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Paradoxe Atmung, insbesondere im Liegen.

R,adle4r00x9 hat die Diskussion gestartet


Seit September 2008 beobachte ich bei mir paradoxe Atmung. Beim Einatmen geht der Bauch nach innen und beim Ausatmen geht der Bauch nach ausen. Die Atemarbeit geschieht dadurch verstärkt im Brustkorb. Im Stehen oder Sitzen ist das nicht sehr ausgeprägt, aber im Liegen, insbesondere in Rückenlage sehr störend.

Nachts wache ich wenigstens einmal auf, weil der ganze Brustkorb verspannt ist. Zudem ist mein Puls im Liegen um gut 10 Schläge höher als früher üblich. Bei Belastung, also schnelles Gehen oder Rad fahren wird die paradoxe Atmung verstärkt und behindert mich. Joggen ist seither gar nicht mehr möglich und Rad fahren nur leistungsbegrenzt.

Seit Ende September mache ich Atemtherapie. Das hilft, aber nur sehr langsam. Ich habe nun schon eine ganze Menge von Untersuchungen hinter mir: Sportmedizinische Untersuchung mit Belastungs-EKG und kardiologische Untersuchung, Blutbild, Orthopäde, Lunge, Bronchoskopie. Es ist alles in bester Gesundheit. Einzig die Schilddrüse hat einen linksseitig vergröserten Lappen (struma multinodosa). Zur genauen Untersuchung der Schilddrüse habe ich in zwei Wochen einen Termin.

Meine Frage:

Zum Thema "paradoxe Atmung" finde ich als Ursache sehr häufig gebrochene drei Rippen. Diese Ursache kann ich bei mir aber sicher ausschliesen. Was kann sonst noch die Ursache einer paradoxen oder inversen Atmung sein? Wie kann man das wieder loswerden? Wer kennt ähnliche Fälle? Wann kann ich endlich mal wieder ohne diese verrückte Atmung joggen?

Antworten
Sramglemxa


Hm. Sehr merkwürdig. Normalerweise atmet man ja von Natur aus richtig.

Irgendwann muss bei dir mal was gewesen sein, das diese Atmung verursacht.

Ich würde dir raten, mal einen Lungenspezialisten aufzusuchen. Ich könnte mir vorstellen, dass der einige Tests macht und dir dann Übungen zeigt oder so.

S;amlexma


Oh, du bist ja schon in Therapie, das hatte ich ganz überlesen |-o

Hm. Hast du beim Sport denn Probleme? Also dass du zu wenig Luft bekommst?

Hast du Asthma?

Ich komme aus dem Schwimmen und finde, das ist ein super Sport, um die Atmung zu kontrollieren, da man ja in einem bestimmten Rhythmus atmen muss. Außerdem kann man da sehr gut mit geringer Intensität arbeiten, was beim Joggen mMn sehr schwer ist.

Was war denn im September 08, dass das plötzlich kam?

RBad_lery009


Hallo, danke für die schnelle Antwort.

Hier der Befund des Lungenspezialisten: Normalbefunde auf pneumologischem Fachgebiet.

CT-radiologisch, lungenfunktionsanalytisch inklusive einer unspezifischen bronchialen Provokation mit Carbachol und bronchoskopisch liegen Normalbefunde auf pneumologischem Fachgebiet.

Schwimmen geht zurzeit gar nicht, da sich im Wasser der Bauch ganz nach innen zieht und ich nur noch mit dem Brustkorb atme. Da kommt Atemnot auf und ich halte es nur wenige Meter im Wasser aus.

Was war vor dem September? Sportlich war ich im vergangen Sommer besser drauf als in den Jahren zuvor. Mit dem Radsportverein hatten wir im Juli eine Radtour über 26 Pässe durch die Pyrenäen unternommen. Dazu hatte ich im Vorfeld reichlich trainiert. Insgesamt bin ich im vergangenen Jahr 7000km Rad gefahren. Schon während der Tour im Juli hatte ich bemerkt, dass ich nachts nicht mehr auf dem Rücken schlafen kann, weil ich schlecht Luft bekomme. Da hab' ich mich halt auf die Seite gelegt und nicht weiter drüber nachgedacht. Bewusst wurden mir die Probleme erst, als ich seit Anfang September einfach nicht mehr joggen konnte, weil die Atmung spinnt. Seither gehe ich fast nur noch spazieren, weil Sport mit dieser Einschränkung einfach keinen Spas mehr macht.

SbamClexma


Hm... Das ist sehr merkwürdig.

War vllt doch zu viel, deine 26 Pässe. Kann es sein, dass du einfach übertrainiert bist? Wirds denn besser, wenn du dich mal gar nicht bewegst/anstrengst?

Mit dem ärztlichen Befund kann ich leider nichts anfangen, zumindest in dieser Sprache ;-)

Asthma hast du aber nicht, oder?

Kannst du denn, wenn du dich starkt drauf konzentrierst, in den Bauch atmen?

Wie ist das denn, wenn du zB am Schreibtisch sitzt und was arbeitest. Konzentrierst du dich dabei auf die Atmung? Oder atmest du einfach?

Was für ein Lungenvolumen hast du denn?

Seither gehe ich fast nur noch spazieren, weil Sport mit dieser Einschränkung einfach keinen Spas mehr macht.

Das kann ich gut verstehen, aber vielleicht würde es nach einiger Zeit durch den Sport besser werden?

Ich könnte mir vorstellen, dass Atemübungen, bei denen du gegen einen Widerstand ausatmen musst, helfen könnten... als zB Luftballon aufblasen, die Lippen zusammenpressen usw. Was für Übungen musst du denn machen?

R.adle,r009


An Übertraining dachte ich auch schon, aber die ganze Geschichte ist ja schon einige Zeit her und bei der sportmedizinischen Untersuchung wurde nichts dergleichen festgestellt.

Asthma habe ich nicht.

Bei Rückenlage konnte ich lange gar nicht in den Bauch atmen. Seit der Atemtherapie kann ich das ein wenig, wenn ich mich darauf konzentriere. Etwa 20 Atemübungen führe ich täglich durch. Da sind auch solche dabei, die die Luft langsam durch spitze Lippen (auf fff) ausatmen oder ruckartig. Betonung ist immer darauf, die Atmung nach unten, in das Becken zu bringen.

Am Schreibtisch sitze ich beruflich häufig. Wenn ich arbeite, dann denke ich natürlich nicht an die Atmung, aber dazwischen immer wieder. In letzter Zeit fällt mir auf, dass ich im Sitzen oft die Bauchmuskeln über Gebühr angespannt habe. Das ist natürlich nicht gut für eine freie Atmung. Ich arbeite an besseren Sitzhaltungen, das ist nur nicht so ganz einfach.

Lungenfunktionsprüfung: IVC 3,7 l (83 % der Norm), FEV1 3,0 l (85 % der Norm), FEV1/IVC 81 % (105 % der Norm).

Spiroergometrische Messungen: VO2 max 3656 ml/min, entsprechend 53 ml/kg KG bei einer Herzfrequenz von 142 Schlägen/min, Atemzugvolumen 2,8 l maximal bei einem Atemminutenvolumen von 120 l/min maximal. Somit Erreichen der pulmonalen Limitation. Atemäquivalente regelrecht.

R^adleer009


Tja, so wie es ausschaut bin ich wohl im weiten Umfeld der Einzige mit paradoxer Atmung, der sich keine drei Rippen gebrochen hat. Bleibt die Frage, wie ich das wieder losbekomme.

AOneAurysm-vxerum


hä is doch normal?! bei mir ist das genauso.

A}ne"urysm-Uveruxm


also gehts um den bauch oder die rippen?

a)g0nes


Bevor man bei sich eine Diagnose stellt, sollte man die Bedeutung des Begriffes nachlesen:

Bei der paradoxen Atmung kommt es im Brustkorb während der Einatmung (Inspiration) zu Einziehungen und bei der Ausatmung beult sich der Brustkorb entsprechend aus (entgegen der natürlichen Atembewegung).

Dies trifft auf den Bereich der gebrochenen Rippen zu, also auf den betroffenen Teil des Brustkorbs.

Auch nachlesenswert: Atemtypen - Brust- und Bauchatmung.

R#adle^r00x9


Ja und wieder Nein. In Wikipedia steht es wie folgt: "Ohne das oben Beschriebene auszuschließen, entsteht eine Paradoxe Atmung eigentlich durch eine einseitige Phrenikusparese (Ausfall des Nervus Phrenicus, welcher das Zwerchfell motorisch innerviert). Dabei ist das Zwerchfell auf der betroffenen Seite völlig erschlafft. Durch den entsprechenden Hochstand und Ausfall des Zwerchfells, wird die Rippenatmung mit beeinträchtigt. Die Rippen und deren Ursprünge werden bei der Inspiration angehoben, wenn sich das Zwerchfell nun nicht mehr zusammenziehen kann, wird es dabei mit nach oben gezogen. Es bewegt sich somit paradox."

Beim Einatmen (Inspiration) weitet sich mein Brustkorb. Das Zwerchfell hat dem nicht ausreichend viel entgegen zu setzen und wird mit nach oben gezogen. Im Stehen ist das weniger stark, da hilft eventuell die Schwerkraft etwas mit. Im Liegen, insbesondere in Rückenlage ist das ausgeprägt. Wenn sich das Zwerchfell nicht zusammenzieht, sondern vom Brustkorb nach oben gezogen wird, dann wird automatisch auch der Bauch eingezogen. Das ist der Effekt bei mir.

Allerdings wurde eine Zwerchfelllähmung (parese) bei mir ausgeschlossen. Das Zwerchfell arbeitet auch, nur eben in der falschen Richtung. Beim Ausatmen zieht es sich zusammen beim Einatmen bleibt es entspannt.

Ist das wirklich so etwas Seltenes?

asgnexs


nachlesenswert: Atemtypen - Brust- und Bauchatmung.

SOamlaemxa


Stimmt... Wenn ich Brustatmung mache, geht mein Bauch auch rein... Und bei Bauchatmung gehen Bauch und Brustkorb beide nach außen.

Vielleicht ist das Problem also einfach, dass du nur in den Brustkorb atmest statt in den Bauch?

Rqa]dler0x09


Das Problem ist halt, dass es einerseits im Liegen und andererseits bei Belastung einfach nicht mehr anders geht. Da atme ich nur mit dem Brustkorb und der Bauch ist stark gegenläufig. Das Zwerchfell arbeitet zu wenig dagegen. Dadurch ist das Atemvolumen deutlich begrenzt und der Brustkorb arbeitet wesentlich mehr, als er müsste.

Atemtherapie bringt Besserung, aber nur sehr langsam ... das kann wohl Jahre dauern.

Interessant ist der Hinweis auf Terlusollogie und die Unterscheidung zwischen Einatmer und Ausatmer. Da werde ich noch etwas nachlesen, wenngleich das im Grenzgebiet zwischen Glaube und Wissenschaft liegen dürfte.

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