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Stechen im Brustkorb: Diagnose Herzklappeninsuffizienz

g~ree*nie-xkeks


Guten Morgen ihr hier!

Ich habe hier mal etwas gelesen und wünsche euch ganz ganz viel Kraft, Reha und Angst zu überstehen :)*

YTäsxi


Liebe Yakumo

schön das du schon Bergfest der Reha feiern konntest. Wirst sehen, jetzt geht es ganz schnell und du bist wieder zu Hause. Ich komm zur zeit kaum zum lesen, geschweige denn zum schreiben. Liegt auch daran das ich wieder arbeite. Es ist aber schön zu lesen, dass es dir soweit gut geht ;-D

Aber ich kann dich wirklich verstehen. Diese Zwei Wochen Kh-Aufenthalt waren schon schlimm genug für mich. Nur war es bei mir nicht Mangels Beschäftigung, sondern eher die Gewissheit, dass mein Kind nach Hause wollte und dieses durch ständiges quängeln, moitzen und weinen zum Ausdruck brachte. Dazu durfte er so kurz nach Op ja nicht seine vollen 300ml pro Flasche essen, sondern wurde mit - für ihn - lächerlichen 40ml hingehalten. Seine Unzufriedenheit konnte ich versetehen, wir essen ja auch bis wir satt sind.

Eine Reha mussten wir nicht machen, ich bin dennoch am überlegen ob ich nicht doch mal eine Mutter-Kind-Kur beantragen sollte. Mein älterer Sohn hat das erste Lebensjahr seines Bruder doch sehr zurückstecken müssen, obwohl ich versucht hab es so gut es geht zu vermeiden. Yannic selber hat das ganze auch nicht wirklich verarbeitet. Blaue oder weiße Kittel - und der Ofen ist aus. Ich selber hab zwar weitgehenst mit abgeschlossen, aber trotzdem überrennt mich ab und an die Erinnerung an diese schwere Zeit.

So und nu langweile ich dich nicht noch länger mit meinem Zeugs, ich wünsch dir weiterhin Duchhaltevermögen - bald bist du zu Hause. :)^

Sei lieb gegrüßt

Manu

P.S - auch nen Gruß an Cha-Tu rüberschick *:)

U:we_xD


@yakumo88

Am Anfang, etwa 4 Wochen nach der OP, begann ich wieder Auto zu fahren (vorher darf man ja nicht, wegen der Wunde am Brustbein) und bekam während der Fahrt eine TIA (transitorische ischämische Attacke), das ist eine Art Vorstufe eines Schlaganfalls.

Das war eine sehr unangenehme Erfahrung, deren Ursache aber nicht genau ermittelt weden konnte. Mein INR-Wert war plötzlich abgesunken und es bildete sich vermutlich ein kleines Blutgerinsel, dass meine Sehtüchtigkeit einschränkte. Ich bekam ein Flimmern vor den Augen, das Blickfeld war wie grobgerastert und ich hatte ein massives Doppelbild, d.h. die Koordination von linkem und rechtem Auge stimmte nicht mehr.

Ich hielt mit dem Wagen sofort an. Meine Frau fuhr dann weiter. Wir waren zum Glück nur 5 Min. von einem Krankenhaus entfernt. Dort wurde mir sofort Gerinnungshemmer gespritzt und es wurde eine CT gemacht (Computertomographie), denn es hätte auch ein andere Ursache, zB. Tumor, sein können. Nach 45-60 Min. verschwanden alle Sympthome wieder und nach 2 Std. konnte ich wieder gehen.

Das war das einzige Mal, dass ich Probleme hatte. Das richtige Einstellen des INR-Wertes ist am Anfang schon eine Sache, wozu man selbst (oder der Arzt) etwas Fingerspitzengefühl braucht.

Wichtig ist, die Grenze von 2,5 darf nicht unterschritten werden! Der normale INR-Wert ist 1,0. Über 5,0 steigt die Gefahr von spontanen Blutungen.

Die Abstände zwischen den Kontrollen kann man je nach Schwankungen von anfänglich 2-3x/Woche auf 1x/Monat oder sogar noch länger ausdehnen. Es dauert bei Marcumar eh einige Tage, bis nach höherer Dosis der INR-Wert ansteigt, oder im umgekehrten Fall sinkt. Bei starkem Unterschreiten des INR-Wertes von 2,5 sollte dann aber Heparin gespritzt werden, dass innerhalb weniger Minuten wirkt und so die Blutgerinnung hemmt.

Bei mir schwankt derzeit der INR-Wert zwischen 2,7 und 3,9.

Je nachdem, wieviel Gemüse ich esse. Im Sommer brauch ich deshalb eher einen höhere Marcumar-Dosis. Den Tip, als Marcumar-Patient weniger Grüngemüse zu essen, sollte man nicht beherzigen!

Nur bei gewissen Kohlarten wie Broccoli, Grünkohl oder Rosenkohl sollte man Zurückhaltung üben. Denn man sollte die Marcumar-Dosis den Essgewohnheiten anpassen und nicht umgekehrt!

Auch das mit dem Alkohol ist so eine Sache. Ich trinke gerne hin und wieder ein Bier oder ein, zwei Glas Wein, auch mit Marcumar.

Mein Kardiologe hat diesbezüglich keine Bedenken. Nur vor übermässigem Alkoholgenuss muss man sich fern halten, da Alkohol die Gerinnung zuerst herab setzt (also Marcumar in seiner Wirkung unterstützt), in der Phase des Abbaus im Körper aber wieder entgegenwirkt. Somit kann es zu grossen Schwankungen des INR-Wertes kommen.

Jedefalls ist eine ausgewogene Nahrugsaufnahme mit viel Obst und Gemüse und mit einer etwas höheren Marcumar-Dosis für den Körper besser, als auf Gemüse/Obst zu verzichten, und dafür weniger Tabletten zu nehmen.

Grüsse

C(ha-xTu


Danke, Yäsi,

schön, mal wieder von Dir zu hören! :-)

Eine Mutter-Kind-Kur ist sicherlich sehr hilfreich und vor allem: mal eine kleine Pause vom Alltag. Mach das doch... *ganz-doll-ermutig*

Liebe Grüsse

Cha-Tu

mPauUsBebacxks


es ist nun ja schon lange her

die Herzklappen OP von meinem Muttchen (Ende Januar 07) und auch die großen Sorgen nach der OP, aber ich denke mal für eventuelle stille Mitleser ist es auch ganz interessant zu wissen, wie es ausgegangen ist.

Mein Muttchen hatte jetzt die Nachuntersuchung beim Kardiologen und es ist alles gut! :-) Sie muß erst wieder in einem Jahr zur Kontrolluntersuchung erschienen.

Privat macht sie wieder alles selbst und ich bewundere so manchesmal ihre Kraft. Sie ist den ganzen Tag am werkeln,macht selten mal eine Pause.

Ich hoffe es geht allen anderen auch gut *:)

C+ha-6TSu


Ach, das freut mich ja riesig, dass Du Dich meldest. Klasse. Und für Deine Mutter freue ich mich GANZ besonders.

Sei herzlich gegrüsst

Cha-Tu

f(rie(ndx33


Hallo zusammen,

ich habe gerade den kompletten Faden gelesen und bin jetzt wirklich hin- und hergerissen und natürlich sehr berührt von den vielen Schicksalen.

Ich bin in dieses Forum gekommen, weil mein Freund eine Herzklappeninsuffizienz und ein Aortenaneurysma hat. Das ganze wurde bereits 2002 diagnostiziert. Wir sind erst sein etwas über einem Jahr zusammen und erst so langsam hat er mir das erzählt bzw. wurde mir auch bewusst, was das bedeuten kann.

Mein Freund will sich aber nicht operieren lassen. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich mir wahnsinnig Sorgen um ihn mache. Zumal sein Vater vor wenigen Jahren mit 60 an einem Herzinfarkt gestorben ist und auch mein eigener Vater mit 48 irgendwann Morgens nicht mehr aufgewacht ist. Auch in seinem Fall wurde auf eine Herzerkrankung getippt.

Ich versuche nun herauszufinden, wie der Stand der Medizin ist, welche Klinken evtl. besonders gut sind (am Besten in der Nähe von Stuttgart), wie hoch die Risiken sind usw. Darüber bin ich nun auf dieses Forum gestoßen und hoffe, ihr habt neben dem was ich hier schon so gelesen habe, noch ein paar Anregungen für mich. Auch Links u.ä. helfen mir bestimmt sehr weiter.

Vielen lieben Dank schon mal im Voraus.

Grüße an alle.

Cqhau-Tu


Guten Tag, Friend,

wenn Dein Freund ein eindeutig diagnostiziertes Aortenaneurysma hat, kann das aber SEHR gefährlich werden, sich nicht operieren zu lassen. Das ist eines der heikelsten Herz-Kreislaufkrankheiten, die man haben kann, und meiner Meinung nach gibt es zur Operation ab einer gewissen Grösse (beim Bauchaortenaneurysma sind das, soviel ich weiss, 5 cm im Durchschnitt) keine Alternative. Wo hat er dieses Aneurysma denn? Bauch? Oder direkt am Herzen?

Im Raum Stuttgart kenne ich leider aus eigener Erfahrung keine Klinik, und ich würde sie hier auch nicht nennen dürfen, weil das nicht erwünscht ist (man sollte keine Kliniken-Namen und auch keine Medikamentennamen nennen, weil das Probleme für die Admins geben kann). Ich denke aber, Du solltest Deine Suche auf die grossen Herzzentren orientieren, diese Operation ist für gute Fachleute fast schon eine Routine.

Alles Gute, das wird kein leichter Weg, aber ich wünsche Euch viel Kraft dafür

Cha-Tu

f3rien>d3x3


Hallo Cha-Tu,

vielen Dank für die schnelle Reaktion.

Das Aneurysma befindet sich wohl direkt an (oder hinter?) der Herzklappe, weshalb auch nur beides operiert werden könnte. Das ist auch der Grund warum er es trotz (bei der letzten Kontrolle) 6 cm Durchmesser nicht operieren lassen will. Er hat aus irgendeinem Grund riesige Angst vor einer künstlichen Herzklappe - wohl wegen der Marcumareinnahme. Ich glaube das musste sein Vater auch nehmen und offenbar hat er da schlechte Erinnerungen.

Ich habe aber jetzt auch schon gelesen, dass es auch bereits organische Herzklappen gibt. Vielleicht ist das ja etwas. Danke jedenfalls für Deinen Tipp. Dann versuche ich jetzt mal die "Herzzentren" zu finden.

Liebe Grüße

Nicole

C\ha-Txu


Hallo, Nicole,

ja, es gibt auch biologische Klappen, und manchmal kann man die eigene sogar "reparieren".

Was Dein Freund da macht, ist: Angst vor dem kleineren Übel. Ein Leben mit Marcumar ist SICHERLICH nicht sooo toll, aber immer noch 100mal besser als wenn ein Aneurysma platzt. Ich will Dir wirklich keine zusätzliche Angst machen, aber ein Aneurysmen-Riss am Herzen wird nur selten überlebt. DAS sollte er sich immer klarmachen. Wie alt ist denn Dein Freund?

Einen lieben Gruss

Cha-Tu

mZausebxacks


ChaTu, du hast es mal wieder sehr gut formuliert.

Mein Muttchen hatte sehr große Angst vor der OP (biologische Aortenklappe wurde eingesetzt, die alte Klappe war durchlässig gewesen). Hat es aber baldmöglichst machen lassen, weil "was sein muß, das muß sein oder ich bin bald weg und ich möchte noch ein paar Jahre leben". Sie wußte es wird schwer, aber die Zeit geht vorbei, jetzt geht es ihr wieder gut, besser als vorher!

Sie hat an die fünf Monate Marcumar eingenommen und mußte dafür fast regelmäßig nach der Reha 1x wöchentlich zur Blutabnahme zum Hausarzt. Das war machbar, ansonsten hatte sie keine Nebenwirkungen.

Jetzt nimmt sie das Nachfolgemedikament, ohne die lästige Blutkontrolle.

Dein Freund muß selbst entscheiden, er trägt auch das Risko.

Angst spielt bestimmt eine große Rolle. Ein geplatztes Aneurysma, was für Alternativen gibt es....ich denke keine.

Hat er sich gut informiert oder verdrängt er.

Kliniken kann ich dir nicht nennen, mein Muttchen war im großen Herzzentrum in Hamburg. Wir haben aber auch nicht nach anderen Kankenhäusern geschaut.

Es ist schwer dir zu antworten, zumindest für mich.

Ich wünsche euch viel Kraft und die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit.

f}rienld33


Hallo Cha-Tu,

er ist 36. Ich denke, dass er das nicht machen lassen will kommt daher, dass er keine wirklichen Beschwerden hat. Sein Arzt hat ihm Sport verboten und bei alltäglichen Anstrengungen scheint soweit alles in Ordnung zu sein. Hätte er so wie Yakumo zu Beginn Schwierigkeiten beim Atmen wäre das vielleicht auch anders.

Aber offenbar sieht sein Arzt das ja auch nicht so eng. Sonst würde der doch vielleicht auch mehr Wert darauf legen, dass er sich operieren lässt. Und ich habe schon ein bisschen Angt, ihn zu einer OP zu drängen, bei der vielleicht was schief geht. Ich kann das als Nicht-Mediziener ja eigentlich gar nicht beurteilen.

Aber Vielen Dank an Dich, für Deinen Rat. Das hilft mir schon, es einfach mal zu erzählen.

C5ha$-Txu


Hallo, Nicole,

mit 36 müsste er wirklich klug und weise genug sein, zu verstehen, dass man den Kopf nicht in den Sand stecken kann, und so tun, als ob dann nichts wäre. Aber Du hast Recht: Du kannst da wenig machen, das muss aus ihm selbst kommen. Warum der Arzt das so locker sieht, kann ich nicht verstehen... Ob er bei dem Arzt in guten Händen ist?

Fragende Grüsse

Cha-Tu

c+orxdu2


Hallo Nicole,

sorry, bin gerade durch Zufall hier in diesen Faden geraten.

Kannst du dennvielleicht mit deinem freund einen Deal machen, dass er sich wenigstens eine zweite Meinung einholt? Dann kann er immer noch selbst entscheiden, was er tun will. Aber ich sehe es wie Cha-Tu, 6 cm ist schon nicht ohne! Wenigstens mal einen anderen Arzt konsultieren sollte doch drin sein!

Alles Gute für euch!

f"riedndx33


Hallo Cha-Tu, Hallo Mausebacks, Hallo Cordu,

vielen Dank für eure Hilfe.

Ich habe gestern nochmal mit meinem Freund gesprochen und er hat zunächst einmal einen Termin bei dem Arzt gemacht, bei dem er seit der Diagnose dort auch jährlich zur Kontrolle geht. Seit gestern weiß ich aber auch, dass das ein Internist ist. Deshalb haben wir gleich noch vereinbart, dass er sich auch noch von einem Kardiologen untersuchen lässt.

Aber da bin ich mir auch nicht sicher, ob man z.B. in so einem Herzzentrum einfach zur Untersuchung gehen kann, oder ob man da nicht eine Überweisung von einem niedergelassenen Kardiologen benötigt.

Was mich auch etwas nachdenklich stimmt, ist dass er wohl auch schon mal in einer Uniklinik war und auch dort niemand zu einer OP geraten hat. Aufgrund dessen, dass das Aneurysma nicht wächst, sagen wohl alle, dass man beobachten soll. Am liebsten würde ich mal mit zu einem Arzt gehen. Aber ich will ihn ja auch nicht zu sehr "bemuttern".

Danke euch allen, ihr habt mir schon mal sehr geholfen. Und ich hoffe, dass mein Freund jetzt einfach mal bei den Ärzten mehr nachbohrt. Ich habe nämlich den Eindruck, dass ohne Rückfragen gar nichts passiert.

Viele Grüße

Nicole

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