» »

Herzleistung sehr niedrig!

ZLwa>ck4x4


Ich habe das Gefühl, er will NICHTS ändern, weil das für ihn zur Lebensqualität gehört.

Genau. :)^ Und das gehört zum Selbstbestimmungsrecht.

Coityxcar


Was meinst Du, was ein Herz in Not alles kann?!

Eine chronische Herzinsuffizienz verläuft progredient und das Herz verliert darüber sukzessive die Fähigkeit, Druck aufzubauen. Irgendwann kann es auch 'in Not' nichts mehr, weshalb die Leute ja auch im finalen Stadium bettlägerig werden.

Daß er noch Werte über 200 syst. aufbauen kann, spricht für ein frühes Stadium. Deshalb hake ich an dieser Stelle nach, weil ja nach einer Prognose gefragt wurde.

Und letztendlich: Diese Wahl besteht im Tiefsten nicht!

Man hat immer eine Wahl. Es wird nur tabuisiert, daß sich jemand für's Ableben entscheiden könnte.

Es ist ja nur richtig, wenn man jemanden über die Gefahren seines Verhaltens aufklärt. Aber man kann niemanden darüber belehren, daß er leben zu wollen hat. An dem Punkt sollte man als Angehöriger so ehrlich sein und sagen, daß man selbst ein Problem mit dieser Entscheidung hat, und nicht den Leuten einreden, sie hätten ein Problem damit und wüßten es nur nicht.

Wenn der Mann in 2 Jahren tot umkippt oder als Schlaganfallpatient im Rollstuhl sitzt, ist seine finanzielle Lage auch nicht gelöst.

Ist nun schwer zu beurteilen, wie es bei ihm in zwei Jahren aussieht. und ob sich seine finanziellen Probleme lösen, wenn er weiter arbeitet. Ich denke, hierüber kann man an dieser Stelle nur spekulieren.

Zumal Schafe und Vereinsarbeit ja eher nicht zu seinem Beruf gehören... DAS aufzugeben, würde vermutlich keinen grossen finanziellen Schaden ausmachen.

Soweit ich weiß, wird jedem dazu geraten, sich eine Freizeitbeschäftigung zu suchen, die einem Spaß macht, um darüber Stress abzubauen. Warum sollte man dem Mann nun ausgerechnet das wegnehmen?

Aber dann muss er eben die Konsequenzen tragen.

Ja, sehe ich auch so.

C"hab-Tu


Ich habe das Gefühl, er will NICHTS ändern, weil das für ihn zur Lebensqualität gehört.

Genau. :)^ Und das gehört zum Selbstbestimmungsrecht.

Absolut! Aber dann bitte auch die Konsequenzen.

Gruss

Cha-Tu

CUh a-Txu


Es ist ja nur richtig, wenn man jemanden über die Gefahren seines Verhaltens aufklärt. Aber man kann niemanden darüber belehren, daß er leben zu wollen hat.

In der Tat. Wie gesagt, ich habe das Gefühl im Topic gehabt, dass der Mann nicht sehr froh über seinen Zustand ist. Und DANN muss man ihm klarmachen, was Sache ist. Wenn er dann sagt: "OK, mir ist mein bisheriges Leben und wie ich es gelebt habe, so wichtig, dass ich das Risiko trage": Respekt und Hochachtung! Man kann mir nicht unterstellen, ich würde in jedem Fall das Leben dem Tod vorziehen, im Gegenteil! Ich plädiere hier seit Jahren dazu, sich gerade in dieser Frage eine eigene Meinung zu bilden.

Gruss

Cha-Tu

L?öckchJen1


Hi Cha-Tu,

ja ein Hobby an dem das Herz hängt, gehört ganz klar zur Lebensqulität. Und ein Hobby ist kein Zwang, sondern tut man gerne und nur aus diesem Grund.

Gerade für einen Schwerstkranken ist die Ausübung eines Hobbys extrem wirtig für das psychische Gleichgewicht. Das solltest Du als Psychotherapeut doch wissen.

Ich denke, das die berufliche Arbeit=Pflicht zur Leistung, reduziert werden sollte. Sprich, bei schwerer Herzkrankheit die Rente anzustreben ist.

pHraxxa


Kann das nicht auch daran liegen, dass das Herz "merkt" bzw. mit der eigenen schwachen Leistung überfordert ist und deswegen immer verrückt spielt?

Es ist ja nicht nur das Herz für einen Bluthochdruck verantwortlich. Die Elastizität der Adern spielt zb. eine große Rolle oder auch die Nieren sind oft dafür verantwortlich.

Da dein Schwiegervater ja auch Diabetes hat und dieser wahrscheinlich auch schon länger unbehandelt besteht, ist ein Nierenschaden nicht auszuschließen.

Wenn dann noch Aufregung dazukommt, dann schießt der BD schnell in die Höhe.

Was sind die Risiken bei so einer geringen Herzleistung?

Das kommt darauf an, wie man sich damit verhält. Im besten Falle kann man damit ein fast normales Leben haben und im schlimmsten Fall, kommt man um eine Transplantation nicht herum.

Ich selbst habe, seit über 15 Jahren, eine dilative Kardiomyopathie mit einer EF, die im Moment zwischen 20 und 30% schwankt. Damit führe ich ein halbwegs normales Leben. Ich kann damit zwar nicht mehr arbeiten, aber ich fühle mich soweit ganz gut.

Dein Schwiegervater steht ja erst am Anfang der Behandlung und da kann sich noch einiges tun. Als meine Krankheit angefangen, hatte ich eine EF von ca. 15% und die Ärzte hätten nie geglaubt, dass ich um eine Herztransplantation herum komme. Die ersten Jahre nach der Diagnose hat sich meine EF, durch die Behandlung auf über 40% verbessert und ich konnte noch viele Jahre arbeiten.

Das kann bei deinen Schwiegervater ja auch passieren, er muss jetzt halt erst mal Geduld haben und wenn nötig, bei einigen Sachen etwas kürzer treten.

Was heißt das genau?

Tja, da braucht man nichts schön zureden.

Wenn er nicht einsieht, dass er etwas ändern muss und so weitermachen möchte wie bisher, muss er mit einer Transplantation rechnen oder schlimmstenfalls mit dem Tod.

Den lange kann der Körper solch eine Herzschwäche nicht kompensieren und schon gar nicht, wenn man sich weiter belastet.

Er sagt, er habe sich so aufgeregt, weil einige Leute der Meinung sind, er solle seine Hobby Tierzucht (Schafe) aufgeben und seinen Chefposten in einem Verein.

Das Problem wird sich von ganz alleine lösen.

Mit einer EF von 22%, ist er kaum mehr in der Lage, seinen normalen Alltag, geschweige den, seine Hobby´s, zu bewältigen.

Mit einer Auswurfleistung von 22% ist man froh, wenn man in Ruhe noch genügend Luft bekommt und kein normaler Mensch wird sich da freiwillig belasten, es sei den man liebt das Gefühl zu ersticken.

Möglicherweise wird dies bei deinem Schwiegervater etwas länger dauern, bis er es kapiert, aber sein Körper wird ihm ganz klar zeigen, wo seine Grenze liegen.

Wie oben schon erwähnt, kann es durchaus sein, dass er vielleicht wieder arbeiten kann, aber im Moment ist Ruhe das wichtigste.

a9gnvexs


70 kg Übergewicht sind wie ein 2. Körper, den das Herz zu versorgen hat. Die 22% betreiben also 200% Körper. Keine gute Kombination.

Bei so viel Übergewicht reicht u.U. schon ein normal funktionierendes Herz nicht.

G2ibNich}tAuxf


Danke für eure zum Teil sehr ausführlichen Antworten! @:)

Er ist heute nach Hause gekommen und muss ab Mittwoch in die Reha.

Er muss arg viele Medikamente nehmen, z.T. weil sein Blutdruck einfach nicht unter Kontrolle zu kriegen ist.

Heute Abend hatte er trotz Bettruhe, kaum Essen seit zwei Wochen (wahrscheinlich 2000kcal weniger als "früher") und vielen Medikamenten einen Blutdruck von 165. :(v Besser als seine 230, aber trotzdem... bei jeder kleinen Aufregung kann das ja wieder passieren.

Er hat aber schon 5kg abgenommen in den 2 Wochen Krankenhaus, hoffentlich werden es noch 50 mehr! :)z

Er darf 3 Monate kein Auto fahren, in der Zeit kann er dann auch nicht so viel arbeiten- das ist schon mal gut!

Zum Thema Hobby: Er konnte sich schon seit Monaten nicht mehr richtig um seine Tiere kümmern und auch die Vereinsarbeit als Vorstand (!) ist einfach zu viel. Wenn es ihm besser geht, kann er sich doch gerne neue Tiere holen und als normales Mitglied des Vereins weitermachen. Hauptsache er kommt erstmal zur Ruhe!

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sportmedizin · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH