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Faktor V Leiden, Pille und Heparin

E!hemaLliger Nut.zer (#282*877)


Vor dem Verschreiben eines hormonellen Verhütungsmittels sollte eine gründliche Anamnese erfolgen. Thrombosen, bekannte genetische Veranlagung und weitere Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, etc) sollten bei einem vernünftigen Arzt dann dafür sorgen das er von einer Verschreibung absieht.

Steht eigentlich irgendwo im Beipackzettel von Pillen & Co, dass bei einer genetischen Veranlagerung mit erhöhtem Thromboserisiko wie bei Faktor V etc. dieses oder jenes Präparat nicht genommen werden darf??

Das steht in jeder Packungsbeilage. Hier mal als Beispiel die der Yasmin:

Wann darf Yasmin nicht angewendet werden?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, ob bei Ihnen irgendwelche medizinische Gründe dafür vorliegen, dass Sie Yasmin nicht einnehmen dürfen.

Yasmin darf nicht angewendet werden bzw. muss unverzüglich abgesetzt werden, wenn während der Einnahme eine der folgenden Situationen oder Krankheiten erstmalig auftritt:

– bestehende oder vermutete Schwangerschaft;

– Überempfindlichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff von Yasmin;

– vorhandene oder vorausgegangene Blutgerinnsel (Thrombose, Embolie), z.B. in den Beinen, Lungen oder Augen;

– vorausgegangener Herzinfarkt oder Schlaganfall oder bei Vorstadien einer Thrombose (z.B. bei vorübergehenden Durchblutungsstörungen, Angina pectoris);

– Migräne, die mit Empfindungs-, Wahrnehmungs- und/oder Bewegungsstörungen einhergeht (Migraine accompagnée);

– schwere Zuckerkrankheit, die zu Veränderungen an den Blutgefässen geführt hat;

– bestehende oder vorausgegangene Bauchspeicheldrüsenentzündung begleitet von hohen Blutfettwerten;

– bestehende oder vorausgegangene schwere Leberfunktionsstörungen, solange die Leberwerte abnormal sind;

– vorausgegangene oder bestehende gutartige oder bösartige Lebertumore;

– schwere Nierenfunktionsstörungen oder akutes Nierenversagen;

– bestehender oder vermuteter Brust- oder Gebärmutterkrebs, wenn Geschlechtshormone eine Rolle spielen;

– ungeklärte Scheidenblutungen.

Konsultieren Sie Ihren Arzt/Ärztin und verwenden Sie nicht-hormonale kontrazeptive Methoden.

Wann ist bei der Einnahme von Yasmin Vorsicht geboten?

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, wenn folgende Krankheiten bestehen oder einmal bestanden haben (vgl. auch «Beeinflussung der Blutgerinnung, Risiko für Gefässerkrankungen»):

(...)

Kombinierte orale Kontrazeptiva (auch kombinierte Pille genannt, weil sie zwei verschiedene weibliche Hormone, sogenannte Östrogene und Gestogene enthält) einschliesslich Yasmin erhöhen gemäss Langzeitstudien das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln in Venen und Arterien, für Embolien, Herzinfarkt und Schlaganfall. Diese Ereignisse treten selten auf.

Insgesamt ist das Risiko für venöse Thromboembolien bei Anwenderinnen von kombinierten Pillen mit niedriger Östrogendosis (<0,05 mg Ethinylestradiol) zwei- bis dreifach höher als bei Nichtanwenderinnen von kombinierten oralen Kontrazeptiva, welche nicht schwanger sind und ist tiefer als das Risiko während der Schwangerschaft und im Wochenbett.

Wenn 10’000 Frauen kombinierte Pillen mit niedriger Östrogendosis (<0,05 mg Ethinylestradiol) während einem Jahr einnehmen, ist gemäss einer grossen Langzeitstudie bei 8 bis 10 Frauen mit einer venösen Thromboembolie zu rechnen. Zum Vergleich: Bei 10’000 Nichtanwenderinnen, welche nicht schwanger sind, tritt während eines Jahres bei 4 bis 5 Frauen eine venöse Thromboembolie auf; bei Schwangeren bzw. Wöchnerinnen sind es im selben Zeitraum 20–30 Fälle.

Gemäss einer Mehrzahl epidemiologischer Studien erhöhen gewisse kombinierte Pillen das Risiko von venösen Thromboembolien stärker als andere: Pillen, welche die Gestagene Desogestrel oder Gestoden enthalten (so genannte Pillen der 3. Generation) etwa doppelt so stark wie jene, die Levonorgestrel enthalten (der sog. 2. Generation). Für Drospirenon-haltige Pillen wie Yasmin ist dieses Risiko in zwei grossen Studien vergleichbar mit jenem der Pillen der 2. Generation; gemäss zwei neueren Studien scheint es zwischen jenem der 2.- und 3.-Generationspillen zu liegen.

Das Risiko für venöse Thromboembolien ist während des ersten Anwendungsjahres einer kombinierten Pille am höchsten. Dieses erhöhte Risiko besteht ab der erstmaligen Einnahme einer kombinierten Pille oder bei der erneuten Einnahme der gleichen oder einer anderen kombinierten Pille (nach einem mindestens 4-wöchigen oder länger dauernden pillenfreien Zeitraum). Daten einer grossen Studie weisen darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko vorwiegend während den ersten 3 Monaten besteht.

Beim Auftreten folgender Zeichen, welche auf thromboembolische Ereignisse hinweisen können, sollten Sie die Einnahme von Yasmin unverzüglich abbrechen und sofort ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen

Tiefe Venenthrombose

Bei Schwellung in einem Bein oder entlang einer Vene im Bein, oder bei Spannungsgefühl oder Schmerzen in einem Bein, auch wenn sie nur beim Stehen oder Laufen spürbar sind; Überwärmung, Rötung oder Verfärbung der Haut am betroffenen Bein.

Lungenembolie

Plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit, schnelles Atmen oder Atemnot; plötzliches Auftreten von Husten eventuell mit blutigem Auswurf; plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb, welcher sich bei tiefer Atmung verstärken kann; Angstgefühl; starke Benommenheit, Schwindel; schneller oder unregelmässiger Herzschlag.

Einige dieser Symptome (z.B. Kurzatmigkeit oder Husten) sind nicht spezifisch und können als häufige oder weniger schwere Beschwerden missgedeutet werden (z.B. Atemwegsinfektionen).

Schlaganfall

Plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des Gesichtes, eines Armes oder Beines, vor allem einer Körperhälfte; plötzliche Verwirrtheit; undeutliche Aussprache oder Verständnisprobleme; plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen; plötzliche Gehstörungen; Schwindel; Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen; plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache; Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall.

Blutgerinnsel, welche arterielle Blutgefässe verstopfen, mögliche Anzeichen

Plötzlicher Schmerz, Schwellung oder Blaufärbung einer Gliedmasse; akute schwere Bauchschmerzen.

Herzinfarkt

Schmerzen, Unwohlsein, Druckgefühl, Schweregefühl, Enge- oder Spannungsgefühl in der Brust, im Arm oder hinter dem Brustbein; Beschwerden, welche in den Rücken, in den Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlen; Völlegefühl, Magenbeschwerden oder Würgegefühl; Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel; extremes Schwäche-, oder Angstgefühl oder Kurzatmigkeit; schneller oder unregelmässiger Herzschlag.

Das Risiko für Gerinnselbildung in Venen und Arterien (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt oder Schlaganfall) nimmt zu:

– mit steigendem Alter;

– bei Übergewicht;

– bei früherem Auftreten eines Blutgerinnsels (Beinthrombose, Lungenembolie oder anderswo), Herzinfarkt oder Schlaganfall bei einem Geschwister oder Elternteil in jungen Lebensjahren, oder falls Sie oder einer Ihrer nahen Verwandten bekannte oder vermutete vererbliche Störungen der Blutgerinnung haben. In diesem Fall sollten Sie vor Beginn der Einnahme eines kombinierten oralen Kontrazeptivums einen Spezialisten aufsuchen. Gewisse Blutfaktoren, welche die Veranlagung für venöse oder arterielle Thrombosen erhöhen, schliessen APC-Resistenz (aktiviertes Protein C–Faktor V-Leiden- Mutation), Homozystein, Antithrombin III-Mangel, Protein C-Mangel, Protein S-Mangel, Antiphospholipid- Antikörper (Antikardiolipin- Antikörper, Lupus- Antikoagulans) ein;

– bei längerfristiger Immobilisierung, grösseren chirurgischen Eingriffen, jedem chirurgischen Eingriff an den Beinen, sowie schweren Verletzungen. In diesen Fällen sollte die Pille abgesetzt werden (bei geplanten chirurgischen Eingriffen mind. 4 Wochen vorher). Der Arzt, die Ärztin entscheidet, wann mit der Einnahme der Pille wieder begonnen werden kann (frühestens 2 Wochen nach vollständiger Mobilisierung);

– wenn Sie rauchen (das Risiko erhöht sich zusätzlich mit starkem Rauchen und mit zunehmendem Alter, vor allem bei Frauen über 35 Jahre). Wenn Sie die Pille nehmen, sollten Sie mit Rauchen aufhören, besonders wenn sie älter als 35 Jahre alt sind;

– falls Sie erhöhte Blutwerte an Cholesterin oder Triglyceriden (Blutfette) haben oder jemals hatten;

– falls Sie Bluthochdruck haben. Falls sie während der Anwendung der Pille Bluthochdruck entwickeln, muss die Pille möglicherweise vorübergehend abgesetzt werden;

– wenn Sie an Migräne leiden;

– wenn Sie an bestimmten Herzkrankheiten (Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen) leiden.

Direkt nach einer Entbindung haben Frauen ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln, Sie sollten deshalb Ihren Arzt oder Ihre Ärztin fragen, wann Sie wieder mit der kombinierten Pilleneinnahme beginnen können.

Seusantxa


@ Aleonor

danke!

Dann muss ich das wohl damals übersehen haben. Aber woher soll man auch wissen ob man eine genetische Veranlagerung hat, wenn vor der Verschreibung der Pille kein Test gemacht wird? In unserer Familie hatte keiner vorher eine Thrombose. Ers später hat sich herausgestellt, dass mein Vater Faktor V hat. Ich bin zudem schlank und rauche auch nicht!

@ alle Anderen

Ich kann den Anderen auch nur NFP empfehlen. Klappt bei mir seit 1 1/2 Jahren super! Und das Risiko Hormone zu nehmen, obwohl man schon weiss das Faktor V oder ähnliches vorliegt finde ich sehr riskant!

Ich kann von Glück sagen, dass ich noch lebe..

Am Donnerstag in ,die Zeit' erschienener Artikel:

[[http://www.cbgnetwork.de/downloads/ZEIT_Klagen_gegen_Bayer.pdf]]

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