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Zwei Herzinfarkte innerhalb von 3 Jahren! Was kann man tun?

M)or)itzxbaer hat die Diskussion gestartet


Hallo! Ich hoffe mir kann jemand helfen!

Mein Partner ist 47 und hat vor einer Woche seinen 2. Herzinfarkt innerhalb von 3 Jahren bekommen. Ich bin sehr verzweifelt, weil alles in Spanien (der 1. Sogar in China) passiert ist und ich einfach kein gutes Gefühl hier habe!

Beim 1. Herzinfarkt in China wurden 4. Stents gesetzt! Jetzt beim 2. HI nochmal 2! Der Arzt sagt, dass ein weiterer Stent diese Woche noch gesetzt werden muss! Darüber hinaus hat der Arzt eine radikale Ernährungsumstellung angemahnt! Allerdings bin ich der Meinung, dass wir ausreichend ausgewogen uns ernähren und er hat das Rauchen bereits vor einem Jahr aufgegeben! Was kann ich als sein Partner tun? Auf was muss ich bei den Ärzten achten? Es muss doch etwas geben, was wirklich hilft?

Ich bin dankbar für jeden Hinweis!!!

Antworten
CDha"-Tu


Hallo, Moritz,

was Du durchmachst, hat meine Frau vor einigen Jahren auch durchmachen müssen, als ich innerhalb von 5 Monaten zwei Herzinfarkte erlitten habe. Sie war damals genauso ratlos wie Du, und ich war so verzweifelt, wie Dein Partner vermutlich jetzt auch verzweifelt ist.

Zuerst einmal: Besteht die Möglichkeit, dass Dein Partner nach Hause verlegt wird? Ich nehme an, er lebt in Deutschland? Und ist in Spanien in Urlaub oder Dienstreise? Damit will (und kann) ich nichts gegen Spanien und seine Ärzte sagen, aber ich weiss einfach, dass man zuhause besser genest als in der "Fremde". Jedenfalls würde es mir und vielen so gehen.

Das zweite ist, dass intensiv an den Ursachen gearbeitet werden muss. Warum kam es zum zweiten Infarkt? Entweder liegt eine gravierende Fettstoffwechselstörung vor, die die Ablagerungen verstärkt entstehen lässt, oder aber er hat sein Leben noch nicht so eingestellt, dass das Herz damit leben kann.

Hat er Übergewicht? Dann muss es abgebaut werden! Dringend!

Das Rauchen hat er ja glücklicherweise schon aufgegeben.

Liegt wirklich eine Fettstoffwechselstörung vor, muss die Ernährung radikal verändert und ggfs. auch eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden.

Hat er ausreichend Bewegung? Ein Schreibtischjob ist Gift fürs Herz, lässt sich aber manchmal nicht ändern. Umso wichtiger ist es dann, sich regelmässig zu bewegen (schon 3 mal pro Woche 30 Minuten zügig spazierengehen, ist Balsam fürs Herz).

Hat er Stress? Der ist genauso giftig fürs Herz wie fehlende Bewegung. Da MUSS dran gearbeitet werden, da Stress neben Übergewicht und Rauchen DER Herz-"Killer" schlechthin ist.

Wie kam Dein Partner mit dem ersten Infarkt klar? Hat er sich dem Thema gestellt? Oder verdrängt? Ich habe damals extrem verdrängt und erst nach dem zweiten Infarkt war ich bereit, mich auch seelisch diesem Thema zu stellen. Ich habe dann eine Therapie gemacht, die zwei Jahre gedauert hat, was sehr sehr wichtig für die Verarbeitung gewesen ist. Ich war selbst Therapeut, brauchte aber Hilfe "von aussen". Man selbst wird mit so einem Ereignis oft nicht alleine fertig.

Man kann mit all dem leben, aber man muss sein Leben meistens radikal ändern. Ich habe das selbst erlebt. Meine beiden Infarkte sind 15 Jahre her, ich musste meinen Beruf aufgeben und in Rente gehen, aber ich habe überlebt. Und fühle mich heute wohl, bin auf niedriger Stufe belastbar und wenn ich mich danach verhalte, wie mein Herz es aushält, komme ich gut mit allem klar. Keine Angst, nicht jeder muss in Rente gehen, die meisten Herzinfarktpatienten können wieder arbeiten, auch nach dem zweiten Infarkt. Ich schreibe das nur alles auf, damit Du siehst, dass man selbst, wenn man GANZ unten war, nicht aufgeben sollte. Es lohnt sich zu kämpfen und zu leben. Ich habe es erlebt und erlebe es immer wieder neu, jeden Tag.

Wenn Fragen sind: Immer her damit! Auch gerne per PN.

Schönen Gruss

Cha-Tu

C^ha-Txu


PS

Noch etwas: Du kannst viel für ihn tun, indem Du zum einen das Gefühl gibst, für ihn da zu sein. Das zweite ist: Gib ihm das Gefühl, dass er jederzeit über alles mit Dir reden kann, aber dränge ihn nicht dazu. Da muss man die Balance halten zwischen "Ich bin da" und "Du darfst, aber Du MUSST nicht reden"... Gerade nach dem zweiten Infarkt ist man psychisch oft völlig verstört. Den ersten Infarkt nehmen viele noch nicht so ganz ernst, der zweite aber haut einen seelisch um. Man kann nun nicht mehr verdrängen, verleugnen, sondern muss sich dem stellen. Partner sind da wichtig.

Und ein Rat für Dich: Auch DU leidest. Nimm also nicht nur Rücksicht auf ihn, sondern auch auf DICH. Das wird leider oft zu schnell vergessen. Auch die Partner leiden, auch die Partner haben GANZ viel Angst, Todesangst um den geliebten Menschen, aber auch Angst in Bezug auf sich selbst. Redet da drüber. Es ist wichtig...

Cha-Tu

S<aalFac h


Na ja, es ist doch ein Glück wenn man das überlebt! Was soll ich dazu sagen, ich habe zum Glück 3 (drei) Herzinfarkte überlebt, habe 6 Stents in der Pumpe, Diabetes wurde festgestellt und so musste ich mein Leben und meine Ernährung komplett umstellen und nun geht es mir den Umständen entsprechend gut.

Viel Hilfe habe ich im Internet gefunden, besonders in Foren wo "Gleichgestellte" ihre Probleme berichteten. Ich habe alle meine Vorerkranken, meine Medikamente und meine Verpflegung fein säuberlich nieder geschrieben, inzwischen sind es 89 Seiten geworden – sprich = mein Krankentagebuch.

Es geht wenn man will, NIEMAND ist gerne krank aber wenn man krank wird muss man sich überwiegend selber helfen. Also viel Erfolg, übrigens, meinen 1. Infarkt hatte ich mit 49 Jahren und inzwischen bin ich 69 – geht doch ...... und meine Gattin ist auch zufrieden da ich nicht mehr SO lästig bin. :)= :=o

Herzliche Grüße

LaeHnitxy


Ohje Saalach das tut mir Leid für dich. Manche Leute haben wirklich Pech mit sowas. :-/

Aber du scheinst ja ganz gut damit zurechtzukommen :)= :)z :)^

@:)

WAatner*lxi


:°_ Oh, ich find das auch schlimm. :)* :)* :)* :)*

Ich würde nochmal checken lassen, ob er Diabetes hat oder sowas und dann wirklich so leben, wie man da leben soll. Oder wenn er Übergewicht hat, dann muss das runter... also nicht nur gesund ernähren, sondern auch abnehmen. Und hat er denn viel Stress? Er ist ja noch so jung, da liegt es oft auch an viel Aufregung und Stress... dann muss man vielleicht auch beruflich kürzer treten oder so.. ist ja der Gesundheit zuliebe.

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