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Beginnender Zelltod in allen Organen eine Woche nach Bypass-OP

CKha-xTu hat geantwortet


Zina,

so etwas kann IMMER passieren. Eine Bypass-Operation ist keine Kleinigkeit, auch wenn sie heute Routine ist. Es kann sogar sein, dass die Katheteruntersuchung das alles ausgelöst hat, solche Fälle sind mir aus meinen Herzsportgruppen wohlbekannt. Darum schreibe ich ja hier seit JAHREN dagegen an, dass jeder Mensch mit 3 Extrasystolen am Tag sich einen Katheter legen lässt anstatt seine Angststörung therapieren zu lassen. Nicht, weil ich den Leute ihre Katheteruntersuchung nicht gönne, sondern weil bei diesen Katheteruntersuchungen ist immerhin ein "Zwischenfallrisiko" von 1%. 0,1 % (also jeder tausendste) erleidet einen schweren Infarkt mit tödlichem Ausgang bei dieser Untersuchung, und 0,2%, also jeder 500ste erleidet einen schweren Schlaganfall bei dieser Untersuchung. Das ist keine Kleinigkeit, und keine Alternative zum Blutdruckmessen.

Gerne wüsste ich daher von Dir, wie Mr.Puschel schon fragte, welche kritischen Fragen Deiner Meinung nach angebracht gewesen wären. Wenn so eine OP so spontan stattfindet, dann geht es um Leben und Tod, das bleibt oft für das Fragen keine Zeit. Leider.

Gruss

Cha-Tu

j3un&iper hat geantwortet


Hier ist ja was los.

Guten Morgen erstmal.

Ich schließe mich Cha-Tu an. Bei einer Operation kann immer etwas schief gehen. Das ist das eine oder die paar Prozent von denen man meint, man würde nie dazugehören.

Der menschliche Körper ist keine Maschine. Ein Eingriff hat immer Risiken. Jeder Eingriff.

Es ist nicht immer jemand Schuld, wenn etwas passiert, manche Sachen passieren einfach. Und wenn es nur bei einem Prozent passiert. Deshalb liegen Medikamenten Beipackzettel bei und deshalb wird nicht einfach drauf los operiert, sondern aufgeklärt und darüber gesprochen was passieren kann.

Und jetzt will ich das auch nicht weiter diskutieren. Wer meint mit der Schuldfrage irgendetwas ändern zu können, bitte. Aber nicht jetzt, nicht hier.

...

Meinem Vater geht es übrigens besser.

Der Eingriff hat der Lunge geholfen, er atmet besser. Das ist gut.

...

Das läßt mich doch nicht los, das Schuld-Thema.

Was für ein Mensch denkt so? Meinen Sie wirklich so etwas würde Ihnen nie passieren, und wenn muss jemand Schuld sein? Wie stellen Sie sich das vor? Dass der Brustkorb geöffnet wird, das Herz abgeklemmt und für die Dauer der Operation von Maschinen betriebene wird, dass danach alles verschlossen und vernäht wird und nach ein paar Tagen alles läuft wie zuvor, als hätte man die Einspritzpumpe an Ihrem Auto gewechselt?

Bei einem solchen Eingriff in den Körper passiert etwas, was nie passieren dürfte, worauf der Körper in keiner Weise vorbereitet ist. Und da soll der Körper alles kommentarlos hinnehmen?

Ich weiß nicht, ob Sie mal die Austellung Körperwelten gesehen haben? Ich habe Sie vor ein paar Jahren gesehen und es hat mich berührt, getroffen. Ich finde den menschlichen Körper nicht eklig, oder erschreckend, aber diese Eindringen hinter die letzte Grenze, intimer und persönlicher geht es nicht.

Das ist etwas heiliges. Und dieses Wort nehme ich wirklich nicht leichtfertig in den Mund.

Etwas mehr Demut und Dankbarkeit, bitte.

Ohne das, was die Medizin heute leistet würden viel mehr Menschen, wohl auch mein Vater irgendwann, vielleicht morgens in der Küche wie es einem Freund passiert ist, einfach tot umfallen. Wer ist dann Schuld.

So, habe fertig.

C'ha-Txu hat geantwortet


Liebe Juniper,

ich finde es sehr gut, wie durchdacht und, trotz Deines Kummers, sachlich Du hier schreiben kannst. Klasse...

Natürlich muss man von Ärzten, Kliniken, aber auch von der Pharmaindustrie grösstmögliche Seriösität und Zuverlässigkeit und Können verlangen. Und das ist in den allermeisten Fälle ja auch gegeben. Die wenigen verschuldeten Komplikationen sind schrecklich, aber sie sollten nicht zu einem generellen Misstrauen gegenüber Ärzten und Pharmatherapie führen.

Wie wichtig das alles ist, zeigt sich (leider) meistens erst, wenn man selbst in einer sehr schwierigen Situation ist. Ohne die so oft gescholtenen Ärzte und die "böse" Pharmaindustrie wäre ich selbst schon seit 15 Jahren tot. Bei aller Kritik, die hin und wieder angebracht ist, bin ich Ärzten und Pharmaindustrie dankbar, und ich halte ein generelles Misstrauen gegenüber Menschen, die helfen wollen, für (vorsichtig ausgedrückt) "seltsam".

Meinem Vater geht es übrigens besser.

Der Eingriff hat der Lunge geholfen, er atmet besser. Das ist gut.

...

Ja, das ist gut, und darauf kommt es an.

Liebe Grüsse, und ärgere Dich nicht...

Cha-Tu

jYun&ixper hat geantwortet


Oh, ich ärgere mich nicht. Höchstens ein kleines bißchen und das ist auch schon wieder weg. Weggeschrieben.

Ich habe mal an der Kasse eines Supermarktes mein Portemonnaie nicht finden können, was einmal schlecht ist, weil mein Geld drin war, aber auch meine Papiere und alles. Hinter mir steht jemand im Rentenalter mit einem vielleicht achtjährigen Jungen, tut total entsetzt und entnervt, und meint: 'Schlimmeres sei ihm ja noch nie passiert.'

Das ist so ähnlich. Plötzlich ist da soviel Gift im Raum.

Ich dachte nur, was muss er für ein tolles Leben haben, wenn ihm all die Jahre noch nie Schlimmeres passiert ist, als drei Minuten länger als zwingend notwendig an der Kasse eines Supermarktes zu stehen.

Den Gedanken kein Geld zu haben und ohne Papiere dazustehen fand ich da persönlich schlimmer.

Ich bin nicht unkritisch oder kritiklos. Aber ich suche nicht nach jemandem, dem ich die Schuld geben kann, auch nicht an der Situation meines Vaters.

Ich habe mit ein paar Menschen dort gesprochen und, ja, ich vertraue Ihnen. Sie wissen was sie tun und sind ehrlich erschrocken und entsetzt und bemüht.

Der Glaube, das jemand schuld hat führt doch nur in die Vergangenheit, wichtig ist im Moment die Gegenwart und die Zukunft.

Aber vielleicht geht da auch jeder anders mit um. Gerade wo die Gegenwart soviel schreckliches/erschreckendes hat.

Aber ich ärgere mich mehr über die Fehler, die ich mache, ich vergesse Kommata und schreibe 'das' mit nur einem 's', und verdrehe Buchstaben.

Man fängt an sich über so kleine Dinge zu freuen, der Puls geht ein per Schläge langsamer, die Lunge kann mehr Sauerstoff ans Blut abgeben, das Herz ist ein bißchen kräftiger.

Das ist alles gut.

CjhaA-Tu hat geantwortet


Aber ich ärgere mich mehr über die Fehler, die ich mache

:)^ *:) @:)

Das ist auch das Fazit meines mehr als doppelt so langen Lebens wie Deines. Ich freue mich, so etwas hier zu lesen.

Ja, es klingt gut. Möge Dein Vater weiterhin die Kraft haben (und auch durch Euch erhalten), weiter für sich zu kämpfen. Dann schafft er das.

Liebe Grüsse

Cha-Tu

jguniLp&er hat geantwortet


Ich kriege gerade die Nachricht, er bekommt nur noch 55% Sauerstoff. Die Werte sehen besser aus.

Und er sieht auch nicht mehr so 'prall' aus. Er hat Wasser eingelagert, sah ein bißchen ausgestopft aus. Das geht jetzt zurück.

Es sieht gut aus.

Ich freu mich. Und jetzt muss ich los, Familie besuchen.

CEha(-Tu hat geantwortet


@:)

Schööön...

Gruss

Cha-Tu

jQuniVpexr hat geantwortet


hm...

Die Schwester meint, die Lungen-OP gestern war wirklich notwendig. Und guckt ganz ernst dabei.

Später dann die Frage, ob er Augentropfen bekommt, oder ob die Flüssigkeit seine eigene ist. Vorsichtiger Antwortversuch in die Richtung, man weiß es nicht, dass kann aus ihm selbst kommen oder ein Reflex sein.

Schwere Frage, schwere Antwort.

Wir haben wirklich nur ganz sachlich überlegt, ob sie die Augen künstlich feuchthalten, nicht ob er weint. Arme Schwester.

Die Arbeit auf der Intensiv-Station ist schon nicht leicht, und dann noch die Angehörigen...

Ich habe den Besuch diesmal besser verkraftet. Am Sonntag haben wir danach noch Avatar gesehen, da war ich wenigstens nicht der einzige, der verheult aus dem Kino kam.

Sie haben seinen Brustkorb nach der OP nicht wieder verschlossen, er hat ein Pflaster, aber man sieht jeden Herzschlag. Zusammen mit dem Heben und Senken des Brustkorbes entsteht da recht viel Bewegung.

Ohne zu wissen, warum da alles bebt und zittert, sieht das schon bedenklich aus.

Dann die vorsichtige Frage an einen Arzt, wie es denn weiterginge. Ganz vorsichtig, ohne Eile, in der Hoffnung, dass sie nicht wieder operieren müssen und Schlaf- und Schmerzmittel weiter langsam zurücknehmen können.

Neurologische Tests, sagt er, schauen, ob und wie er reagiert. Aber alles zu seiner Zeit.

Ich fand es ja schon mutig, sowas zu fragen. Im Moment hoffe ich, dass keine weiteren Eingriffe nötig sind, dass er sich langsam erholt.

Das ist die Aufgabe für die nächste Zeit.

A5myg'dalla hat geantwortet


:)*

P-e\bbixe hat geantwortet


Guten Morgen !

Es freut mich sehr zu hören, das es in kleinen Schritten aufwärts geht.

Ab heute Mittag bin ich für 4 Wochen weg, wenn ich aus der Reha zurück komme und den Faden hier anschaue bin ich sicher das hier nur positives steht.

Liebe Grüsse und alles, alles Gute

:)_

M1r.Puscghexl hat geantwortet


Die Arbeit auf der Intensiv-Station ist schon nicht leicht, und dann noch die Angehörigen...

Die Dankbarkeit und Verständnis manch Angehöriger erleichtert oft die Arbeit.

Angehörige sind keine Last, Fragen werden immer gerne beantwortet.

Es könnte ja auch unser Angehöriger da liegen.

Alles Gute !

jfuunipexr hat geantwortet


'Last' würde ich auch nicht sagen, so kam ich mir auch nicht vor. Ich kann aber total verstehen, dass es schwer ist, Angehörigen, die mit großen, glasigen Augen vor einem stehen zu sagen, dass es nicht gut aussieht, dass die Situation kritisch ist.

Mir ist aufgefallen, dass es wenig Blickkontakt gibt auf der Station, bzw. mir ist es aufgefallen, als ein Arzt tatsächlich stehen blieb und mir in die Augen schaute.

Vielleicht ist das zum Schutz der Privatsphäre, vielleicht habe ich auch nicht mehr ganz so sehr wie ein erschrockenes Tierchen ausgesehen.

Erstaunlich, an was man sich gewöhnen kann.

j,uniGpexr hat geantwortet


@ Pebbie @:)

Eine gute Zeit in der Reha wünsche ich dir.

Ich hoffe, dass es gute Nachrichten gibt.

furecxhpxony hat geantwortet


hey juni, wollte dir nur mitteilen, dass ich an dich denke und hier mitlese. freut mich, dass es scheinbar ein bisschen besser aussieht momentan. liebe grüße! :)*

j2unixper hat geantwortet


hallo frechpony *:)

ich weiß nicht, ob es besser aussieht. es ist nach wie vor kritisch. sie reduzieren langsam die medikamente, aber es weiß noch niemand, wo es hinführt.

aber eigenartig, auch solche dinge verlieren ihren schrecken, wenn sie länger dauern. und noch ist kein ende in sicht.

alles nicht so schön.

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