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Herzmuskelentzündung - Eure Erfahrungen?

NHiUck80 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin neu hier in diesem Forum. Bei mir wurde vor einigen Wochen eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert, die durch Viren ausgelöst wurde. Die Diagnose konnte erst nach einer Herzkatheteruntersuchung mit Biopsie festgestellt werden. Laut den Ärzten ist die Entzündung und auch die Virenlast recht gering. Pumpfunktion ist auch normal und es werden wohl auch keine Schäden zurück bleiben. Da habe ich großes Glück gehabt. Allerdings ist mein EKG noch ziemlich auffällig.

Mir fällt es trotz der positiven Prognosen der Ärzte schwer damit umzugehen. Hatte einige Panikattacken in letzter Zeit und immer wieder mal ein paar Herzstolperer, die mir ganz besonders zu schaffen machen. Mir ist aufgefallen, dass die Stolperer (sind wohl Extrasystolen lt. Arzt) immer nur auftreten, wenn ich sehr aufgeregt bin. Das Herz stolpert nicht, wenn ich körperlich belastet werde wie z.B. beim Treppensteigen. Da schlägt es auch schneller, jedoch ganz regelmäßig. Gestern z.B. gab es wieder so eine Situation, in der es angefangen hat zu stolpern. Das ist jetzt etwas unangenehm zu schreiben, aber was solls. Ich habe gerade mit meiner Freundin geschlafen als ich plötzlich ein komisches Gefühl im Herz bemerkt habe. Daraufhin habe ich mich hingesetzt und gemerkt, dass mein Herz stolpert. Es waren erst ein paar sehr schnelle, starke Schläge, dann kamen ein paar normale und dann wieder schnelle, starke Schläge. Danach hat es sich wieder beruhigt. Trotzdem war ich danach wieder nervlich ziemlich fertig. Wie gesagt, das passiert mir immer nur, wenn ich sehr aufgeregt bin. Die Ärzte sagen immer das sei nicht gefährlich, aber unangenehm und beängstigend ist es halt doch.

Mir ist auch aufgefallen, dass ich diese heftigen Stolperer erst seit der Herzkatheteruntersuchung habe. Ich frage mich, ob es wohl daran liegt, dass Gewebeproben genommen wurden und das Herz deshalb noch ein wenig "sensibel" ist.

Was ich jetzt eigentlich wissen möchte ist, ob jemand von Euch schon eine Herzmuskelentzündung hatte und Ähnliches erlebt hat. Auch würde mich interessieren, ob das Stolpern irgendwann wieder weg war. Hattet ihr auch EKG-Veränderungen und gingen die wieder weg?

Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand dazu etwas posten könnte. Vielen Dank.

Antworten
bme \beauxty


hallo,habe seit ca. 6 monaten extrasystolen(ES),kann den verlauf genauso beschreiben,wie du.ein belastungs-EKG zeigte an,dass ich vor dem radfahren ES habe und bei belastung verschwinden sie.kaum komme ich wieder zur ruhe,sind sie wieder am monitor.wenn ich aufgeregt bin-kann schon ein telefonat sein,stolperts los.mal fehlt ein schalg,dann kommen gleich 3 hintereinander.alles sei aber ungefährlich laut arzt! auf die frage,woher das denn kommt,meinte er,ich hätte wohl eine grippe verschleppt mit herzmuskelentzündung und nun die ES davon zurückbehalten.ob es wieder ganz verschwindet,weiss man nicht.jedoch spielt die psychische verfassung eine große rolle.

wie kam es dazu,dass man bei dir gleich eine kathederuntersuchung machte? was war da los?

C~ha-iTxu


Hallo, Nick,

ich habe zwar keine Herzmuskelentzündug gehabt, aber zwei Herzinfarkte und innerhalb der letzten 12 Jahren 5 Katheter gelegt bekommen, und er nächste wird im Frühjahr fällig. Durch eine Biopsie wird natürlich das Herz immer auch etwas "verletzt", und das muss ausheilen und das dauert einige Zeit. Daher kann ich mir durchaus vorstellen, dass dadurch erneute Extrasystolen aufgetreten sind.

Zum Thema Panikattacken und Angst: Ich denke, wenn jemand schwer erkrankt (und eine Herzmuskelentzündung ist eine schwere Erkrankung, selbst wenn sie nicht so dramatisch war wie ansonsten hier im Forum schon beschrieben), dann ist die Welt und das Leben danach einfach nicht mehr das gleiche wie vorher. Nach meinen beiden Herzinfarkten war alles anders. Obwohl ich selbst Therapeut war, musste ich kollegiale Hilfe bei einem Therapeuten holen, ich bin alleine mit der Angst, der Todesangst, der Panik nicht fertig geworden. Daher empfehle ich Dir, Dir bei einem Psychotherapeuten/Psychologischen Berater Hilfe zu holen, quasi eine Art "Begleitung" auf dem Weg der Akzeptanz Deiner Erkrankung. Ich wünsche Dir dazu viel Glück, viel Kraft und dass Du einen Therapeuten findest, der diesen Weg mit Dir geht.

Alles Gute

Cha-Tu

N'ickk80


Erstmal vielen Dank für die Antworten.

Auf die Frage nach dem Grund für die Herzkatheruntersuchung. Ich hatte beim Fussball plötzlich Herzrasen bekommen und kam mit dem Notarzt ins Krankenhaus. Die haben mich eingehend über Tage untersucht, konnten aber nichts feststellen. Zu der Zeit hatte ich beruflich und privat viel Stress und darauf wurde es geschoben. Fühlte mich die ein, zwei Wochen nach dem Krankenhaus aber total fertig und bin nochmal auf eigene Faust zum Kardiologen. Auch dort die üblichen Tests. Der äußerte dann den Verdacht auf eine Koronaranomalie (!), also Fehlbildung oder Verengung eines oder mehrer Herzkranzgefäße. Grund für den Verdacht war das EKG. Damals meinte er, wenn sich das bestätigt, habe ich Glück noch zu leben. Bin Sportler und war beim Sport mein Leben lang teilweise unter sehr hoher Belastung. Da gings dann mit den Panikattacken los. Hatte natürlich Todesangst und war total unter Schock. Um das abzuklären war eben der Herzkatheter notwendig.

Ich habe wegen der Angstattacken auch einige Sitzungen mit einem Therapeuten gehabt. Das hat auch geholfen. Inzwischen habe ich mich wieder halbwegs im Griff. Um locker zu werden, mache ich die progressive Muskelentspannung nach Jakobsen. Das hilft ganz gut.

Alles in allem ist es aber trotzdem eine beschissene Situation. Müsste inzwischen das Schlimmste hinter mir haben. Erste Beschwerden mit Schlappheit etc traten im August auf und Mitte September war dann das Ereignis beim Fussball. Ende Januar habe ich eine Kontrolluntersuchung beim Kardiologen, der mich dann aufs Fahrrad setzen will. Davor habe ich ein wenig Angst, da ich fürchte, dass mein Herz dann wieder Ärger macht. Er meinte aber es könne gut sein, dass ich dann wieder Sport machen dürfe. Mal sehen, was dabei rauskommt.

Doof ist halt auch, dass ich mittlerweile eine totale Fixierung auf mein Herz habe. Sobald der Ruhepuls überschritten wird, ist meine Aufmerksamkeit beim Herz. Wie soll man denn so wieder Leistungssport machen?! Zwischendurch gab es dann echt auch Phasen, in den ich dachte den Verstand zu verlieren. Das hat sich inzwischen Gottseidank wieder gelegt, da ich regelmäßig entspanne und so nicht ganz so schnell in Panik gerate, wenns mal stolpert.

@ be beauty:

Bist Du inzwischen eigentlich wieder voll belastbar oder ist bei Dir etwas zurückgeblieben?

Cihax-Tu


>mache ich die progressive Muskelentspannung nach Jakobsen.

:)^

>Müsste inzwischen das Schlimmste hinter mir haben.

Wer sagt das? Eine Herzmuskelentzündung ist keine Sache, die man im Zeitraum einer Grippe hinter sich bringt. Zumal es individuell sehr unterschiedlich ist, wie man damit fertig wird. Setz Dich bitte da nicht selbst unter Druck...

>Ende Januar habe ich eine Kontrolluntersuchung beim

>Kardiologen, der mich dann aufs Fahrrad setzen will. Davor habe

>ich ein wenig Angst, da ich fürchte, dass mein Herz dann wieder

> Ärger macht.

Aber dann ist der Arzt doch da. "Passieren" kann Dir da nichts, der Arzt ist da, und jeder Kardiologe hat auch für schlimme Notfälle einen Defilibrator in seiner Praxis. Aber den wird er GEWISS nicht brauchen, denn wenn auch nur der geringste Verdacht besteht, dass Du umkippen könntest, wird er das EKG nicht machen. MEISTENS wird vor dem Belastungs-EKG nämlich ein Ruhe-EKG gemacht...

>Doof ist halt auch, dass ich mittlerweile eine totale Fixierung auf

> mein Herz habe.

Genau. Aus dem Grunde solltest Du die psychotherapeutische Begleitung vielleicht doch noch weiter fortsetzen.

Alles Gute

Cha-Tu

Naick&8x0


Hallo Cha-tu,

ich habe die Entzündung ja jetzt schon einige Monate. Deshalb dachte ich, das Schlimmste müsste vorüber sein. Fühle mich nicht mehr ständig so fertig. Andere Anzeichen wie Atemnot oder Schmerzen hatte ich so gut wie gar nicht. Dass das Ganze nicht in zwei Wochen ausgestanden sein kann, weiß ich ja selbst. Das erwarte ich auch nicht. Nur noch diese Stolperer sind da, von denen ich gerade vorher wieder welche hatte :-(.

Was mich eben immer sehr stuzig macht, ist die Tatsache, dass sie nur bei Aufregung auftreten (vorher wieder bei Aufregung). Das verunsichert mich immer total :-(.

Zuletzt war ich in so einer psychologischen Beratungsstelle. Da gibts halt nicht so übermäßig viele Termine. So alle zwei, drei Wochen einmel ne Stunde. Ich weiß ich sollte Stress vermeiden und entspannen. Das Dumme ist halt nur, dass meine Lebenssituation alles andere als perfekt ist. Es gibt einige Dinge, die ich klären sollte, aber nicht kann :-(. Auch darüber habe ich mit dem Psychologen gesprochen und er hat mir bestätigt, dass ich meine Situation richtig erkannt und eingeschätzt habe. Er meinte aber auch, dass er mir erst wieder helfen könne, wenn ich bereit bin den nächsten Schritt zu tun. Und im Augenblick blicke ich eigentlich nur orientierungslos umher.

Werde jetzt mal versuchen wieder runterzukommen. Danke fürs "Zuhören".

Gruß

Nick

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