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Herzkatheter und wahrscheinliche Bypass-OP

T|omwmy09,0x6 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin ganz frisch hier und hab gleich mehrere fragen zum gleichen Thema an euch. Mein Vater muss bereits morgen zu einer Herkatheter untersuchung, der Kardiologe meint das seine Arterie bereits zu 60 % verstopft ist und er um eine Bypass OP wahrscheinlich nicht herumkommt. Jetzt haben ich und meine Mutter (wie man das halt so macht) in mehreren Foren herumgestöbert. In einem stand das der Patient bereits nach dem Katheter verstarb da die Ärzte sich nicht um ihn gekümmert als er sich über beschwerden äußerte. Die Frage ist nun wir gefährlich ist eine Katheter OP wenn man bereits vobelastet ist? Mein Vater hatte bereits einen Infarkt vor ca. 20 Jahren.

Desweiteren wollte ich dann auch fragen wie gefährlich eine Bypass OP ist (vor der OP hat auch mein Vater ziemlich viel Angst) und wie man ihm evtl. die Angst nehmen kann.

Und nun zur letzten Frage, seit dieses ganze Thema auftritt habe ich nun vermehrt Herzstechen in der Brust da wollt ich fragen ob sowas auch psyschich bedingt sein kann oder ob ich jetzt verstärkt drauf achte.

Vielen Dank schonmal im vorraus für eure Antworten.

Liebe Grüße

Thomas

Antworten
A8neurPysmx-verum


Und nun zur letzten Frage, seit dieses ganze Thema auftritt habe ich nun vermehrt Herzstechen in der Brust da wollt ich fragen ob sowas auch psyschich bedingt sein kann oder ob ich jetzt verstärkt drauf achte.

Das hast Du Dir bereits selbst beantwortet ;-)

Eine Bypass Op gehört schon lange zu den Routine Eingriffen einer guten Herz-Klinik und ist zwar immer mit einem Risiko behaftet, wird aber in der Regel gut von den Patienten weggesteckt. Mortalität während oder kurz nach der Op sind die Ausnahme und meist mit erheblicher Vorbelastung des Patienten behaftet. Wenn dein Vater ansonsten fit ist, wird er die Op gut verkraften!

Cxha-TTxu


Vor dem Herzkatheter braucht Dein Vater keine Angst haben. Klar, ein Minimalrisiko ist IMMER vorhanden, aber das ist eine sehr routinierte Untersuchung, ich selbst habe bereits 5 Katheter hinter mir (oder waren es 6 ???).

Lieben Gruss und alles Gute für Deinen Vater

Cha-Tu

T%ommyV090x6


So heute Nachmittag gehts los da kriegt er erstmal seinen Katheter. So ist er eigentlich Körperlich ganz fit. Hat aber auch noch Diabetis dazu. Und halt noch den Herzinfarkt an der Herzspitze vor 20 Jahren. Je mehr solcher Krankheiten man zusätzlich hat umso höher das Risiko hab ich gehört.

Aber ich möchte euch erstmal danken für eure Worte die ja schon mal mut machen.

B>ianc[abellxa


Und gibt es schon was neues? Hat er alles gut überstanden?

C#ha-Txu


Bei Hochrisiko-Patienten (z.B. Menschen mit bereits gehabtem Infarkt oder gar mit Infarkt UND Diabetes) wird natürlich besonders achtsam operiert. Ich gehöre mit zwei Infarkten und Diabetes auch zu dieser Risikogruppe und fühle mich in den Händen der Ärzte wirklich GUT aufgehoben. Ich wünsche Deinem Vater, dass er alles gut schafft.

Lieben Gruss

Cha-Tu

TDommay0x906


Hi,

so der Katheter ist schon mal überstanden. Doch die Bypass OP ist unumgänglich und die Risikoärmste Lösung laut den Ärzten. Sie kamen kaum noch bis zum Herz durch mit dem Katheter eine Arterie ist wohl schon komplett zu und er hat nur unglaubliches Glück gehabt das sich eine andere (Vene, Arterie bin da nicht so bewandert) um die "zue" Arterie gewickelt hat und das Herz versorgen kann. Die Ärzte meinten es ist 5 vor 12 und wenn er die Bypass OP nicht macht er den Herzinfarkt zu 100 % in der nächsten Zeit bekommt und dieser tödlich sein wird. Mein Vater macht die OP nun auf jedenfall weil er keine andere Chance hat. Muss jetzt im Krankenhaus bleiben und nächste Woche wird er dann nach Siegburg überwiesen und mit dem Krankenwagen hingebracht. Die OP soll wohl schnellstmöglich stattfinden da sie wirklich dringend ist. Desweiteren meinten die Ärzte das er ein wirklich gutes und medizinisch starkes Herz hat und nur die Arterien das Problem sind.

Natürlich sind wir jetzt alle in der Familie ziemlich aufgewühlt und haben Angst, durch euch bin ich aber ein wenig beruhigter natürlich ist jede größere OP nicht ohne Risiko aber wir sind zuversichtlich.

Mittlerweile kam auch heraus das mein Vater immer verschwiegen hat wenn er starke schmerzen hatte, teilweise konnt er seinen kompletten linken Arm nicht mehr bewegen hat aber nie was gesagt (aus Angst). Vor 20 Jahren war das halt alles noch was anders da sollte er zu einer Bypass OP nach Brüssel was er damals nicht gemacht hatte.

Ich denke auch das wir das alle jetzt auch realistisch sehen müssen und diese OP die einzige Chance ist sein Leben zu verlängern.

Vielen Dank für die Anteilnahme Cha-Tu

P.S.: Übrigens hat das ganze noch einen "positiven" effekt, sobald die OP vorbei ist wollen ich und meine Mutter zum Arzt um uns das Rauchen abzugewöhnen.

Caha-xTu


Hallo, Tommy,

herzlichen Glückwunsch zur Entscheidung, Euch das Rauchen abzugewöhnen. Das wird Euch beiden gut tun, aber auch Deinem Vater, denn Passivrauchen geht auch aufs Herz.

Dass Dein Vater operiert werden muss, ist natürlich eine grosse Belastung. Aber wenn es unumgänglich ist... Die Bypass-OP ist heute eine sehr routinierte OP, die Todesrate liegt nicht wesentlich höher als bei einer Katheter-Untersuchung, zumindest wurde mir das damals, vor 13 Jahren gesagt. Und heute sind die Ergebnisse noch viel besser, denn es hat sich seit 1995 unendlich viel getan in der Kardiologie und Herzchirurgie.

>nur unglaubliches Glück gehabt das sich eine andere (Vene, Arterie bin da

>nicht so bewandert) um die "zue" Arterie gewickelt hat und das Herz

>versorgen kann.

Das sind "Kollateralkreisläufe", d.h. um eine verstopfte Ader herum bildet der Herzmuskel kleine Adern, um einen "Notkreislauf" aufrecht zu erhalten. Das ist meist ein Zeichen, dass die Ader Deiner Vater sehr langsam zu gegangen ist, was GUT ist. Bei einem schnellen Verschluss hat der Körper keine Zeit, diese Adern zu bilden, und es kommt zum Herztod.

Dass Dein Vater lange Zeit von seinen Schmerzen nichts erzählt hat, hört und liest man immer wieder. Das ist aber hoch gefährlich, denn indem man einfach so tut, als sei die Krankheit nicht da, ist diese ja nicht weg. Im Gegenteil: Nur ein Arzt kann in so einem Fall noch helfen, und wenn man den nicht aufsucht...

Naja, gottseidank kann Deinem Vater ja geholfen werden. Ich wünsche ihm alles Gute und Dir und Deiner Mutter eine bald nikotinfreie starke Zeit.

Cha-Tu

t\he-c ave/r


Das klingt nach einer sogenannten Hauptstammstenose (also eine Verengung der Kranzarterie direkt nach dem Abgang aus der Hauptschlagader, bevor sie sich weiter aufteilt). An dieser Stelle wäre ein Infarkt in der Tat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich, damit käme er wahrscheinlich nicht mal mehr bis in die Klinik.

Von meiner letzten Klinik kenne ich es sogar so, dass bei Hauptstammstenosen innerhalb von 24 Stunden nach Diagnosestellung operiert wurde (aber vielleicht haben die das auch nur so geregelt, weil sie einen Grund brauchten, am Wochenende Anästhesisten zu kriegen...). Sicherlich wird Dein Vater übers Wochenende starke gerinnungshemmende Medikamente (Heparin u.s.w.) bekommen, so dass das Risiko, ausgerechnet in den 3 Tagen einen Infarkt zu bekommen, minimal ist. OP im Routineprogramm hat auch geringere Komplikationsraten als OP außerhalb der Routine, so gesehen kann das Warten übers Wochenende also auch ein Vorteil sein.

Das Risiko, im Rahmen einer Bypass-OP zu versterben, liegt größenordnungsmäßig bei 2% - wobei dafür der sonstige Zustand des Patienten entscheidend ist: Wenn die hirnversorgenden Arterien gut sind (da wird sicherlich vor der OP noch ein Ultraschall gemacht) und die Pumpfunktion des Herzens gut ist (die ist schon bei der Katheteruntersuchung bestimmt worden), dann ist das Risiko wahrscheinlich sogar deutlich geringer.

Grüße

TdommyD090x6


Ja also das Herz an sich soll super sein haben die Ärzte gesagt.

Untersuchungen finden alle heute statt und die befunde gehen direkt nach Siegburg (dort wird der Bypass gesetzt). Muss heut auch ein Ultraschall vom Magen machen weil er da auch Probleme hatte die letzte Zeit aber da meinen die Ärzte das liegt an den Herz-Medikamenten die er schon Jahre lang nimmt.

Ja Cha-Tu da sagst du was :) wir werden nach der OP und nach der Reha nochmals mit ihm sprechen das er sofort sagen soll wenn er was hat.

Und jetzt muss noch mein Arbeitgeber mitspielen der stellt sich im moment was quer mir Urlaub zu geben für den OP Tag.

T%o&mmy09X06


So morgen ist es soweit. Er wird jetzt gleich nach Siegburg gefahren und direkt morgen Operiert.

Cnha-xTu


Ich drücke ganz fest die Daumen, Tommy,

Cha-Tu

gDrotptcxhe


auch ich drücke die daumen ...

Hab hier nur mitgelesen - Cha-Tu beantwortet solche Fragen immer viel besser als ich das könnte...

Ich bin allerdings auch herzoperiert und weiß, wie es steht .... Aber sei froh daß es jetzt so schnell geht.... wer weiß was sonst gewesen wäre (bei mir gings auch um 4-6 Wochen die der Chirurg schätzte)

Wünsche ihm daß alles gut geht !

Aufhören zu rauchen ist wirklich kein Problem - jedenfalls nicht wenn man will (und sag mir keiner daß dies nicht stimmt !!) ich hab täglich zwischen 20-30 Zigaretten mindestens geraucht (sogar 100s) und von einem auf den anderen Tag aufgehört. Und das durchgehalten obwohl mein Partner rauchte.

Ok - die erste zeit war ich halt im Krankenhaus- aber... nach 2 Wochen kam ich in die Reha und hätte jederzeit rauchen können ....

Heut raucht auch mein Partner nicht mehr (ebenfalls aufgehört von einem auf den andern Tag - zwar auch nach nem Krankenhausaufenthalt - aber er hatte immer noch gesagt daß er danach wieder rauchen will) und ich bin happy.

Man muß es wollen und den Zeitpunkt bestimmen.

Bei mir wars der Tag der großen OP .... Aber es hätte auch jeder x beliebige andere Tag sein können....

Vielleicht könnt ihr ja auch den OP Tag deines Vaters zum Anlaß und zum "Raucherschlußpunkt" machen ... (ich hab übrigens die letzte zigarette noch - und sie steht hier als Warnung da nie wieder dran zu gehn !)

LG grottche

:)*

T>ommXy09-006


Hi,

da ich heute nacht eh nicht schlafen kann mal poste ich mal die neuesten infos aus dem Krankenhaus. Die Ärzte meinten das es eine mittelschwere Bypass OP wäre, der Arzt meinte er hätte schon leichtere gehabt aber auch schwerere das Risiko liegt bei 3 % normalerweise und das auch nur bei Risikogruppen wozu er (also mein Dad) nicht gehört. Seine Beinvenen sind leider sehr dünn und können wohl nicht verwendet werden, er versucht jetzt 1 aus dem Bein und 2 aus der Brust zu nehmen. Wir dürfen morgen nicht zu ihm nach der OP weil das Krankenhaus die erfahrung gemacht hat das die angehörigen öfters zusammenbrechen wenn sie den Patient mit schläuchen bedeckt sehen. Sie werden ihn morgen auch nicht aufwecken dies geschieht alles Dienstag (wenn alles gut geht). Die anwesende Ärztin meinte auch noch das sie 4 Jahre dabei ist und schon ca. 1000 solcher OP´s mitgemacht hat und davon einer verstorben ist auf dem OP Tisch. Sie meinten sie müssen ihm leider über die Gefahren aufklären auch wenn es ihn beunruhigt. Ich versuchs ungefähr so zu sehen: Bei jedem Medikament gibt es dutzende von Nebenwirkungen die treten auch nicht bei jedem auf sondern nur bei einem gewissen kleinen prozentsatz. Okay ich weiß das das was anderes ist, aber irgendwie muss ich mich ja beruhigen. Die Ärzte meinten auch heute nocheinmal das wenn er jetzt noch die OP abbrechen würde sie den Herzinfarkt innerhalb von 14 Tagen nicht ausschließen können und die Not-OP dann wesentlich Risikoreicher wäre als jetzt.

@ grottche

ja das mit dem Rauchen das stimmt schon. Sobald das Krankenhaus morgen anruft und die OP soweit erstmal überstanden ist werd ich direkt meine Zigaretten wegschmeißen die hier in der Bude rumliegen.

Danke noch einmal an alle und besonders an Cha-Tu für die Anteilnahme und hilfestellung.

C|ha-xTu


Hallo, Tommy,

ja, solche Informationen über die Risiken einer OP sind sehr unangenehm, besonders auch für den Patienten selbst. Aber bedenke bitte, dass in dieser Zahl von 3% wirklich ALLE Patienten mit dem Risikoprofil Deines Vaters drin sind, also auch Menschen jenseits der 80 oder 90, die natürlich diese Durchschnittszahl "in die Höhe treiben". Ich schätze, Dein Vater ist so in meinem Alter?! Um die 60? Da ist er für so eine Operation operationstechnisch noch recht jung, vor allem scheint sein Herz ansonsten in sehr gutem Zustand zu sein. Ich bin also optimistisch.

Dass sie zwei Brustadern nehmen, ist gar nicht schlecht!!! Es gibt Ärzte, die aufgrund von Studien den Brustadern eine bedeutend längere Haltbarkeit bescheinigen als den Beinvenen. Die Rate der Wiederverschlüsse scheint niedriger zu sein.

Dass sie Deinen Vater erst mal einen Tag schlafen lassen, ist gut. Zum einen ist die OP sehr anstrengend für den Körper, so dass Dein Vater einfach erschöpft ist; zum anderen will man bei Komplikationen sofort eingreifen können; und zum dritten verkürzt sich dadurch im Idealfall die Zeit auf der Intensivstation.

Dass Ihr am ersten Tag nicht zu ihm dürft, hat Vorteile und Nachteile. Nachteil ist, dass Eure Phantasie vielleicht mit Euch durchgeht, Eure Ängste sehr gross werden und ihr Euch ihn in einem viel schlimmeren Zustand vorstellt als er wirklich ist. Aber der riesengrosse Vorteil ist, dass Euch dieser Anblick erspart bleibt. Ich habe meine Mutter in diesem Zustand gesehen, und muss sagen, dass ich das keinen schönen Anblick fand...

So, nun heisst es Geduld haben und am besten NICHT rauchen ;-)

Ganz liebe Grüsse, ich denke an Euch

Cha-Tu

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