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Diffuse Herzbeschwerden und Hhv 6 im Blut und Herzmuskel

dLynas=ty77 hat die Diskussion gestartet


Hallo und schönen guten Tag,

ich leide jetzt schon seit Jahren an immer mal wieder kehrenden seltsamen Herzbeschwerden. Angefangen hat das ganze 1996 mit Schwindel und Herzklopfen. Damals hat man gedacht, dass ich eine Angststörung mit Panikattacken habe. Diese Diagnose wurde damals auch aufgrund meines damaligen Alters gestellt. Ich war gerade mal 18 als das alles anfing. Nach einigen Monaten mit extremen körperlichen Beschwerden und daraus resultierender Angst wurden die Symptome wieder etwas besser und ließen zunächst ganz nach.

Im Frühjahr 1998 bemerkte ich dann das erste Mal einen Druck auf der Brust und ging zum Kardiologen. Auf den ersten Blick schien alles ok zu sein, und da die Beschwerden nicht mehr auftraten, nahm ich die anderen Termine nicht mehr wahr.

Im Laufe des kommenden Jahres verschlechterten sich meine Symptome zusehends. So hatte ich immer wieder mal ein Ziehen im linken Arm und war nach körperlicher Belastung schnell außer Atem und extrem erschöpft. Ich ging erneut zum Kardiologen, der machte ein Belastungs EKG und riet mir zum Herzkatheter, da man im EKG eine Sauerstoffminderversorgung des Herzmuskels gesehen habe. Nachdem mir mein damaliger Hausarzt allerdings von einer invasiven Untersuchung aufgrund meines Alters und des fehlenden Risikoprofils abgeraten hatte und mir zu einer Myocardszintigraphie riet, sagte ich die Herzkatheteruntersuchung ab und entschied mich für die nichtinvasive Variante. Das Ergebnis der Untersuchung war eine inhomogene Speicherung im Bereich der Vorderwand, die unter Belastung zunahm. Allerdings ohne ein Anzeichen für eine Ischämie oder einen Myocardschaden. Aus dem Befund würden sich keine therapeutischen Konsequenzen ergeben.

Im Jahr 2000 hatte ich dann einen so richtig schlimmen Anfall auf dem Balkon, während ich für mein Studium lernte. Urplötzlich Druck auf der Brust, Todesangst, Schwindel. Ich rief den Notarzt an und kam ins Krankenhaus. Dort machte man dann doch einen Herzkatheter, da man im Ruhe EKG q-Zacken und somit Anzeichen eines Infarktes fand. Das Ergebnis des Herzkatheters war einerseits gut andererseits merkwürdig.

Die Gefäße waren komplett frei, aber an der Vorderwand fand sich eine Hypokinesie im Bereich des mittleren Drittels. Man dachte an eine abgelaufene Myokardits und schickte mich in eine Uniklinik, in der ich biopsiert wurde. Die Biopsie führte zu keinem Ergebnis, aber man fand in den Fingern eine Mikroangiopathie und schlussfolgerte daraus, dass ich eine Raynaud Problematik habe. Die Beschwerden liessen nach einem Jahr wieder etwas nach, so dass ich wieder belastbarer wurde. Im Frühjahr 2002 diagnostizierte man schliesslich in einer Rheumaklinik eine Prinz Metall Angina und gab mir einen Calcium Antagonisten, da ich allerdings im Normalfall einen recht guten Blutdruck habe, vertrug ich das Präperat nicht und setzte es wieder ab. Im April 2004 war ich dann noch einmal auf einer vierwöchigen Kur. Der Chefarzt in der damaligen Klinik behandelte meine Symptome mit einer Kombination aus Schulmedizin und Naturheilkunde. So führte er bei mir mehrere kleinvlumige Aderlässe durch und gab mir gegen die Schmerzen eine Nifical D3 Verdünnung. Durch diese Behandlung wurde mein Gesamtzustand derart gut, dass ich zwischen den Jahren 2005 und 2008 kaum noch Beschwerden hatte.

Aber im letzten Dezember kam alles wieder zurück. Und diesmal viel schlimmer als vor ein paar Jahren. Mir fiel schon im vergangenen Jahr auf, dass ich nach dem Duschen oder nach psychischem Sress Verspannungen im Rücken in Herzhöhe hatte. Ich schob die Angelegenheit allerdings auf meinen Rücken und liess mich daraufhin massieren. Nach einer schlimmen Zahn OP ging die ganze Sache los. Ich wurde nachts wach, musste auf die Toilette und mit wurde schwindelig und ich hatte Herzrasen.

Daraufhin ging ich zu meinem Hausarzt, der mir Blut abnahm und eine Entzündung feststellte. Er schob es auf die Zahn OP und die vereiterten Zähne und gab mit Antibiotika.

Im Januar diesen Jahres wurde mein Zustand noch schlechter. Ich war im Wald spazieren und mir fiel auf dass kleine Anstrengungen mich komplett fertig machten. Ich konnte kaum meinen Spaziergang beenden.

Daraufhin ging ich nochmal zum Hausarzt. Er stellte einen hohen Blutdruck fest. Ich hatte früher nie Blutdruckprobleme, eher zu niedrigen. Daraufhin liess er eine 24 Stunden Dauerblutdruckmessung machen, die Werte waren am Tag über katastrophal. So schickte er mich zum Kardiologen. Ausser der Hypokinesie im Bereich der Vorderwand, konnte dieser allerdings nichts neues feststellen. Allerdings führte er zunächst kein Belastungs EKG durch. Er war der Meinung, es sei ein hormonelles Problem, und schickte mich zu einem Endokrinologen. Hätte durchaus sein können, denn ich sollte an dieser Stelle erwähnen, dass man bei mir im November 2007 einen kalten Knoten an der Schilddrüse festgestellt hatte, und ich seitdem Thyranjod 50 jeden Morgen einnehmen musste. Da man bei dem Endokrinologen allerdings so schnell keinen Termin bekam, ging ich zu meinem Schilddrüsenarzt, der einen Zusammenhang zwischen dem Bluthochdruck und der Schilddrüse ausschloss.

Mir ging es dann auch wieder besser, so dass ich meine Zahnbehandlung an allem Schuld gab und es erst einmal darauf beruhen liess. Dann kam der schicksalhafte Abend im April. Ich war mit meiner Freundin im Kino. Kurz nach verlassen des Kinos wurde mir auf einmal total schwindelig, ich hatte das Gefühl tot umzufallen und Todesangst. Mein Herz raste, ich bekam keine Luft. Ich liess mich von meiner Freundin direkt ins nächste Krankenhaus fahren. Dort konnte man ausser einem hohen Puls und Blutdruck aber nichts akutes finden. Man schickte mich wieder heim und mein Hausarzt mich erneut zum Kardiologen. Diesmals machte dieser einen Belastungs Test und die Veränderungen aus dem Jahre 1999 waren wieder da, nur diesmal schon bei 50 Watt und in mehreren Ableitungen. Damals nur in einer Ableitung ab 150 Watt.

Der Kardiologe liess ein MRT vom Herzen machen und fand nichts auffälliges, meine Herzleistung sei zwar im unteren Normbereich, aber er schob das auf einen Trainingsmangel.

Die Beschwerden nahmen in den kommenden Wochen immer mehr zu. Teilweise hatte ich einen Ruhepuls von 110 die Minute, zusätzlich immer wieder Angina Pectoris ähnliche Beschwerden, in Ruhe, bei körperlichem Stress, wenn ich Kälte ausgesetzt war, nach dem Duschen, mitten in der Nacht aus dem Schlaf heraus. Dazu kamen die Schwindel und ein Benommenheitsgefühl, so als würde ich neben mir stehen. Kreislaufprobleme, leicht erhöhte Temperatur, geschwollene Lymphknoten, daraus resultierend Todesangst. Auch die Blutwerte fingen an zu spinnen. Meine Ck Werte waren immer erhöht nach den Anfällen, ebenso mein CRP. Deshalb entschloss man sich zu einem Herzkatheter. Auch hier wieder wie vor 9 Jahren keine Stenosen. Aber eine Wandbewegungsstörung im apikalen Bereich. Und die Herzleistung war nur noch bei 50 %.

Man biopsierte erneut. Und diesmal wurde man fündig. Man fand in recht hoher Konzentration Antikörper gegen das humane herpes Virus 6 im Blut sowie im Herzmuskel.

Der behandelnde Chefarzt und seine Assistentin meinen, dass meine Beschwerden daher kommen würden. Man begann eine Immunstimmulierungs Therapie. Die neuen Blutwerte ergeben allerdings, dass sich das Virus immer noch im Körper befindet und arbeitet. Ich nehme nun folgende Mittel ein: ASS 100 morgens, Thranajod 25 morgens, Verapamil 80 morgens, mittags und abends und Pentalong 80 morgens und abends. Bei Bedarf soll ich Nitro sprayen und Voltaren resinat einnehmen.

Die Beschwerden gehen aber nicht weg. Ich bin zwar wieder zu mehr in der Lage als vor ein paar Wochen, aber ich habe dennoch Dauerbeschwerden, und das den ganzen Tag. Immer Schwindel und ein Benommenheitsgefühl, manchmal kommen Herzklopfen, Schmerzen und Vernichtungsängste hinzu. Das ist so kein Zustand. Kann mir hier in diesem Forum vielleicht einen Tip geben, was man noch machen kann und ob das wirklich alles von dem Virus kommen kann?

Nochmal die harten Fakten zusammengefasst:

Q-Zacken im Ruhe EKG

St Streckensenkungen und T Negativierungen im Belastungs EKG in mehreren Ableitungen

Wandbewegungsstörungen im Ultraschall und im Herzkatheter, die aber nur im Schmerzanfall zu sehen sind

Inhomogenes Speichermuster im Herzszintigramm in Ruhe im Bereich der Vorderwand, zunehmend unter Belastung, ohne Anzeichen einer Ischämie oder einer Narbe.

Mrt ohne Befund.

50% EF im Katheter, 60% im MRT vor einem halben Jahr

Herzkranzgefäße sauber

Mikroangiopathie und Raynaud Syndrom an den Händen

Hin und wieder Blutdruckunterschiede im rechten und linken Arm. Rechts höherer Blutdruck als links.

Humanes Herpes Viurs 6 im Blut und im Herzmuskel.

Vorerkrankungen: Lungenentzündungen 1980, 1987, 1992

Pfeiferisches Drüsenfieber 1992.

Verdacht auf Myokardits und chronisches Erschöpfungssyndrom.

Symptome: Atypische Angina Pectoris ähnliche Beschwerden, bei Kälte, Stress, üppigem Essen und neuerdings auch bei körperlicher Belastung.

Schwindel, Kreislaufprobleme, Leistungsknick ( selbst kleinste körperliche Belastungen strengen teilweise schon extrem an und führen zu Dyspnoe und Herzbeschwerden).

Benommenheitsgefühl und daraus resultierende Angstzustände.

Den ganzen Tag Beschwerden und das von Woche zu Woche verschlimmert.

Bin für jede Art von Hilfe und Ratschlägen dankbar. Bin nämlich erst 32 Jahre alt und eigentlich ein lebenslustiger Typ, der sich nichts sehnlicher wünscht, als wieder gesund zu sein, um das Leben zu geniessen.

Antworten
M5onWig61


Hallo!

Das hört sich alles nicht so gut an, vor allem, weil Du ja noch so jung bist.

Ich kann Dir zwar nicht wirklich helfen, aber ich habe seit einigen Jahren eine ähnliche Syptomatik, mit der ich mittlerweile ganz gut umgehen kann. Mein HA hat mir vor ca. 1 Jahr geraten, mir ein mobiles EKG Gerät anzuschaffen, dass ich immer benutzen kann, wenn mich wieder mal die Panik überkommt oder ich beschwerden habe. Anstatt voreilig den Notarzt zu rufen, lege ich mir diesen EKG Gürtel um die Brust und sende meine Werte über das Telefon an ein medizinisches Zentrum. Der Arzt vor Ort schaut sich innerhalb von wenigen Minuten mein EKG an und spricht mit mir darüber. Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, so schnell und unkompliziert "Entwarnung" zu bekommen, da oftmals die Beschwerden nichts mit dem Herz zu tun hatten, sondern es sich nur so anfühlt.

Frag´doch mal deinen Arzt danach, das ganze nennt sich Telemedizin und wird von der Firma SHL angeboten.

Alles Gute!

dPynaDsty77


Die Idee klingt zwar gut, aber ich denke, wenn ein Arzt bei mir eine gewisse Symtomfreiheit erreichen kann, bin ich schon dankbar und dann wäre es auch nicht mehr notwendig, dass ich dauernd EKG´s geschrieben bekomme. Dennoch ist die Idee zum Übergang nicht schlecht und ich werde meinen Kardiologen mal darauf ansprechen.

Hlosstax53


Hallo dynasty, hallo Moni!

Ich habe persönlich meine Erfahrungen mit der Telemedizin gemacht und kann auch nur sehr positives berichten. Seitdem ich meine Herzarbeit über das mobile EKG Gerät "überwachen" lasse, fühle ich mich im Leben viel sicherer. Ich habe einfach die Gewissheit, dass ich mich rund um die Uhr auf das telemedizinische Zentrum verlassen kann, immer dann, wenn ich wieder die Gewissheit brauche, dass mein Herz normal schlägt...

Durch SHL habe ich meine Lebensqualität wieder zurück gewonnen.

Viele Grüße!

C(ha-xTu


So eine EKG-Gerät mag auf den ersten Blick reizvoll sein, aus psychologischen Gründen würde ich davon aber dringend abraten, weil das zu einer Fixierung führen kann, die neurotisch werden kann.

Gruss

Cha-Tu

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