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Nach Schlaganfall total verändert

Q,uaOint2x3 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Vater hatte im Oktober vergangenen Jahres einen Schlaganfall und ist seitdem linksseitig gelähmt. Er macht minimale Fortschritte, sodass er sich in seinen eigenen vier Wänden allein bewegen kann. Allerdings stelle ich mehr und mehr fest, wie er sich verändert. Er lässt Kritik nicht zu, ist selbst teilweise sehr unverschämt und verletzend, ist sehr ungeduldig und kann sich nicht konzentrieren. Wie kann ich als Tochter ihm helfen wieder ein bißchen mehr in einen neuen Alltag zu finden? Er sitzt den ganzen Tag zu Hause, telefoniert rum und ärgert sich über alles und jeden. Er klagt über sehr starke Müdigkeit, die ihn ermatten. Gehört das auch dazu?

Für ein paar Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar. Zum Beispiel möchte ich wissen, ob sich sowohl das körperliche als auch das seelische noch regenerieren werden, und wenn nicht, was die Angehörigen erwartet.

Vielen Dank!

Antworten
HZype6rion


Wesensveränderungen bzw Veränderunegn der Persönlichkeit kommen oft vor bei Schlaganfallpatienten. Wenn man bedenkt das sich plötzlich das ganze Leben auf einen Schlag verändert. Man kann sein Leben so wie es vor dem Schlaganfall war nicht mehr richtig ausführen. Immer ist die Angst da das es wieder passieren kann. Zudem können viele Schlaganfallpat auch nicht akzeptieren das sich ihr Leben verändert hat, sie bestimmte Dinge nicht mehr können z.B. bei einer Halbseitenlähmung ect.

Die Kranklheitsbewältigung fällt vielen schwer und ohne psychologische Unterstützung ist das ganz schwer überhaupt mit diesem Schicksalsschlag umzugehen.

Sie wollen nicht sehen und erkennen das sie nun auf Hilfe angewiesen sind, war vor dem Anfall ja auch nict so und plötzlich ist man ein Pflegefall. Ein harter Schlag bzw ein harter Einschnitt ins Leben. Von heute auf Morgen auf Hilfe und Pflege angewiesen zu sein.

Ich denke dein Vater meint es nicht böse bzw absichtlich. Aber er hat noch nicht verstanden was da mit ihm passiert ist. Er glaubt immer noch alles so wie früher selbst machen und erledigen zu können. Hilfe annehmen ist auch ganz schwer, dass kann nicht jeder. Ältere sind da ja auch oft stur.

Es kann sein das sich die Psyche bzw sein Wesen noch ändert. Aber es dauert und man muss abwarten. Sinnvoll ist es wenn er wirklich auch psychologische Hilfe in Anspruch nimmt, also jemand der sich damit auskennt und mit dem er darüber reden kann.

Helfen ist schwer, denn Hilfe muss gewollt sein. Wenn dein Vater keine Hilfe will, dann wird er verärgert wenn man sie ihm aufzwingt. Er wird sozusagen bevormundet wie ein Kind. Das nervt viele.

Du kannst ihm Hilfe anbieten, will er sie nicht musst du ihn lassen so gut es geht. Ich denke wenn er versteht was passiert ist wird er auf dich zukommen.

Hier kannst du Erfahrungsberichte nachlesen

[[http://www.schlaganfall-hilfe.de/index.php?option=com_joomlaboard&Itemid=76&func=view&catid=2&id=499 Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe]]

Gruss

sBchnRatterg0uschxe


Zum Beispiel möchte ich wissen, ob sich sowohl das körperliche als auch das seelische noch regenerieren werden, und wenn nicht, was die Angehörigen erwartet.

Ein Freund von mir ist auch seit einem Schlaganfall linksseitig gelähmt. Nach den ersten Erfolgen der Reha ackert er richtig. Er hat verstanden, daß er durch Training manches regenerieren kann. Er war ganz stolz, als er wieder Treppen steigen konnte. Oder in der gelähmten Hand einen Einkaufskorb halten. Ich erinnere mich noch wie heute an den Tag, als er mich zur Begrüßung mit beiden Armen umarmen konnte. Inzwischen hat er sogar den Rollstuhl wieder zurückgeben können.

Die Verläufe sind natürlich ganz individuell. Wichtig ist, daß der Betroffene ein neues Ziel findet und aktiv wird. Er ist in einer sehr starken Krise, und muß zuerst seine neue Lage anerkennen. Wie Hyperion schrieb, ist da eine psychologische Betreuung sehr wichtig. Du als Tochter kannst Deinen Vater vor allem unterstützen, indem Du für ihn da bist, auf Angriffe auf Dich mit Liebe reagierst. Wichtig ist, daß Du ihn verstehen lernst. Dein Vater ist voller Trauer über die verlorengegangenen Fähigkeiten. Damit hat er noch nicht umgehen gelernt. Vielleicht hilft Dir beim Verständnis auch, etwas über Krisen und den Umgang mit ihnen zu lernen. Da könnte ein Einstieg das [[http://www.epilepsie-elternverband.de/Die-Trauerspirale-vo.378.0.html Spiralmodell von Prof. Schuchardt]] sein.

M3uskBalowxski


Ich hatte im März 2007(56) einen, nun ist immer die große Frage "Wie stark war der SA" b.z.w. "Wann war Behandlungsbeginn", bei mir war der Beginn der Behandlung in der NA des khs. innerhalb von 10 min. weil ich gerade in der Nähe war.

Bei mir ist ausser konzentrationsschwächen und eine Vergesslichkeit und eine leichte Gangataxie nichts weiter zurückgeblieben.

Ich hatte mich im Internet über die Zeit danach informiert, und habe mich sportlich betätigt(Radfahren) und habe 20 kg abgenommen ,was allein schon psychologisch positiv wirksam ist.

Ich denk mir das dein Vater "gefordert" werden muß, Aufgaben übernehmen ,sportlich betätigen, und immer wieder versuchen die linke Seite zu benutzen, da er telefoniert hat er offensichtlich keine Sprachstörungen das ist ja schon sehr fein.

Kurz zusammengefasst,das Internet und mein aktives Leben danach haben mir sehr geholfen,,es haben sich auch neue Interessengebiete dadurch entwickelt.

Gruß Muskalowski

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