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Weißkittelsyndrom

s4unforxalls hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Forum-Mitglieder!

Ich muss einfach mal etwas loswerden: hoffe, ich bin hier richtig.

Ich leide seit Jahren unter dem sogenannten "Weißkittelsyndrom": wenn in einer Arztpraxis mein Blutdruck gemessen wird, ist er so hoch, dass mich die Ärzte am liebsten gleich irgendwo einweisen würden: letzte Messung bei meiner Hausärztin war 180/120, Puls 85- beim Frauenarzt sogar ein Puls von 100.

Zuhause 134/81, Puls 75.

Kurz zu meiner Geschichte:

Ich bin jetzt 39- das Ganze begann so ca. vo 10 Jahren.

Da beim Frauenarzt regelmäßig der Blutdruck gemessen wird- da vom Blutdruck abhängig ist, ob man die Pille weiterhin verschrieben bekommt- fiel ich dort zum ersten Mal auf.

Hausärzte messen ja nicht unbedingt bei Erkältung oder Durchfall..

War mir aber auch sehr recht, da ich schon damals "Beklemmungen" empfand, wenn mir diese Manschette umgelegt wurde: hielt sich aber noch alles im Rahmen.

Vor ca. 4 Jahren habe ich dann eine 24-Stunden-Blutdruckmessung und ein 24-Stunden-EKG machen lassen.

Die Auswertung hat gezeigt, dass ich- kaum aus der Praxis- einen völlig normalen Blutdruck hatte- bis wieder kurz vor Besuch der Praxis. EKG war auch völlig normal.

Jetzt ist es wieder ein Frauenarzt, der mir gleich eine Überweisung zu meiner Hausärztin geschrieben hat.

Habe bis zum Termin bei meiner Hausärztin schon mal "vorsorglich" ab und an meinen Blutdruck im Zeitraum von 1 1/2 Wochen gemessen: war im Rahmen (erster Wert zwischen 128-145, zweiter Wert zwischen 78 und 89, Puls zwischen 70 und 75).

Seitdem ich die Auflage von meiner Hausärztin habe, für 2 Wochen morgens und abends jeweils 3 Messungen "durchführen zu müssen".. klappt´s auch zu Hause nicht mehr mit den Messungen.

Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass ich eine regelrechte Phobie gegen dieses "pumpende Ding an meinem Arm, das gleich wieder Werte verkünden wird, die besorgniserregend sind"- entwickelt habe.

In der Arztpraxis hört man dann: "Oh, so hoch"?- oder einfach nur Schweigen.

Dann weiß man wieder, dass alle schöne Gedanken sinnlos waren, um den blöden Blutdruck zu senken.

Ich finde, die Ärzte sollten mir diesen Stress ersparen.

Gerade, wenn sie 3x hintereinander in Ihrer Praxis meinen Blutdruck messen- und ich schon gesagt habe, dass ich ein Weißkittelsyndrom habe- dann tut diese blöde Manschette schon bei der zweiten Messung richtig weh, weil sie sich so extrem aufpumpt, um auch noch "diesen" Blutdruck zu messen- der völlig verfälscht ist.. aber Hauptsache, "wir haben gemessen"..

Tina

Antworten
CNha-Txu


Hallo, Tina,

Du beschreibst das sehr klar und deutlich, und das, was Du schreibst, ist geradezu ein Paradebeispiel für das Weisskittelsyndrom. Je mehr man messen MUSS; umso höher ist der RR. Das ist sogar bei mir der Fall, obwohl ich das sehr locker und entspannt sehe, sowohl zuhause als auch beim Arzt. Aber ich "musste" mal ein Tagesprofil machen, bei dem EIN Wert etwas ausbrach, und seitdem war der Wert von Messung zu Messung höher, obwohl ich vorher sicher war, das souverän handhaben zu können.

Aber ich weiss jetzt nicht so ganz, was Du hier von den Leuten wissen willst? ÜBERZEUGEN kannst nur DU Deine Ärzte, dass das Messen in der Praxis kontraproduktiv ist, und eigentlich müssten sie das anhand des 24-Stunden-EKGs ja auch sehen...

Alles Gute

Cha-Tu

ssunfRoralls


Hallo Cha-Tu!

Vielen Dank für Deine Antwort.

Ja, Du hast Recht, ich muss die Ärzte überzeugen: was ich ja schon seit Jahren versuche und was mir immer zusätzlichen Stress bereitet, da sie es meist mit einem Lächeln abtun, wenn ich sage, ich leide unter dem Weißkittelsyndrom.

Ich werde wohl nicht darum herumkommen, mal wieder eine 24-Stunden-Blutdruckmessung über mich ergehen zu lassen: ist nicht besonders angenehm, aber anders sind die "Götter in Weiß" ja nicht zu überzuegen.

Ich bin am überlegen, ob ich vielleicht psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollte? Es ist doch einfach nicht "normal", dass einen das einfache Blutdruckmessen in derartige Panik versetzt. Vielleicht gibt es hier jemanden, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat?

Liebe Grüße

Tina

L`owLtitxa


Hallo,

Ja, mir ging das auch lange so. Ich hatte bei meiner ersten Messung beim Frauenarzt 150/95, seitdem wars aus. Blutdruck messen versetzte mich einfach total in Angst.

Allerdings habe ich eine sehr verständnissvolle Ärztin, die hat das akzeptiert und das Blutdruck messen erstmal gelassen (ich sollte dann zuhause messen und ihr die werte mitteilen) .. mein Blutdruck ist normalerweise nämlich eher niedrig...

Allerdings ging dieses Phänomen mit der Zeit weg.. ich habe öfters mal Zuhause gemessen und quasi.. ein Gefühl für meinen Blutdruck bekommen, sodass ich wusste, dass er einfach nicht zu hoch ist.

Die Angst ließ dann mit der Zeit nach (allerdings ist er beim Arzt trotzdem immer höher...)

Alles gute @:)

CGhao-Tu


Hallo, Tina,

obwohl ich ja in diesem Forum geradezu verschrien bin, weil ich angeblich zu schnell Therapien empfehle ;-), so denke ich fast, dass es bei Dir NICHT nötig ist, wenn das das einzige Symptom ist. Dieses Weisskittelsyndrom beeinträchtigt Dich ja nur kurze Zeit beim Arzt, ansonsten beeinträchtigt es ja nicht Deine Lebensqualität, oder doch? Falls das wirklich das einzige Symptom ist, denke ich, dass eine Therapie nicht nötig ist (sieht man davon ab, dass jeder Mensch davon profitieren kann, mal eine zeitlang eine Art begleitete Selbst-Betrachtung zu machen)

Liebe Grüsse

Cha-Tu

M7one-}Minxi


Das kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Mir geht es genauso. Immer schon. Ich weiß nicht woher das kommt. Schon als Kind hatte ich das. Ich muß sagen, ich hatte aber auch eine Mutter die aus allem ein Drama gemacht hat. Wenn ich früher sagte mir ist irgendwie schwindelig oder so, rannte sie direkt mit mir ins Badezimmer und hielt meine Hände unter kaltem Wasser.

Bei mir ist es so, sobald ich so ein Gerät schon sehe, merke ich, wie mir die Hitze in die Wangen steigt und ich denke: super, das war es jetzt wieder.

Ich kann auch nicht dagegen an. Obwohl ich es mir immer wieder so oft vornehme. Bei meinem FA hat ich beim letzten Besuch 175/80 Puls 120. Die Arzthelferin :-o ich hatte ihr das vorher gesagt. Der FA selber meinte natürlich ich solle unbedingt mit meinem Arzt darüber sprechen. Aber das hab ich schon zu genüge.

Meine letzte große Untersuchung beim Arzt ist jetzt 1 ½ Jahre her. Mit EKG etc. Mein Arzt war da leider in Urlaub als die Auswertungen von Blut etc. kamen und ich musste zu seinem Kollegen. Der meinte direkt: 24-Std. Messung. Ich hab nur gesagt, dass kläre ich wenn mein behandelnder Arzt wieder da ist. Später hab ich mit dem darüber gesprochen. Er kennt mich und meint ich wäre überhaupt kein Typ für Bluthochdruck (obwohl beide Elternteile das haben bzw. hatten). Er hat ihn mir dann gemessen und er war 145/80 Puls 75. Also meinte er, dafür das ich aufgeregt wäre – super.

Also ich hab eben ein Abkommen mit ihm. Wenn ich das Gefühl habe ich habe Probleme (Schwindel, vermehrte Kopfschmerzen etc.) dann komme ich und wir kontrollieren das ganze noch einmal. Aber ansonsten lassen wir Blutdruck – Blutdruck sein.

Zu Hause hab ich kein Geräte – da mich das genauso verrückt machen würde wie in einer Praxis.

CSha-Txu


Hallo, Mone-Mini,

diese Abmachung mit dem Arzt ist eine gute Idee. Wenn man seinem Arzt vertrauen kann, und er dem Patienten vertraut, müsste so etwas mit dem HA möglich sein.

Du hast eine klasse Einstellung dazu und anscheinend einen guten HA :-)

Cha-Tu

MaoneO-Mini


Hallo Cha-Tu *:)

tja, ändern kann ich es ja leider nicht und mir bleibt nichts anderes übrig. ;-) Zugegebener Maßen war es jedoch auch ein längerer Weg für mich, mir das selber klar zu machen und mich nicht selber verrückt zu machen.

Ich denke auch das mein Arzt das richtig handhabt - wobei andere dann wie FA etc. dann manchmal sagen: da muß man doch was machen. Tja, aber was denn ??? Ich hab ja sonst nichts an Anzeichen. Ich denke es gibt doch typische Anzeichen für Bluthochdruck.

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