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Herz pumpt nicht genug Blut

Eflli1x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Hausarzt hatte mich zum Kardiologen überwiesen, weil ich nicht mehr so leistungsfähig bin und z. B. beim Treppensteigen sehr schnell total außer Atem gerate.

Es wurde ein EKG gemacht, dann ein Langzeit-EKG, eine Langzeit Blutdruckmessung, eine Herzsonographie und ein Belastungs-EKG.

Ergebnis:

Ich habe etwas erhöhten Blutdruck - in Ruhe 145/60, ging beim Belastungs EKG hoch auf 280/130. Dazu eine erhöhte Blutdruckamplitude. In Ruhe Bradykardie (Puls 40 - 65), bei Belastung ging der Puls auf 137. Außerdem habe ich Herzrhythmusstörungen (der Kardiologe nannte sie ungefährlich, sie waren in Ruhe stärker als bei Belastung).

Der Arzt stellte fest, dass mein Herzmuskel sehr stark und viel zu kraftvoll pumpt, dass aber trotzdem nicht genug Blut ins Herz gepumpt wird.

Die Sauerstoffsättigung während der Belastung war 97%, in Ruhe war sie auch 97%.

ansonsten war alles in Ordnung, die Klappen schließen, die Aortenklappe ist in Ordnung.

Ich bin 61 Jahre alt, Witwe, habe etwas Übergewicht (BMI 25), bin voll berufstätig, kümmere mich um zwei Enkelkinder (meine geschiedene Tochter arbeitet halbtags) und bewirtschafte einen sehr großen Garten.

Nun hat mir der Kardiologe gesagt, ich müsse schnellstens meinen Beruf aufgeben (ich arbeite im Verkauf, muss auch oft Kisten schleppen). Außerdem dürfe ich keinerlei Gartenarbeit mehr machen, möglichst keine Treppen mehr steigen, nichts heben, keinen Stress haben, meine Enkelkinder nicht mehr betreuen, nicht mehr Rad fahren, kein Nordic Walking mehr machen, keine hausarbeit mehr tun. Auf meine Frage, was ich denn überhaupt noch dürfe, sagte er: Lesen, Fernsehen, evt. kartoffeln schälen, viel, viel liegen und mich ausruhen.

Zum Blutdrucksenken gab er mir ein Mittel mit dem Wirkstoff Valsatan, zweimal täglich 80mg.

Ich bin am Boden zerstört. Ich kann doch nicht von heut auf morgen meinen Beruf aufgeben! Und wie soll ich ohne Treppensteigen auskommen, Schlafzimmer und Bad sind im 1. Stock.

gibt es denn keine andere Therapie als nur noch im Sofa zu sitzen und zu lesen? Warum darf ich mich körperlich überhaupt nicht mehr betätigen? Kann man noch andere Medikamente geben? Bedeutet der Befund, dass ich keine große Überlebenschance mehr habe? ich dachte bisher immer, Bewegung wäre gut, und jetzt soll ich nur noch im Sessel sitzen!

Gruß, Elli

Antworten
G+i$bNicxhtAuf


@ elli17

Ich kenne mich damit leider nicht aus, aber hast du schon mal darüber nachgedacht, dir eine Zweitmeinung einzuholen? :)_

DKer k(le4ine Pxrinz


Das kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Kardiologe so was sagt. Das ist ja ein Therapieansatz von vor 30 Jahren. Heute werden die Leute eher aktiviert als passiv gestellt.

Wechsle schnell den Arzt. Wenn du die Empfehlungen des aktuellen Kardiologen ernst nimmst, wirst du in wenigen Jahren völlig leistungsunfähig sein.

Ctha-xTu


Hallo, Elli,

ich verstehe, dass Du regelrecht unter Schock stehst. Welche Diagnose hat Dein Arzt denn gestellt. Einfach zu sagen, das Herz pumpt nicht genug Blut, das ist keine Diagnose...

Auch diese fast panisch-dramatischen Ratschläge, was Du alles nicht mehr darfst, finde ich zunächst einmal etwas "befremdlich". Heutzutage wird selbst bei schwer Herzkranken EMPFOHLEN, sich zu bewegen, leichte Gartenarbeit zu machen, sich sportlich zu bewegen. Ich habe selbst zwei Infarkte hinter mir und eine Herzinsuffizienz (Grad II-III) und SOLL mich so viel bewegen, wie es mir möglich ist. Mein Kardiologe warnt mich geradezu davor, mich in die Ecke zu setzen und nichts zu tun.. Und selbst bei akutem (!) Herzinfarkt werden die Patienten im Krankenhaus bereits am zweiten Tag "mobilisiert", d.h. bewegen, treppesteigen etc. Tut mir leid, aber ich kann die Reaktion Deines Kardiologen nicht so ganz verstehen.

Ich würde Dir raten, noch einmal mit dem Arzt zu reden, ihn zu bitten, Dir eine klare Diagnose zu nennen und eindringlich danach fragen, warum Du Dich so wenig belasten sollst, wo heutzutage Herzkranke so früh wie möglich wieder mobilisiert und belastet werden. Sollte er Dir keine ausreichende und zufriedenstellende Antworten geben, würde ich einen zweiten Kardiologen aufsuchen.

Selbstverständlich wirst Du Dich bei den Ergebnissen der Untersuchungen etwas einschränken müssen, zumindest anfangs. Aber das klingt ja so, als empfehle Dir der Arzt, Dich in die Ecke zu legen und wenn's geht, kaum noch zu bewegen... Man sollte seine Krankheiten keinesfalls ignorieren, aber auch nicht so dramatisch bewerten wie der Arzt das gemacht hat (zumindest nicht ohne eine KLARE Diagnose, die solche Empfehlungen rechtfertigen).

Einen lieben Gruss, und glaube mir: Es wird nicht alles so heiss gegessen, wie es gekocht wird...

Cha-Tu

C&ha-STu


Das ist ja ein Therapieansatz von vor 30 Jahren. Heute werden die Leute eher aktiviert als passiv gestellt.

Exakt!

Gruss

Cha-Tu

t:he-Ccxaver


Es würde helfen, wenn eine Diagnose genannt würde...

E{llix17


Hallo,

danke für die vielen prompten Ratschläge. Die Diagnose lautet eben: Zu geringe Pumpleistung des Herzmuskels. Das Herz wird nur zu einem Bruchteil mit Blut gefüllt.

Das ist also eine ganz starke Herzinsuffizienz. Und da muss man sich eben so viel schonen wie nur irgend möglich.

ich weiss gar nicht, ob ich morgen zur Arbeit gehen soll. Ich hab einfach Angst, tot umzufallen. Eine Krankschreibung hat mir der Kardiologe nicht gegeben, nur gesagt, ich soll SOFORT meinen Beruf aufgeben.

Der Kardiologe ist übrigens relativ jung, so um die 40. Ich verstehe auch nicht, warum er mir so 'altmodische' Verhaltensregeln gegeben hat.

Am schlimmsten wäre es, wenn ich von heut auf morgen meinen Beruf aufgeben muss. Auf meine Anfrage, ob ich einen sitzenden Beruf ausüben dürfte, sagte er, nein, jeder Beruf bringe Stress mit sich und der wäre sehr, sehr schädlich für mich.

Und wer soll meinen Garten machen? Und die Enkelkinder betreuen? Die sind 2 und 4, die Kleine kann ja noch nicht mal in den Kindergarten gehen.

Wenn ich jetzt sofort den Beruf aufgebe, habe ich viel weniger Rente, und dann das Geld für den Kindergarten. Und wenn die beiden keinen Platz bekommen, muss meine Tochter aufhören zu arbeiten, und wir leben alle von HarzIV.

Ich könnte nur noch heulen.

Ich könnte aber auch einfach den Kardiologen ignorieren und so weiter machen wie bisher, vielleicht im Garten ein bisschen kürzer treten. meiner Tochter habe ich noch nichts gesagt.

Nochmals danke.

Gruß Elli

D0er gkleine P!rixnz


Im Garten kürzer treten würde ich nicht.

Erstens mal gibt es Medis, die bei Herzinsuffizienz durchaus wirken. Daneben hat die Insuffizienz eine Ursache, wenn man an der arbeitet, kann sich das Herz zumindest etwas erholen.

Wenn du dann immer noch kürzer treten musst, dann im Beruf, denn der bringt den unguten Stress mit sich. Der Garten hat viel mehr Erholungs- und Therapiewert als er negativen Einfluss hat.

Ich würde als erstes mal einen anderen Kardiologen aufsuchen.

bjjWoe+rn3x4


Hallo Elli,

manche Fachärzte scheinen zu glauben, dass sie ihren Patienten nicht die exakten Fachausdrücke nennen brauchen, weil das nur verwirren würde. Aber gerade das erzeugt noch mehr Verwirrung, weil so viele Fragen offen bleiben. Vielleicht wäre es besser, wenn Du den schriftlichen Befund mit Deinem Hausarzt mal durchsprichst. In dem Bericht müssen zumindest die Fakten stehen und der HA sollte diese gut verstehen können, ausserdem betreuen diese Patienten mit Herz-Kreislaufproblemen umfangreicher als so mancher Kardiologe, der seinen Partienten nur einmal sieht.

Ausserdem wäre es angebracht, die eigentliche Ursache rauszufinden. Weil je nachdem hat das auch Einfluss auf die richtige Therapie. Also ganz ehrlich, wenn man mir sagt, ich solle quasi alles aufgeben, und das nur anhand einer Untersuchung, würde ich mir veralbert vorkommen.

Viele Grüße

Björn

gmrotBtchxe


ich muß sagen daß mir auch komisch vorkommt, was dein Kardiologe dir rät.

So hoch finde ich denen Blutdruck gar nicht in Ruhe ... Auch der Puls in Belastung ist mit 137 nicht sooo immens hoch nach meinem Empfinden.

Ich bin wirklich schwer herzkrank, arbeite mit Kindern in einer Kindertagestätte in einer 75 % Stelle und wurde damals nach meiner Herz OP auch am nächsten Tag aus dem Bett "geworfen".

Gut ... nur mal auf die Kante setzen aber ... das war damals schmerzhaft genug ;-) – am 2. Tag nach OP hieß es dann aber schon "Vor das Bett junge Frau".

Ich mußte zwar auch etwas diskutieren um meinen Beruf weiter ausüben zu dürfen – aber das ging dann letztendlich ganz gut.

Die OP ist inzwischen fast 4 Jahre her und ich arbeite immer noch im Beruf. Ok – nicht jeder Tag läuft so richtig gut – das geb ich zu. Gerade bei dieser unmenschlichen Hitze kann ich gar nicht so viel leisten, wie ich würde – aber dafür hat auch wirklich jeder Verständnis !

Mein Kardiologe ist auch nicht fürs stillsitzen sondern für Bewegung.

Es kommt natürlich auf die genaue Diagnose an – aber ... so wie sich das oben liest scheint es nicht wirklich so schlimm zu sein.

Ich an deiner stelle würde glaube ich eine zweite Meinung einholen – so würde ich es glaube ich nicht stehn lassen wollen ...

schon gar nicht ohne eine "richtige" Diagnose

Also : Laß den Kopf nicht hängen – wie Cha-Tu sagt : es wird nix so heiß gegessen wie es gekocht wird !

t|he'-c=avexr


Zu geringe Pumpleistung des Herzmuskels. Das Herz wird nur zu einem Bruchteil mit Blut gefüllt.

Das ist keine Diagnose, sondern eine Umschreibung, unter der man sich nicht sonderlich viel vorstellen kann.

Das hier:

Das ist also eine ganz starke Herzinsuffizienz

widerspricht sich mit diesem hier:

mein Herzmuskel sehr stark und viel zu kraftvoll pumpt

Man könnte sich evtl. vorstellen, dass es sich um eine hypertrophe Kardiomyopathie handelt, aber das ist natürlich jetzt nur Spekulation. Frag den Arzt nochmal nach der genauen Diagnose.

Grüße

E_llix17


Hallo,

ich weiss jetzt genau, was ich habe: hypertrophe Kardiomyopathie, als Unterform: diastolische Herzinsuffizienz.

Ich hab geggogelt, und überall liest man, dass man dabei jegliche körperliche Belastung unbedingt vermeiden muss. Da hat also mein Kardiologe doch recht. Er hat mir gestern ein Attest ausgeschrieben, dass ich arbeitsunfähig bin und nie wieder arbeiten darf. Also lebenslange Arbeitsunfähigkeit. Jederzeit könne es, so schreibt er, zu, plötzlichem Herztod kommen (Sekundentod). Er sagte mir nochmals, ich dürfe mich überhaupt nicht bewegen. Wenn meine Tochter mich nicht pflegen könne, solle ich mir schnell einen Platz im Pflegeheim suchen. Habe gestern herumtelefoniert. Es gibt ein Heim, wo ein Platz frei ist, im 4 - Bett - Zimmer, ein Einzelzimmer kann ich nicht bezahlen und das wird auch nicht bezuschusst. Die anderen 3 Damen sind zwischen 89 und 95 und alle dement.

Da werd ich nun wohl nächste Woche einziehen.

Hoffentlich kommt der Sekundentod noch vorher. Na, man kann ja auch nachhelfen.

Danke an alle für eure Ratschläge.

Gruss, Elli

Cmha-8Txu


Hallo, Elli,

das ist natürlich eine schwere Diagnose, und dennoch verstehe ich die Aussagen Deines Arztes nicht. Ich selbst habe auch eine Herzschwäche durch zwei Herzinfarkte, ich bin berentet, aber ich darf mich bewegen und ich darf mich auch im Rahmen dessen, was noch möglich ist, belasten. Natürlich musste ich anfangs vorsichtig sein, und erst nachdem ich eine optimale Medikamenteneinstellung erreicht hatte, konnte ich die Belastung LANGSAM steigern. Aber Du bis jetzt berufstätig, hast im Garten gearbeitet und nun sagt man Dir, Du seiest krank und dürftest Dich nicht mehr bewegen. Obwohl Du Dich selbst eigentlich gar nicht krank fühlst (wenn ich das richtig verstehe). Sorry, aber das kommt mir sehr seltsam vor! Und ich habe NOCH NIE gehört, dass einem 60jährigen bei der Erstdiagnose Kardiomyopathie/Herzinsuffizienz dringend geraten worden ist, ein Pflegeheim aufzusuchen. Da stimmt irgendwas nicht...

Aber davon unabhängig: Bevor ich in so jungen Jahren (ich bin fast so alt wie Du) in ein Pflegeheimzimmer mit Demenzkranken, die 30 Jahre älter sind als ich, das Zimmer lebenslang teile, würde ich eher den plötzlichen Herztod vorziehen und so weitermachen wie bisher. Sorry, aber in unserem Alter sollte man so viel Lebensweisheit haben, zu erkennen, dass es nicht nur um Vegetieren geht, sondern auch um die Lebensqualität.

Nicht böse sein, aber Deine Geschichte klingt so unwahrscheinlich, dass ich mir so meine Gedanken mache...

Gruss

Cha-Tu

EIlliG17


Hallo, Cha - Tu,

ja, mir geht es genau so. Ich kann das Ganze überhaupt nicht fassen. Ich steh noch immer unter Schock.

Ich neige auch dazu, nicht ins Pflegeheim zu gehen und weiter meine Enkel zu hüten, im Garten zu arbeiten etc. Beruflich arbeiten darf ich ja nicht mehr. Meine Tochter aber hat riesige Angst, dass ich tot bin, wenn sie von der Arbeit kommt. Sie rät mir zum Pflegeheim, weil sie meint, da bin ich besser aufgehoben. Ich weiss nicht weiter, ich bin nur noch am Heulen. Es beruhigt natürlich, dass es Menschen wie dich gibt, die trotz schwerer Herzkrankheit noch ein einigermaßen normales Leben haben. Hast du dieselbe Herzkrankheit wie ich? Was für Medikament nimmst du?

Vielen Dank für deine Antwort. Es tut gut, sich mit anderen auszutauschen.

Gruss, Elli

Ciha-TQu


Hallo, Elli,

am besten wäre es, Du und Deine Tochter kommt erst einmal ein wenig zur Ruhe. Jetzt eine Entscheidung vom Zaun zu brechen, ist sicherlich nicht sehr hilfreich. Deine Tochter sollte Dich da aber nicht drängen. Sie sollte auch bedenken, wie es schlimm es wäre (auch für sie!), wenn Du als noch relativ junge Frau neben dementen Greisen Dein Leben in einem Heim dahinvegetieren musst. Ich bin durchaus dafür, es alten Menschen unter WÜRDIGEN Umständen zu ermöglichen, in einem Heim versorgt zu werden. Aber dafür bist Du noch zu jung, und ein WÜRDIGES Leben ist in einem 4-Bett-Zimmer dauerhaft nicht möglich. Das ist meine Meinung. Dann lieber tot...

Hast du dieselbe Herzkrankheit wie ich? Was für Medikament nimmst du?

Einen Teil Deiner Diagnose habe ich auch, nämlich die Herzinsuffizienz. Die ist bei mir entstanden durch zwei Herzinfarkte, die ich vor 15 Jahren hatte. Dadurch ist die Vorderwand des Herzens quasi "kaputt", sie wird nur noch von winzigen Kollateralen (Äderchen) durchblutet, die grosse Ader, die diese Wand normalerweise durchblutet, ist komplett und weitläufig "zu".

Ich nehme täglich:

Metoprolol (Betablocker)

Candessartan (ein Sartan, ähnlich wie Dein Ramipril, nur ohne die Nebenwirkung "Husten")

ISDN (ein Nitro-Präparat)

ASS ("Aspirin") in Minidosierung

Da ich auch Diabetiker bin, muss ich auch noch andere Medikamente nehmen, aber die haben mit dem Herzen nichts zu tun.

Lieben Gruss

Cha-Tu

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