» »

Hilfe - Simvastatin & Bauchspeicheldrüsenentzündung

JLaddxy hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Forum-User,

vielleicht habt ihr eine Idee zum folgenden Problem - wir wissen einfach nicht mehr weiter.

Ende letzten Jahres hat meine Mutter einen Stent gesetzt bekommen und im Zusammenhang damit auch das cholesterinsenkende Medikament "Simvastatin".

Kurze Zeit nach ihrer Entlassung landete auf der Intensivstation mit einer lebensgefährlichen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Lipase-Werte weit über 16.000).

Erste Vermutung: Gallensteine - angeblich auch bestätigt durch MRT.

Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt kam sie wieder heim und nach zwei Wochen ging der Spaß von vorne los.

Also rein durch den Magen und Steine raus - Problem: es waren keine da (keiner weiß warum sie auf den MRT-Bildern zu sehen sind).

Zweite Vermutung: Simvastatin

Pradox (auch laut Aussage des Arztes): Sie muss das Medikament nehmen, damit der Stent nicht verstopft. Nimmt sie es aber, bekommt sie immer wieder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Und hier beißt sich die Ratte in den Schwanz: welches Übel wählt man? Stirbt man dann lieber auf lange oder kurze Sicht gesehen an einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung oder doch lieber am Herzinfarkt.

Leider fühlt man sich von der Medizin völlig im Stich gelassen. Weder Diätpäne noch langfristige Empfehlungen. Wir wissen einfach nicht weiter...

Habt ihr ggf. ähnliche ERfahrungen machen müssen bzw. habt eine Idee?

Vielen Dank schon mal im Voraus.

Herzliche Grüße Jaddy

Antworten
COha-[Tu


Wegen der Verhinderung einer Verstopfung des Stents gibt es doch Alternativen! Blutverdünner z.B. sind hier meines Wissens nach sogar noch effektiver als Simvastatin. Ich würde da in jedem Fall die Meinung eines oder mehrerer weiterer Ärzte einholen.

Dass es für Herzpatienten aber in jedem Fall gut ist, den Cholesterinspiegel zu senken, das ist schon richtig. Aber man sollte das nicht nur mit Medikamenten machen, sondern auch durch eine vollwertige Ernährung.

Alles Gute

Cha-Tu

SZeanSet7xor


Simvastatin wird zur Senkung der kardiovaskulären Morbidität und Mortilität verordnet, ist also bei Patienten, die einen Stent haben durchaus indiziert. Wie sieht es mit dem Gewicht deiner Mutter aus bzw. dem Cholesterinspiegel? Sport ? Ernährung ?

Sind alternativen zu Simvastatin versucht worden? Auf dem Markt der Statine gibts ja einige Alternativen.

Gruß

C!ha-Txu


Seanet, das ist interessant. Wäre das Simvastatin dann eine Alternative zum Verdünner oder eine Ergänzung?

Schönen Gruss

Cha-Tu

S1eanyetx7or


Statine haben eine weitreichende Funktion, u.a. können sie auch die Gerinnung beeinflussen. Sie reduzieren die Aktivität eines bestimmten Faktors der Gerinnungskaskade, der gerade bei der Plaquebildung eine wichtige Rolle bei der Thrombenbildung spielt. Hierdurch wird das Gerinnungsprofil positiv in die Richtung der Anti-thrombotisch wirksamen "Faktoren" im Blut verschoben, was dazu führen kann, dass Patienten eine geringere Thrombogenität haben als placebobehandelte Kontrollgruppenpatienten.

Statine haben, wie Studien zeigen, wesentlich mehr regulatorische Funktionen als zunächst angenommen wurde, vorwiegend positiver Natur. Die Wirkung auf die Thrombenbildung ist nur eine davon.

Gruß

S{eaHnhetx7or


Ich muss das hier doch etwas relativieren, wenn ich mir das nochmal durchlese...

Das sind Ergebnisse aus Studien, die teilweise mit unphysiologisch hohen Dosen durchgeführt worden sind. Die In-vitro Ergebnisse muss man daher relativieren und kritisch betrachten. Die verschiedenen Statine wirken unter den experimentellen Bedingungen teilweise unterschiedlich, doch erlauben die Ergebnisse keine sichere Aussage, dass bestimmte Statine den Verlauf in besonderem Maße beeinflussen.

Wollte ich nur anhängen.

Gruß

CThaA-xTu


Danke, seanet.

Würdest Du Deinen Patienten denn Statine dennoch empfehlen, z.B. wenn sie von den Blutfettwerten her das eigentlich nicht bräuchten? Bei mir wurde mal vor Jahren ein "Versuch" bzgl. meiner Blutfettwerte gemacht (Simvastatin für 3 Monate abgesetzt), bei dem rauskam, dass meine Blutwerte top sind, auch ohne Statin. Mein Kardiologe aber meinte, er würde empfehlen, das Mittel dennoch wieder/weiter zu nehmen, weil es eben infarktprophylaktisch wirke, nicht zuletzt durch eine (beinahe würde ich sagen unphysiologische ;-)) weitere Absenkung. Um es an Zahlen zu sagen: Ohne Statin war mein Cholesterin 130, LDL 90, HDL 45. MIT Statin 120/70/45. Ist diese Prophylaxe dann letztendlich nur bei unphysiologisch hohen Dosen wirklich effektiv, oder ist in meinem Fall diese radikale weitere Absenkung wirklich sinnvoll?

Keine Sorge, ich würde das Statin nicht sofort absetzen ;-) Es interessiert mich nur, wie Du das siehst.

Schönen Gruss

Cha-Tu

STeatnet7xor


Individuelle medizinische Beratungen im Internet sind rechtlich nicht erlaubt, ich formuliere es daher absichtlich allgemein !

Wenn bei einem Patienten aufgrund seiner Krankenvorgeschichte eine kardioprotektive Wirkung des Statins zur Behandlung erwünscht ist, werden diese häufig auch bei normalisierten Lipidwerten weiterverabreicht, wenn unter der Therapie keine Nebenwirkungen auftreten, da die Statine durch ihre weitgefächerte Wirkungsweise das Entstehen bzw. den Verlauf atherosklerotischer Geschehen positiv beeinflussen können.

Ich hoffe das trifft deine Frage.

Gruß

CZha-lTu


;-)

Danke, ja, so hab ich's mir zwar gedacht (gehofft), aber eben nicht gewusst. Das trifft die Frage voll.

Nochmal Danke und schönen Tag

Cha-Tu

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sportmedizin · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH