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Geplante Herzklappen-Op

HaerSz53x5 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr lieben,

mein Freund ist 35 J. und hat folgende Diagnosen:

- Virus positive dilatative Kardiomyopathie (Parvo B19 u. HHV6 im Myokard),

Z. n. Pentaglobin-Therapie, jetzt noch Parvo B19 noch gering vorhanden.

- Hochgradig eingeschränkte LV-Funktion bei Hypokinesie aller Wandabschnitte

- Pulmonalarterielle Druck- und Wiederstandserhöhung

- hochgradige Mitralklappeninsuffizienz, Triguspidalklappeninsuffizienz

Im Januar ist eine Mitralklappen-Rekonstruktion geplant.

Hatte hier jemand eine Herklappen-OP bereits überstanden und kann uns sagen wie dabei vorgegangen wird und wie lange man ca. stationär bleibt?

Devi war eigentlich geplant, aber jetzt hat der Prof. erst eine MK-Rekonstruktion veranlasst. Wir hoffen das dann kein Devi mehr notwendig ist. :)*

wir bedanken und im voraus für eure Antwort @:)

Antworten
CNhar-Tu


Hallo, Herz35,

meine Mutter hatte eine Aortenklappenoperation, das ist zwar schon einige Jahre her, aber da ich in allen Phasen des Geschehens dabei war (ausser bei der OP selbst natürlich), habe ich da vieles gesehen und erlebt.

Wenn der Brustkorb geöffnet und eine Herzlungenmaschine zum Einsatz kommt, kann man davon ausgehen, dass bei einer OP ohne Komplikationen der stationäre Aufenthalt 10-14 Tage ist, danach schliesst sich meistens eine Anschlussheilbehandlung ("Reha-Kur") an. Diese würde ich auch dringend empfehlen (aus eigener Erfahrung, ich bin nach meinem ersten Infarkt und nach einer Ballondilatation auch in die Reha gekommen, das war sehr hilfreich), weil man da vieles lernt und systematisch und kontrolliert wieder aufgebaut wird.

Nach der OP kommt man auf die Intensivstation, wo man 1-3 Tage bleiben muss, je nach Zustand. Ist die OP komplikationslos verlaufen, wird er bereits auf der Intensivstation langsam mobilisiert. Ich kenne aus meiner Herzsportgruppe Herzoperierte, die bereits am Tag nach der OP ihr Bett verlassen mussten, natürlich mit Hilfe durch einen Physiotherapeuten oder Gymnasten oder Krankenpfleger. Nach 1-3 Tagen kommt er dann auf die Normalstation.

In einigen Kliniken und bei bestimmten Patienten kann heute auch schon ohne Herzlungenmaschine gearbeitet werden, diese OP ist natürlich viel einfacher, und der Klinikaufenthalt nach der OP noch ein paar Tage kürzer. Aber für diesen Eingriff kommen leider nicht alle Patienten infrage.

Wenn Dein Freund eine biologische Herzklappe bekommt, also vom Schwein, oder wenn seine eigene Herzklappe rekonstruiert/repariert werden kann, wird nach der OP keine "Blutverdünnung" nötig werden. Wenn er eine künstliche HK bekommt, wird er lebenslang sein Blut verdünnen müssen, meistens geschieht dies mit dem Medikament Marcumar. Wie das vor sich geht, erfahrt ihr nach der OP, da wird man regelrecht "trainiert".

Ob er andere Medikamente nehmen muss, wird davon abhängen, ob die Kardiomyopathie ausreichend stabilisiert werden kann. Ganz ohne Medikamente wird es sicherlich nicht gehen, dafür ist die Diagnose doch zu schwer. Aber wie und was genau genommen werden muss, das ist individuell verschieden, und das wird man erst nach der OP entscheiden.

So, das ist jetzt erst mal alles, was mir spontan einfällt. Wenn Du konkrete Fragen hast, stelle sie einfach, es sind hier mehrere Leute, die mit HK-Operationen Erfahrungen haben.

Liebe Grüsse und alles Gute für Deinen Freund!

Cha-Tu

gtroTttche


Hallo Herz 35 !

Ich habe vor 3 Jahren eine Mitralklappen Rekonstruktion gehabt.

Ich war 6 oder sogar 8 Tage Intensiv, weil es mir ziemlich schlecht ging. (ich selbst weiß gar nicht ganz genau ob es 6 oder 8 tage waren ... )

Allerdings war ich auch vorher schon ganz mies dran weil ich einen miesen Hausarzt hatte (dem ich geglaubt und vertraut hatte) und meine Lebenserwartung betrug nur noch 4-6 Wochen laut Chirurgen.

Danach kam ich ins Überwachungszimmer für einen Tag und danach dann ins Normalzimmer.

Dann gings langsam aufwärts.

Die OP findet mit HLM statt (also Herz Lungen Maschine) und ganz genau sehen die erst wenn der Brustkorb offen ist, ob eine Rekonstruktion wirklich möglich ist.

Es wäre also möglich, daß vorher im Vorgespräch auch gefragt wird, welchen Klappentyp dein Freund haben möchte, falls eine Rekonstruktion nicht machbar ist.

Danach wurde noch einstellung auf die medikamente gemacht und dann gings in die AHB (Anschlußheilbehandlung).

Ich würde auch nur empfehlen, die AHB zu machen - auch wenn man am Anfang denkt "nutzt ja eh nix" (er wird evtl. auch einer der jüngsten sein- so gings mir damals auch) aber ... es bringt schon unglaublich viel !

Es gab mal einen tollen Link wo man sich eine MKR anschauen konnte - aber leider existiert der nicht mehr.

Obwohl ... ich konnte mir damals nur den Anfang ansehen und schluß war bei dem Moment, wo die davon sprachen, daß das Herz stillgelegt wird.

Dann mußte ich abschalten.

Ich kam aus der reha, hab den PC angeworfen und da konnte ich mir die OP komplett angucken - wohl weil ich wußte, daß ichs geschafft hatte.

Alles in allem ist es nicht so schlimm, wie es sich im ersten Moment bestimmt liest.

Ich weiß ... man kann es nicht einfach so auf sich zukommen lassen - aber versucht das beste !

Falls du noch Fragen hast : nur raus damit ...

*:)

HxerZzx35


Hallo,

danke Euch für die großartigen Antworten. :)_

Also meinem Freund geht es so sehr gut, Medis nimmt er ja sowieso schon seit Jahren. Ramipril, Bisoprolol, Altactone etc..., nur mit dem Marcumar findet er nicht so toll, aber wer findet das schon.

Also mit Marcumar kennen wir uns schon aus da meine Mutter u. Schwester es nehmen.

Das größte Problem für meinen Freund ist das die Klinik 2 Std. Autofahrt von uns entfernt ist und ich ihn halt nur am We besuchen kann weil ich Arbeiten muß. Er würde ja lieber hier die Op durchführen lassen, aber die Ärzte empfehlen halt nur die jetzige Klinik.

Ich fühle mich auch richtig schecht das ich in so einer Situation nicht für ihn da sein kann.

Kann man nach einer Herzklappen-Op auch 6 Monate kein Auto fahren?

Also wir denken das keine Rekonstruktion klappt da die MK 9 mm dilatiert ist.

Hab im Netz gelesen das man bei Jungen Menschen immer eine künstl. Klappe einbringt weil die halt eine lange Lebensdauer hat im gegensatz hält die biolog. HK nur 12-15 Jahre.

War bei jemanden auch von Devi die Rede und dann nach HK-OP nicht mehr notwendig?

Wie sieht es berufl. nach so einer Op aus?

Ist man dann Frührentner?

DANKE @:)

C*ha-Txu


Ich fühle mich auch richtig schecht das ich in so einer Situation nicht für ihn da sein kann.

Du bist ja für ihn da, während der Woche in Gedanken, und am Wochenende "live". Aber ich verstehe das schon. Wenn meine Frau operiert würde, wäre ich auch gerne rund um die Uhr bei ihr.

Kann man nach einer Herzklappen-Op auch 6 Monate kein Auto fahren?

Auch das ist nicht immer der Fall, manchmal kann man schon nach 3-4 Monaten fahren, wenn das Brustbein gut und stabil verheilt.

War bei jemanden auch von Devi die Rede und dann nach HK-OP nicht mehr notwendig?

Das kommt darauf an, ob durch die OP die LV-Einschränkung stabilisiert werden kann. Dazu kann man eigentlich vor der OP und bevor klar wird, wie das Ergebnis ist, nichts sagen.

Wie sieht es berufl. nach so einer Op aus?

Ist man dann Frührentner?

Nicht notwendigerweise. Die Operation alleine ist kein Grund zur Frühberentung. Es kommt auf den Endzustand des Herzens an, und dazu kann man erst etwas sagen, wenn die OP vorbei ist und sich alles stabilisiert hat.

Schönen Gruss!

Cha-Tu

MMag{oIlzwxes


nene Herz 35,

so schnell geht das nicht mit der Frührente.

Mit dem Auto fahren gehts dagegen schneller.

Ich hatte zwar "nur" eine Bypass-OP,

aber der Brustkorb wird wohl in beiden Fällen geöffnet.

Ich habe während der Reha bereits nach 6 Wochen das

erste mal wieder unser Auto gefahren.

Ab da gings aufwärts :-)

Nach 10 Wochen habe ich auch wieder eine kleine

Motorradtour gemacht.

Das liest sich jetzt alles sehr positiv,

soll aber nicht diese schwere Operation verharmlosen.

Das schafft ihr beiden :)^ :)*

Aufmunternde Grüße

Gerhard

HcerzE3x5


Vielen Dank euch allen für die hilfreichen Antworten :)_

Jetzt hilft erstmal nur abwarten und das beste hoffen. :)*

Er ist schließlich schon 10 Monate krankgeschrieben. Das schlimmst war für ihn von heut auf morgen nicht mehr Arbeiten zu können. Und die Ärzte sagten schon das er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann (Heizungs- u. Lüftungsbauer). Und ziemlichen Ärger mit der Krankenkasse hatten wir auch, er war sogar schon rausgeflogen weil der Befund von der Uni-Klinik nicht herbei kam, aber das MDK hatte nach dem Befund die Zahlung rückläufig von der KK verlangt...aber der Streß war so heftig für ihn. Er schläft tagelang, steht nur zum Essen o. Toilettengang auf oder die normalsten Sachen werden plötzlich so unüberwindbar. Bekommt man in der Reha eigentlich auch psycholog. Unterstützung? Weil so kommt kein Arzt irgendwie auf die Idee und er würde es selbst nie ansprechen.

liebe Grüße

gXrXottxche


hallo Herz !

Hab im Netz gelesen das man bei Jungen Menschen immer eine künstl. Klappe einbringt weil die halt eine lange Lebensdauer hat im gegensatz hält die biolog. HK nur 12-15 Jahre.

Es stimmt daß eine BioKlappe nicht so lange hält wie eine Kunstklappe.

Aber dennoch lassen einem die Chirurgen meistens die Wahl - weisen jedoch halt auf den Umstand der Haltbarkeit hin.

(ich hätte mich - so eine Rek. nicht möglich gewesen wäre - für eine Kunstklappe entschieden ... so hätte ich die Zeit überbrücken können).

Meine Rek. könnte allerdings auch in 10- 12 Jahren "Tauschfällig" werden. (doch dann gibts eine Kunstklappe - das steht fest)

...

Bei mir war von einem Defi nicht die Rede damals ...

Daher kann ich dir da nix drüber sagen.

...

Ich bin ziemlich lang kein Auto gefahren... Allerdings hätte ich fahren dürfen - laut den Ärzten in der AHB. Ich hab mich nur nicht getraut wenn ich ehrlich bin.

Außerdem hatte ich gerade am Anfang ganz große Probleme mit meinem Morbus meniere (einer Drehschwindelerkrankung).

Zum Thema Frührente...

es kommt wirklich - wie Cha-Tu auch schon schrieb sehr auf den Zustand nach der OP an.

Und auch darauf, wie die Entwicklung zu erwarten ist.

Ich mußte damals ziemlich diskutieren mit meiner Reha Ärztin - aber das ist sicherlich nicht die Regel.

Schließlich hab ich durchgesetzt, daß ich einen Arbeitsversuch unternehmen darf.

Zum Glück - denn es lief alles soweit ganz gut.

Ich denke, je nach Beruf und je nach Herztätigkeit nach OP wird keine Rede von Frührente sein.

C=hra-Txu


Bekommt man in der Reha eigentlich auch psycholog. Unterstützung? Weil so kommt kein Arzt irgendwie auf die Idee und er würde es selbst nie ansprechen.

Hallo, Herz,

ja, man bekommt dort psychologische Gespräche, zwar nicht so intensiv wie es meiner Meinung nach sein müsste, aber das kann der Start in eine ambulante Psychotherapie zuhause sein.

Und das solltest Du Deinem Mann klarmachen: Sich psychologische Hilfe zu holen, ist keine Schande! Gerade Herzkranke sind oft sehr schwer seelisch angeschlagen, denn die Krankheit reisst einen aus dem normalen Alltag, und macht einen "hautnah" mit der Tatsache bewusst, dass man sterben könnte. Ich selbst war Therapeut, und bekam von heute auf morgen einen sehr schweren Herzinfarkt, und 5 Monate später einen zweiten Infarkt. An Berufstätigkeit war nicht mehr zu denken, und ich musste mir psychologische Hilfe von einer Kollegin holen, sonst wäre ich an den Ängsten und an den Depressionen kaputt gegangen. Das ist kein Mangel, das ist keine Schwäche, sondern man ist seelisch angeschlagen, hat Depressionen, Ängste, und über die blödsinnige Einstellung, dass Depressionen Schwäche bedeutet, sollten wir eigentlich hinweg sein.

Ich kann Dir und Deinem Mann nur sagen: Ohne Psychotherapie kommt man aus so einer schweren Gesundheitskrise kaum raus, da hilft selbst die grösste Liebe des Partners nicht.

Euch weiterhin viel Gutes!

Cha-Tu

HEerz335


Also das mit dem danach wieder Arbeiten hört sich schon mal sehr gut an :-) weil das macht ihm noch am meisten zu schaffen, die Krankheit blockt er noch komplett ab! Er meint immer es geht ihm gut er fühle sich wie vorher. Es wurde aber bereits vor 15 J. Herzrythmusstörungen bei der BW Herzrythmusstörungen diagnostiziert...er nahm halt fleißig seine Pillen u. ging jährlich zum EKG bis auf einmal Knall auf Fall alles vorbei war...8 Tage Intensivstation, dann normale Station etc...

Aber ich bin guter Hoffnung, alles wir gut, man muß immer positiv denken und heutzutage ist die Medizin sooo weit ;-D

Ich danke euch allen herzlich und wünsche euch alles Gute!!!

P.s.: werde berichten wenn die OP erfolgt ist.

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