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Aorta, Herzoperation

C6ha-xTu


Hallo, Patricia,

es ist wunderbar und genau richtig, wie Du mit Deinem Freund umgehst. Genau so muss es sein: trainierend und ermutigend. Und durchaus nichts verheimlichen. Zwar sollte man einem Menschen in dieser Situation nicht unbedingt 100% sagen, wie es um ihn steht, aber es war z.B. richtig, ihm zu sagen, man müsse einen Weg finden, sich zu verständigen, solange er nicht reden könne (FALSCH wäre es gewesen zu sagen "Du kannst nicht reden, wirst es vielleicht niemehr können, darum müssen wir einen Weg finden..."). Man sollte "an der Wahrheit" bleiben, aber auch nicht "zu sehr". Das jedenfalls ist meine Erfahrung mit meiner Mutter, aber auch mit Menschen, denen ich in meinem Beruf begegnete, und die z.B. Hirnschläge usw. hinter sich hatten.

Aber ich möchte auch ein kleines bisschen die Verwandten "in Schutz nehmen". Ich finde ihr Verhalten natürlich NICHT richtig, aber ich weiss von mir selbst, dass es viel Kraft kostet, es zu "verdauen", dass der Vater oder die Mutter vermutlich nie mehr so sein wird wie man ihn/sie gewöhnt ist. Das ist auch ein harter Prozess. Ich war im Laufe der ersten Wochen mehrfach so weit, dass ich "keine Lust" mehr hatte, mich um Mutter zu kümmern, dass ich sogar "krank" wurde, nur um nicht ins Krankenhaus fahren zu "können", usw. Das ist eine psychische Blockade, die schlimm ist, aber die man auch verstehen können muss. Ich habe mich hinterher dafür geschämt...

Du machst das prima, Patricia, und bist eine wunderbare Freundin für Deinen Freund

Alles Gute

Cha-Tu

Mjon*ikax65


Dem kann ich mich nur anschließen. @:)

Dass er schon Fortschritte macht, kann man ja deutlich erkennen. Sein Verhalten zeigt aber leider auch, wie sehr ihm die Situation, sich nicht verständigen zu können, zusetzt. So würde ich es zumindest interpretieren. Außerdem neigen Menschen nach einem Schlaganfall zu Gefühlsausbrüchen, das war bei meinem Vater auch ganz extrem.

Ich finde ihr Verhalten natürlich NICHT richtig, aber ich weiss von mir selbst, dass es viel Kraft kostet, es zu "verdauen", dass der Vater oder die Mutter vermutlich nie mehr so sein wird wie man ihn/sie gewöhnt ist. Das ist auch ein harter Prozess.

Das kann ich nur bestätigen. Für mich war das ein jahrelanges Trauma.

PDa8tritcia_x23


Hallo ihr zwei,

ach so,:-, das ist aber interessant, an das hab ich absolut nicht gedacht. Das sind aber interessante Effekte die da offenbar zum Vorschein kommen können in solchen Situationen. Wahrscheinlich aus Verzweiflung ??? Vielleicht hätt ich auch so reagiert wenn ich nicht von Euch nicht Information und Kraft bekommen hätte ??? ???

Kurzer Status von meinem Patienten:

Gestern abend ging ich hin, nachdem mir seine Freundin versichert hatte dass nach 19.00 Uhr die Angehörigen NICHT hingehen würden, und gestern war er am Kopf total nass (verschwitzt) und auch sons überall feucht. Hat sofort den (Boxer)Handschuh hingehlaten zum Ausziehen und die Hand war auch ganz nass.

Nach nicht amal 10 Minuten ging die Türe auf und sein Sohn kam herein, hat mich mit Handschlag begrüßt und ging dann auf die andere Seite seinen Vater begrüßen. Ich hab mich TOTAL erschreckt und erwischt gefühlt, da sie mich ja gebeten hatten NOCH NICHT hinzugehen. Bin aufgesprungen und meinte dass ich jetzt gehe wenn eh er da ist und er meinte nur ja. Mein Patient war nur auf mich konzentriert, vermutlich ??? weil ich so schnell aufgesprungen und in den Mantel geschlüpft bin... ??? Und hab ihm zugewinkt.

Heute abend war ich daher noch etwas später und hatte auch Sorge ob mir jetzt nicht wieder offiziell Besuchsverbot erteilt worden ist. War glücklicherweise nicht so ;-D

Jedenfalls hat mir mein Freund sofort den Boxer-Handschuh entgegengestreckt und ich hab ihn enfernt, er riß ihn mir aus der Hand und hat total bös dreingeschaut und mit den Handschuh gegen das Bett geschlagen und wollt ihn wegschleudern :|N. Hab´s ihm dann entfernt und mitgeteilt dass der nur noch so lange ist so lange die Kanüle und Nasenschlauch drinnen sind.

Danach wollte er sich den Schlauch aus der Nase ziehn, ich hatte Mühe ihn davon abzuhalten, hat ganz schön viel Kraft gehabt, nur mit Vernunft konnt ich ihn dann doch abhalten, hab ihn nämlich gedroht dass die Pfleger ihm dann den Handschuh raufgeben würden und dieser dann überhaupt nicht mehr entfernt werden dürfte, dann hat er nachgegeben... Hab ihm dann erzählt dass der Handschuh nur zum Schutz ist damit er sich nicht unabsichtlich die Schläuche rauszieht, das würd mir auch passieren, z. B. beim Schlafen könne man nicht aufpassen und schnell wäre der Schlauch unabsichtlich heraußen.

Hab ich ihm heute eine Clementine hingehalten und er hat sie gleich ergriffen und wollte abbeissen, hab´s ihm weggenommen und geschildert dass man diese erst schälen muss. Dann hat er genau zugesehn beim Schälen und ich fragte ihn dann ob er überhaupt schon was essen darf und ich dachte ein bißchen Saft in den Mund pressen, und er hat mir dann die Hand weggeschoben.

Jedenfalls hab ich ihn dann aufgefordert die Clementine in der Hand zu halten und zu drehen mit dem Zeigefinger, was zunächst nicht funktionierte, aber nach einigen Versuchen und immer wieder zeigen wie das denn geht, hat´s dann doch einigermaßen gut funktioniert, und ich hab ihn dann gelobt und dass ich jetzt wisse dass er es wieder lernen wird die Hand zu bewegen und er hat sich total gefreut.

Später dann musste er husten und das Atmen war ohnehin nur mehr sehr schwierig, da die Kanüle anscheinend schon voll war und es hat extrem nach Husten wollen und KEINE Luft kriegen geklungen und ich hab´s mit der Angst zu tun bekommen und nach der Krankenschwester geläutet und bin gleichzeitig am Gang gelaufen nachdem niemand gekommen ist, war schlimm, war wie ausgestorben, und dann nach rd. 1 Minute (die mir ewig vorkam, Patinten hörte man den ganzen Gang entlang husten und röcheln) ist ein Pfleger ganz ruhig und gemächlich gekommen und zu ihm und mein Freund war schon ganz rot im Gesicht. Der Pfleger meinte nur dass es nicht so schlimm sein, erst wenn er "blau" im Gesicht wäre, wäre es schlimm :-o :-o. Hab nichts drauf gesagt, dachte mir nur, und dann kann´s aber schnell zu spät sein... :-/

Hab ihm dann am Gang eine Kleinigkeit zugesteckt (weil er´s nicht nehmen wollte) und er meinte, es ist schon ok dass ich geläutet hab, wenn ich unsicher bin, soll ich lieber läuten. :-)

Und jetzt kommt´s...

@ Monika

Außerdem neigen Menschen nach einem Schlaganfall zu Gefühlsausbrüchen, das war bei meinem Vater auch ganz extrem.

Das stimmt :)^, ich hab´s heute wieder gemerkt.

Als ich hineinkomm zeigt er mir ganz bös den Handschuh der ihm zwischenzeitig angezogen worden war. Ich dachte ich solle ihn entfernen wie üblich, anstattdessen zieht er die Hand weg und beginnt mich mit dem Fuß zu treten, und zeigt gleichzeit auf die Hand mit dem Handschuh. So eine Art, weil Du den Pfleger geholt hast hab ich wieder den Handschuh bekommen... :|N

Leider hab ich eine schlechte Angewohnheit, wenn etwas zu arg ist, beginn ich zum Lachen. Und sowas hat ihn bereits als er noch kerngesund war sehr wütend gemacht. Und dann in dieser Situation :-/ Na mehr hab ich nicht gebraucht, er hat sich mit dem linken Bein so weit rübergedreht dass er mich ja trifft und dabei hat sich gleichzeitig das rechte Bein angewinkelt und auch in meine Richtung bewegt. Daraufhin hab ich die Reaktion des rechten Beines gelobt, dass das 1. Mal sei dass sich dass überhaupt bewegt hätte und er hat dann zugehört. Hab den Eindruck dass er gar nichts mitbekommt was sich mit seiner rechten Seite tut oder nicht tut, als ob hier nichts wäre, dadurch hört er dann immer aufmerksam zu, so quasi, wovon spricht sie jetzt :=o

Dann sagte ich ihm dass ich gehe weil sein Zimmergenosse schlafen will und ich würde morgen wieder kommen und er hat 2-3x genickt. Daraufhin hab ich ihm wie üblich ein Abschiedspussi gegeben links und rechts auf die Wange. Na mehr hab ich nicht gebraucht, hat völlig bös dreinschauend irgendwelche Worte von sich gegeben die ich nicht verstehn konnte weil kein Ton dabei war. Ich denk er muss geschrien haben, dass ich so deutlich hören konnte dass er was spricht es mir aber zu leise war es zu verstehen. :-o

Jedenfalls hat mich dass an Dich erinnert Monika, dass Dein Vater wenn ihm was sehr wichtig war verständigen konnte...

Hab ihm dann gewunken paar mal und bin gegangen. Hoff dass ihm die Aufregungen durch mich nicht irgendwie schaden.

Vielen Dank wieder Euch beiden @:) für die Informationen, was mir sehr geholfen hat ein bißchen die Situation zu verstehen und besser einzuschätzen. Weil das Wundern und ärgern und der Hass der sich da auf die Familie aufgebaut hat, hat sich jetzt aufgehört. :-D

Aja, entschuldigt dass ich mich so spät erst gemeldet hab, mir geht´s selbst noch nicht gut, schlaf so viel und hab jetzt neue Schmerzen bekommen auf der Luftröhre ??? und kann tw. nicht durchatment. Denk das ist alles psychosomatisch, da das zuviele Aufregungen in so kurzer Zeit waren.

Alles Liebe und Gute Nacht :)* :)*

Patricia

PDatriQcixa_23


Hallo Monika,

hallo Cha-Tu,

war heute bereits am Vormittag bei meinem Freund zu Besuch und er hatte gerade Physiotherapie. Wußte ja nicht wie er nach den gestrigen Reaktionen auf mich reagieren würde und er hat mich nur angestarrt bis die Therapeutin meinte, "na jetzt ist die ganze Aufmerksamkeit woanders fixiert." Ich holte dann eine Vase und ging ins Bad, und fragte die Therapeutin ob ich stören würde und draußen warten sollte, aber bevor sie noch antworten konnte, deutete er ich solle bleiben. :-) Was die Therapeutin erheitert hat, da ich ja sie fragte ob ich stören würde. Bin aber dann doch am Gang und hab draußen 15 Minuten gewartet bis sie fertig war.

Als ich reinkam hat sie sich dann noch von ihm verabschiedet und er hat ganz wenig den Kopf gehoben und kurz genickt, quasi sich bedankt und beim verabschieden ihr zugelächelt und die Hand gehoben als sie ihm winkte. :-D

Ich hab ihm dann die Blumen gezeigt. Und als ich ihm den Boxer-Handschuh ausziehn wollte hat er mich weggedrängt und wieder zu schimpfen begonnen :-/, hab aber leider wieder nicht gehört was. Ich glaube dass er jetzt denkt, dass der Handschuh von Freunden/Angehörigen gar nicht entfernt hätte werden dürfen ??? :|N

Jedenfalls wirkte er sehr müde und bedrückt und hat immer wieder die Augen geschlossen und hat auch nach einigen Minuten gedeutet ich solle gehen. Ich hab ihn dann gefragt ob ich morgen kommen soll und er hat ja genickt. Und beim Verabschieden (Pussi linke u. rechte Seite) hat er diesmal nicht geschimpft. :-)

Hab zufällig von einer Betroffenen gelesen dass deren Mutter die Kanüle nach 2 Jahren noch immer hatte. :°( :°( Das ist ja schrecklich! Bisher dachte ich immer dass die Kanüle in einigen Tagen bzw. Wochen nicht mehr nötig sein würde.

Was mir sonst noch aufgefallen ist, dass bei Schlaganfällen bei Frauen eher die linke Seite und bei Männern eher die rechte Seite gelähmt ist. Wär interessant zu wissen woran das liegt, aber das wird sicher niemand sagen können.

Meld mich wieder wenn ich was neues weiß.

Bis bald :)* :)*

Lieben Gruss und schönen Sonntag

Patricia

C:ha;-xTu


Hallo, Patricia,

ich möchte Dir ein Buch empfehlen, das ich in meinen tausenden von Büchern extra rausgesucht habe. Ich WUSSTE, dass ich es besitze, aber bis ich das gefunden hatte... Naja, ich hab's dann gefunden. Es ist der Erfahrungsbericht eines Betroffenen, der auch sehr gut aufzeigt, wie es psychisch in einem Menschen aussieht, der plötzlich aus seinem Dasein gerissen wird, und wie ein kleines Kind neu anfangen muss, das Leben zu lernen:

Dieter Menninger

Lerne Abschied nehmen.

Protokoll eines Schlaganfalls.

Fischer Taschenbuch 11089

Ob es das Buch im regulären Buchhandel noch gibt, weiss ich nicht. Aber über das Zentralantiquariat [[www.zvab.com]] kann man es sicherlich noch finden. Und als Hörbuch gibt es das auch noch im regulären Buchhandel.

Alles Gute

Cha-Tu

P7atri.cia_23


Hallo Cha-Tu,

ich möchte Dir ein Buch empfehlen, das ich in meinen tausenden von Büchern extra rausgesucht habe. Ich WUSSTE, dass ich es besitze, aber bis ich das gefunden hatte...

Vielen Dank für die Mühe @:) Und auch für die Buchempfehlung @:) Werd ich mir gleich besorgen.

Es ist sehr schwer bei der Fülle an Literatur das gerade "richtige" zu finden. Und es ist sicher ausgesprochen wichtig zu wissen was "psychisch" im Patienten vor sich geht. Nur dann kann man eigentlich entsprechend handeln.

Bin derzeit auch auf der Suche nach einem Buch, ich weiß nicht wie ich das schildern soll, ich hab ja bei meiner Krankheit gehört, dass dies zum Teil 1/3 psychisch wäre und irgendwie hat das Pflegepersonal und der Arzt rasch herausgefunden wo das Problem bei mir lag, nämlich dass ich das Verhalten meiner Chefin nicht schlucken wollte. D.h., die Botschaft eines Symptoms verstehen. Glaubt ihr an so etwas ???

Ich les gerade Locked-in Gefangen im eigenen Körper von Karl-Heinz Pantke. Und er beschreibt auch dass er alles um sicher herum verstanden hat und das Umfeld dachte er würde nichts verstehen... :|N Und dass der Wille des Patienten für Fortschritte entscheidend ist.

Jedenfalls hat ja mein Freund früher eher nicht sehr gut gehört, und heute hat die Physiotherapeutin gemeint "na Sie hören aber gut" als er auf meine Frage ob ich stören würde sofort mit der Hand gedeutet hat, ich könne bleiben... :-o Ich erkenn ihn teilweise nicht wieder.

Bis bald :)*

Alles Liebe und gutte Nacht :)*

Patricia

CUha-!Txu


Hallo, Patricia,

ich bin sicher, dass körperliche Symptome/Krankheiten und seelische Bedingungen eng miteinander verknüpft sind. Das Ganze nennt sich "Psychosomatik", und ich denke, ein grosser Teil der Menschen mit körperlichen Krankheiten/Problemen ist eigentlich psychosomatisch krank. Das bedeutet keineswegs, dass sich diese Menschen ihre Schmerzen/Probleme nur einbilden, sondern dass Seele und Körper da eine sehr gefährliche Allianz eingehen.

Dass Dein Freund sehr gut hört, wundert mich nicht. Ich habe schon oft gehört (und selbst erfahren), dass ein Sinn sich sehr schnell schärft, wenn ein anderer ausfällt. Ich war vor 17 Jahren aufgrund einer Augenerkrankung mal einige Wochen lang fast blind, und in dieser Zeit nahm meine Hörfähigkeit enorm zu! Nach einer beidäugigen Operation konnte ich wieder sehr gut sehen, und mein überfeines Gehör ging im Laufe der nächsten Wochen zurück.

Liebe Grüsse

Cha-Tu

MZon.ika6H5


Patricia

Es gibt ein Buch von einer Frauenärzting, Dr. Northrop, "Frauenkörper Frauenweisheit". Es handelt sich zwar in erster Linie um frauenärztliche Probleme, aber sie beleuchtet sehr ausgiebig die Verbindung zwischen Körper und Seele. Bei uns steht es auch in der Bibliothek, ein ziemlicher Wälzer, aber vielleicht ist es interessant für dich.

Pmatricjia_23


Hallo Cha-Tu,

Hallo Monika,

komm jetzt erst leider zum Antworten da ich gestern KO war und ins Bett gefallen bin.

Dankeschön für Euer Feedback @:) Gut zu wissen wie ihr darüber denkt, war mir nämlich unsicher.

Es gibt ein Buch von einer Frauenärzting, Dr. Northrop, "Frauenkörper Frauenweisheit".

:)^ Werd ich mir gleich besorgen; das ist sicher was für mich.

Bin auch schon sehr auf das "Lerne Abschied nehmen" von Cha-Tu gespannt.

Irgendwie find ich´s seltsam dass die Ärzte viel zu wenig auf die seelisch/körperlichen Zusammenhänge hinweisen. Bei mir war´s eher Zufall dass mir das gesagt wurde und weil´s sehr schlimm war damals, oder aber vermutlich weil ich auf den Arzt gekommen bin der an das erkannt hat, obowhl er Schulmediziner ist.

Hoffe dass ich auch bald ein Buch finde über seelisch/körperliche Zusammenhänge bei Schlaganfall finde. Geb Euch dann Bescheid.

Und hier noch ein kurzes update von meinem Patienten:

Hab mich gestern mit seiner Freundin (Partnerin) zusammentelefoniert und wollten wieder einmal gemeinsam den Patienten besuchen. Irgendwie war die Prognose für einen gemeinsamen Besuch schon aufgrund des Telefonates schlecht, aber ich war leider zu unsensibel. Bereits am Telefon hat mich seine Freundin angegriffen, dass er sich massiv aufgeregt hätte als sie meinen Namen erwähnt hat und total aggressiv reagiert hat. Nach der Vorgeschichte letzen Samstag, von der sie aber von mir nichts wußte, hab ich´s ihr zunächst geglaubt. Beim Telefonat noch hat sie mir massive Vorwürfe gemacht wie ich den Operateur kritisieren hätte können, schließlich hätte der Patient unterschrieben und sicher gelesen. Da ich aber meinen Freund schon über 22 Jahre kenne, wußte ich dass er "leider" seinen (Privat-)Ärzten vertraut hat, dass sie ihm alles mündlich sagen und hat dann sicher der Form halber unterschrieben, ohne durchzulesen. Sonst hätte er mir mit Sicherheit vom Schlaganfall-Risiko erzählt. Na jedenfalls hörten die Vorwürfe 1/2 Stunde nicht auf bis ich sagte ich müsse weiter, wir treffen uns dann eh im Spital (was leider ein Fehler von mir war).

Im Spital ging es gleich los, sie schlug gleich vor den Patienten aufzusetzen und die Beine aus dem Bett zu hängen, ich fragte sie ob das nicht zu gewagt sei, und sie, nein, sie wäre Krankenschwester und sie wisse wie das gehe und teilte mich gleich ein was ich zu tun hatte. Der Patient half freiwillig mit bis er erkannte was sie vorhatte, und dann ging´s los mit Schimpfen und aggressiven Reaktionen wie Faust zeigen bzw. Boxer-Handschuh, weil er ihn nicht mehr ausziehen läßt von Besuchern.

Ich hab zu alldem nichts gesagt und auch seine Aufregung nicht überbewertet.

Plötzlich begann sie mir Vorwürfe zu machen dass ich ihn überfordern würde. Ich hatte ihm gestern einen kleinen Stoffhund mitgebracht und die Schwestern haben ihm die rechte gelähmte Hand draufgelegt als wir ins Zimmer zurückkamen. Generell wollte er keine Stofftiere und als er den Hund entdeckt hat, hat er gedeutet weg damit. Dann hab ich ihm auf Kärtchen was aufgeschrieben. Und den Blumen Wasser gewechselt und ihm gezeigt. Mehr hab ich gestern gar nicht gemacht, da sie ständig mit ihm geredet und sie gestritten haben, mit Faust zeigen, weil sie Handschuh runternehmen wollt usw.

Den CD-Player den ich ihn einmal mitgebracht hab, die Clementine, einfach alles ist kritisiert worden. Bis es schlußendlich dann am Gang zum Streit kam, sie meinte nämlich, ich dürfe mich nicht rechtfertigen, ich solle einfach tun was sie mir sagt und das ohne Widerrede. :-o :-o Gleichzeitig begann sie wieder mit dieser Geschichte dass ich ungerechtfertigt den Operateur kritisiert hätte und hörte trotz meines Ersuchens und meiner Erklärung dass wir in Österreich leben und hier Meinungsfreiheit herrscht, nicht auf. Und noch einige andere Vorwürfe.

Jedenfalls will ich jetzt nur mehr alleine meinen Freund besuchen gehen und ihm Kraft :)* bringen und nach Möglichkeit nicht in Kontakt mit seinen Angehörigen kommen, probier jetzt immer sehr spät abends oder morgens hinzugehn. Ist mir echt etwas zu "strange", in der ohnehin schwierigen Situation noch irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe, die überhaupt nichts bringen in dieser Situation. :|N Und noch dazu nicht aufhören mit den Vorwürfen, immer wieder wiederholen, sowas hab ich ja bisher im Leben noch gar nicht erlebt :-o :-o Ich mein, in einem Diskussionskreis von mehreren Personen die gleichen Vorwürfe (daher mehrmals) ok, aber von einer Person ??? und immer wieder ??? ???

Dachte immer dass ich in Sachen Konfliktmanagement schon erfahren bin ??? ERschwerend hinzu kommt dass mich meine beste Freundin auch angegriffen hat, wer weiß was ich dem Patienten gemacht hätte, dass ich solche Vorwürfe bekomm :-o :-o

Jedenfalls war ich heut abend bei ihm alleine und hab ihm wieder paar Blumen mitgebracht. Er hat mich skeptisch angesehn und dann weggedrängt. :-/ Ich hab ihn dann mehrmals gefragt und mit den Händen gedeutet "Wieso"??? ??? Dann hat er sich doch erweicht und mir die Hand zur Begrüssung hingehalten, Handschuh durfte ich nachwievor NICHT ausziehn. Hab ihm dann die Blumen gezeigt und zu den anderen in die Vase dazugegeben und er deutete ich möge die Vase auf den Stuhl neben seinem Bett stellen ;-D

Nach 5 Minuten deutete er mir, ich solle mich auf den Stuhl setzen, ich entfernte die Blumen und setzte mich. Dann ging es immer so, wenn ich was sagte was ihm nicht gefiel zeigte er die Hand (quasi die Faust), z. B. ich bring morgen den aktuellen Profil dass Du was zum Lesen hast; oder Therapiegereäte für das Trainieren der Feinmotorik der linken Hand.

Sonst war er sehr aufmerksam was ich ihm erzählt hab, und als ich ihm erzählte dass es, wenn es ihm besser geht eine REHA gibt (und was dort gemacht wird) hat er die Augen weiter geöffnet und sich auch ein bissi gefreut :-D glaube ich.

Mein Freund hat sich heute aber grundsätzlich friedlich verhalten, versteh jetzt seine Reaktionen besser. Etwas ein bissi nicht wollen ist die Faust, etwas ganz und gar nicht wollen ist das linke Bein gegen einen wenden, und sonst drückt er sich viel mit der Mimik und mit der Hand auf einen Gegenstand deuten aus. :-D

Als ich dann ging hat er auf den leeren Stuhl geschaut. Ich glaub, er suchte die Blumen, die ich ihm dann gleich dorthin gestellt hat und ihm verlassen hab auf die Blumen schauend :-D

Ooh, sorry, ist wieder sehrsehr lang geworden |-o. Die Konflikte kosten echt mehr Kraft als so manch anderesj, noch dazu wenn man gar nicht versteht wieso die überhaupt sind. :|N

Meld mich wieder wenn ich was Neues weiß.

Bis bald :)* :)*

Lieben Gruss und gute Nacht

Patricia

Cth&ax-Tu


Hallo, Patricia,

mir sind da zwei Dinge aufgefallen. Anscheinend haben seine Angehörigen, aber auch seine Lebensgefährtin ziemliche Probleme mit der Eifersucht. Mir scheint das manchmal wie ein Kampf, wer der "bessere", "richtige", "fähigere" Angehörige/Freund ist, und das ist absurd. Das verwirrt auch den Patienten, wie man an seinen teilweise recht heftigen Reaktionen sieht. Es geht verdammt nochmal nicht um die Angehörigen und deren "Toll-Sein", sondern um den Patienten!

Das zweite ist, dass Du aus GUTER Motivation heraus, immer wieder Grenzen überschreitest. Du schriebst, Du willst ihm "Therapiegereäte für das Trainieren der Feinmotorik der linken Hand" mitbringen. Ich finde, dass Du Dich da in die Therapie "einmischt", und das haben weder Ärzte, noch Krankenschwestern noch Physiotherapeuten gerne. Natürlich kannst Du diese Menschen FRAGEN, ob Du ihm dieses und jenes Gerät mitbringen kannst, aber ich würde mich als Physiotherapeut oder Arzt auch sehr ärgern, wenn da eine Besucherin eines Patienten immer wieder glaubt, "ergänzende Therapien" machen zu müssen.

Ich hoffe, Du bist nicht sauer, dass ich das schreibe, aber die HAUPT-THERAPEUTEN sind Ärzte, Physiotherapeuten und Krankenschwestern. Egal, ob Du deren Arbeit würdigst oder nicht.

Und ich bleibe dabei: Bei einer Herzoperation ist ein Schlaganfall eine so häufige "Nebenwirkung" (ich glaube 3-5%), das steht GARANTIERT auf dem Zettel, der zu unterschreiben ist, und darauf wird ein Patient auch hingewiesen. Du bestreitest das zwar, aber ich kann mir das beim allerbesten Willen nicht vorstellen. Mir scheint, dass Du Deine negativen Erfahrungen mit Ärzten zu sehr in Deinen Kontakt mit Deinem Freund einbringst, und das werden sich die Ärzte etc. nicht sehr lange gefallen lassen. Zumal Du Deinem Freund keinen Gefallen tust. Meiner Meinung nach zeigen seine Reaktionen eine ziemliche Verwirrtheit, was sicherlich durch das eifersüchtelnde Verhalten der Angehörigen kommt, aber auch, weil Du und diese Menschen nicht zusammenarbeitet. Ihr fechtet Eure Kämpfe am Krankenbett des Patienten aus (wobei die Angehörigen den unangenehmeren Part zu spielen scheinen), und das kann nicht gut gehen.

Ich hoffe, diese kritischen Anmerkungen kommen nicht falsch an, das täte mir leid.

Liebe Grüsse

Cha-Tu

M-yTooxl


Hallo

Ich muss leider etwas widersprechen!

Vor einer Herzklappen-OP, die in den wenigsten Fällen notfallmässig geschieht, wird ein Patient normalerweise grundlegendst untersucht. Besteht ein erhöhtes Infarktrisiko oder Schlaganfallrisiko auf Grund schlechter Blutwerte, wird erst gar nicht operiert. Ob ein Infarktrisiko besteht, sieht man zB. beim Kathederuntersuch. Auch ein CT gibt allenfalls Aufschluss.

Ich habe selber eine künstl. Aortenklappe erhalten und ich weiss, welche Untersuchungen vor der OP anstehen. Auch wurde ich umfassend über die Risiken informiert. Schlaganfall war kein Thema beim Restrisiko, eher innere Blutungen (die ich auch hatte und man musst mich nochmals "aufmachen"), Organversagen u.a.

Ok, ich war erst knapp 40 und nicht schon über 70.

Gruss

PoatrQicia2_23


Hallo Cha-Tu,

hallo MyTool,

jaja, ihr habt recht, mit 100 %iger Sicherheit ist in irgendwelchen Formalitäts-Dokumenten kleingedruckt das Schlaganfallrisiko gestanden. Was ich kritisiere ist, dass es niemand der Ärzte ihm persönlich erklärt hat, sonst hätte er mir das sicher erzählt als wir jedes Risiko durchbesprochen haben. Und mein bzw. unser gemeinsamer "dümmlicher" Arzt den ich zu HK-OP gefragt hab meinte auch nur das ist heutzutage wie eine Blindarm-OP und erwähnte absolut nicht das SA-Risiko. Hab am Anfang als mein Freund noch ihm KOMA lag den Arzt kritisiert und seither nicht mehr!! Daher hat´s mich gewundert und sehr geärgert dass seine Freundin vorgestern damit begonnen hat, quasi über Schnee von gestern zu schimpfen :-/, was alle schon längst vergessen haben und das war der Arzt von der Herzabteilung, mittlerweile ist er in einem örtlich ganz anderen Spital!! Die neuen Ärzte wissen gar nichts mehr von meiner Kritik, ka kennen mich nicht einmal, da ich mich ja total unauffällig benehm.

Hab mittlerweile den Eindruck, nach Einbeziehung Deiner Sicht Cha-Tu, dass es die Freundin jetzt stört dass ich offiziell KEIN VERBOT mehr hab meinen Freund zu besuchen und daher versuchte sie in die Schwierigkeiten vor rd. 5 Wochen einzuhaken und mir einen Strick zu drehn dass ich wieder nicht auf Besuch gehn kann. :-/

@ MyTool

Vor einer Herzklappen-OP, die in den wenigsten Fällen notfallmässig geschieht, wird ein Patient normalerweise grundlegendst untersucht. Besteht ein erhöhtes Infarktrisiko oder Schlaganfallrisiko auf Grund schlechter Blutwerte, wird erst gar nicht operiert. Ob ein Infarktrisiko besteht, sieht man zB. beim Kathederuntersuch. Auch ein CT gibt allenfalls Aufschluss.

Stell Dir vor, ich wollt ja eigentlich das Thema ruhen lassen bis es meinem Freund besser geht und ich ihn dann danach befragen kann. Mein freund hatte auch 4-6 Wochen eine Kathederuntersuchung und auch ein CT. Und niemand hat ihn auf das SA-Risiko hingewiesen. Das ist ja schrecklich, bei sovielen Beteiligten. Im Gegenteil, nach der Kathederuntersuchung meinte man, dass sonst alles ok sei im Herz, eben "nur" die Aorta verkalkt ??? Und plötzlich bekommt er bei der OP einen Bypass. Und danach eine zweit-OP wegen eines Herzschrittmachers :-/, er hatte diesbezüglich NIE ein Problem zuvor.

Aber wie gesagt, jetzt werd ich die ganze Kraft in die Genesung meines Freundes legen, aber danach würd ich das schon gern aufklären, allein schon deshalb um auch zukünftig andere Patienten zu schützen, sonst verändern die NIE ihr Verhalten. Aber die Info von Dir ist sehr gut und hilfreich und bestätigt mich noch in meinen Vermutungen. DAnke sehr @:)

@ Cha-Tu

Cha-Tu, gut dass wir uns hier augetauscht haben. Ich wollt mich ja gar nicht bei den Physiotherapeuten einmischen. Ich wollt nur zusätzlich was machen, wie damals mit dem "Schreiben lassen probieren". Und jetzt wollt ich eine Kleine Kiste mit kleinen eckigen Holzsteinen besorgen die er von der einen Seite der Kiste auf die andere Seite rüber legt, um die Fingermotorik zu trainieren. Dabei ist es mir gar nicht in den Sinn gekommen dass ich mich da in die Therapie einmischen würde. :-o Ich dachte gar nicht dass ich dabei was anstellen könnte. An das hatte ich wirklich nicht gedacht! Vielen Dank für die Hinweise und Gedanken!!@:)

Kurzes update vom heutigen Besuch bei meinem FReund:

Heute lag er alleine im Zimmer weil sein Zimmer-Kollege entlassen worden ist.

Daher hat sich mein Freund noch freier benommen hatte ich den Eindruck. Mittlerweile glaube ich dass diese aggressiven Reaktionen, auf den SA und seine übergroße Unzufriedenheit zurückzuführen sind, Monika hatte eh schon einmal draufhingewiesen. Und heute hab ich´s erkannt, weil als er merkte dass ich nicht versteh was er hat, hat er sein Gesicht verzehrt zum Weinen, einige Male, und dann hab ich verstanden dass er mir seine TOTALE VERZWEIFLUNG zum Ausdruck bringen will und auch TOTAL VERZWEIFELT ist. Das hab ich erst verdauen müssen. Und das Fortschicken war eigentlich auch nur ein Ausdruck seiner Verzweiflung, tatsächlich wollte er gar nicht dass man schon gehe, heute hab ich´s begriffen, weil´s auch besser war allein zu sein, da musste man nicht so leise sein um nicht zu stören. Hab ihm immer wieder Mut zugesprochen, wobei er genau meine Augen beobachtet hat und wenn er die geringste Unsicherheit erkannt hat, ist es wieder losgegangen mit seiner Verzweiflung :-o :°(

Was ich aber sehr positiv empfunden hab, er konnte sein rechtes Bein bewegen, d.h., es liegt nicht mehr bewegungslos und schlaff, sondern beim auf mich losgehn wollen hat er es immer wieder bewegt. Und später auch in Ruhe als ich ihn gebeten hab, geht noch nicht sehr gut wie das gesunde, aber trotzdem find ichs extrem positiv im Vergleich zu früher als es leblos da lag das Bein. Hab ihn gleich beglückwünscht und weiterhin viel Kraft :)* :)* gewünscht für weitere Besserungen!!

Danke Euch nochmals für Eure Gedanken @:), hilft sehr auch andere Sichten zu sehen um sich nicht zu verrennen.

Bis bald :)* :)*

Lieben Gruss und gute Nacht

Patricia

Chha-`Tu


Hallo, Patricia,

das Problem ist, wie so oft, dass sich Fachpersonal und Angehörige/Freunde oft als "Gegner" sehen. Die Ärzte meinen, die "Laien" würden sich einmischen, und die "Laien" meinen, die Ärzte tun nicht das, was möglich ist, sondern nur das Nötigste. Und wie wir am Beispiel Deines Freundes sehen, geht so etwas IMMER auf Kosten des Patienten... Und besonders dumm ist es, wenn dann seitens irgendwelcher Angehörigen Eifersucht hinzukommt. Also, vom Standpunkt eines Erwachsenen kann ich das Verhalten von Lebensgefährtin und Neffen/Söhne/wasweissich nicht verstehen...

Aber was anderes: Was würde es geändert haben, wenn Dein Freund von dem Risiko gewusst hätte (Ob er wirklich nichts gewusst hat, bzw. nicht informiert wurde, können wir definitiv erst wissen, wenn Dein Freund darüber reden oder schreiben oder sonstwie kommunizieren kann; man kann daraus, dass er es Dir nicht erzählt hat, einfach seriöserweise NICHT schliessen, dass die Ärzte es nicht erwähnt haben) ? Hätte Dein Freund, im Fall dass sie es erwähnt hätten, die Operation abgelehnt? Dann hätte er eine Chance von sicherlich 50% gehabt, in den nächsten 2 Jahren an seiner Krankheit zu sterben. MIT Operation hatte er immerhin die Chance von mindestens 95%, dass alles gut geht. Dass er zu den 5% gehörte, bei denen die Katastrophe auftritt, ist ein schweres Schicksal, aber vorher einfach nicht abzuschätzen. Wenn man vorher wüsste, wen es trifft, würde man sicherlich Vorsorge treffen. Welcher halbwegs normale Mensch würde denn eine 95%-Chance aufgeben, um 50% Chance zu haben, daran zu sterben? Verstehst Du, was ich sagen will? Man KANN nicht so tun, als wäre er die nächsten 10 Jahre glücklich und gesund gewesen, wenn man ihn nicht operiert hätte. Und (zumindest hier in Deutschland) KEINE Klinik operiert "einfach mal so", sondern wenn hier bypass- oder klappenoperiert wird, dann gibt es keine Alternative, ausser bald einen grosser Herzinfarkt zu erleiden, der dann fast immer Tod zum Tod führt, zumindest im Alter Deines Freundes.

Dass sich der Zustand des rechten Beines schon besser, ist toll! Oft ist ja die ganze rechte (oder linke) Hälfte gelähmt. Meine Mutter wurde damals noch liegend (!) in die Reha gebracht, weil ihre linke Seite komplett gelähmt war, da ging nichts. Nach 3 Monaten konnte sie wieder gehen (wie ja schon beschrieben, zwar am Stock, aber nur ausserhalb der Wohnung; in der Wohnung brauchte sie den Stock nicht mehr).

Ich wünsche weiterhin so gutes Fortschreiten mit vielen kleinen Erfolgen, die dann irgendwann in der Summe einen grossen Schritt ausmachen.

Liebe Grüsse

Cha-Tu

P#atricxia_x23


Hallo Cha-Tu,

Die Ärzte meinen, die "Laien" würden sich einmischen, und die "Laien" meinen, die Ärzte tun nicht das, was möglich ist, sondern nur das Nötigste.

Das stimmt absolut :)^

Und letzteres hat sich bei mir LEIDER immer wieder in der Praxis erwiesen. Ich weiß, es scheint so als ob ich so viele negative Erfahrungen gemacht hätte und diese einmalig wären, aber das glaub ich nicht. Ich denke nämlich dass jeder gut beraten ist, die Verantwortung über sich selbst NICHT ganz den Ärzten/Pflegepersonal zu überlassen, sondern selbst immer ein Auge drauf zu haben. Aber was tun, wenn man nicht sprechfähig und bewegungsfähig ist ??? Das ist m. E. ein Problem! So wie bei meinem Freund jetzt, seine Familie vertraut darauf dass das beste gemacht wird OHNE viel zu hinterfragen, ist m. E. ein grosser Fehler. Wieso hat z. B. mein Freund bereits Anfang Feber (d. h., rd. 2 Wochen nach HZ-OP u. SA) Brei-Nahrung bekommen und wurde täglich für 2 Stunden in einen Lehnsessel gesessen ??? Und nun bekommt er nichts zum Essen und war zunächst rd. 8-10 Tage nur im Bett gelegen und seither tgl. ??? nur rd. 20 Minuten im Rollstuhl weil er unruhig ist :-o Da fragt man sich halt wieso es so ist ??? Aber im Fall meines Freundes kann ich absolut NICHT sagen ob alles seinen richtigen Weg nimmt, da ich überhaupt nicht in die Therapieplanung involviert bin und absolut keine Informationen seitens Pflegepersonal habe. Daher muss ich darauf vertrauen und hoffe ich dass alles seinen "ordentlichen Lauf" geht.

Gestern nacht z. B. hab ich angerufen und gebeten meinen Freund zuzudecken da er meistens nur mit einem Leintuch zugedeckt ist wenn ich dort bin, und sich immer aufdeckt, ob das gut ist bei den Temperaturen ??? Und als ich gestern abend dort war, war er mit einer normalen Decke zugedeckt und es war ihm sehr warm. Und gestern abend hat ihm der nächste Pfleger für die Nacht vorbereitet und wieder nur ein Leintuch verwendet, da mein Freund sehr aufgewärmt war mit der Decke den ganzen Tag. Wieso ich das zudecken bzw. laufend entsprechende Temparatur des Körpers für wichtig erachte ??? Die Kanüle muss so lange bleiben solange der Körper soviel Schleim bildet, der Schleim bildet sich aufgrund einer Entzündung? Ein Entzündung kann nur heilen durch entsprechende Medikamente und Wärme und es ist m. E. ein Problem wenn man das selbst überhaupt nicht regeln kann, wie leider derzeit bei meinem Freund.

Ich möcht nicht zu weit ausholen bei meinen negativen Erfahrungen, nur soviel, meine Mutter war ja nach jahrzehntelanger schwerer Krankheit die letzten rd. 8 Jahre im Pflegeheim und die Pfleger haben mir bestätigt, dass meine Mutter an Pflege draufzahlt weil sie nicht sprechen und sich nicht bewegen kann. Man kümmert sich mehr um die, die mehr schreien :-/ Es ist schlimm was ich alles bei meiner Mutter erlebt habe, die Pflege zu Hause von Privatpflegern, die rd. 15 Jahre zuvor war "wesentlich" besser, sind natürlich auch Kleinigkeiten passiert, aber sicher nicht in dem Ausmaß wie im Pflegeheim.

Nicht nur das, ich bin bewegungsfähig und sprechfähig und war einmal wegen Verdacht auf Lungenentzündung im KH, dabei wurde festgestellt dass das Blutbild (Hämoglobin) an der unteren Grenze war, eine Blutkonserve hab ich abgelehnt, hab aber sofort Eisen intravenös bekommen, das Blutbild wurde täglich überwacht, trotzdem hat es sich nach unten! entwickelt - aber sowohl rotes als weißes! Blutbild, niemand wußte warum ??? und ich musste schon eine schriftliche Unterfertigung abgeben keine Blutkonserve zu nehmen da diese nunmehr aus lebensbedrohlichen Gründen seitens des Arztes aufgetragen wurde und ich abgelehnt hab. Ich hab dann selbst zum Nachdenken begonnen was passiert ist dass sich mein Blutbild in so kurzer Zeit rapide verschlechtert hat und hab gebeten den Beibacktext für die Infusionen die ich gegen die Entzündung erhielt zu bekommen und dort fand ich als Nebenwirkung die Zerstörung des Blutbildes. :-/, hab diese sofort verweigert, bin mit Revers nach Haus, entgegen Anraten der Ärzte, und hab Eisen-Kapseln (tgl. 2) genommen und viel viel Gemüse und Obst gegessen und das Blutbild hat sich rasch gebessert. Wie gesagt, entweder mach nur ich schlechte Erfahrungen, was für alle anderen zu hoffen wäre :-), oder es ist wirklich sehr schlimm um die Pflege von Betroffenen ???

Daher würde ich JEDEN empfehlen sehr "wachsam" zu sein, was sicher schwierig ist wenn man schwerer krank ist bzw. sich überhaupt nicht mitteilen kann :-(

Du hast auch einmal in ein früheren Beitrag recht gehabt Cha-Tu, die Ärzte und Pfleger spüren mein Misstrauen ;-D, ich brauch erst gar nichts sagen, die schauen mich schon skeptisch an wenn ich am Gang gehe, noch ohne zu wissen wen ich überhaupt besuchen geh :-/. Hab mich schon gefragt, ob man mir vielleicht die Skepsis ggü. Pflegepersonal :-/ ansieht ???

Daher wollte ich ja noch kurz vor der OP dass mein Freund noch zu einem 3. Arzt geht und er hat sich damals total erschreckt und mich gefragt, wieso ich plötzlich mit sowas komm. Ich hab´s ihm leider nicht erklären können, es war nur ein schlechtes Bauchgefühl und das wollt ich ihm nicht sagen da er ohnehin Angst vor der OP hatte, daher hab ich gebeten zumindest 1 Jahr oder zumindest auf Mai/Juni zu verschieben. Ich hab mir auch eingeredet, dass das schlechte Bauchgefühl vermutlich aufgrund meiner eigenen "negativen Erfahrungen" ist und bei meinem Freund alles gut gehen würde, da er die besten (Privat-)Ärzte :-/ im Land hatte. Und nun so ein schreckliches Ergebnis. :|N

Ich hab mich auch schon oft gefragt ob es mit seiner (vielleicht großen) Angst (die er nie zugegeben hätte, aber ich hab´s erkannt, kenn ich ihn über 2-jahrzehnte) zu tun hat, dass er einen SA bekommen hat ??? ???

Also, vom Standpunkt eines Erwachsenen kann ich das Verhalten von Lebensgefährtin und Neffen/Söhne/wasweissich nicht verstehen...

:)^ ich versteh´s auch absolut nicht. Wenn die Verwandten ständig auf Besuch wären und sich um den Patienten kümmern würden, hätte ich es verstanden. Aber selbst nicht hingehen und sich nicht kümmern und dagegen aussprechen und verbieten dass jemand anderer (ich) sich kümmert :-o Das übersteigt für mich menschliches Vorstellungsvermögen.

Und die Lebensgefährtin versteh ich auch überhaupt nicht, zuerst ermöglicht sie mir hinzugehen, indem sie mich motiviert trotz Verbotes hinzugehn. Und dann beginnt sie mit laufenden Vorwürfen :-/

Mit der Eifersucht wer der bessere könntest Du recht haben Cha-Tu! Bspw. hab ich den Neffen gebeten eine Maniküre/Pediküre zu organisieren und als diese offiziell auf einem Plan am Gang des KH stand, hat einen Tag davor seine Lebensgefährtin seine Nägel geschnitten und gemeint dass die Bestellung der Maniküre zu spät sei :-/ Die war ja schon vorher bestellt worden, daher hing ja der Termin am Gang, aber sie ist von ihrem Standpunkt nicht abgestiegen, dass diese zu spät wäre :-/ , hab mich aber dazu nicht geäußert da mir egal war wer´s ihm schneidet, hauptsache es wurde geschnitten. Ich hab mich nur damals selbst gefragt, ist die zu dumm es zu kapieren dass die Hand-/Fußpflegerin paar Tage vorher bestellt werden muss oder will sie es nicht kapieren ???

Und jetzt erscheint´s mir logisch, sie war bereits eifersüchtig auf die Idee, daher hat sie rasch selbst zur Hand gegriffen um als "bessere" dazustehen ;-D Als ob das in dieser Situation etwas zählen würde wer besser oder schlechter ist ??? Das ist echt sehr schlimm, eigentlich lustig ein derart krankhaftes Benehmen, wenn´s nicht in der LEIDER schwierigen Situation wäre.

Aber prima :)^ Trotz Entfernung und nur auszugsweiser Schilderungen hast Du sehr gut durchschaut was hier abläuft. Ich hab´s nicht durchschaut und meine beste Freundin leider auch nicht, daher ihre Vorwürfe, wer weiß was ich dem Patienten tun würde dass die so agiert/en.

Obwohl ich mir die Eifersucht nicht erklären kann ??? Warum ??? Ich bin dankbar über jede Hilfe! Hab sogar seine Verwandten schon 2x gebeten öfters hinzugehen, da ich weiß dass er seine 2 Söhne über alles liebt.

Jedenfalls jetzt geh ich immer sehr spät und geheim hin dass mich niemand sieht. Apropos Eifersucht, die Blumen die ich ihm täglich bringe find ich am nächsten Tag ganz woanders in einen Winkel gestellt wo sie niemand sehen kann :|N

Auf die Blumen möcht ich aber nicht verzichten da ich glaube dass sie ein bissi helfen, eine kleine Aufmerksamkeit, was Neues in dem triesten Alltag. Ich hab ihm vorgestern gesagt dass sie ihm ganz viel Kraft geben werden, so wie die Blumen die er mir immer ins Spital gebracht hat. Und er hat sie ganz aufmerksam angeschaut. DAs ist nämlich das einzige auf was er schaut. Fernsehen tut er nicht, er schaut nur in die Luft, kein Bild dort nichts. Und ein bißchen was farbenfrohes find ich sehr wichtig für die Genesung. Obwohl, vermutlich die Lebensgefährtin, die Blumen immer wegstellt werden, sodass er sie gar nicht sehen kann, eigentlich niemand sehen kann. :-/

Cha-Tu, ist leider wieder lang geworden. Und jetzt muss ich mich schon für die Arbeit vorbereiten. Daher folgt noch eine Antwort am Abend.

Danke sehr @:) für Deine Sichten und Gedankenanregungen, hilft sehr wenn die Situation klarer durchschaubar ist, da diese gewisse, latente Unsicherheit sich auflöst.

Bis bald :)* :)*

Lieben Gruss und schönen Tag

Patricia

PEatricixa_23


Hallo Cha-Tu,

Was würde es geändert haben, wenn Dein Freund von dem Risiko gewusst hätte

Das ist eine legitime Frage. Vielleicht hätte es etwas geändert oder auch nicht, dass kann ich jetzt mit Sicherheit nicht sagen, da ich mit ihm nie darüber gesprochen habe. Aber zumindest wäre der SCHOCK dass sowas passiert ist erträglicher, da es einem bewußt ist dass sowas passieren kann. Denn ich glaube dass es nichts schlimmeres gibt als nicht einmal von so einer Krankheit zu wissen und diese nach einer so schweren HK-OP zu bekommen.

Ich hab nämlich auch nicht gewußt was das überhaupt ist ein SA ??? Wie erwähnt hatte ich bereits öfters welche, den letzten am 31.12.2008 und musste ins Spital, die haben mich nicht einmal mehr untersucht nachdem die Ausfallerscheinungen vorbei waren, und dies hab ich auch meinem Freund erzählt, womöglich hat er dadurch auch gedacht dass ein SA ein bißchen Ausfallserscheinungen sind die nach kurzer Zeit vorübergehen ???. D.h., bei mir war´s nicht schlimm, ich hatte beim letzten SA nur ein taubes Gefühl in der rechten Hand und rechtes Bein was nach paar Stunden von selbst vergangen ist und laut Spitalsauskunft eine Nebenwirkung eines Medikamentes war, dass ich sofort abbrechen musste.

Ich weiß, es klingt jetzt sehr hinterwäldlerisch, aber leider ist es Fakt, ich hatte keine Ahnung zu welchen gravierenden Ausfällen es bei einem SA kommen kann, daher hab ich mir auch nichts gedacht als ich im Beipacktext als Nebenwirkung "SA" gelesen hab. Was mich aber leider sehr wundert dass mir ein Arzt überhaupt so ein Medikament verschreibt :-/, denn m. E. gibt es nichts schlimmeres als einen SA. Aus meiner Sicht ist jede Krankheit erträglich, ein SA NICHT, da dieser so urplötzlich kommt und zu katastrophalen Ausfällen führt. :-( :-( Ich bete und hoffe aber täglich dass dies bei meinem Freund besser werden möge :)*

Wieso ich das erzähl, ich denk nämlich, dass mein Freund selbst wenn er´s bei der Unterschrift der Risiken gelesen hat, möglicherweise gar nicht gewußt hat was ein SA genau ist ???

Es wird hier in Ö viel über Krebs und AIDS und div. sehr ausgefallene Krankheiten berichtet, über SA hab ich leider noch nie einen Bericht oder Zeitschrift oder aber auch Erzählung unter Freunden, Bekannten, Kollegen gehört. :-(

Und ich hab noch etwas von Dir gelernt Cha-Tu, trotzdem in Ruhe die Unterlagen die einem als quasi "Da steht alles drinnen was ich Ihnen jetzt erzählt hab", durchzulesen und dann erst zu unterschreiben. ABER leiderleider gilt auch hierfür das Sprichwort "Erst durch Schaden wird man klug"!:-(

Man vertraut irgendwie vielzuviel, andererseits gilt man schnell als Nörgler oder Misstrauischer wenn man hinterfragt, aber besser letzteres in Kauf nehmen.

Dann hätte er eine Chance von sicherlich 50% gehabt, in den nächsten 2 Jahren an seiner Krankheit zu sterben. MIT Operation hatte er immerhin die Chance von mindestens 95%, dass alles gut geht. Dass er zu den 5% gehörte, bei denen die Katastrophe auftritt, ist ein schweres Schicksal, aber vorher einfach nicht abzuschätzen.

:)^ Das stimmt, das war wahrscheinlich auch der Grund wieso er nicht verschieben wollte und seine Anmerkung "...und so kann ich länger bei Euch sein". Grundsätzlich wäre ich sehr froh dass er bei uns ist, ganz gleich wie er aussieht und ober er sich bewegen kann oder nicht, aber es bricht mir das Herz zuzusehen wie schwer er sich mit seinem Zustand tut und wie fürchterlich er darunter leidet :°( :°( :°(

Wie oben erwähnt, ich glaube dass es für einen psychisch besser wäre es zu wissen.

Welcher halbwegs normale Mensch würde denn eine 95%-Chance aufgeben, um 50% Chance zu haben, daran zu sterben? Verstehst Du, was ich sagen will?

JA, total. Vielen Dank für die Darstellung @:) Ist jetzt viel anschaulicher wie es um ihn gestanden ist. Ich bin nämlich von dem Zustand wie´s ihm ging ausgegangen, und er war nach aussen wie immer - wie vor 22 Jahren. Er sagte mir auch was los ist, aber mit anderen Worten. Ich glaube das war dieser grenzenlose Schmerz den ich darüber empfinde was ihm geschehen ist gepaart mit der Unwissenheit des Risikos SA. Auf sein eventuelles Sterben war ich vorbereitet da wir darüber öfters gesprochen hatten und zuletzt hat er sich indirekt von mir verabschiedet falls er die OP nicht überleben sollte. :°( Ich wollte mich nicht indirekt verabschieden um nicht einmal einen Gedankenflug in seinen Gedanken einzupflanzen.

Dass sich der Zustand des rechten Beines schon besser, ist toll!

Dankeschön @:) Find ich auch. Er kann es noch nicht gut bewegen, aber ein wenig anwinkeln, aber immerhin, vorher war es wie leblos dagelegen.

Nach 3 Monaten konnte sie wieder gehen (wie ja schon beschrieben, zwar am Stock, aber nur ausserhalb der Wohnung; in der Wohnung brauchte sie den Stock nicht mehr).

Das war echt super dass Deine Mutter so grosses Glück gehabt hat!:)^ Ich denke nicht dass das selbstverständlich ist. Ich glaube auch dass ihr Deine Zuwendung, als Du in den ersten schwierigen Wochen bei ihr im Spital warst sehr viel geholfen haben.

Ich wünsche weiterhin so gutes Fortschreiten mit vielen kleinen Erfolgen, die dann irgendwann in der Summe einen grossen Schritt ausmachen.

Danke! @:) Danke!@:) Das ist irrsinnig nett! Danke vielmals @:) für die vielen positiven Aufmunterungen und Wünsche und Informationen der vergangenen Wochen. Die haben mir urviel Kraft gegeben um in dieser extrem schwierigen Situation zu bestehen.

Wenn es meinem Freund wieder besser geht, dann hoffe ich, dass Du und Monika inkl. Euren Lieben uns nach Wien besuchen kommt und wir gehen gut essen und ev. in die Oper oder Theater, was ihr gerne mögt. @:)

Alles Liebe und schönen Abend :)* :)*

Patricia

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