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Herzleistung sehr niedrig!

GuibNicQhtAuxf hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Es geht um den Vater meines Freundes. Er ist 55 Jahre alt.

Er hat ca. 70kg Übergewicht und hat sehr viel beruflichen Stress (eigene Firma, von morgens bis abends am Arbeiten). Sein Uropa, Opa und Vater hatten alle ebenfalls Übergewicht, dazu Diabetis und Probleme mit dem Herzen. Allesamt sind -soweit ich weiß- früh gestorben.

Nun ging es meinem "Schwiegervater" in den letzten Jahren auch immer schlechter. Er wollte aber nicht zum Arzt.

Er konnte nicht mal mehr eine Treppe runtergehen, weil ihm die Luft fehlte.

Vor ca. 2 Wochen bekam er dann so ein beklemmendes Gefühl in Arm und Brust und er ist mit seiner frau ins Krankenhaus gefahren.

Diagnose: Diabetis (wahrscheinlich schon länger), Wasser in der Lunge und in den Beinen, Puls bei 170 (normal: 50-100), Blutdruck bei 220. Kurz vor einem Herzinfarkt, die Ärzte meinten, wenn er nur noch ein paar Stunden gewartet hätte, dann wäre er tot.

Die Ärzte gaben ihm Medikamente, um sein Herz zu entlasten- diese halfen aber nicht.

Erst eine Narkotisierung und die Gabe von Stromstößen beruhigten das Herz.

Zwischenzeitlich musste er sogar auf die Intensivstation, weil sein Puls und Blutdruck immer so anstiegen.

Bei einer Herzkatheteruntersuchung kam heraus, dass der eine Herzbeutel wohl nicht mehr 100% in Ordnung wäre, aber das wäre nicht so schlimm. Wesentlich besorgniserregender ist, dass seine Herzleistung nur noch 22% beträgt.

Am Montag hat er einen Defibrillator eingesetzt bekommen, damit im Notfall sein Puls mit elektrischen SStößen reguliert werden kann.

Er kommt am Mittwoch in die Reha für zwei Wochen und bekommt ab jetzt Medikamente.

Sein Blutdruck schießt trotzdem immer wieder in die Höhe und die Ärzte meinten schon, dass er seine Herzleistung nie wieder (egal ob er abnimmt und Sport macht) auf ein normales, gesundes Level bekommen wird.

Was heißt das genau?

Was sind die Risiken bei so einer geringen Herzleistung?

Ganz ehrlich- wie lange hat der Vater meines Freundes noch? Kann es trotz Defibrillators zu einem Herzinfarkt kommen?

Er wird nicht aufhören zu arbeiten (geht aus finanziellen Gründen nicht). Dazu hat er noch einen Bauernhof mit ein paar Tieren (nicht mehr als 30), um die er sich auch noch kümmern muss.

Er will abnehmen und noch sitzt ihm die Angst im Nacke und isst im Krankenhaus vernüftig. Die Frage ist nur, ob er das durchhält. Er trinkt auch gerne Alkohol- das geht doch auch nicht mehr, oder?

Er ist eine Person, die wenn überhaupt erst etwas tut, wenn es erst zu spät ist (das ist nicht nur bei seiner Gesundheit so), weswegen ich leider erahne, dass er wieder in alte Gewohnheiten zurückfällt sobald er sich nich mehr akut krank. Er sagt ja jetzt schon, dass er seine Tiere doch behalten könnte und das er solange ja gar nicht arbeite und das seine Diabetis ja noch nicht so schlimm wäre. %:|

Danke fürs Lesen!

Antworten
Lröck chOenx1


Die Arbeit ist nicht das Problem.

Das Problem ist die Verweigerung für seine Gesundheit Verantwortung zu übernehmen.

Aber für seine Haltung ist dein Schwiegervater allein verantwortlich.

Seine Familie kann daran nichts ändern.

PGeqdxdi


Hört sich neben Diabetes auch nach einer allgemeinen Herzschwäche an. Ist das Herz auch vergrößert? 22 % ist sehr sehr wenig.

Ernährungs-und Lebensumstellung muß sein. Sonst wird der Herr keine 60

GLG

CNha-Txu


Hallo,

wie Löckchen schon schrieb, ist das wichtigste, dass er erkennt, dass ER die Verantwortung für seine Gesundheit hat, nicht die Ärzte, nicht die Verwandten, niemand.

Allerdings könnt Ihr als Angehörige versuchen, in einem sehr ernsten Gespräch ihm die Konsequenzen aufzuzeigen, und ihm dabei auch zu sagen, dass Ihr ihr sehr gern habt und nicht möchtet, dass er so frühzeitig stirbt. Manchmal kann so etwas bei einem Menschen bewirken, dass er die Kurve nimmt, nicht zuletzt, um den Verwandten die Sorge um ihn zu nehmen. Aber wirklich effektiv ist nur die Erkenntnis, dass man selbst für sich etwas tun muss.

Herzleistung nur noch 22% beträgt.

Das ist eine enorm niedrige Leistung.

Am Montag hat er einen Defibrillator eingesetzt bekommen, damit im Notfall sein Puls mit elektrischen SStößen reguliert werden kann.

Ich denke, wenn er nicht abnimmt und seinen Stress deutlich reduziert, wird der Defi auch nicht wirklich viel nutzen. Du schriebst, er könne aus beruflichen und finanziellen Gründen seinen Arbeitsstress nicht reduzieren. Das ist kein Argument! Wenn er nämlich tot umfällt, hat er auch kein Geld mehr. Klingt hart, aber es ist so. Der Mann ist latenter Lebensgefahr, und wenn er nicht konsequent an Gewichtsreduktion und Stressverminderung arbeitet, kann auch der beste Arzt und die beste Technik letztendlich nichts für ihn tun.

Aber das wird man ihm in der Reha alles sehr deutlich und hoffentlich auch drastisch klarmachen.

Alles Gute für Euch

Cha-Tu

G>ibINcichtAuxf


Danke für all eure Antworten! @:)

Eigentlich sollte er heute aus dem Krankenhaus entlassen werden, leider springt sein Blutdruck immer mal wieder auf 230. So auch gestern Abend, weswegen er nun auch dieses Wochenende im Krankenhaus verbringen wird. 7

Er sagt, er habe sich so aufgeregt, weil einige Leute der Meinung sind, er solle seine Hobby Tierzucht (Schafe) aufgeben und seinen Chefposten in einem Verein. Dabei war das nur ein Vorschlag. Er muss solche Sachen nun mal drastisch reduzieren. Oft hat er von morgens bis abends gearbeitet und musste sich dann um die Tiere kümmern und hatte noch Termine wegen dem Verein.

Ja, 22% sind sehr wenig, das wurde ihm auch gesagt. Ich habe gestern noch erfahren, dass sich dies auf die linke Herzkammer bezieht- trotzdem ist die Rechte auch nicht viel besser.

Noch eine Frage:

Die Ärzte finden keine Ursache dafür, dass der Blutdruck immer wieder so wahnsinnig hoch geht. Sie sagen, es könnte sein, dass er sich aufgeregt hat. Aber kann der Blutdruck wirklich so oft von 140 auf 230 steigen (trotz Medis), "nur" weil er sich ärgert? Kann das nicht auch daran liegen, dass das Herz "merkt" bzw. mit der eigenen schwachen Leistung überfordert ist und deswegen immer verrückt spielt? Das Ganze kann doch nicht gut sein... wie soll das denn zu Hause werden?

Liebe Grüße an alle! @:)

Ich hoffe so sehr, dass er die Kurve kriegt und abnimmt und einsieht, dass er nicht nur an seiner Ernährung, sondern auch an seinem allgemeinen Lebensstil was ändern muss.

C<ha-xTu


Hallo,

ich kann nur wiederholen, dass er seinen Lebensstil (Ernährung UND Arbeit!!!) ändern MUSS, sonst überlebt er das nicht oder nur als Wrack. Sorry, ich bin selten so hart und versuche immer, den Leuten hier Mut zu machen, aber ich kann bei Deinem Vater nichts anderes sagen, als, dass es an IHM liegt ob und in welchem Zustand er die nächsten 2-3 Jahre überlebt. Wenn er auf einen durchaus richtigen Hinweis, Tierzucht und Vereinsarbeit aufzugeben, derart extrem reagiert, wäre es vielleicht sinnvoll, mal einen Psychotherapeuten hinzuzuziehen. Sein Beruf und seine Vereinsarbeit scheinen ihm ja mehr zu bedeuten als sein Leben, und daran muss auch psychisch gearbeitet werden... Aber ich befürchte, dass er dafür nicht offen ist.

Hat Dein Vater jemanden, mit dem er eng befreundet ist, dem er vertraut und der Einfluss auf ihn hat? Falls ja, dann versucht, auch diesen Freund ins Boot zu holen. Ihr müsst jetzt ALLE versuchen, im klar zu machen, DASS er eine grosse Verantwortung hat und WAS diese Verantwortung für ihn selbst und für seine Familie ist.

Aber kann der Blutdruck wirklich so oft von 140 auf 230 steigen (trotz Medis), "nur" weil er sich ärgert?

Ja, natürlich. Man kann sich so ärgern und aufregen, dass man einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommt.

Kann das nicht auch daran liegen, dass das Herz "merkt" bzw. mit der eigenen schwachen Leistung überfordert ist und deswegen immer verrückt spielt?

Auch. Das ist jetzt nicht mehr eindeutig zu trennen. Wenn man ein derart schwerkrankes Herz hat, spielen immer mehrere Gründe und Ursachen eine Rolle, niemals nur eins.

Das Ganze kann doch nicht gut sein... wie soll das denn zu Hause werden?

Das frage ich mich auch. Und nochmal: Wenn Dein Vater nicht begreift, wird es heikel. Ob Dein Vater einen Herzinfarkt überlebt, ist nicht sicher. Wenn er aber mit derart grossem Übergewicht bypass-operiert werden muss, ist das ein enormes Risiko! Aber da müsste er dann durch, denn WENN eine Bypass-OP nötig ist, dann ist es seine letzte Chance.

Wie gesagt, es tut mir extrem leid, Dir da kein hoffnungsvolles "Alles nicht so schlimm" schreiben zu können, aber es IST schlimm.

Herzliche Grüsse

Cha-Tu

C<haR-Tu


Sorry, muss natürlich immer "Schwiegervater" und nicht "Vater" heissen...

Z%wacNk44


Ich möchte eine Gegenposition beziehen. Jeder Vorredner hat bisher darüber gesprochen, dass der Mann "Verantwortung" für seine Gesundheit übernehmen und sein Leben daher ändern müßte. Das ist die Sicht der Ratgeber. Ich nehme aber an, der gute Mann hat niemanden gefragt, was er tun müsse, um alt zu werden. Jeder in seiner Lage weiß, was er tut. Nichts nervt so sehr wie Besserwisser, die einem andauernd Ratschläge geben, weil sie es "gut meinen". Dass sein Blutdruck steigt, wenn er an Änderungen denkt, die er gar nicht will, belegt das. Der Mann weiß, was er will! Nämlich weiterleben wie bisher bis zum letzten Tag. Dann laßt ihn doch. Niemand ist verpflichtet, alt zu werden. Ich verstehe das gut.

T2hbomasH079x0


Dein Schwiegervater ist in einer Risikogruppe drin, allein schon weil er die Krankheiten vererbt bekommen hat.

@ Zwack44

Das niemand verpflichtet ist, alt zu werden, stimmt. Aber jeder will bzw. möchte alt werden. Der gute Mann weiß wahrscheinlich auch nicht was für ein Risikopatient er in Wirklichkeit ist. Ich bin der Meinung, dass, wenn man ihm die Krankheiten näher erklärt und die daraus entstehenden Folgen, dann wird er sich auch darüber gedanken machen ob er nicht doch ein oder zwei Gänge zurückschalten sollte.

CNitycaSr


Was mir nicht so recht einleuchten will, ist, daß der Mann mit dieser ausgeprägten Herzinsuffizienz solche Drücke aufbauen kann. War das die ermittelte Herzrestleistung bei Aufnahme?

Csh-a!-Tu


Zwack,

wenn dieser Mann entscheidet "OK, ich will genauso weiterleben wie bisher, lasst mich in Ruhe. Ich trage dafür die Konsequenz, auch wenn ich in 2-3 Jahren sterbe"; wäre ich der LETZTE, der das nicht respektieren würde. Aber dann soll er das seinen Angehörigen und vor allem sich selbst gegenüber auch so sagen. "Gibnichtaufs" Beitrag kam aber so rüber, als ob alle ziemlich verzweifelt sind, einschliesslich er selbst.

Cha-Tu

CsitCyc_ar


Ich bin der Meinung, dass, wenn man ihm die Krankheiten näher erklärt und die daraus entstehenden Folgen, dann wird er sich auch darüber gedanken machen ob er nicht doch ein oder zwei Gänge zurückschalten sollte.

Naja, ich denke nicht, daß es etwas eindrücklicheres gibt als die existentiellen Ängste, die er zur Zeit durchmacht. Was genau sollte man diesem Mann als Alternative anbieten? Im Topic wird erwähnt, er könne aus finanziellen Gründen nicht beruflich kürzer treten. Er steht also vor der Wahl, sich entweder gesundheitlich oder wirtschaftlich zu ruinieren.

Cwha.-Tu


Was mir nicht so recht einleuchten will, ist, daß der Mann mit dieser ausgeprägten Herzinsuffizienz solche Drücke aufbauen kann. War das die ermittelte Herzrestleistung bei Aufnahme?

Was meinst Du, was ein Herz in Not alles kann?! Ich habe bei meinem ersten Infarkt (wo auch schon eine Herzinsuffizenz bestand) Drücke aufgebaut, die noch weit über dem des Schwiegervaters von GNA lagen.

Cha-Tu

C;hrax-Tu


Im Topic wird erwähnt, er könne aus finanziellen Gründen nicht beruflich kürzer treten. Er steht also vor der Wahl, sich entweder gesundheitlich oder wirtschaftlich zu ruinieren.

Vor dieser Wahl stand ich auch. Ich habe mich für das LEBEN entschieden, und zu meiner eigenen Überraschung war das finanzielle Desaster viel geringer als vorher befürchtet. Und letztendlich: Diese Wahl besteht im Tiefsten nicht! Wenn der Mann in 2 Jahren tot umkippt oder als Schlaganfallpatient im Rollstuhl sitzt, ist seine finanzielle Lage auch nicht gelöst.

Cha-Tu

CNha-xTu


Zumal Schafe und Vereinsarbeit ja eher nicht zu seinem Beruf gehören... DAS aufzugeben, würde vermutlich keinen grossen finanziellen Schaden ausmachen. Ich habe das Gefühl, er will NICHTS ändern, weil das für ihn zur Lebensqualität gehört. OK, das kann ich problemlos akzeptieren. Aber dann muss er eben die Konsequenzen tragen. Eine dritte Möglichkeit sehe ich nicht.

Cha-Tu

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