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Aorta, Herzoperation

CAhIa-xTu


Ich sehe das so wie Monika, möchte auch ganz besonders betonen, dass so ein Erlebnis für den Patienten auch eine extreme psychische Belastung ist. Er weiss zeitweise ja gar nicht, wie ihm geschieht, er hat Ängste und Todesängste, und dass man da auch verstummen kann, ist gar nicht so selten.

Mutter konnte natürlich nicht so gut sprechen wie ohne Schlauch, aber sie konnte sich verständlich machen, mir jedenfalls.

Lieben Gruss

Cha-Tu

P:atpricria_23


Hallo Monika,

Hallo Cha-Tu,

danke für die Informationen @:) , hab das Buch bereits gekauft. Muss jetzt dann noch bissi Zeit zum Lesen finden.

dass so ein Erlebnis für den Patienten auch eine extreme psychische Belastung ist. Er weiss zeitweise ja gar nicht, wie ihm geschieht, er hat Ängste und Todesängste, und dass man da auch verstummen kann, ist gar nicht so selten.

An so etwas hab ich gar nicht gedacht. Ist aber eigentlich klar, ich hab zwar daran gedacht das es entsetzlich und völlig schockierend sein muss, aber das zusätzlich zu Verstummung führen kann, war mir bisher nicht bekannt.

Heute war ich dort, hab leider wieder Pech gehabt, ich will vom Aufzug aussteigen und er wird im Rollstuhl grad in den Aufzug hineingefahren. Ich hab ihn heute zum 1. Mal sitzend gesehen und muss sagen dass man gar nichts merken würde, wenn man nicht wüßte was passiert ist, er sitzt völlig normal, ein bissi gebückt, aber so sitz ich auch aufgrund Bequemlichkeit. Er wußte nicht das ich es bin, erst als ich mich hinunter zu ihm gebückt hab und er hat total "unzufrieden" dreingeschaut. Hab ihm gefragt ob ich dabei sein soll bei der Therapie und er deutete nein, fragte ob ich später kommen soll, er deutete ja. :-) Und zur Therapeutin mit der Hand: "vorwärts" und die Therapeutin "jawohl";-D , war ein bissi amüsant für mich wie schnell die Therapeutin seine Handbewegung deuten konnte.

Am Nachmittag hatte ich dann zum 1. Mal Glück, dachte ich, er war alleine mit seinem Zimmernachbarn. Doch sein Nachbar hat mich sofort in Beschlag genommen, ich solle ihm die Weinflasche öffnen, ich hab zuerst das Plastik vom Flaschenhals irgendwie herunter bekommen, obwohls ohne Werkzeug sehr schwer ging, und mein Freund hat sich dann total, mit heisriger Stimme, da er ja keine hat, bemerkbar gemacht, ich solle das lassen. Ich stellte sofort die Flasche hin und widmete mich meinem Freund, doch der andere ließ keine Ruhe, ich solle einen Flaschenöffner besorgen, etc. :|N, doch mein Patient war hartnäckiger, ich hab ihm dann das neue Hemd gezeigt, was er genau gemustert hat und dann geschnappt hat ;-D und auf die andere Seite vom Bett, dann die neue Short, die hat er sich ganz genau, jedes Detail angesehen, ich musste mich dann wieder umdrehen weil der andere wieder auf mich einredete :|N, als ich wieder bei meinem Freund war hat er die Short wieder hochgehoben und detailgetreu ;-D begutachtet und irgendwann dann auch auf die andere Seite, die Socken gefielen ihm gleich und er hob die Decke auf, so wie: bitte anziehen.

Dann bekam mein Freund noch einen Besucher, seinen Freund, den ich auch kenn. Ich dachte mir, schon wieder nicht ungestört. Und mein Freund hatte seine linke bewegliche Hand hinter seinem Kopf gestützt und ich sagte, er möge doch seinem Freund die Hand zur Begrüssung reichen, was er dann gemacht ;-D hat. Dann sagte ich den Namen seines Freundes und ob er ihn kennen würde, sofort kam ein schiefer Blick :-/ zu mir, nach dem Motto "was denkst du denn".

Also im großen und ganzen waren seine Reaktionen sehr amüsant heute, da er ziemlich viel mit Mimik oder der beweglichen Hand ausdrücken kann. Auf Aufforderung hat er uns sein gelähmtes Bein das er bewegen kann gezeigt. Nur mit den Bildern hatte er nichts am Hut, war absolut nicht bereit mitzumachen. Auf die Bürste und Zahnbürste hat er gezeigt, als ich sagte Kamm, zeigte er wieder auf die Bürste, und danach wollte er absolut nicht mehr, sein Freund nahm gleich die Bilder weg. :-( Ich denke, man muss ihn doch ein bissi dazu zwingen zu üben bzw. erklären wieso dies notwendig ist, oder ???

Das ganze was ich hier erzähle dauerte 2-3 Minuten, und den Rest der Zeit, rd. 45 Minuten, hat mich sein Nachbar mit der Erzählung seiner Lebensgeschichte und Krankheit in Anspruch genommen. Konnte auch nicht unhöflich sein, da er ja auch krank ist, aber mein Freund war süss, als ich meine Mutter erwähnte hat er sich abrupt zu mir hinüber gedreht ;-D, ich verstand zwar nicht warum - aber es war interessant, und sonst hat er zum anderen "geduldig" rüber geschaut ab und zu, so wie, wann hört denn das reden auf. Naja, war leider wieder nicht sehr erfolgreich mein Besuch, es war eher, als ob ich den Bettnachbarn besucht hätte :-( Ich mein, für den Nachbarn war´s sicher eine gute Sache das er die Aufmerksam von jemand bekommen hat, aber für meinen Freund und auch für mich, da ich endlich einmal dort bin, und mich um ihn kümmern wollte, und jetzt so ein Hindernis auftrat :-/

Irgendwie bin ich schon frustriert, ich hab das Gefühl, ich soll mich NICHT um meinen Freund kümmern.

Habt ihr Erfahrungen mit den Zimmernachbarn ??? Wurdet ihr auch von ihnen beansprucht, während der Besuche eurer Angehörigen ??? Und wenn wie habt ihr reagiert ???

Beim Verabschieden hab ich dem Nachbarn gesagt das ich ihm nächstes Mal was zum Lesen mitbring, damit ihm nicht so langweilig ist. Er hat seit 8 Jahren MS und ist 48 und gehbehindert :°(. Wie meine Mutter. Er will lieber sterben als so leben. Seine Frau ist bereits gestorben und sonst hat er niemanden, nur sehr wenige Freunde, er hofft immer das er einmal einschläft und nie wieder aufwacht :°( Ich war dort momentan leider völlig überfordert, da ich mit sowas nicht gerechnet hatte, versucht ihm Ziele zu geben, er möge sich mit Fernsehen beschäftigen, doch alle Programme wären langweilig und uninteressant meinte er, und das Leben so nicht lebenswert :-( Jetzt muss ich mir überlegen, wie ich ihn auch ein bissi aufbauen kann wenn ich wieder hingeh. Spontan ist mir nur eingefallen, das ich ihm nächstes Mal was zum Lesen mitbring.

Seine Ex war am abend dort und sie teilte mir mit, das es ihm wieder besser ginge ggü. Freitag, wieder mehr Kraft, nicht so kraftlos und wie "aufgegeben", was mich ausserordentlich gefreut hat. Und seine Lebenspartnerin war auch gleichzeitig mit ihr dort, zufällig, was unserem Patienten anfangs "sehr unangenehm" war, was ich mir vorstellen kann ;-D, denn niemand wußte zuvor, das er mit allen seinen Ex-Freundinnen auch noch "intensiven" Kontakt hatte ;-D, hat sich dann aber beruhigt, nachdem sie ihm zugeredet haben, das es kein Problem wäre.

Bis bald :)* :)*

Lieben Gruss und schönen Abend

P_atri/ciax_23


Hallo ihr,

noch ein kleiner Nachsatz, hab was vergessen:

Die Ex erzählte mir noch das er bereits drei Buchstaben schreiben kann, zwar nicht 100 %ig aber rd. 70 %ig :-o, immerhin sagte ich. R, B, C funktionieren schon einigermaßen. Danach noch sehr unleserleich aber doch, C, G. M, N geht überhaupt noch nicht.

Sein Zimmernachbar beschäftigt mich auch schon die ganze Zeit, sein Zustand ist irgendwie auch schrecklich, wahrscheinlich muss er schon extremst frustriert und verzweifelt :°( sein, dass er dermaßen die Aufmerksamkeit und das Gespräch gesucht hat. Die Krankheiten bei welchen der Gehapparat eingeschränkt ist sind so ziemlich das schlimmste was es überhaupt gibt. Er schilde.rte mir das sein ganzes Leben sich um "warten" dreht, warten das es Morgen wird, warten das die Schwester kommt und ihn wäscht, warten auf das Frühstück, warten, warten, warten..... Ist echt eine Katastrophe so ein Zustand :°(. Mich wunderts nicht das er sich wünscht zu sterben. Ich würd mir das auch wünschen bin ich jetzt zu dem Schluss gekommen. Aber ihm kann ich´s schwer sagen.

Ich find´s echt ein Wahnsinn was manche Menschen mitmachen müssen und fürchterlich traurig. Jetzt abends ist mir immer mehr bewußt geworden, wieso er trotzdem immer wieder auf mich eingeredet hat. Ohne Ansprache, und keine Familie, wenige Freunde, die selten bis nie kommen, kein Ziel vor Augen, keine Hoffnung auf Besserung. Irgendwie hab ich jetzt Angst bekommen ob er sich nicht irgendwas antut wenn er so oft über "nicht mehr so leben wollen" und "besser sterben als so leben" gesprochen hat ???

Lieben Gruss :)*

Cjh#a-KTxu


Hallo, Patricia,

meine Mutter lag im Krankenhaus auf der Intensivabteilung, anschliessend hatte sie ein Einzelzimmer. In der Reha war es ähnlich. Von daher habe ich keinen direkten Kontakt zu Zimmernachbarn gehabt.

Generell aber scheint es mir für den Zimmernachbarn Deines Freundes ganz wichtig zu sein, dass er eine psychotherapeutische Begleitung bekommt, oder wenigstens jemanden hat, den er regelmässig ansprechen kann. Hier in D gibt es mehr und mehr sogenannte "Grüne Engel". Das sind ehrenamtlich tätige Menschen (öfter pensionierte Seelsorger oder Therapeuten oder einfach nur Menschen mit dem "Herz am rechten Fleck", wie man hier so sagt), die sich um Menschen in Krankenhäusern kümmern, als Gesprächspartner zur Verfügung stehen, aber auch Dinge in die Wege leiten, die der Patient noch nicht kann. Ferner gibt es hier in jedem Krankenhaus (sogar in den "kühlen" Unikliniken) Seelsorger, die sich um solche Menschen kümmern. Gibt es so etwas in Österreich nicht? Je mehr ich von Dir und Deinem Patienten und dem ganzen Drumherum lese, umso mehr wundere ich mich, wie wenig bei Euch ausserhalb der rein medizinischen Seite getan wird...

Liebe Grüsse

Cha-Tu

PNatr`icgia_2x3


Hallo Cha-Tu,

Generell aber scheint es mir für den Zimmernachbarn Deines Freundes ganz wichtig zu sein, dass er eine psychotherapeutische Begleitung bekommt, oder wenigstens jemanden hat, den er regelmässig ansprechen kann.

Ja, Psychotherapie wär sicher was tolles für ihn! Die würden auch viel besser wissen als ich wie man ihn aufbaut. Bei ihm hab ich mich wesentlich schwerer als bei meinem Freund getan, da meine Mutter das gleiche hatte und ich weiß das es dort nur mehr bergab :°( gehen kann.

Genau "regelmässig ansprechen" wär sicher sehr wichtig für ihn. Ich hab mir auch gedacht das ich prüfe ob es im KH PC´s gibt, wo er ein bisschen im Internet surfen könnte, dies könnte er ja lernen, ich könnt´s ihm zeigen. Er hat Musik studiert, hat er erzählt und liebte Literatur und wandern.

Was mich persönlich ein bisschen wundert, wieso die Kranken nicht untereinander kommunizieren ???

Ferner gibt es hier in jedem Krankenhaus (sogar in den "kühlen" Unikliniken) Seelsorger, die sich um solche Menschen kümmern. Gibt es so etwas in Österreich nicht? Je mehr ich von Dir und Deinem Patienten und dem ganzen Drumherum lese, umso mehr wundere ich mich, wie wenig bei Euch ausserhalb der rein medizinischen Seite getan wird...

Ja, es ist entsetzlich wie wenig hier in Ö gemacht wird. Bei meiner Mutter waren NIE sog. "grüne Engel" oder dergleichen. Ich hab immer einen privaten Besuchsdienst, die leider nur Montags konnte, die ersten 1 1/2 Jahre war sie 2x wöchentlich und 1x sogar am Wochenende, später jedoch meinte auch sie es reicht ihr einmal die Woche, sie mag nicht kranke sehen :-( :|N Und viele andere die ich versucht hab zu akquirieren waren für Besuchsdienste bei kranken, auch gegen gute BEzahlung, nicht zu bekommen :-o, sie wollten keine Kranken besuchen, sie könnten dies nicht sehen :|N, jede andere Arbeit nur nicht diese. Und die Pflegerinnen die im Pflegeheim arbeiteten durften nicht aufgrund der hausinternen Regelungen, sie hätten´s gemacht in ihrer Freizeit das sie sich was dazuverdienen können, und wär auch das beste gewesen da meine Mutter ihre Pflegerinnen kannte :|N Ich hab mit der Direktorin vom Pflegeheim gesprochen, leider ohne Erfolg :-o

Ist aber eine sehr gute Idee :)^, ich werd nächstes Mal wenn ich auf BEsuch bin seinen Namen notieren und der Sozialarbeiterin nennen, vielleicht weiss sie welche Möglichkeiten es hier in Ö gibt und hilft ihm. Es ist nämlich schlimm anzusehen wenn jemand so verzweifelt und frustriert ist, dann kam ja noch meine Angst ob er sich nicht was antut ??? Dann würd ich mir ewig Vorwürfe machen das ich´s nicht verhindert hab. Ich hab gestern noch lang Sorge gehabt, hab mich dann aber beruhigt, da ich ihm beim Gehen auf die Schulter gegriffen habe und gesagt habe, das ich ihm nächstes Mal was zum Lesen mitbringe, und dann dachte ich mir, das er zumindest bis dahin nichts unüberlegtes tun wird.

Hier in Ö lassen sie die Leute im Bett, weil heraussetzen mit Arbeit verbunden ist, da müssen schon sehr die Angehörigen dahinter sein. Bei meiner Mutter war einmal über die Sommermonate, wo ihre Bettnachbarin im KH war, 3 Tage keine Pflegerin im Zimmer, das hat man gesehen an dem Wassersackerl (sie hatte ja Magensonde) da stand nämlich täglich das aktuelle Datum und Uhrzeit und, naja das Detail woran es noch erkennbar war möcht ich jetzt ersparen. Meine Mutter konnte sich nicht bewegen, nicht sprechen :-(, daher hat sie auch niemand rufen können.

Danach wurden alle möglichen Ausreden gefunden.

Ich möchte aber dazusagen, das ich´s einerseits verständlich gefunden hab, wie Pflegepersonal reagiert, für sie müssen die Menschen "Sachen" sein, sonst könnten sie den Beruf ja gar nicht verkraften, Nerven brauchen sie wie Stahl. Ist m.E. ein extrem schwerer Beruf, dann 12 - 14- Stunden Dienstzeiten :-/. Das System müsste m.E. generell überdacht und überarbeitet werden, wie z. B. viel kürzere Dienstzeiten pro Tag und viel mehr Bezahlung.

Die Pfleger waren immer froh wenn Besuch da war für meine Mutter und haben uns gleich eingeteilt zum Füttern ;-D

Bis bald :)*

Liebe Grüsse und gute Nacht

Pzat`ricia_x23


Hallo ihr,

kurzes update von meinem Freund:

seine Ex erzählte mir das es ihm heute besser ging, d.h., das sein Ausdruck noch positiver war als vor 2 Tagen. Und 20 Minuten später kam wieder seine Lebensgefährtin und es war ihm sehr unangenehm, dann ist die Ex wieder gegangen. Schreiben geht schon besser als noch vor 3 Wochen, alle Buchstaben die rund sind, B, R, G, C, etc. gehen einigermaßen, so zu 70 %, M, N, I, H, A, etc. gehen überhaupt nicht :-o. Ich meinte nur, es ist doch toll das schon überhaupt was geht im Vergleich zu vor 2 Monaten wo er noch nicht mal einen Kreis konnte. Und die Ex hofft sehr das die Kanüle in 3 Wochen wegkommt! Ich auch!

Ansonsten hat sie vom Neffen gehört das seine Mutter gestern bei unserem Freund auf Besuch war und meinte, dass es ihm viel schlechter ginge und er müsse einen 2. SA gehabt haben :-/. Die Ex meinte nur, das wäre nicht möglich da sie vorgestern war und es ihm heute besser ging.

Die Ex meinte noch die rechte Hand wird nie wieder was werden, die ist völlig leblos :-(, sehr schade :°( dachte ich mir und generell wird´s sehr schlecht bleiben, sie hofft nur das er wenigstens paar Worte sagen kann um sich mitteilen zu können :°( was er will oder braucht. Naja, es macht schon sehr traurig wenn die einzelnen jetzt die Hoffnung aufgeben, sukzessive. :°(

Bis bald :)* :)*

Liebe Grüsse und gute Nacht

CAhax-Tu


Hallo, Patriciaa,

ja, das ist schade. Aber auch verständlich. Hätte ich nicht selbst die Entwicklung bei meiner Mutter und einigen anderen SA-Patienten miterlebt, würde ich auch nicht so optimistisch sein. Es fällt Menschen, die keine Erfahrungen mit SA-Patienten haben, einfach sehr schwer, daran zu glauben, dass man aus "so einem Zustand" noch mal rauskommen kann.

Auf der anderen Seite muss man als "Optimist" aber auch versuchen, den Zeitpunkt zu erkennen, wo Optimismus nicht mehr angebracht ist. Das bedeutet NICHT, dass man resignieren und in Pessimismus verfallen sollte, sondern dass man versucht, REALISTISCH zu sein. Einem Kranken ist durch Dauer-Optimismus ab einem gewissen Punkt nicht mehr zu helfen, im Gegenteil: Man unterlässt vielleicht Dinge, die eben nicht darauf zielen, ihn wieder so "hinzukriegen" wie er mal war, obwohl diese Dinge auch wichtig sein können. Um in Deinem Beispiel zu bleiben: Vielleicht ist es absolut UNWICHTIG, dass er schreiben lernt? Vielleicht wäre es viel wichtiger, mit ihm "stehen" zu lernen, oder aus einem Stuhl aufzustehen. Oder trinken ohne Trinkhalm zu lernen. usw. Ab einem gewissen Punkt werden optimistische Hilfsaktionen nämlich absurd und kehren sich ins Gegenteil. Verstehst Du, was ich meine? Um ein Beispiel zu bringen: Die grosse Leidenschaft meiner Mutter war das Schwimmen. Sie hatte erst mit 59 Jahren schwimmen gelernt, und seitdem jedes Jahr eine Jahreskarte in ihrem Schwimmbad gekauft, die sie auch weidlich ausnutzte. Mindestens zweimal pro Woche schwamm sie ihre 15-20 Bahnen. Mit dem Schlaganfall ging da nichts mehr. Es wäre doch absurd gewesen, nun zu versuchen, ihr das Schwimmen wieder beizubringen, denn ab einem gewissen Zeitpunkt war klar, dass das nicht mehr ging. Die Koordination von Beinen und Armen war einfach gestört. Wir haben daher ab einem gewissen Punkt über das Schwimmen gar mehr geredet, sie wollte es auch nicht, es tat ihr zu weh. Also haben wir unseren Trainingsfokus darauf gelegt, ganz alltägliche Bewegungsabläufe zu trainieren. Das begann damit, dass sie einübte, den Fuss hin und her zu bewegen, wenn sie liegt. Winzige Schritte haben wir gemacht, die in der Summe dann bewirken, dass sie sich wieder in unserer Wohnung befriedigend bewegen könnte und ausserhalb der Wohnung ausreichend.

Sorry, aber mir ständig jemand sagen würde, ich solle X,Z,K und M schreiben, flöge irgendwann der Kugelschreiber und der Blatt Papier Richtung dieses Menschen.

Ich sage keineswegs, dass das sinnlos sei. Aber man sollte die Übungen auch nicht überbewerten und vor allem, nicht dabei stehen bleiben. SA-Patienten gehen oft GANZ andere Weg als wir "Theoretiker" (und alle, die noch keinen SA hatten, sind Theoretiker) uns das vorstellen.

Einen lieben Gruss

Cha-Tu

PFatri3cia_2x3


Hallo Cha-Tu,

Sorry, aber mir ständig jemand sagen würde, ich solle X,Z,K und M schreiben, flöge irgendwann der Kugelschreiber und der Blatt Papier Richtung dieses Menschen

;-D, jetzt versteh ich seine Reaktion wieso er bei meinen Fragen, welches ist die Bürste?, welches ist die Zahnbürste? wild herumgedeutet hat und die Zeitschrift geschlossen hat und mir zurückgegben hat ;-D Daran hab ich gar nicht gedacht das es ihn nerven könnte |-o

Es fällt Menschen, die keine Erfahrungen mit SA-Patienten haben, einfach sehr schwer, daran zu glauben, dass man aus "so einem Zustand" noch mal rauskommen kann.

Ja, das kann sein. Ich hab auch erst meine Hoffnung und Optimismus durch dich bekommen. Am Anfang war ich total verzweifelt und fertig, ich hatte zuvor noch nie was von SA gehört, daher auch keine Ahnung gehabt das sich sowas bessern könnte, auch wenn´s nur ein klein wenig ist. Schließlich ist sein Zustand ggü. vor 2,5 Monaten um vieles besser. Damals war´s ja eine Katastrophe wo er ständig mit dem Bein und Hand diese Bewegungen gemacht hat, und allein der Geanke das dies so ewig weitergehn würd, war ja damals unerträglich!

Cha-Tu, denkst du ob wir selbst auch stehen und setzen mit ihm üben könnten ???

Ich glaube die Schreibtherapie, etc. bekommt er erst seit meinen Anregungen, die ich wiederum von dir hatte, zusätzlich zur Physiotherapie dazu. Zum Stehen üben habe ich auch deine inputs weitergegeben die ihm die Ex dann erzählt hat, das er stehen üben muss und wenigstens 1-2 Schritte, die er dann auch vor und zurück gemacht hat. Wobei ich bei zurück schon sehr erstaunt war dass das ging :-o

Danke @:) jedenfalls für die Infos! Ich les zwar einiges, aber so aus der Praxis ist es dann doch ganz anders zu verstehen. :-)

Liebe Grüsse und schönen Tag :)*

Cfh|a-Txu


Hallo, Patricia,

frag am besten die Physiotherapeutin dort, ob Ihr Steh- und Gehübungen machen könnt. Vielleicht kann sie Euch sogar zeigen, was Ihr tun könnt. So habe ich das auch mit meiner Mutter gemacht, die Physiotherapeutin in der Rehaklinik hat mir einiges gezeigt, was ich dann eigenständig durchgeführt habe. Aber man sollte sich schon absichern, denn Du kannst ja letztendlich nicht entscheiden, wie stabil z.B. seine Muskulatur ist. Da er ja seit Monaten nur liegt und sitzt und sich kaum bewegt, dürfte es einen gravierenden Muskelabbau gehen. Nicht, dass er bei Euren Übungen noch hinfällt... Und vor allem fragt IHN, ob er einverstanden ist, dass Ihr das macht, das sie Physiotherapeutin Euch empfohlen hat...

Liebe Grüsse

Cha-Tu

PFatrZicia_x23


Guten Morgen Cha-Tu,

ja, das ist eine gute Idee, ich werd die Ex auch bitten wenn sie sie dort zufällig einmal sieht, dass sie auch fragt. Vorige Woche hätt ich fragen können. Vielleicht haben wir i. d. n. Tagen Glück und sehen die P-Therapeutin zufällig wieder dort.

Da hast recht :)^, er muss es wolle, ich fürchte, er wird mit uns nicht wollen ;-D, aber vielleicht wenn wir ihm immer wieder erklären wieso es gut ist.

Gestern war ich ja bei ihm, und es ist auch wieder ein 3. Patient im Zimmer, da war ich kaum bei meinem Freund am Bett hat mich schon sein früherer Nachbar ganz aufgeregt und freudig angesprochen und gezeigt, "schauen Sie was ich von seinem Freund (Freund von meinem Freund meinte er) bekommen hab, eine Flasche Weisswein und die war noch gekühlt :-D.Ich hab mich auch total darüber gefreut, da es offensichtlich auch noch andere gibt die sich auch über andere Gedanken machen. Viel hab ich gestern leider nicht mit dem Nachbarn sprechen können, da wenn ich bei meinem Freund stehe oder sitze, mit dem Rücken zum anderen bin. Nur einmal hat er mich gefragt wie ich denn heisse, weil er mich rufen wollte, und mich fragen wollte ob ich ihm was reichen kann.

Sonst waren gestern die ganze Zeit eine K-S im Zimmer, als ob sie was arbeiten und haben gleichzeitig immer wieder meinen Freund und mich beobachtet, vermutlich seine Reaktion auf mich ;-)- wegen des Verbots. Und die eine stand grad bei ihm auf der anderen Seite am Bett als er mir den CD-Player erbost :-o zurück in die Hand drückte, ich sagte schnell, jaja, kein Problem, ich nehms wieder mit, woraufhin er sich gleich wieder beruhigt.

Dann war eine andere K-S sehr lange und 3 BEsucher bei dem neuen Patienten und mein Freund hat ständig beobachtet was dort ist, die ganze Zeit meine Hand gehalten und gedrückt, ab und zu mich angesehen. Die Besucher gingen dann gleich nachdem die K-S weg war und mein Freund wollte sich auch von mir verabschieden :-o. Danach verstand ich erst seine Fragen zuvor, als der eine Besucher hin- und her ging, deutete mein Freund immer zu ihm und mit der Handfläche nach oben, so wie fragen: wer ist das ???

Vermutlich hat er geglaubt dass die zu uns ??? bzw. mir ??? gehören, da ja auch sein neuer Zimmernachbar und seine Frau sofort auf mich eingeredet haben, sie würden meinen Freund kennen und ich achso, usw.

Jedenfalls hab ich ihm gesagt das ich noch ein wenig bleibe . Gestern sah er wesentlich frischer aus und hatte sehr gute Farbe, d.h., es war ihm offensichtlich warm, denn er war ganz rot im Gesicht, blickte aber (viel) zufrieden(er) drein, als vorigen Samstag (da wars ja katastrophal).

Dann drehte er den Radio über seinem Bett auf. ich ging dann, da ich abends dort war, hatte ich Angst das seine Söhne kommen könten. Aber heute bin ich wieder dort und notier mir auch gleich den Namen von seinem Zimmernachbarn.

Ich dachte mir gestern, der Zimmernachbar ein bissi Glück ;-D, da hier doch anscheinend bzw. verhältnismäßig viele Besucher zu meinem Freund kommen, die sich ein bissi um ihn auch kümmern. :)^ Und indirekt von dir auch Cha-Tu ;-D, da ich ja jetzt die Sozialbearbeiterin auch zur Hilfe hol ;-D

Irgendwie kam er mir und auch mein Freund, wie große Kinder :-/ vor. ABer wahnsinnig süss. Und viel erfreulicher wenn sie einigermapen zufrieden aussehen. Aber ihnen darf ich das natürlich nicht sagen.

Meld mich wieder wenn ich was neues weiß

Bis bald :)* :)*

Liebe Grüsse und schönen Tag

PkatriaciaI_2x3


Hallo ihr,

war bissi abgelenkt durch andere Threads heute und e-mails.

Kurzes update von meinem Freund.

War ja am WE nicht bei ihm aus Angst erwischt zu werden, aber morgen wieder :-)

Seine Ex erzählte mir gestern, das er eher unruhig war gestern, so als ob jemand dort gewesen wär der ihn so gemacht hätte, oder als ob er noch auf jemand gewartet hätte :-o Und das er sie schon ziemlich bald wieder nach Hause geschickt hätte.

Sonst keine Änderung, es war aber besser als ggü. 1 Woche.

Sie denke nicht mehr an viel Besserung, ich teilte ihr mit, das sich der Körper die ersten 6 Monate nach einem SA von selbst regeneriert und jetzt wären erst doch erst drei vorbei. Fein wäre wenn wir die P-Therapeutin fragen könnten ob wir mit ihm üben könnten. Daraufhin sagte sie mir, das sein Bettnachbar erzählt hätte, das er mit Hilfe natürlich, paar Schritte vor und paar zurück gemacht hätte. Ich: na super. Sie: na das hat er bereits in ihrer Anwesenheit vor mehreren Wochen 2 vor 2 zurück gemacht. :-(

Meld mich wenn ich wieder was weiss

bis bald :)* :)*

Liebe Grüsse und gute Nacht

PdaGtLrirci*a_x23


Hallo ihr,

es ist mittlerweile sehr schwer geworden für mich, mich bei [[http://www.med1.de/]] anzumelden. Wie geht´s euch damit ???

War heute meinen Freund besuchen und ziemlich lang dort. Die Blumen die ich gebracht hab, schon vorher in die Vase gegeben, hat er mit dem Zeigefinger die Vase zu sich ans Bett geholt bzw. dorthin gelenkt, dann hat er sich´s genau angesehen ;-D und dann mit dem Zeigefinger auf sein Nachtkästchen gedeutet, ich möge sie dorthin stellen. Und die K-Schwester stand daneben und hat das miterlebt. Nachdem er so positiv reagierte :)^ hat sie mich nicht gefragt wer ich bin :-)

Danach kam die Schwester wieder ihm Wasser in die Magensonde zu geben und hat mir erzählt, das er diesen Mittwoch eine Kanüle bekommt mit der er reden können wird :-D, was mich und meinen Freund auch, er hat ganz große leuchtende Augen bekommen, sehr gefreut hat.

Sonst hat er sehr positiv reagiert, Bilder üben oder sonstiges wollte er nicht. P-Therapie hat er gehabt, bei welcher er ganz schön leisten musste, haben mir seine Bettnachbarn erzählt.

Apropos Bettnachbar, der eine jüngere mit MS, hat nach einer 3/4 Stunde wieder mit mir zu reden begonnen und da ja das dann nie wieder aufhört, ist mein Freund sehr ungehalten geworden :-o und hat gedeutet ich solle gehen :-o. Hoffentlich reagiert er morgen wenn ich hingeh wieder positiver. Sein Nachbar fragte eh, was er denn hat, und ich sagte ich glaube es stört ihn das ich mich mit anderen unterhalte, schließlich konnte ich auch nicht genau wissen was er hat, aber da er die ganze 3/4-Stunde absolut friedlich und freundlich u. zuvorkommend war, kann ich mir nichts anderes vorstellen, nämlich als ich mich zu ihm hingewendet hab, hat er mit den Getue u. zur Tür deuten aufgehört, aber leider zu husten begonnen u. die Schwester gerufen.

Naja, jedenfalls erscheint er mir sehr positiv, ich sagte ihm das er abgenommen hätte und ob er nicht mehr essen wolle und er deutete auf das Sackerl mit der Flüssignahrung und auf seine Magensonde :-o, das spricht eigentlich dafür das er voll da ist und sogar Mitttel und Wege findet zu zeigen was los ist. Was mich auch sehr gefreut hat.

Bis bald :)*

Liebe Grüsse

P<atrgicJiax_23


Hallo Monika,

Hallo ChaTu,

stellt euch vor, die Kanüle wurde heute durch eine andere ausgewechselt, mit der mein Freund sprechen können sollte, und es funktioniert aber leider nicht :°(

Lieben Gruss :)*

C|hEa-;Txu


Hallo, Patricia,

was funktioniert nicht? Die Kanüle oder das Sprechen? Dass das Sprechen nicht funktioniert, muss nichts Dramatisches bedeuten. Der ganze Kehlkopf muss ja erst wieder "trainiert" werden. Vielleicht kommen da morgen oder übermorgen die ersten Töne. Falls nicht, dann könnte sein Sprachzentrum bei dem SA betroffen gewesen sein. Dann wird es schwierig, obwohl Sprechen auch dann noch möglich ist, wenn genügend trainiert wird und die Verletzung des Sprachzentrums nicht fundamental ist.

Einen lieben Gruss

Cha-Tu

Pratricia4_2#3


Hallo Cha-Tu,

das Sprechen funktioniert leider nicht!:°( Das Zimmer war voller Ärzte hat mir sein Bettnachbar erzählt, sie wollten sich das anschauen, wiieso es nicht funktioniert. Da es bei der normalen Kanüle als die Logopädin mit 2 Fingern ??? in den Kehlkopf gedrückt hat, angeblich Worte herauskamen, wie Guten Morgen, Hallo.

Die K-Schwester teilte mir heute mit, das jetzt wieder dir normale Kanüle, die Nicht-Sprechkanüle drinnen ist und die Logopädin so weiterprobiert. Hab allerdings fragen vergessen, wieso sie denn nicht die Sprechkanüle drinnen gelassen haben, falls er doch von selbst beginnen sollte zu sprechen, was ich allerdings bezweifle. Sonst reagiert er prächtig, m. E. weiß er alles und kann auch mit Mimik und linker Seite alles deutlich zeigen was er will. Aber das dürften andere Hirnregionen sein, als sprechen, lesen, sprechen :°( In paar Wochen wird dann wieder die Sprechkanüle probiert. Von Herausoperieren der normalen Kanüle ist nicht mehr die Rede :-(

Sonst hatte er mehr Schleim heute und hat ständig nach der Schwester geläutet, sie wollten ihn allerdings nicht absaugen, da zu viel zu noch mehr Schleimbildung führen soll.

Liebe Grüsse und gute Nacht :)* :)*

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