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Beginnender Zelltod in allen Organen eine Woche nach Bypass-OP

j{unipxer


Hallo.

Ich weiß noch nicht, was ich hier jetzt schreiben werde.

Ich nehme euch einfach mal mit beim überlegen.

Erstmal danke für eure mitfühlenden Worte und die Anteilnahme.

Ein paar Freunde, oder solche, die ich so nannte, haben mich sehr verletzt. Eine Freundin meinte, ich klänge 'zu gefasst' am Telefon. Zu wenig traurig.

Und bemerkte ein paar Sätze weiter, ich müsse Verständnis dafür haben, dass sie nicht immer für mich da sein kann.

Unglaublich, mit was für Menschen ich mich zu umgeben scheine.

Falls also jemand mein Freund sein will, ich glaube, ich brauche gerade ein paar neue. Ich koche gerne und mag Filme. Interesse?

Ich kann immer noch lachen, ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, ich bin dankbar für die Momente, wo ich gefasst bin, dass ist nicht immer der Fall. Ich sitze auch mal da und zitter und mir fehlen die Worte und ich kann nicht sprechen.

Es wird immer solche und solche Tage und Momente geben.

Nächsten Donnerstag ist die Beerdigung. Ich habe die Trauerkarten heute in den Druck gegeben und finde doch immer noch kleine Fehler. Ich hoffe, die Menschen in der Druckerei lassen sich nicht kirre machen.

Wir haben Kontakt zu dem Pastor aufgenommen, der mich Mitte der Neunziger Jahre konfirmiert hat. Er kommt zur Beisetzung.

Gestern war kein guter Tag, heute geht es besser. Ich bin nicht mehr so gefasst, wie bei dem Telefongespräch. Bei weitem nicht.

Ich bin wütend und traurig und mache schlechte Witze und sage manchmal genau die richtigen Dinge.

Nicht immer.

Ich wünsche allen eine gute Nacht.

l7adcy-likxe


:°_ :)- :)- :)- :)* :)* :)* :)*

Aymygdxalla


:°_

CshaM-Txu


Liebe Juniper,

jeder Mensch trauert so, wie es für ihn richtig ist. Jedenfalls meistens. Du tust es meiner Meinung. Du zeigst Gefasstheit und Du zeigst Schmerz, Du lässt Dich nicht runterreissen von der Trauer, und bis zugleich offen für Tränen, Gedanken und Traurigkeit. Ich finde das richtig so, denn man kann einem Menschen nicht vorschreiben, wie man zu trauern hat. Viele trauern so, wie die Umwelt, die Familie, die Freunde es "erwarten" und das finde ich ganz schrecklich. Du trauerst so, wie es Dir ums Herz ist. Das ist gut, und ich denke, so hätte Dein Papa es auch gewollt, und so wird es auch Deine Mutter gut finden, sie sieht, dass ihre Tochter nicht daran zerbricht.

Dass "Freunde" Dir das quasi vorwerfen, ist frech (eigentlich wollte ich schreiben "unverschämt", aber "frech" passt besser) und vor allem auch lieblos. Ihnen kommt es darauf an, dass Du IHR Bild von Trauer bestätigst, und es geht ihnen nicht um DICH. Das zu erkennen tut sehr weh. Und auch solche Bemerkungen, dass sie nicht immer für Dich da sein könne. Entweder hat diese Frau selbst extreme Probleme mit dem Thema "Trauer" und "Tod", oder aber sie ist einfach nur unsensibel und hat in Dir nur eine Freundin gesehen, solange es Dir gut ging. Auf beides kannst Du verzichten, so weh das auch tut.

Einen lieben Gruss und für Donnerstag wünsche ich Dir und Euch viel Kraft. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass die Beerdigung hart wird, den Sarg in der Erde versinken zu sehen, macht die Trennung von dem geliebten Menschen noch einmal so "handfest" deutlich. Aber auch das schaffst Du...

Cha-Tu

G)rauamxsel


Liebe Juniper,

Cha-Tu hat es wieder mal auf den Punkt gebracht und ich habe nichts beizufügen. :)^

Leider kommen einem immer dann "nette" und "wohlmeinende" Bekannte (das Wort "Freunde" kann man in dem Zusammenhang gar nicht in den Mund nehmen) viel zu nahe, wenn man am verletzlichsten ist - wenn die Seele blossliegt und trauert. Gehe Du in Deinem Tempo durch diese schwere Zeit und lass Dich weder drängeln noch bremsen.

Falls also jemand mein Freund sein will, ich glaube, ich brauche gerade ein paar neue. Ich koche gerne und mag Filme. Interesse?

LEIDER wohnen Du und ich wohl viel zu weit auseinander, als dass ich Dir liebevolle Freundin sein könnte. Ich koche auch gerne und mag Filme auch... und andere Gemeinsamkeiten hätten wir wohl auch. *:)

Ich werde morgen Donnerstag unbekannterweise fest an Dich denken, wenn Du eine Deiner bisher schwersten Stunden überstehen musst. Wenn Du kannst, so höre morgen Abend in Ruhe das Requiem von Mozart. Das ist so tröstliche Musik für traurige Seelen. :)*

Liebe Grüsse von der Grauamsel

a1rSminilusx9


Ein paar Freunde, oder solche, die ich so nannte, haben mich sehr verletzt. Eine Freundin meinte, ich klänge 'zu gefasst' am Telefon. Zu wenig traurig.

Liebe Juniper,

als mein Vater starb, hab ich das genauso bei mir erlebt, dass ich die Trauer gar nicht so sehr nach außen gezeigt habe. Man steht nach einem Todesfall wie unter Schockzustand, außerdem gibt es so viele Dinge, die zu erledigen sind. Da hilft es einem, einfach zu funktionieren und die Dinge zu erledigen. Außerdem ist Trauer etwas sehr persönliches. Jeder trauert anders. Niemand hat das Recht, einem vorzuschreiben, wie die Trauer auszusehen hat. Meist machen das Menschen, die noch nie in so einer Situation waren.

Ich wünsche Dir viel Kraft.

:)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :°_

j~uvnDgeG Ka8tzxe


:)* :)_ :°_ :)-

Es tut mir sehr leid für Dich. :)- :)_ Ich wünsche Dir ganz ganz viel Kraft. :)*

Ich bin für Dich da, wenn Du jemanden zum Reden brauchst. @:)

Ich schließe mich Cha-Tu und Grauamsel an.

Es gibt sogar Menschen, die erst noch lächeln, wenn ihnen so ne Nachricht überbracht wird. Manche können die erste Zeit gar net weinen. Bei meiner Mutter konnte ich das erst auf der Beerdigung, als ich sie nochmal im Sarg gesehen hab. Erst da wurde das für mich begreiflich. Jeder geht damit anders um.

Du könntest, wenn Du möchtest, Deinem Vater noch nen Brief schreiben und mit in den Sarg geben. Ich schreibe auch manchmal meiner Mutter und lege es ihr dann aufs Grab, wenn ich wieder dort bin. Mir hilft das manchmal. @:)

Ganz liebe Grüße *:) @:) :)* :)_

Winkekätzchen

I(nsinadixa


hi erstmal

ich verfolge das hier auch schon seit einiger zeit aber kam i.wie nie wirklich dazu mich anzumelden.

ich möcht dir einfach nur sagen, dass ich weiss wie du dich fühlst (mein vater ist auch gestorben, da war ich 13) und dass ich an dich denke.

'die zeit heilt alle wunden' . klingt für dich im moment bestimmt ziemlich absurd, weil es auch komisch ist weiterzuleben obwohl i.was fehlt. mit der zeit wird das immer leichter aber zuerst musst du jetzt abschied nehmen das ist ganz wichtig sonst kommt man da nie drüber weg. behalte deinen vater so in erinnerung wie er früher war (nicht im krankenhaus).

ich wünsche dir vor allem für die nächsten tage ganz viel stärke und denk dran....du bist nicht allein :)*

TFobxya


Liebe Junipher, ich drück' dich einfach mal und wünsche dir viel Kraft!

Aimyged'alla


:°_

:)-

:)* :)* :)*

hqeiIdi6q9


:)_ :)- :)* :°_

herzliches beileid für dich u deine familie

als meine mutter starb war ich 13 und ich habe es erst bei der beerdigung realisiert und konnte weinen.mein vater meinte damals ich hätte ein kaltes herz usw. ich habe auch irgendwann aufgehört schwarz zu tragen, aber mit dem ablegen der schwarzen klöeidung habe ich meine traurigkeit nicht abgelegt.

ich hatte auch freundinnen die so komisch reagiert haben, aber heute denke ich, dass die nicht wußten wie sie damit oder mit mir umgehen sollten.

nimm es deinen freundinnen nicht übel,sie ist in der situation vieleicht nur unbeholfen u ärgert sich bestimmt über ihre eigenen worte.

du brauchst erstmal zeit zu realisieren was passiert ist u wenn du lachst ist das keine schande.mach das was dir gut tut. man trauert nicht für die anderen leute , man trauert in sich u für sich.

ich wünsche dir viel kraft für die nächste zeit

jyuni^per


ärgert sich bestimmt über ihre eigenen worte.

Ich denke nicht. Ich hatte schon mal ein ähnliches Erlebnis mit ihr.

Grauamsel, ich habe mir Mozart angehört. Ich mag diese Musik. Auch Chopin habe ich schätzen gelernt. Und eine Wagner-Oper hat mich mal nach einer Autopanne wieder aufgebaut.

Ich bin kein Musik-Mensch. Ich höre Musik nur, wenn ich mich wirklich darauf konzentrieren kann, nicht wenn ich lesen oder jemandem zuhören will. Soviel Information kann ich nicht gleichzeitig verarbeiten.

Manchmal ist sie aber genau richtig.

Ich schreibe immer nur 'Donnerstag'. Der Tag der Beerdigung ist für mich kein Datum, eher ein Ereignis. Tatsache ist, die Beerdigung ist am 28.01., also erst diese Woche. Letzten Donnerstag haben wir uns zusammengestzt, meine Mutter, mein Bruder und ich, und mit der Pfarrerin Lieder und Texte für die Trauerfeier ausgesucht und über meinen Vater geredet.

Blühende Blütenzweige sollen den Sarg schmücken. Der Geburtstag meines Vaters war im Mai, wenn die Sauerkirschen blühen. Ich denke, dass hätte ihm gefallen.

Das ist alles, was ich im Moment mit Sicherheit über Donnerstag sagen kann.

Wir werden sehen.

GHrau"amqsel


Ich bin kein Musik-Mensch. Ich höre Musik nur, wenn ich mich wirklich darauf konzentrieren kann, nicht wenn ich lesen oder jemandem zuhören will. Soviel Information kann ich nicht gleichzeitig verarbeiten.

BRAVO! Mach' ich übrigens auch so. Es ist ein "Verbrechen an den Komponisten", sich mit der wundervollen klassischen Musik berieseln zu lassen. Zum Berieseln gibt's anderes, was sich speziell dafür eignet, und worauf man sich nicht konzentrieren muss.

Am Donnerstag werde ich sehr an Dich denken. An dem Datum war der Geburtstag meines Vaters, der nun schon so lange tot ist - und der mir immer noch fehlt.

Dein Vater wird in Dir weiterleben und dieses Gefühl tief drinnen in der Seele, kommt langsam und wächst stetig. Ein bisschen Rest-Trauer bleibt immer, aber die schönen Erinnerungen fangen mit der Zeit an zu überwiegen.

Blühende Blütenzweige im Januar? Vielleicht Hamamelis (Zaubernuss) oder Seidelbast.

jmunipxer


Wir haben den Floristen letzten Montag gebeten Kirschzweige verzubereiten. Mit warmem Wasser kann das gehen. Wie die Barbarazweige zu Weihnachten. Die Zeit ist etwas knapp, zugegeben.

Hamamelis ist auch schön, für mich aber eine Gartenpflanze. Und Seidelbast ist giftig.

GSra2u]amsel


Ja, das mag reichen mit den Kirschzweigen. Ich dachte mir, dass Ihr HEUTE blühende Zweige bestellen wollt.

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