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Bypass Operation, Psychische folgen.

Mra+LeLaJxu hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Papa hatte am 22.9 einen 2-fachen Bypass Operation. Nun hat er richtig mit seiner Psyche zu kämpfen, Er weint sehr oft und denkt wir wollen Ihn nicht mehr, was nicht der Fall is, jetzt ist er in einer Kur, da hat er Angst das wir ihn vergessen abzuholen, was nicht passieren wird. Doch er weint und denkt dies. Seit der Operation hat er Luft im Bauch was ihn sehr Weh tut und ihn fertig macht, er kann nicht verstehen warum sie ein Herz ganz machen können aber so ein wenig luft nicht aus seinen Bauch bekommen können. Er sagt immer "ich sehe hier keinen ausweg, ich kann nicht mal die kleinsten dinge alleine machen!", ich hab ihn heute dabei geholfen seine unterwäsche zu wechseln, ich weiß dass er sich schlecht fühlt wenn seine Tochter sowas macht, aber ich will ihn doch nur helfen, er denkt er ist jetzt für immer so.

Es ist zu Zeit sehr Unheimlich, ich will ihn helfen weiß aber da dass nicht das beste is, weil ich ihn das gefühl gebe er ist ein "pflegefall".

Für meine Mutter is die Situation sehr schlimm, sie denkt auch das er für immer so bleibt, und hat angst davor.

Mein Papa is jetzt 55 Jahre alt und hatte schon 4 Herzinfakte, und mehrere Stands (bin mir nicht sicher ob das so geschrieben wird), bei den Letzten versuch ihn einen Stand zusetzten haben sie abgebrochen da es nicht ging. Die Bypass Operation hat er, aussage von Arzt, den Umständen gut verkraftet und es sei mehr Psychisch bei ihn. Ich denk es war auch nicht Richtig da er sich die Bilder von der Operation angesehen hat, danach hat er auch erfahren da sie bei der Operation eine Gerinzel entdeckt haben. Meine Mutter denkt er hat ein Hirnschlag, aber ich glaub das nicht.

Hat jemand im VErwandenkreis auch sollche erfahrungen gemacht, oder jemand selbst? Ist das Normal, das er manchmal aussetzter hat ganz merkwürdig is und dann glei wieder "Normal"? Das er oft anfängt zu weinen? Und sollchen Schlimmen Ängste hat?

Ich bin wirklich dankbar für jede Erfahrung die ihr mir mitteilt.

Antworten
S!aaOlach


Zuerst einmal RUHE behalten, das ist meistens so bei Herzpatienten! Angeblich soll (hat ein Arzt gesagt, ob es stimmt ....) werden mit den Tränen irgendwelche Gifte aus dem Herzen ausgeschieden, wie gesagt, stammt nicht von mir.

Auch ich habe 3 Herzinfakte und 6x Stent und lebe immer noch halbwegs gut, ich musste nur meine Lebensweise umstellen, man muss eben "gesünder" leben und das geht recht gut.

......aber ich will ihn doch nur helfen....., das ist sehr gut aber bitte nicht aufdringlich, Herzpatienten sind da etwas eigenartig, die MEISTEN haben die Einstellung - nun bin ich nicht mehr viel Wert - das ist aber falsch.

.....er ist ein "Pflegefall"....., das ist er sicher nicht - da muss er sich aber selber überzeugen und zeigt ihm nicht zu viel Mitleid - er schafft es schon.

Wenn er weinen will, soll er, warum sollte das Probleme machen, SEELISCHE Schmerzen müsse auch verdaut werden. Und die körperliche Leistung - nun, JEDER wird täglich einen Tag älter, na und?

ChhCa-,Tu


Hallo, MaLeLaJu,

nein, nein, keine Sorge, Dein Vater wird sicherlich nicht so bleiben! Aber es ist bekannt, dass Herzkranke und Herzoperierte grosse seelische Probleme haben, und das ist ja auch vollkommen klar: Sie haben ja nicht nur die Erfahrung gemacht, dass ihr Leben so schnell gefährdet werden kann, sondern sie müssen auch damit leben lernen, ganz nahe am Tod gewesen zu sein. So etwas steckt man nicht so leicht weg, das ist eine "Grenzerfahrung", die man erst einmal verarbeiten muss. Das kann nicht in wenigen Tagen oder Wochen gehen, sondern das kann durchaus einige Monate dauern. Ich möchte Deinem Vater aus eigener Erfahrung (zwei Herzinfarkte) empfehlen, dass er sich nach der Kur einen Psychotherapeuten suchen sollte. Ich habe selbst diese Hilfe gebraucht, und zwar nicht, weil ich verrückt war, sondern weil ich selbst spürte, dass man durch diese grosse Gesundheits- und Lebenskrise am besten in Begleitung eines Fachmenschen gehen sollte. Verwandte, Ehepartner und Kinder, Freunde und Kollegen sind ganz ganz wichtig, aber sie sind manchmal selbst mit der Situation überfordert, und der Kranke möchte seine Liebsten auch oft schonen und sagt dann nicht, was ihn bedrückt. Darum ist ein Therapeut oder eine Therapeutin so wichtig.

Gleichzeitig möchte ich ihm empfehlen, sobald es geht, eine Herzsportgruppe aufzusuchen. Zum einen wird er dort unter ärztlicher Aufsicht körperlich langsam wieder aufgebaut, zum anderen aber hat er dort Leidensgenossen, mit denen er sich austauschen kann. Nach der Sportstunde ist meistens noch ein lockeres Zusammensein, bei dem man sein Herz ausschütten kann und allein die Tatsache, dass alle die, die dort sind, ähnliches hinter sich haben, gibt schon ein gutes Gefühl. Ich war fast 10 Jahre in so einer Gruppe, sie hat mir sehr gut getan.

Weinen, Ängste, Unsicherheit, ja, auch Panik und Verzweiflung sind in der Situation Deines Vaters ganz normal, fast jeder schwer Herzkranke und/oder Herzoperierte kennt sie. Ja, es ist sogar GUT, wenn Dein Vater seine Ängste zeigt und dass er weint. Stell Dir vor, er würde das alles in sich hineinfressen?! Dann würde er bald wieder krank, denn die Gefühle wollen und müssen ja raus. Einen Teil davon könnt Ihr als Familie sicherlich gut und liebevoll auffangen. Aber nicht alles. Damit seid Ihr überfordert. Darum noch einmal meine dringende Empfehlung: Dein Papa soll nach der Reha unbedingt einen Therapeuten suchen, und sich von diesem ein wenig durch diese schwere Zeit begleiten lassen.

Alles Gute für Euch und besonders für Deinen Vater

Cha-Tu

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