich auch schon derjenige mit dem Jemand betrogen wurde ...

Persönlich fand und finde ich da Unehrlichkeit sehr viel verletztender, als nun die fehlende Exklusuvität beim Genuss körperlicher Nähe und Befriedigung.

Aber in den meisten Fällen wurde ich nicht direkt belogen und wenn, wusste ich es eigentlich ... da war ich auch weniger verletzt, als darüber entäuscht, für wie dumm ich verkauft werden sollte.

Schlussendlich kann man Lügen und Betrügen nun als Charakterschwäche ansehen und von seinen (besten) Freunden erwarten, dass sie diese nicht haben ... aber wer ist schon selber perfekt?

Besonders wichtig in diesem Zusammenhang finde ich aber, dass A mit Ende 20 für mich zu den Menschen gehört, der es einfach noch nicht passiert ist, selber in so eine Situation wie B zu geraten.

Sicher gibt es auch Menschen, die ihr ganzes Leben schaffen immer treu und ehrlich zu bleiben und niemals so einen Betrug zu begehen.

Aber ein großer Teil von denen, die in dem Alter noch die Hand dafür ins Feuer legen, dass sie das niemals machen werden, müssen ein paar Jahre später dann doch eingestehen, dass es ihnen "passiert" ist ... ich selber gehöre auch dazu ... ich hätte mir die Hand gründlich verbrannt.

Und ich hätte mich auch aus anderem Grund nicht "getraut" ein Urteil über B zu fällen, ohne alle Seiten der Geschichte betrachten zu können (was in dem Fall ja schwierig ist denn der Partner von B ist unwissend ... oder zumindest denkt A und auch B das) ... denn nach meiner Erfahrung kann ein und dieselbe Geschichte von verschiedenen Seiten erzählt, plötzlich ganz anders aussehen.

Aus Sicht einer wirklich guten Freundschaft ... wovon ich trotz 50 Jahre Leben gerade mal eine handvoll so nennen kann ... wäre mir diese auch zu wertvoll, um sie wegen soetwas zu beenden ...

Nicht zuletzt, weil eigentlich alle diesen "Status" unter anderem haben, weil sie nicht immer meiner Meinung sind und mir daher ermöglichen Dinge mal aus einem anderen Blickwinkel, als meinem, zu betrachten ... und das objektiv und konstruktiv.

An Stelle von B wäre ich von Jemandem, den ich als "besten Freund" bezeichnen würde, extrem entäuscht, wenn ich derart "Mundtot" gemacht würde und mir zwar die (vielleicht erwartete und erhoffte) ausgiebige Standpauke anhören/durchlesen darf, aber eben keine Gelegenheit für eine sachliche Diskussion bekommen würde.

Ich würde jetzt gerne 20 Jahre in die "Zukunft reisen" und dann nochmal mit A sprechen können ... wie sich die eigenen Werte in der Zeit relativiert haben ... und ob dieses Ereignis dann immer noch ein Grund wäre die Freundschaft so riguros und in dieser Form zu beenden ...

Wir werden es vermutlich nie erfahren ...

Csomraxn


Nach einem Jahr ist es noch nicht zu spät, die Rolle rückwärts zu machen. Aber Person B hat den Erzählungen nach kein Interesse, in seine Ehe zu investieren. Beide sind noch jung genug, sich anders zu orientieren, aber er gibt diesem durch seine Heimlichtuerei keine Chance. Vor allem haben sie noch Jahrzehnte eines sexuell aktiven Lebens vor sich - sie sind ja keine 70. Und es gibt eine Menge anderer Lösungsmöglichkeiten, sexuelle Unzufriedenheit anzugehen.

Ich finde schon, dazu gehört ein bestimmter Charakterzug, so vorgehen zu können.

Dazu kommt, dass Person A die Ehefrau offenbar auch ein bisschen kennt und möglicherweise gibt es sporadischen Kontakt. Ich bleibe dabei, dass ich die Entscheidung von Person A nach diesen Hintergründen nach wie vor verstehen kann und vermutlich genauso gehandelt hätte.

a!sdfghx123


Dass A im Affekt gehandelt hat habe ich nicht behauptet, Affekt passt auch nicht zu Prinzipienreitern. Solche Leute können rasche Entscheidungen treffen, weil die Rahmenbedingungen so einfach sind: Das Prinzip steht fest (Ich gebe mich nicht mit Lügnern ab), der Sachverhalt ist leicht zuzuordnen (B lügt seine Frau an), fertig ist die Entscheidung.

Prinzipienreiter sind doch Menschen, die sich an "Prinzipien" übergenau halten, selbst wenn oder gerade obwohl es keine Gründe gibt. Prinzipien in Anführungszeichen, weil es sich m.E. eher doch auf (unwichtige) Verordnungen, Gesetzte und Umgangsformen bezieht.

4 Seiten Begründung sprechen für mich gegen Prinzipienreiterei, sondern für eine begründete moralische Entscheidung.

M$orw[ena


@ CoteSauvage

Über eine Aussprache steht da nichts, und Morwena lässt normalerweise nichts Wesentliches weg, wenn sie einen Sachverhalt beschreibt. Ein "Anhören" wäre es für mich auch nur, wenn A dem B angekündigt hätte dass sie den Kontakt komplett abbrechen will und B die Chance gehabt hätte dazu Stellung zu nehmen. Und "Nicht anhören" passt letztlich auch gut ins Bild von Prinzipienreitern.

Dass A im Affekt gehandelt hat habe ich nicht behauptet, Affekt passt auch nicht zu Prinzipienreitern. Solche Leute können rasche Entscheidungen treffen, weil die Rahmenbedingungen so einfach sind: Das Prinzip steht fest (Ich gebe mich nicht mit Lügnern ab), der Sachverhalt ist leicht zuzuordnen (B lügt seine Frau an), fertig ist die Entscheidun

So war es wohl auch - meine Freundin sagte mir, sie wäre nach dem Geständnis ihres Kumpels total geschockt gewesen, weil sie ihn nie als "so einen Menschen" gesehen hat. Er hat dann wohl gemerkt, dass sie total von der Rolle ist und hat von sich aus das Thema gewechselt. Sie sagt, sie sei den ganzen Rest des Treffens (wobei es sich wohl schon dem Ende zuneigte) sehr schweigsam gewesen und wäre nur froh gewesen, als sie dann nach Hause konnte. Es hat also keinerlei Aussprache gegeben. Meine Freundin sagte, sie hat sich für den Brief entschieden, weil sie es sich nicht zugetraut hat, das persönlich zu machen - nicht, weil er sie hätte umstimmen können, sondern weil sie sich auf der einen Seite ihm gegenüber jetzt unwohl fühlt ("als wenn er ein fremder Mensch wäre") und andererseits Angst hatte, nur rumzuheulen und gar nichts richtig sagen zu können, weil es eben das Ende einer langen Freundschaft ist und sie sehr, sehr nah am Wasser gebaut ist.

@ Kurt:

Unter anderem, weil A B unterstellt, er würde egoistisch den Ehepartner verletzen ... wie diese Einschätzung zustande kommt, erschließt sich mir nicht.

Das habe ich in meinem zweiten Beitrag versucht zu erklären - es ist bekannt, dass die Ehefrau von Person B sich bei Betrug trennen würde und dass sie zudem für die Ehe mit Person B auf ihren Kinderwunsch verzichtet hat. Ihr wird also von Person B die Chance genommen, sich ihren Traum vom Kind mit einem anderen Mann, der sie wirklich liebt, zu verwirklichen - etwas, was sie machen würde, wenn sie von dem Betrug wüsste.

Persönlich fand und finde ich da Unehrlichkeit sehr viel verletztender, als nun die fehlende Exklusuvität beim Genuss körperlicher Nähe und Befriedigung.

Person B ist laut meiner Freundin unehrlich, was seine Erklärungen gegenüber der Ehefrau angeht ("War beim Kumpel", "Musste länger arbeiten").

M!orwNenxa


@ blingblong

Prahlt sie, wie Comrans Kumpel, mit ihrer ausserehelichen Eroberung? Würde für mich eine jahrzehntelange Freundschaft auch infrage stellen. Oder steckt grosses Leid hinter diesem "sexuellen Unglücklichsein" mit dem festen Partner, das mit diesem auch schon ausgiebig und erfolglos diskutiert wurde?

Also so ganz genau weiß ich das natürlich nicht, aber was ich weiß:

1) Er hat nicht damit geprahlt, aber auch keinerlei Schuldgefühle gezeigt.

2) Es besteht durchaus ein Sexleben zwischen dem Mann und seiner Frau, nur haben beide unterschiedliche Vorlieben. Dies haben sie im Laufe ihrer Beziehung (die seit 6 Jahren geht) herausgefunden, beide waren sich einig, dass man halt nur das macht, was beiden Spaß macht und das beide auf den Teil, den der andere nicht mag, verzichtet. Der Mann hat sich jetzt also entschlossen, eben nicht mehr zu verzichten.

3) Eine Eheberatung/Paartherapie wird vom Mann abgeleht, weil er an sowas nicht glaubt, aber auch der Meinung ist, dass dieses Thema "mit seiner Frau ja schon vor Jahren, vor der Hochzeit, geklärt wurde" (mit dem oben genannten Kompromiss von beiden Seiten). Inwiefern er vor dem Beginn der Affäre nochmal mit seiner Frau versucht hat, da "neu zu verhandeln" weiß weder meiner Freundin noch ich, aber es scheint durch seine Aussagen wahrscheinlicher, dass er das nicht gemacht hat.

4) Die Affäre ist eine Arbeitskollegin und er hat sich gegenüber meiner Freundin gerechtfertigt, indem er sagte "Ich habe das ja nicht gesucht, aber dann war sie da, war interessiert und ich habe schnell herausbekommen, dass sie das mag, was meine Frau eben nicht mag. Und dann habe ich halt zugegriffen." Also halb geplant, halb ungeplant, würde ich sagen. ":/

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