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Kardioversion vs. defibrillation

b-ull1 hat die Diskussion gestartet


hallo,

kann mir jemand den unterschied erklären?

vielen dank

mfg

bull

Antworten
Mnornnzingd Stxar


Kardioversion ist der Vorgang und dazu benutzt man in lebensbedrohlichen Situationen sinnvollerweise einen Defibrillator.

Bei nicht Lebensbedrohung, werden auch Medikamente verwendet.

Kardioversion ist die Wieder-Herstellung des normalen Herzrhytmus.

Umgangssprachlich sínd sich Kardioversion und Defibrillation ähnlich.

Gruss Michael

bJullx1


ach so, ok, es stand in einem uni skript womit ich gerade lerne etwas verwirrend,

danke

mfg

bull

t(he-cUave;r


@Morning-Star und bull1

Nix für ungut, aber dies ist nicht das erst mal, dass Du mit Deinen Erklärungen knapp daneben liegst...

Der Begriff "Kardioversion" kann in der Tat für die Medikamentöse Wiederherstellung eines Sinusrhythmus verwendet werden. Üblicherweise verwendet man ihn aber für die elektrische Kardioversion, und darauf bezog sich offensichtlich die Frage.

Der UNterschied zwischen Defibrilllation und Kardioversion ist folgender:

Defibrilltaion wird bei Kammerflimmern/Kammerflattern eingesetzt. Hier erolgt die Energieabgabe einfach auf Knopfdruck (bzw. beim automatischen System durch Entscheidunsr Herzzyklus der Stromstoß fällt, ist ja egal, da es keinen geregelten Erregungsablauf mehr gibt und schon ein "worst case-Rhythmus" vorliegt.

Wenn eine andere Rhythmusstörung durch Stromstoß unterbrochen werden soll (z.B. verntrikuläre Tachykardie, Vorhofflimmern, Vorhofflattern), muss der Stromst0ß aber unbedingt synchron zur elektrischen Aktivierung des Ventrikelmyokards abgegeben werden (EKG-techisch ausgesdrückt: Der Stromstoß mus durch die R-Zacke getriggert werden), um nicht im falschen Moment zu kommen (vulnerable Phase) und dann Kammerflimmern auslösen zu können. Dazu hat jeder Defibrillatior einen Schalter, mit dem man ihn auf "Kardioversion" schalten kann (meist mit "sync." beschriftet. Am EKG-Bild des Geräts erscheinen dann Sternchen über den erkannten R-Zacken (zumindest bei allen mir bekannten Geräten), wenn man die Schocktaste drückt, bemerkt man eine kurze Auslöseverzögerung (es muss ja erst die nächste R-Zacke ausgelöst werden).

Ansonsten sind Defibrillation und Kardioversion gleich: Bei Vorhofflattern versucht man erst mal geringere Energien, aber bei Vorhofflimmern oder Kammertachykardien habe ich immer mindestens 180J gebraucht...

Also nochmal in Kürze: Defibrillation ist die Wiederherstellung des Rhythmus mit unsynchronisiertem Stromst0ß, Kardioversion ist eine Defibrillation mit synchronisiertem Stromstoß. Für beides benutzt man einen Defibrillator. Und nebenbei wird der Begriff Kardioversion (wie von Morning Star erwähnt) auch noch für rhythmisierende Medikamentengabe verwendet, das hört man in der Praxis eher selten. Wenn der Patient von selber umspringt ist es übrigens eine "Konversion" (da können sich jetzt natürlich die Psychoanalytiker und die Theologen über den Gebrauch des Begriffs aufregen, aber das lassen wir jetzt lieber mal...).

hth

MIchael

b+ugll1


ok, danke :)^

M#orniFng STtar


Jawoll, Herr Rettungssanitäter.

Kardioversion ist die Wieder-Herstellung des "normalen " rhytmischen Herzrhytmus.

M`orn)ing GStar


EKG- Kurs für Isabell

b{ullx1


the caver

ich habe gerade noch einmal in einem buch gelesen, das die defibrilation durch eine synchronisierte depolarisation erfolgt. du hast das gegenteil geschrieben,

hast du dich vertan, oder wie ist das zu verstehen?

danke

bull

tjhe-ca/ver


Hallo Bull1,

ne, das stimmt schon - Du verwechselst nur 2 Dinge:

"Synchronisierte Depolarisation" meint den Effekt auf die Herzmuskelzellen: Es werden alle Herzmuskelzellen zum selben Zeitpunkt ("synchron") dazu gebracht, ein Aktionspotential auszulösen (zu depolarisieren). Das passiert bei der Defibrillation und der Kardioversion gleichermaßen.

Beim Defibrillieren wird der Stromstoß aber nicht zeitlich auf den Herzrhythmus abgestimmt (synchronisiert), weil es beim Kammerflimmern ja gar keinen Rhythmus mehr gibt, auf den synchronisiert werden könnte. Das geht nur, wenn ein Rhythmus auch vorhanden ist - und dann *muss* synchronisiert werden, weil man sonst Gefahr liefe, durch einen Stromstiß zur falschen Zeit (in der "vilnerablen Phase während eines Teils der T-Welle) Kammerflimmern auszulösen.

Also: Egal, ob Defibrillation oder Kardioversion: Die Myozyten werden synchron erregt. Dies erfolgt aber nur bei der Kardioversion synchronisiert auf den Herzrhythmus. Alles klar?

bwul_l1


ach so, ok jetzt hab ichs,

hätte mich auch gewundert, wenn das defribilieren zu unterschiedlicher refrakterität führen würde. das will man ja gerade verhindern.

ich dank dir auf jeden fall,

morgen ist die klausur

ich studiere maschinenbau und medizintechnik als eine vertiefungsrichtung, ganz interessant!

gruss

bull

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