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Stechen im Brustkorb: Diagnose Herzklappeninsuffizienz

y{akum:o8x8 hat die Diskussion gestartet


hi ihr,

vielleicht habt ihr meinen bericht im alten jahr gelesen!

vor einigen wochen bemerkte ich in meiner brust einen sehr starken druck! es soch mir auch in der herzgegend immer wieder! da ich sehr große angst hatte zum arzt zu gehen, blieb ich erst mal daheim und hab mir nicht viel dabei gedacht! ich berichtete hier im vorum von meinen beschwerden und einige nette leute hier habe mir mut gemacht zum arzt zu gehen (danke nochmal)!

heute bekam ich im neuen jahr die tolle diagnose-herzklappeninsuffienz! das bedeutet:

dass meine linke herzklappe nicht vollständig abschließt, was dazu führt, dass das blutt nach klappenschluss aus der schlagader wieder zurück in die herzkammer fließt. beim nächsten pumpvorgang muss diese menge blut noch zusätzlich zur eigentlich blutmenge gepumpt werden. dieser (fehl-)vorgang wiederholt sich immer wieder: ständig fließt ein teil des gepumpten blutes zwischen herzkammer bzw. zwischen schlagader

mit so einer erschreckenden Diagnose hätte ich nicht gerechnet, aber jetzt ist klar was meine blauen lippen und die zusammenbrüche verursacht hat! da ich leistungsvolleyball betreibe weiß ich nicht wie es in zukunft mit meiner liebe zum sport weitergehen soll! ich habe richtig angst, was mich erwartet!

ich hatte vor vier wochen eine mandel-op, vor der ich richtig angst hatte, aber jetzt fall ich vor angst beinahe tot um!

kann mir vielleicht jemand helfen und mir sagen, wie eine herzklappenoperation abläuft? oder hat jemand erfahrung in diesem gebiet?

ich freue mich über jede antwort,

liebe grüße yakumo

Antworten
i0ndianxgirl


hallo yakumo88 !!

Ist es die Aortenklappe oder die Mitralklappe die bei dir insuffizient ist ?

Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen ... Ich wurde im September an der Mitralklappe operiert.

Natürlich ist es keine angenehme Geschichte- es hilft nichts es zu beschönigen ...

Aber es kann dir u.U. das Leben retten.

Bei mir war es so, daß es meine allerletzte Chance war die ich nutzen mußte.

Die OP läuft in der Regel so ab, daß der Brustkorb geöffnet wird und das Brustbein durchtrennt.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten (zumindest bei der Mitralklappe) - einmal der Ersatz der Klappe (z.B. Metallklappe (tickt etwas und man muß dauerhaft Marcumar zur Blutverdünnung nehmen) , Bioklappe (Marcumar meist nur eine zeit lang nötig) oder eine Rekonstruktion (Reparatur) der Klappe.

Das Herz ist in der Zeit stillgelegt (d.h. es schlägt nicht) und man ist an die Herzlungenmaschine angeschlossen.

Bei mir wurde die Rekonstruktion (*gg* sie kriegen für die Klappe nen neuen Türrahmen *gg*) gemacht - bedeutet aber in 10 - 15 Jahren ca. eine Re OP mit Klappenaustausch .

(Es sei denn es geht vorher irgendwas schief).

Danach wirst du dich erst mal auf der Intensiv station wieder finden ... Wie lange du dort bleiben mußt weiß ich nicht. Ich war 5 Tage dort, was aber wohl etwas länger als normal war da ich den Ärzten gezeigt habe, daß meine gesamten Blutwerte (einschließlich Blutzucker) fliegen können .... d. h. ich war einige Tage "unter Drogen" *gg*

Dann kam ich noch in ein Überwachungszimmer und dann endlich in ein normales zimmer.

Nun ja. Danach ging es aufwärts.

Da ich zusätzlich noch eine Herzinsuffizienz habe, ist es nötig gewesen mich noch auf Medikamente einzustellen (somit war ich dann über 2 Wochen im Krankenhaus).

Danach sollte man wenn irgendwie möglich eine Rehamaßnahme anschließen.

Ich dachte zwar zuerst auch daß das 100 pro nix bringt -aber nach 3 Wochen Reha merkte man deutlich den Erfolg.

Allerdings mußt du dich drauf einrichten, daß das ganze Zeit braucht. 3 Monate dauert es schon mal minimum zum zusammenwachsen des Brustbeins und so lange darf da keine große Belastung stattfinden.

Du wirst erst mal merken wieviele tägliche Bewegungen auf den Brustkorb einwirken von denen man das nie gedacht hätte.

Du wirst dir auch Gedanken um Dinge machen, über die du noch nie nachgedacht hast...

(Ich hab vorher auch nie darüber nachgedacht wie ich etwas vom Boden aufhebe ohne mich zu bücken, wie ich aus dem Bett aufstehe ohne die Arme zum abstützen zu benutzen oder wie ich es schaffen soll die Hose oder die Socken anzuziehen .....)

Aber :auch wenn es durchaus keine leichte Sache ist ... es ist zu schaffen.

Auch ich hatte Angst - ganz furchtbare angst vor der OP und das besonders weil ich wußte, daß ich nur 30 % Chance habe, die OP zu überleben da mein Gesundheitszustand absolut miserabel war und meine Herztätigkeit nur noch knappe 30 % betrug ...

Aber wenn man sich frühzeitig dazu entschließt (bzw. davon erfährt daß es gemacht werden muß) dann hat man die Möglichkeit sich darauf vorzubereiten.

Ich hatte noch nicht mal 1 Woche dazu Zeit ... eigentlich - ganz genau genommen - nur einen einzigen Tag weil das Gespräch mit dem Chirurgen da erst stattfand ...

Und 1999 waren bei mir noch alle Klappen usw. völlig ok und ohne Befund ... so schnell kanns gehen (vor allem wenn man den falschen Hausarzt erwischt hat ....)

Falls du noch Fragen hast - nur raus damit...

LG Indiangirl

ywabkumo888


hi indiangirl,

ich danke dir für deine antwort,...

bei mir ist die aortenklappe insuffizient! diese soll mechanisch ersetzt werden, die aus speziellem kunststoff entsteht und sehr haltbar sein soll! diese soll aber starke strömungen verursachen, was bedeutet das genau?

der nachteil der mechanischen herzklappe sei aber die einnahme der blutverdünndenden medikamente, werde ich tag für tag mein leben lang mit medis zugepumpt? und ist meine lebensqualität nahezu genauso gut wie vor der op? ich bin nämlich erst 19!!!

wie lange dauert so eine op und sind die risiken sehr hoch?

eigentlich habe ich tausende von fragen,...

Lg yakumo

C&hVa-~Tu


Liebe Yakumo,

ich war ja richtig erschrocken, als ich Deine Diagnose gelesen habe. Damit habe ich NICHT gerechnet, dass es so schlimm ist. Das tut mir unendlich leid... Aber GUT, dass Du zum Arzt gegangen bist. Nicht auszudenken, wenn Du das hättest schleifen lassen...

Jetzt hast Du erstmal Klarheit und musst mit dieser Diagnose fertig werden. Für einen so jungen Menschen ist das ganz ganz schlimm, viel schlimmer noch als für uns Alte (und auch für uns ist es sehr schlimm).

Informiere Dich am besten erst mal im Internet. Dann würde ich Dir empfehlen, Dich mit der "Deutschen Herzstiftung" in Verbindung zu setzen, die haben ZAHLLOSE Broschüren und Informationsschriften ([[http://www.herzstiftung.de]]) und für Mitglieder der Herzstiftung gibt es auch telefonische Beratung bei Uni-Professoren und praxis-erfahrenen Ärzten.

Ferner suche Dir einen sehr guten Hausarzt oder Kardiologen, zu dem Du Vertrauen entwickeln kannst. Und dem kannst und darfst Du regelrecht Löcher in den Bauch fragen, und bitte tu das.

Vor allem aber: Lass Deine Angst zu. Sprich mit Deinen Eltern, Freunden und Bekannten über diese Angst. Ich kenne diese Angst, ich habe sie nach zwei Herzinfarkten sehr gut kennengelernt und auch heute überkommt mich das regelmässig, da mein Herz mehrere hundert Extrasystolen am Tag hat, an die ich mich wohl nie so richtig gewöhnen werde. Angst ist für herzkranke Menschen etwas GANZ normales, Du brauchst Dich da weder schämen noch irgendwelche Sorgen haben, dass man sie nicht ernst nimmt.

Und ganz wichtig: Sei optimistisch! Mit einer künstlichen Herzklappe kann man gut und sehr lange leben. Nicht nur meine Mutter hatte diese Operation hinter sich, auch eine Cousine von mir, die relativ jung war (Anfang 30) und seit fast 20 Jahren gut damit lebt (und noch viele Jahre lang Handball spielte!).

Übrigens: Ja, das Medikament zur Blutverdünnung wirst Du lebenslang nehmen müssen, aber da gewöhnst Du Dich relativ schnell dran. Das ist wie beim Diabetiker, zu Beginn seiner Diabetes-Erkrankung denkt er, dieses ewige Insulin-Spritzen sei "der" Horror, aber nach 1-2 Jahren ist ihm das in Fleisch und Blut übergangen und er kann es sich kaum noch anders vorstellen. Meine o.g. Cousine misst diesen Blutverdünnungs-Wert übrigens selbst und dosiert dann eigenthändig Marcumar. Sie wurde extra dafür geschult, denn das macht sie auch von regelmässigen Arztbesuchen unabhängiger. Allerdings weiss man natürlich nicht, wie sich die Medizin entwickeln wird. Vielleicht gibt es mal irgendwann ein neues Medikament, das man nur 1mal pro Woche oder pro Monat oder so nehmen muss. Das ist natürlich nicht abzusehen, aber nach heutigem Stand der Medizin: lebenslang.

Ich wünsche Dir Kraft und Mut und vor allem liebe Menschen, die Dir jetzt erst mal zur Seite stehen.

Alles Liebe

Cha-Tu

cFlaudi@37 ex `claudix36


Die OP Methoden sind wohl sehr unterschiedlich, bei meinem Mann wurde vor 4 Jahren die Mitralklappe rekonstruiert.Bei ihm wurde das Brustbein nicht durchtrennt.Er hatte einen Schnitt unter der Brust und 2 kleinere Schnitte an der Seite. Danach 4 Tage Intensivstation,1 Woche Krankenhaus und 3 Wochen Reha.Am Anfang musste er Macumar nehmen. Jetzt nimmt er noch Tabletten gegen Bluthochdruck und führt ein normales Leben. Ihm wurde gesagt, das er mit der rekonstruirten Klappe alt werden kann, ohne erneute OP.

Cehar-Tu


Claudia, hat er eine KUNSTSTOFF-Klappe oder eine biologische Rekonstruktion? Ich habe noch nie gehört, dass man mit einer Kunstklappe kein Marcumar nehmen muss *staun* Aber wie dem auch sei, schön, dass es Deinem Mann wieder so gut geht.

Alles Gute

Cha-Tu

c1lauKdi37 eRx cflaudix36


Er hat keine künstliche Klappe, sondern es wurde "repariert" und ein Ring eingesetzt.Es wurde ein Schnitt unter der rechten Brust gemacht und 2 Schnitte an der Seite .War vor 4 Jahren eine relativ neue Methode , damit ihm eine neue Klappe erspart bleibt.Er war der Einzige bei der Reha, wo die OP so durchgeführt wurde.

Cfha-Txu


Danke, Claudia, ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Toll, was sich in der Medizin so alles tut.

Alles Gute, nochmal.

Cha-Tu

y:akumxo88


ich danke euch für eure zahlreichen antworten, die mir un gewisser weise helfen!

@ cha-tu:

mit so einer erschreckenden diagnose hätte ich auch nicht grechnet, aber ich fühlte, dass es nichts kleineres sein konnte! die schmerzen und der druck wurde zu hoch,...

ich habe mich nun um eien sehr guten Kardiologen gekümmert, den ich auch heute morgen gleich aufsuchen konnte! er hat mein herz nochmal angeschaut und sich versichert! er meinte ich komme auf gar keinen fall um eine op herum, denn sonst wird mein herzmuskel zu sehr strapaziert und das kann schlimme folgen haben, wie sie bei mir auch schon auftraten (wenn auch nicht allzu schlimm: blaue lippen, ohnmacht, verstärktes stechen und erhöhten druck im herzbereich)!

in den nächsten tagen bekomme ich noch genauere informationen wie die op verlaufen wird und natürlich den op termin :°(

in meinem ganzen leben hatte ich noch nie solche angst. ich habe angst, dass ich in meinem leben eingeschränkt bin, mein sport geht mir über alles! ich kann mir nicht vorstellen dass die lebensqualität fast so gut sein soll wie vorher,...

ich wurde heute über die risiken einer solche op aufgeklärt und dabei blieb mir mein herz wirklich beinahe stehen!

Lg yakumo

Ctha-XTu


Liebe Yakumo,

ja, das ist eine schwere Erkrankung und das ist auch eine grosse Operation. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen.

ABER: Du hast so gute Voraussetzungen, Du bist jung, Du bist sportlich, das ist wirklich nicht zu vergleichen mit einem alten Menschen oder einem Menschen, der schon viele Jahre lang geschwächt worden ist.

Vielleicht hat man Dir heute bei den Risiken eine Zahl X von Menschen genannt, die diese und jene Komplikation während der Operation haben. Aber dabei musst Du bedenken, dass da ALLE Patienten in diese Zahlen eingehen, also sowohl junge, sportliche wie Du als auch schwerstkranke und sehr alte. Die schwerkranken und sehr alten erhöhen natürlich die Gesamtzahl von Komplikationen. Das ist eine STATISTISCHE Zahl, die keinerlei Rücksicht darauf nimmt, ob der Patient alt und halbtot oder aber jung und sportlich ist.

Auch wenn es Dir kaum glaubbar scheint, aber man kann nach solchen Operationen wirklich in der Regel ein ganz normales Leben führen (sieht man vom Marcumar-Einnehmen ab). GANZ WICHTIG dazu ist aber, dass Du nach der OP in eine Rehaklinik gehst. Dort erfährst Du, wie Du trainieren musst, wie Du Deinen Brustkorb wieder stärkst und wirst für den Alltag fit gemacht.

Ich hoffe, Du hast Menschen (Eltern, Freunde), die Dir jetzt zur Seite stehen. Aber ich bin sicher, dass Du das alles gut packen wirst. Ich spüre nämlich trotz aller Verzweiflung und Angst auch Kraft und "Power" in Deinen Beiträgen.

Alles Gute

Cha-Tu

y9aku<mo{8x8


hallo cha-tu,

ich danke dir für deine hilfreiche informationen und dein großes interesse. meie freunde und meine familie kümmern sich gerade auch wirklich blendend um mich, aber das ist mir im moment wirklich alles zu viel! ich komme mit dem ganzen gerede einfach nicht klar, natürlich find ich es rührend, wie sie sich um mich sorgen, aber der trubel ist mir im moment wirklich zu groß!

ich mach mir gerade eher gedanken um meine zukunft. ich stecke gerade mitten in den abi-vorbereitungen, aber das kann ich jetzt auch knicken! ich wurde nun von der schule freigestellt! das wächst mir alles über den kopf! und wenn ich mir vorstellen muss, erst einige wochen (?) im krankenhaus zu verbringen und dann noch eine reha! so hab ich mir das alles nicht vorgestellt!

eigentlich dachte ich, ich bekomm den befund, dass sich irgendein muskel oder eine sehne sich in meine rippen verklemmt hat, so hieß es zumindest im forum, wenn schmerzen im brustkorb auftraten! und nun bekomm ich im neuen jahr eine solche diagnose? ich versteh gar nicht warum mein herzmuskel plötzlich nicht mehr richtig schließt und er kaputt ist! diese frage konnte der arzt nur so beantworten:

ihr muskel wurde geschwächt, es können bakterien dafür verantwortlich sein, aber die genaue ursache kann man oft nicht herausfinden,... toll...!!!

ist dennn eine solche op sehr schmerzhaft? ich kann mir wahrlich nicht vorstellen, dass die chirurgen meinen brustkorb öffnen, und am offenen und freigelegtem herzen "herumschnibbeln" und mir einen künstlichen ersatz für meine aortenklappe einsetzten!

naja, jetzt bin ich mal gespannt wann ich schon einrücken darf,...

cha-tu, ich danke dir nochmal von "ganzem" herzen ;-D ;-)

liebe grüße yakumo

t`heM-xcaver


Hallo Yakumo,

als erstes mal eine gute Nachricht: Aortenklappenersatz ist in der Herzchirurgie eine absolute Standard-OP, das wird in jeder vernünftigen Herzchirurgie mehrmals wöchentlich gemacht. Das Operationsrisiko ist zimelich gering: Die Statistiken liegen bei ca. 3-5% Sterblichkeit, das betrifft aber überwiegend alte Patienten, solche mit zusätzlichen Herzkrankheiten und Not-OPs. Dein Risiko liegt mit Sicherheit noch deutlich niedriger. Das wird sicherlich gut laufen.

Die nicht ganz so gute Nachricht: Du wirst ja eine künstliche Herzklappe bekommen - das bedeutet, dass Du lebenslang (zumindest nach heutigem Stand der Medizin, vielleicht ist ja in 15 Jahren alles anders) starke gerinnungshemmende Medikamente nehmen musst (sehr wahrscheinlich Phenprocoumon = Marcumar). Dadurch hast Du natürlich eine erhöhte Blutungsneigung auch bei kleineren Traumata. Ich bin zwar absolut kein Volleyball-Experte, aber wenn ich mich richtig erinnere, besteht ein Teil des Spiel darin, sich längs auf den Hallenboden zu schmißen und dabei auf einen ziemlich harten Ball einzudreschen (o.k. du merkst schon, meine Erfahrungen mit Schulsport waren nicht sonderlich positiv...). Da könnte ich mir schon vorstellen, dass Du mit Marcumar vermehrt Probleme mit Blutergüssen bekommst. Besprich das doch mal mit Deinem Kardiologen - der hat sicherlich mehr sportlich aktive Patienten unter Marcumar und kann Dich entsprechend beraten.

Ach ja: Die Schmerzen nach der OP sind natürlich vorhanden, aber mit heutigen Therapien gut in den Griff zu bekommen (darauf legt man in der Herzchirurgie auch viel Wert, weil der Streß durch vermehrten Schmerz ja das Herz des Patienten zusätzlich belasten würde). Du wirst ja eine Sternotomie (Aufsägen des Brustbeins) bekommen, da sind die Schmerzen wesentlich geringer als z.B. nach einer seitlichen Eröffnung des Brustkorbs, wie man das für eine Lungen-OP machen würde.

Alles Gute für die OP ("viel Glück" sag ich nicht, das wirst Du nämlich gar nicht brauchen)

tBo@rarxot


ein aortenklappenpatient

Hallo Yakumo,

ich lese gerade Deine Beiträge. Und ich lese, dass auch bei Dir die Aortenklappe betroffen ist.

Ich habe vor mehr als drei Jahren eine neue künstliche Aortenklappe bekommen, und ich kann Dich in allem beruhigen. Bzgl. Herz-OP: das hört sich schlimmer an, als es ist. Ok, ich hatte auch mal Schmerzen und auch mal Ängste (vor allem nach der OP, wenn die Genesung nicht so schnell vorwärts ging wie gewünscht), aber alles lässt sich gut ertragen, und Du bist ja noch sehr jung, noch jünger als ich vor drei Jahren, da war ich 36 Jahre alt. Was das Marcumar betrifft gibt es bei mir auch keine Probleme, ich nehme sie einfach täglich, bestimme meinen INR Wert selbst (würde ich Dir auch empfehlen, man bekommt von der Krankankasse so ein sogenanntes Coagu Chek - Gerät). Die Dosis Marcumar bestimme ich dadurch selbst. Sonst müsste ich alle vier Wochen zum Blutabnehmen.

An das leichte Klicken der Herzklappe habe ich mch auch gewöhnt.

Übrigens der einzige wichtige Tipp, den ich Dir geben möchte: Warte mit der OP nicht bis zum Sommer. Ich selbst bin im Mai operiert worden, danach kam der Jahrhundertsommer mit absoluter Hitze. Das war oft nicht sehr angenehm. Dir wünsche ich, dass Du im Sommer schon alles hinter Dir hast. Man kann sagen, dass nach etwa 3 Monaten das Schlimmste überstanden ist. Ab da könntest Du sicher auch mit leichtem Sport wieder beginnen.

Wenn Du weitere konkrete Fragen an mich hast, kannst Du mir gerne eine PN schicken.

Liebe Grüße von Dieter

iRndyiangirxl


Hallo yakumo !

Deine Ängste kann ich sehr gut nachvollziehen.

Und glaube mir- diese Ängste hat jeder dem eine solche OP bevorsteht.

[[http://www.die-herzklappe.de/forums/index.php?act=idx]] dieses Forum kann ich dir nur empfehlen. Ich selber habe es vor meiner OP ein wenig spät gefunden. Viel Zeit zum lesen dort blieb mir nicht mehr dadurch.

Ich habe übrigens auch mehr als Angst gehabt vor der OP - zumal ja bei mir auch noch insgesamt die Chancen sehr schlecht standen (knappe 30 %) die OP zu überleben da mein Gesamtzustand inzwischen schon total mies war.

:-/ Das hatte ich allerdings meinem Hausarzt zu verdanken , der wohl meinte, daß ich die ganze Zeit zu ihm gelatscht bin um einen Krankenschein zu ergattern und "Urlaub" zu machen ....

Dabei wollte ich bloß geholfen haben... Nun ja- da ich auch Asthmatikerin bin hat er das ganze mit den steigernden Luftproblemen immer aufs Asthma geschoben ... Nur inzwischen weiß ich, daß das keineswegs das Asthma war.

Die Schmerzen sind nach einer Sternotomie natürlich vorhanden.

Aber du wirst sehen - es ist wirklich erträglich.

Nach knapp 1 Woche habe ich nur noch abends ein Schmerzmittel genommen und nach 2 Wochen fast keines mehr.

Natürlich - es tut weh beim husten, niesen sollte man sich verkneifen (auaaaa :°( ) und auch bei jeder sonstigen Bewegung merkt man es.

Aber ich habe es nach dieser Zeit (1 Woche) nicht mehr als so schlimm empfunden (und ich bin recht schmerzempfindlich und zucke schon jedesmal beim Zucker messen zusammen) ....

Wichtig ist, daß dich an die Vorgaben hälst die du von den Ärzten etc. gemacht bekommst.

Man darf z.B. beim hinsetzen und aufstehen (oder auch beim hinlegen und aufstehen) nicht aufstützen sondern muß die Arme fest vor der Brust verschränken um den Brustkorb zu stützen.

Ich kann dir nur emfpehlen dich daran zu halten ! Und sei dir auch anfangs nicht zu fein jemanden zu rufen um dir beim aufstehen aus dem Bett z.B. zu helfen, oder beim socken anziehen (bücken ist auch erst mal tabu) ...

Weißt du schon wann deine OP sein wird ?

Du wirst auch für die nacht vor der OP und auch die Zeit bis zur OP Tabletten bekommen so daß du kaum was mitbekommst. Bei mir war es jedenfalls so.

Ich habe die Nacht verschlafen obwohl ich geschworen hätte, daß ich nicht schlafen kann und morgens war ich um 5 ganz erstaunt als man mich weckte und mir sagte ich solle mich waschen, umziehen etc.

Dann noch 2 "Hau mich weg" Tabletten und dann wurde ich ganz kurz in der Schleuse zum OP wach , bekam gesagt man würde jetzt die Narkose machen und dann .... tjaa ... weiß ich nix mehr.

Bei einer Rekonstruktion ist natürlich nicht gesagt, daß eine Re OP sein muß ... aber es kann sein ...

(und bei meinem Glück ist da eine fällig)....

Aber yakumo - gehe mit Mut an die OP heran (und ich weiß wie sich das jetzt anhört !!!) - du wirst es nicht bereuen.

Trotz daß meine Narbe immer noch eine kleine Zicke ist ( naja- sind ja auch erst knapp über 3 Monate) habe ich an Lebensqualität gewonnen gegenüber meinem vorherigen Zustand.

Wenn man bedenkt daß ich für ca. 25 Schritte von Wohn zu Eßzimmer einen Zwischenstop auf der Toilette machen mußte um nach Luft zu schnappen, Nächte am offenen Fenster verbracht habe weil ich keine Luft bekam oder hustenanfälle hatte sowie ich mich hingelegt habe oder lachen mußte ................... Da ist mein Leben jetzt bedeutend besser geworden !!

Und jemand schrieb oben daß du über deine Ängste und die OP sprechen sollst.

Das kann ich dir auch nur raten. Ich habe mit ganz vielen gesprochen vorher (mit meinen Kolleginnen - natürlich mit meinem Freund und meinen Eltern , mit meiner besten Freundin ... usw.) Das hilft ganz ganz viel seine Ängste zu äußern.

Ich wünsche dir jedenfalls jetzt ganz viel Kraft für die bevorstehende OP und drück dir die Daumen !

Du wirst das schon schaffen- du bist noch jung und es wurde noch zeitig erkannt.

Und das Leben mit Marcumar - ist halb so wild ...

Ich habe in der Reha viele Marcumarpatienten kennengelernt die damit gut zurechtkommen und keine Einbuße ihrer Lebensqualität haben.

Übrigens .... ich nehme ACE Hemmer, Beta Blocker, Wassertabletten (2 Sorten) , Jodtabletten wegen der Schilddrüse und warte darauf noch Medikamente wegen dem Diabetes zu bekommen.... Ich bin 33 und werde die Medis bis ans Ende meiner Tage nehmen müssen...

Aber meine Lebensqualität leidet dadurch nicht

LG Indiangirl

y"akumyo8m8


hi ihr,

ich sitze gerade hier vor meinem pc und heule mir die augen aus, ich finde es wirklich rührend von euch, dass ihr mir so viele informationen zusendet und mir rat und tat zur seite steht! das hilft!!!

@ indiangirl:

wie kam es denn dazu, dass dein gesamtzustand schon so schlecht war, oder musstest du so lange auf deine op warten?

im gegensatz wie es dir damals ging, geht es mir ja im moment blendend! ich habe momentan noch keine wirklichen probleme mit dem atmen, klar es atmet sich schwerer aber ich komm noch damit klar! bei mir macht mir nur der fürchterliche druck und das stechen in meiner brust zu schaffen! und natürlich meine ohnamchtsanfälle, aber davon bekomm ich ja nichts mit ;-)

danke für deine web-adresse, ich werd morgen mal reinschauen!

du meintest oben, dass ich über die ängste der op sprechen soll, aber das fällt mir ehrlichgesagt wirklich schwer, immer wenn mich jemand darauf anspricht brech ich in tränen aus! das ist gar nicht so leicht! aber ich werds versuchen!

naja morgen bekomm ich den op termin, da bin ich ja mal gespannt!

in welcher klinik hast du dich denn operieren lassen? war das eine spezielle herzklinik?

also, ich werd mich jetzt mal richtung bett begeben,

ich lass von mir hören! danke nochmal!!!@:)

Lg yakumo

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