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Angst vor Embolie nach Absetzen von Marcumar

IZvonneZ1978 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich muss mich mal ein bißchen "ausjammern".

Ich nehme nach meiner Thrombose seit Ostern kein Marcumar mehr. Seitdem achte ich sehr darauf, dass ich sehr viel trinke, oft laufe und regelmäßig Sport mache. Das klappt soweit alles.

Ich hab zurzeit viel Stress im Job und mich gestern sehr geärgert. Ich nehme an, dass daher meine gestrigen Probleme kamen, die da wären: Atemnot, ein Engegefühl im Brustkorb, leichter Schwindel...

Ich habe gestern Abend nicht einschlafen können. Ich hab ewig wach gelegen und hatte das Gefühl, zu wenig Luft zu kriegen. Ich hatte beim Einatmen Stiche im Brustkorb (die hab ich aber öfter und die kommen garantiert von der Wirbelsäule - aber sag dir das mal, wenn du Angst vor einer Embolie hast...). Ich hab mich allgemein nicht wohl gefühlt, hatte irgendwie Angst und konnte nicht einschlafen. Das ging gute 2 Stunden so, dann bin ich wohl doch eingeschlafen. Heute früh ging's mir gut, ich hab gut geschlafen, hatte keine weiteren Luftprobleme. Ich hab eine halbe Stunde Tae-Bo gemacht und beim Sport ebenfalls keine Probleme gehabt. Vor lauter Paranoia habe ich sogar mit einer Pulsuhr gecheckt, ob mein Puls erhöht ist (was ja bei einer Embolie wohl so wäre). Alles war bestens.

Nun sitze ich wieder im Büro, hab wieder Stress. Wieder habe ich irgendwie Atemnot, will ständig tief Luft holen. Mein Brustkorb tut irgendwie weh, fühlt sich eng an. Mir ist leicht schwindelig, ich hab eiskalte Hände. Ich hab sogar schon im Internet geguckt, was die typischen Embolie-Anzeichen wären. Atemnot gehört dazu, Enge im Brustkorb auch. Ich hab aber keinen Husten, kein Fieber und so. Und die Atemnot ist weg, wenn ich schlafe, mich ablenke oder Sport treibe.

Müsste nicht gerade beim Sport klar werden, dass etwas mit der Atmung nicht klappt, wenn ich eine Embolie hätte?

Ich wette, dass das alles nur der Stress und Ärger ist... Tja, aber das kann mein blödes Hirn offenbar nicht einfach so hinnehmen, denn da bleibt trotzdem die Angst vor einer möglichen Embolie. Ich weiß jetzt schon, dass ich heute Abend wieder stundenlang wach liegen werde, weil ich meine, zu wenig Luft zu bekommen. Man, ist das alles ein Mist. Jetzt kann ich selbst erleben, dass es nicht so einfach ist, so sorglos wie unter Marcumar weiterzumachen. Heute trinke ich mehr denn je - reine Vorsichtsmaßnahme.

Genug gejammert... Los, nehmt mir noch meine restlichen Ängste!!! :)^

Vielleicht kann mir ja auch jemand bestätigen, dass man bei einer Lungenembolie nicht zwei Tage lang ab und zu mal ein bißchen Atemnot und Engegefühl im Brustkorb hat, das weggeht, wenn man Sport macht. Nur zu, ich hoffe auf euch...

Liebe Grüße

*:)

Antworten
KPatKrinx_t


Frage zum Absetzen von Macumar

Hallo,

mein Vater hatte vor ca. 1,5 Jahren eine Lungenembolie und hat seit dem Macumar genommen. Sein Arzt meinte jetzt man könnte das Macumar bedenkenlos absetzen, weil die Vene im Bein von der die Embolie kam komplett zu wäre und sich das Blut andere Wege gesucht hätte. Das Macumar wurde jetzt über 2 Monate abgesetzt, aber meinem Vater geht es nicht gut. Er hat Beklemmungsgefühle und was mir große Sorgen macht, er muß sich ziemlich oft übergeben. Er meint, er müßte deshalb nicht zum Arzt und ich habe große Angst. Kann mir jemand etwas zu dem Übergeben oder anderen Dingen sagen, die sich aus dem Absetzten ergeben? Danke!

Viele Grüße

Katrin

I/vonne+197x8


Hallo Katrin,

ich hatte keinerlei Probleme, als ich das Marcumar nach einem Jahr abgesetzt habe. Kann es sein, dass das "einfach nur" die Angst ist, die zum Übergeben und den Beklemmungsgefühlen führt? So schätze ich das bei mir auch ein. Ich kann ja sogar schweißtreibenden Sport machen und habe keine Atemprobleme. Aber wenn ich hier im Büro sitze, hab ich plötzlich welche - sicher nur, weil ich nicht genug abgelenkt bin und innerlich Angst vor einer Embolie habe. Vielleicht geht es deinem Vater ähnlich - er hat Angst, eine erneute Embolie zu bekommen, weil er jetzt weiß, dass das Marcumar nicht mehr da ist, um ihn zu schützen. Trotzdem sollte er zu einem Arzt gehen. Falls nicht, erzähl du doch einfach mal deinem Hausarzt, was dir an deinem Vater aufgefallen ist. Vielleicht kann er was dazu sagen.

LG und alles gute für deinen Vater *:)

dhunucxut


Hallo Mädels

Also das Dein Papa beklemmungsgefühle hat, ist normal das sind Ängste, ich selber hatte vor knapp 9 Monaten eine LE und habe seitdem nur noch Angst vorm Sterben, vor einer erneuten Embolie usw.....Macht Euch bitte nicht verrückt...Ich spreche aus Erfahrung....Geht regelmäßig zum Gefäßchirug und lasst Eure Beine kontrollieren....Ich kann Euch so gut verstehen, ach alles nicht so einfach...

Liebe Grüße *:)

duunumcut


@Ivonne

Sorry habe genau das geschrieben was Du auch geschrieben hast ;-) War keine Absicht....Hatte Dich nur überlesen *gg*

afg?nes


@ivonne

Du hyperventilierst, ist sehr verbreitet.

[[http://www.panikattacken.at/hyperventilation/hyperventilation.htm]]

k}roelle#bora


Hab da eine Frage: Wurde euch nicht gesagt, dass ihr nach Absetzen des Marcumars regelmässig Aspirin schlucken sollt?

Mir wurde es gesagt, weil ich ja ursprünglich nur 6 Monate Marcumar nehmen sollte. Muss es jetzt aber wegen einer Blutgerinnungsstörung wahrscheinlich doch lebenslang nehmen.

LG Corinna

I+vonne1x978


@ kroellebora

Ich habe meinen Doc sogar direkt gefragt, ob ich Aspirin oder ASS nehmen soll. Allerdings wurde mir von mehreren Ärzten gesagt, dass das nichts bringt. Es hilft wohl nicht gegen Thrombose oder Lungenembolie, weil es in den tiefen Venen nicht wirken kann. Was genau wurde dir denn dazu erzählt?

LG *:)

s1aba7x1


Marcumar ist ein Vitamin K-Gegenspieler. Vitamin K wird aber in der Gerinnung, die wie eine Kettenreaktion über mehrere Stufen abläuft, gleich an mehreren Stellen gebraucht. Daher bewirkt Marcumar eine tiefgreifende Veränderung der Gerinnung, die auch nach Absetzen des Medikamentes noch tagelang anhält. Das Gefährlichste an Marcumar ist aber die Tatsache, dass man die Wirkung, also die Gerinnungshemmung nicht ohne Weiteres aufheben kann. Falls es zu einer Blutung kommt, die man stillen will, kann man Vitamin K spritzen, aber es wird rund 4 Stunden dauern bis es wirkt. In der Zeit kann der Patient verblutet sein.

Ganz anders bei Heparin. Es verhindert die Gerinnselbildung in der Ader, aber eine Blutung kommt trotzdem zum Stillstand. Daher kann man nicht operieren, wenn einer Marcumar nimmt, aber jede Menge Heparin spritzen und trotzdem operieren, Zähne ziehen usw. Heparin wird beim operieren in verschiedene Infusion mit hinein gegeben, z.B um Katheterspitzen frei zu halten, an denen sich sonst Gerinnsel bilden würden. Heparin wird bei Gefäßoperationen direkt in die Ader gespritzt, damit sich dort im Gefäß keine Gerinnsel bilden, das alles ohne auch nur eine merkbare Butungsneigung auszulösen.

Und ASS ist wieder ganz anders. Es hemmt die Verklumpung der Blutplättchen, die für die Gerinnung gebraucht werden. Daher muss ASS etwa 8 Tage vor einer Operation abgesetzt werden, sonst kann es zu Problemen mit endlosen Blutungen kommen. Typisch ist dabei, dass es "aus allen Poren schweißt". Das muss man sich so vorstellen, dass es im OP-Gebiet tatsächlich aus jeder kleinen Lücke ganz hellrot zu bluten anfängt. Mengenmäßig ist das meist nicht viel, aber es will gar nicht wieder aufhören.

Marcumar, Heparin und ASS sind also grundverschieden. Die wichtigsten Anwendungsgebiete auf einen Blick:

Marcumar: tiefgreifende Langzeit-Gerinnungshemmung. Muss vor dem operieren abgesetzt werden bis der Quick über 50% ist.

Heparin: Verhindert die Entstehung von Gerinnseln in den Adern (Arterie und Vene). Macht keine Probleme beim operieren. Im Gegenteil: wird bei vielen Operationen für 3-8 Tage eingesetzt, damit es nicht zu Gerinnungs-Komplikationen kommt.

ASS: Wirkt hervorragend in den Schlagadern (Arterien), aber nicht in den Venen. Hat eine Menge von Wirkungsansätzen, z.B. zur Vermeidung eines Herzinfarktes, gegen Kopfschmerzen, bei Venenentzündung.

AUSTAUSCHBARKEIT

ASS kann null das bewirken, was mit Marcumar oder Heparin erreicht wird (andere Baustelle).

Heparin kann sehr wohl statt Marcumar gegeben werden und ist in entsprechender Dosierung eine vollwertige Alternative. Nachteile: Muss gespritzt werden, ist sehr teuer, hat vor allem auf Dauer unerwünschte Wirkungen. Daher ist Heparin ideal für die Kurzzeittherapie oder einige Tage der Vorbeugung.

Marcumar ist billig, gut verträglich und kann geschluckt werden. Nachteile: Der Quickwert muss oft kontrolliert werden, bei Unfällen besteht die Gefahr der (inneren ) Verblutung, man muss sich mit dem Essen ein wenig umstellen.

Hab ich aus einem anderen Medizinforum geklaut (Zitattext ist von einer Ärztin), hoffe das ist ok.

Finde ich mal sehr gut und auf dem Punkt gebracht alles erklärt.

Ivonne, kann das sein das ich Dich in diesem anderen Forum vor einer Weile auch schon mal "entdeckt" habe ;-)

Liebe Grüße *:)

Icvonne1x978


Hi Saba,

kann gut sein, dass du mich in dem Forum, das die Ärztin betreut, gesichtet hast. Ich finde dieses Forum sehr hilfreich. Die Ärztin antwortet üblicherweise im laufe eines Tages auf Fragen. Oft ist es wirklich toll, so schnell eine - wenn auch von Außen gebildete - ärztliche Meinung zu lesen.

ASS & Co. taugen also nicht viel für unsere Problemchen... Wär ja auch zu schön gewesen, wenn man sich problemlos selbst therapieren könnte...

Ich glaube, dass es bei mir wirklich Stress und Ärger ist. Dazu kommt die Angst vor einer Embolie, weil die Symptome so ähnlich sind. Ich habe in den Link gesehen und tatsächlich meine Beschwerden dort beschrieben gefunden. Ich muss mich selbst einkriegen, mich weniger ärgern, Stress abbauen und auf meine Atmung (Bauchatmung) achten. Gar nicht so einfach, wenn man sich den Stress nicht selbst macht, sondern jemand anders (sitzt im Büro hinter mir ;-)) dafür verantwortlich ist. Aber ich werd's probieren... Muss ich ja, weil's mir sonst echt schlecht geht.

Laut der Ärztin in besagtem Forum kann ich übrigens keine Lungenembolie haben, wenn ich noch in der Lage bin, Sport zu treiben und beim Schlafen keine Probleme hab. Ist ja beruhigend...

LG @:)

smabax71


Ja finde das Forum und die Ärztin auch gut. Hab bisher immer nur dort gelesen.

Laut der Ärztin in besagtem Forum kann ich übrigens keine Lungenembolie haben, wenn ich noch in der Lage bin, Sport zu treiben und beim Schlafen keine Probleme hab. Ist ja beruhigend...

Hört sich auch logisch an. Aber mit der Logik ist das immer so ein Ding. Hab am Montag meine letzte Marcumar genommen, seit heute spritze ich Heparin. Und dem Heparin "traue" ich nicht. Bei MArcumar war ich immer ganz sicher, daß es mich vor einer neuen Thrombose schützt, beim Heparin ist das bisher noch nicht so (hoffe das legt sich noch).

Alles Gute und liebe Grüße *:)

IkvonTne19x78


Dem Heparin kannst du ruhig trauen - ich weiß, ist leicht gesagt... Aber ehrlich... Es wirkt schneller als Marcumar. Wenn du also spritzt, bist du kurz danach geschützt. Nur das Spritzen selbst ist natürlich nicht das Tollste. Vielleicht brauchst du einfach ein paar Wochen, um dem Ganzen zu vertrauen. Das wird schon!

Hm, mit der Logik ist das manchmal komisch. An sich fand ich den Gedanken an eine Lungenembolie ja auch abwegig. Ich habe ja außer Faktor V keine Risikofaktoren, bewege mich oft, trinke viel. Aber Ängste sind mit Logik leider gar nicht zu beeindrucken. Sie bleiben einfach. Auch wenn ich weiß, dass es mir gerade so blöde geht, weil ich Stress hab, werde ich wohl morgen mal zum Arzt gehen und meine Lunge abhören lassen, falls ich nicht morgen ein besseres Gefühl habe. Ich konzentriere mich jetzt ständig auf's Atmen und atme bewusst in den Bauch. Ich glaube einfach dran, dass das was bringt. Vielleicht kann ich damit meine Ängste abbauen. Wenn nicht, ist das ein endloser Kreislauf. Dann kann ich schwer atmen und den Druck im Brustkorb haben, weil ich Angst vor einer Lungenembolie habe. Und das wiederum macht die Angst schlimmer. Das macht dann die Beschwerden schlimmer und so weiter... Nee, das wollen wir doch nicht, also reiß ich mich zusammen und glaube der Logik :)^

s@aba7x1


Ja, geh zum Arzt. Du wirst Dich besser fühlen, und evtl. verschwinden Deine Symptome schon alleine deswegen.

Nun ja das spritzen ist schon ziemlich lästig. Wird ja auch eine ziemlich lange Zeit bei mir so sein. Aber ich weiß ja wofür ich es mache. Habe mich auch heute zum 1. mal in den Bauch gepiekt. Hab sonst immer ins Bein gespritzt, und ich muss sagen nachdem ich meinen inneren SChweinehund heute morgen überlistet hatte, ging es gut. Hat auch weniger weh getan als im Oberschenkel, und ich hoffe ich bekomme am Bauch nicht soviele blaue Flecke. Dachte mir halt auch, FALLS der Sommer diese Jahr doch nochmal kommen sollte, muss ich nicht mit blauen und verstochenen Beinen ins Schwimmbad, den Bauch kann ich unter dem Badeanzug verstecken.

Das wir Frauen mit der Logik so unsere Probleme haben, ist also auch mal wieder bewiesen ;-) Wir sind halt nicht "kopflastig" genug.

Liebe Grüße

I1vDonn3e1x978


Was spritzt du denn? Ich habe vor 1 Jahr, als die Thrombose festgestellt wurde, Clexane gespritzt. Davon hatte ich kleine blaue Flecken am Bauch. Ich habe über Ostern, als ich Marcumar absetzen durfte, auch Heparin spritzen müssen - über etwa 2 Wochen. Das Präparat hieß Arixtra und ist wohl recht neu. Davon hatte ich nicht einen einzigen blauen Fleck. Falls du also Flecken bekommst, kannst du deinen Arzt ja mal drauf ansprechen. Ich weiß allerdings nicht, warum ich bei Arixtra keine blauen Flecken hatte - Heparin ist doch eigentlich Heparin, oder... ???

Ich hab noch nie in den Oberschenkel gespritzt. Ich muss sagen, dass ich diese Vorstellung deutlich schlimmer finde, als in den Bauch zu spritzen. Besser wär noch, man könnte es schlucken und gar nicht spritzen... ;-D

soabaH71


Clexane hab ich direkt nach meiner Thrombose auch gespritzt. Etwa 4 Wochen lang, bis ich mit Marcumar halbwegs ordentlich eingestellt war. Hab auch nicht immer blaue Flecken bekommen, aber halt ab und an, dann aber heftig mit richtigen Knubbeln.

Jetzt spritze ich Fragmin P Forte, das wurde mir sowohl von der Gerinnungsärztin als auch von meinen FA als Heparin der Wahl vor/bzw. während einer Schwangerschaft empfohlen. Im Beipackzettel steht übrigens drin, daß man das während einer Schwangerschaft nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden sollte :-/ Find ich ausgesprochen dämlich, denn wer spritz sich schon Heparin ohne ärztliche Rücksprache >:(

Ich hab noch nie in den Oberschenkel gespritzt. Ich muss sagen, dass ich diese Vorstellung deutlich schlimmer finde, als in den Bauch zu spritzen.

Bei mir war es immer genau umgekehrt ;-D

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