» »

Frage zu Betablocker ausschleichen

S2a1schOax_S hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich war ein paar Tage bis gestern im Krankenhaus, weil mein Hausarzt nicht mehr weiter kam. Ein Ergebnis ist nun, Betablocker soll ich nicht mehr nehmen. Mein Arzt hatte mir die eigentlich völlig sinnlos verschrieben und in einer Dosis, die ohne eine fundierte Diagnose wohl auch zu hoch war (tgl. 2 x 100 mg + bei Bedarf). Die Betablocker nehme ich jetzt 2 Monate und seit 4-5 Wochen hatte ich häufig Angstzustände, Druck in der Brust, Schwindel, Kopfschmerzen, Luftnot. Zuletzt täglich, darum auch das Krankenhaus. Potenz, so nebenbei, sank auch fast gegen null.

Nun soll ich die absetzen und der Arzt schrieb mir auf "bitte alle 3 Tage halbieren und vollständig absetzen". Bis gestern war ich bei 2 x 50 mg tgl. und heute nehme ich 1 x 50 mg bis Dienstag dann. Soll ich dann ab Mittwoch noch 3 Tage je 25 mg nehmen? Vierteln kann man die Tabletten nämlich eigentlich nicht und 25 mg ist ja auch mega wenig. Hat einer Ahnung, wie lange da noch eine Depotwirkung im Körper ist. Ist der "Kram" nach 2 oder 3 Tagen raus aus dem Körper.

Antworten
FNailruqre7x7


Hallo,

ich würde sie noch vierteln, da du über einen längeren Zeitraum eine sehr hohe Dosis genommen hast. Vierteln klappt auch ganz gut finde ich, wenn du die halben Tabletten in der Mitte von der Bruchlinie aus noch einmal teilst. :-)

Hast du die Luftnot vom Betablocker bekommen? Warum wurde dir eine so hohe Dosis verschrieben? 200 mg / Tag ist eigentlich die Höchstdosis; das "+ bei Bedarf" wundert mich dabei besonders...

C&hae-Tu


Ich musste vor einem Jahr meinen Betablocker aufgrund einer notwendigen Untersuchung, die nur ohne BB gemacht werden konnte, absetzen. Ich habe es ähnlich wie Du gemacht. Als ich bei 25 mg angelangt war, habe ich danach noch 10 Tage lang jeden zweiten Tag 25mg und dann erst ganz abgesetzt. Meine Hausärztin sagte mir, auf diese Weise könne der Rebound-Effekt beinahe sicher verhindert werden.

Generell: Wie man einen Menschen ohne genaueste Abklärung der Ursachen auf 200 mg BB setzen kann, ist mir unbegreiflich! Das ist die HÖCHST-Dosis, die ich noch nicht einmal nehme (obwohl ich durch zwei Infarkte bedingt schwer herzkrank bin).

Alles Gute

Cha-Tu

S&asc2hax_S


Ja, ich denke auch, mit dem Vierteln bekomme ich hin und werd es auch machen. Frage aber morgen noch den Doc, denn arbeiten werd ich ab morgen noch nicht.

Tja, ist ne längere Geschichte... Also Blutdrucktabletten nehme ich seit 09/2008, der Druck lag immer so bei 150-170/100-120. Klar, das musste behandelt werden. Von ACE Hemmer bekam ich übelsten Husten, dann bekam ich einen Calciumkanalblocker als Ersatz. Weil ich dann ständig starke Kopfschmerzen hatte bin ich nun bei Blopress (seit 3 Wochen), die sollen die geringsten Nebenwirkungen haben, sind aber auch teuer und werden recht selten verschrieben.

Die Betablocker bekam ich noch dazu, weil mit Puls immer so bei 80-100 lag. Meist aber um die 90, auch in Ruhe. Ich hatte den HA gewechselt und der verschrieb mir die dann ohne irgendeine Untersuchung. 24h Blutdruck, 24h EKG und Belastungs-EKG wurden später gemacht. Alles i. O., aber trotzdem weiter Betablocker.

Nun hatte ich seit einigen Wochen o.g. Beschwerden. Das war z.T. so extrem, das ich den Notarzt rief. Nur mal ein Beispiel: Ich hab gute Laune, keine Sorgen, Musik an, stehe in der Küche beim Kochen. Plötzlich hab ich das Gefühl, die Überdosis einer Droge wirkt schlagartig, ich bekomme kaum noch Luft, die Beine werden taub, starke Kopfschmerzen, Schwindel, übel, Druck in der Herzgegend, linker Arm leicht taub, Angstzustände. Blutdruck kann ich selber messen und er lag dann z.T. bei 200/150 Puls 140. Trotz Medis!

Mein Arzt meinte schon beim 1 Mal, es wird wohl psychosomatisch sein. Es seien wohl die typischen Anzeichen. Ich wollte das nicht glauben, denn für mich fällt so was nicht einfach vom Himmel. Für mich gibt es dafür keine Erklärung, auch nicht, was die Vergangenheit betrifft. Er sah das anders und meinte, es ist mir nur nicht bewusst und das kommt eben völlig überraschend.

Ich sah da gleich einen Zusammenhang mit dem Betablocker. Das ich mich veränderte, merkte ich so etwa 1 Woche nach der ersten Einnahme. Mein Arzt meinte, das ist absolut ausgeschlossen, für ihn ist MetoHexal (Metropolol) scheinbar ein Wundermittel. Angstzustände oder Panikanfälle kann man davon nicht bekommen.

Und da irrt mein HA oder tut nur so dumm!

Im Krankenhaus wurde die Sache sehr ernst genommen, war aber leider auch ein kleiner Untersuchungsmarathon. Gemacht wurde: CT Kopf, Sonographie, Lunge, EKG, 24h Urin, täglich Blut, Herz Echo und wegen der sichersten Aussagekraft Herzkatheter. Vor Letzterem hatte ich scheissende Angst, war aber ok.

Zum Glück ist alles 100% i.O. Null Risiko. Herz, Gefäße etc. 1A. Ich hab eben einfach nur hohen Blutdruck, der erstmal keine schlimme Ursache hat. Infarktrisiko gleich null.

Am besten war aber ein Gespräch mit der FA f. Kardiologie. Die o.g. Erscheinungen können sehr wohl von Betablockern kommen, wozu auch krasse Angstzustände zählen. Weiter sagte sie, BB verändern ja auch die Psyche und es gibt einen sehr geringen Prozentsatz von Patienten, wo die Auswirkungen sehr negativ sind. Selten, aber es kommt vor. Da kann man dann noch mit anderen BB etwas experimentieren, z. B. Betablocker der 3. Genaration (besser), aber in meinem Fall sind BB eh völlig unsinnig. Sofort ausschleichen schrieb sie in den Befund. Und auch der OA auf der Station bestätigte mir das im Gespräch, wobei der im ersten Gespräch davon auch nichts wissen wollte.

Sjasch\a_xS


Generell: Wie man einen Menschen ohne genaueste Abklärung der Ursachen auf 200 mg BB setzen kann, ist mir unbegreiflich!

Ich hab mache Tage 250 oder 300 mg genommen weil ich dachte, es hilft. Mein HA wusste das.

F(ail"ure7x7


Das ist eine viel zu hohe Dosis; da würde der Puls bei mir sicherlich auf deutlich unter 50 absacken, das kann gefährlich werden!

Naja, eine beklemmende Luftnot hab ich auch ab und zu, manchmal auch in Ruhe und längere Zeit nach den Mahlzeiten (sonst mögliche Ursache Reflux) - das schiebe ich auch oft auf den Betablocker, weiß aber nicht, ob es stimmt...

S$aschxa_S


Das war ja kuriose. Bei mir lag er auch mit 200 oder 250 mg nie unter um die 70-75 und ohne Betablocker mit im Schnitt 80-90 auch nicht viel höher. Scheinbar bringen die BB bei mir nicht was sie sollen, aber dafür andere Sachen. Im Krankenhaus hab ich ja schon Do.-Sa. "nur" 100 mg bekommen, statt 200 mg (wegen dem Ausschleichen). Heute bis übermorgen nehme ich täglich 50 mg. Leider merke ich das irgendwie, bin total unruhig. Krankenhaus hatte mir gestern 4 x 5 mg Valium mitgegeben, wenn es gar nicht geht. Ich traue mich nur nicht das Zeug zu nehmen. Für eventuelle Entgleisungen hatte mir mein HA schon vor 3 Wochen Nitrolingual verschrieben, die hab ich aber auch noch nicht angefasst.

S~asch=a_S


@ Failure77

Die Atmung verändert sich durch BB und ein leichtes Gefühl der Enge beim Atmen ist "normal". Selbst, wenn man nichts mit der Lunge etc. hat.

Cuha-Txu


ein leichtes Gefühl der Enge beim Atmen ist "normal".

Ich nehme seit nunmehr 18 Jahren Metoprolol und habe diese Atem-Enge noch nie gehabt. Das ist eine Nebenwirkung, aber die ist relativ selten. Normal ist das nicht. Allerdings habe ich auch noch nie den Betablocker in derart astronomischen Höchstdosierungen genommen. Dass Dein Hausarzt Dir erlaubt oder empfohlen hat, sogar über die Höchstdosis zu gehen (also über 200 mg), halte ich für +++++ (jetzt zensiere ich mich mal selbst, sonst werde ich ausfallend) +++++

Gruss

Cha-Tu

CXha-xTu


Ach, und noch etwas: Wenn ein Betablocker bei einer mittleren Dosis (im Falle von Metoprolol z.B. 75-100 mg) nicht ausreichend wirkt, sollte der Arzt einen anderen Wirkstoff versuchen (anderer Betablocker, ACE-Hemmer, Sartane), aber nicht den BB in derart exzessive Höhen treiben. Sorry, aber da rege ich mich masslos drüber auf...

Cha-Tu

S>ascuhaj_S


Ja, ich hatte mich auch aufgeregt und wurde da meinem HA gegenüber auch mal leicht unfreundlich. Im KH sagte ein Arzt zu mir, leider wird heute eben "nur" noch mal eben was verschrieben. Nicht selten ist es zu viel oder falsch, gerade mal geschätzte 30% der Patienten mit hohem BD etc. sind gut eingestellt, der Rest nicht. Das ist eigentlich ziemlich traurig und auch gerade, weil Deutschland sich das teuerste Gesundheitswesen weltweit leistet (ja!).

Wegen der BB, also die "nur" 50 mg gestern und heute merke ich leider, mein Puls liegt seit gestern immer um die 100. Die Frage ist nur, was macht man da ohne BB? Hab nachher Termin beim HA. Mal sehen, was der meint. Wegen dem Ausschleichen der BB wird er nicht begeistert sein, da bin ich mir sicher.

CKhia-RTxu


Hallo, Sascha,

wenn der Puls so hoch ist, würde ich nicht weiter reduzieren, sondern erst mal einige Tage bei 50 mg bleiben und schauen, ob sich der Puls senkt. Aber so würde ICH vorgehen. Ich darf Dir das nicht empfehlen, weil ich kein Arzt bin, sonst kriege ich hier Ärger. Aber ICH würde es so machen.

Und ICH würde auch versuchen, einen anderen Hausarzt zu finden. Die Blutdruckeinstellung ist eine heikle Sache, man muss oft verschiedene Medikamente und oft auch Kombinationen versuchen (bei mir wirkte erst die Kombination Metoprolol und Sartan optimal). Einfach nur EIN Mittel zu erhöhen, nee, das würde ich nicht akzeptieren.

Bin gespannt, was der Arzt sagt.

Lieben Gruss

Cha-Tu

BBella6|000


Hallo, wenn ich das von den BB lesen kommen ja sogar mir Bedenken! zzz

Ich nehme 2 x täglich 180mg Sotalol. Ist dann diese Menge überhaupt zu verantworten?

Mein Kardiolog zzz e hat mich nach der Herzkathetheruntersuchung auf diese Dosis gesetzt.

LG

C)ha-xTu


Hallo, Bella,

meine Bemerkungen bezogen sich AUSSCHLIESSLICH auf den Betablocker "Metoprolol". Ich hoffe, ich habe jetzt hier keine Aufruhr gemacht, und Sascha nimmt vielleicht einen ganz anderen BB ??? Ich bin davon ausgegangen, dass es Metoprolol ist, weil diese 50er Schritte bei Metoprolol üblich ist. Bisoprolol hat ganz andere Mengeneinheiten: 2,5mg, 5,0mg, 7,5mg und 10,0mg. Aber diese beiden BB und ihre Dosierungen darf man keinesfalls vergleichen. 50 mg Metoprolol sind eine kleine Menge, 50 mg Bisoprolol wären eine irrsinnige Überdosis.

Von Deinem BB Sotalol kenne ich die Dosierungseinheiten und die Höchstdosis nicht, ich kenne auch den BB selbst nicht.

Welche Menge genommen wird, hängt ja immer vom Wirkstoff ab.

Sascha,

könntest Du mal mitteilen, ob Du Metoprolol nimmst? Falls nicht, dann ziehe ich meinen "Aufruhr" mit grossem Bedauern zurück. Ich muss sorgfältiger lesen, sorry.

Cha-Tu

Aeneurysom-Vverum


Du meinst vermutlich 2 x 160mg Sotalol oder? Das entspricht der Tages-Höchstdosis (ähnlich 2 x 95mg Metropolol).

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sportmedizin · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH