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Herz pumpt nicht genug Blut

E>llix17


Hallo, Cha - Tu,

danke für deine Antwort.

ja, ich will mit dem Pflegeheim auch nichts übers Knie brechen. Es ist schon schlimm genug, dass ich nicht mehr arbeiten darf und mich von meinen Kollegen nicht einmal verabschieden konnte. Aber wie soll es weitergehen? meine Tochter arbeitet, die Kleinen hat sie heute erstmal zu einer Freundin gebracht. Die müssen jetzt einen Krippen- und Kindergartenplatz bekommen. Und woher nimmt sie das Geld? Sie hat keine Zeit, in meiner Wohnung sauberzumachen, mir etwas zu kochen, für mich einzukaufen. Das darf ich ja alles nicht mehr. Ich hab schon gedacht, ich versorg mich weiterhin selbst, aber die Kinder darf ich nicht mehr haben, das ist zu gefährlich, wenn ich tot umfalle, die sind doch erst 2 und 4.

Ich wünsch dir alles Gute für deine Gesundheit. Hast du schon mal an eine Herztransplantation gedacht?

Viele Grüße, Elli

C)ha-TWu


Hallo, Elli,

Du wirkst hier im Forum als jemand, der durchaus noch viel Power hat. Wie fühlst DU Dich denn? Wodurch siehst DU Dich eingeschränkt? Du schreibst immer, der Arzt verbietet dieses und jenes, und dass Du das vom Arzt aus nicht mehr darfst, aber ich vermisse bisher ein bisschen, wie DU Dich fühlst, ganz subjektiv...

Weisst Du eigentlich Deine EF? Das ist die Ejektionsfraktion, die in Prozent angegeben wird. Irgendwo in Deinem Arztbericht muss dieser Wert stehen (ohne diesen Wert kann man über Herzinsuffizienz gar keine Aussage machen), z.B. "EF: 40%" oder so. Das würde mich interessieren...

Nein, ich habe nie an eine Herztransplantation gedacht. Warum auch? Ich kann ja gut mit meiner Herzschwäche leben, mit gewissen Einschränkungen, aber daran habe ich mich gewöhnt.

Dass Du die Kinder nicht mehr versorgen kannst, verstehe ich, da besteht bei einem Herzkranken wirklich ein gewisses Risiko, auch und vor allem, wenn die Kinder so klein sind. Aber das gilt für JEDE Art von Herzkrankheit...

Schönen Gruss

Cha-Tu

vLivixenna


Hallo Elli!

ich würde mir auch, wie hier schon mehrmals angesprochen erst einmal eine Zweitmeinung bei einem anderen Arzt einholen, bevor man irgendwas übers Knie bricht bzw. mir mal den Bericht des Arztes geben lassen. Denn so wie du das schilderst, was du alles nicht mehr darfst, muss deine EF ja schon ganz schön niedrig sein. Wenn es so schlimm ist, hättest du wahrscheinlich noch mehr Probleme als nur beim Treppensteigen.

Du schreibst du nimmst nur Medis gegen Bluthochdruck. Ich kenne mich da mit dieser Form der Herzerkrankung auch nicht so gut aus, aber bekommt man da nicht auch noch Medis direkt für eine Kardiomyopathie, also solche die das Herz noch zusätzlich entlasten?

Auch müsste der Arzt doch eine Vermutung haben, woher das gekommen ist, ob evt. angeboren (aber da hättest du wahrscheinlich schon viel eher Probleme bekommen, oder durch einen nicht auskurierten Virusinfekt entstanden etc?) Obwohl so wie ich das jetzt im Netz gelesen habe, ist diese Form meistens angeboren, kann aber evt. dennoch in einigen Fällen auch andere Ursachen haben.

Ich weiß auch von ein paar jüngeren Leuten, die auch an einer Kardiomyopathie leiden. Denen wurde ein Defi eingesetzt um einen plötzlichen Herztod zu vermeiden. Kommt sowas bei dir nicht in Betracht? In ganz schlimmen Fällen wird man eigentlich auf eine Transplantationsliste gesetzt für ein Spenderherz. Dafür ist man auch mit Anfang 60 noch nicht zu alt. Eigentlich hätte dich der Arzt über diese Erkrankung besser aufklären müssen, mit "Sie dürfen ab jetzt nichts mehr machen" und dich dann wegschicken, ist es sicher nicht getan. Zumal du bei sowas ja unter regelmäßiger Kontrolle stehen solltest.

L~öckchse2n1


Liebe Elli,

Laß es mal langsam angehen. Überstürze nichts. In ein Pflegeheim kannst Du immer noch gehen.

Und was die Meinung deiner Tochter betrifft, sie hat Angst ihre Mutter zu verlieren.

Aber es ist dein Leben und Du bestimmst wo Du leben möchtest. Sterben müsssen wir alle früher oder später. Auch deine Tochter sich damit abfinden, das das leben endlich ist. Das ist schwer, wenn es die eigenen Eltern betrifft, aber es ist unabänderlich.

Und das wichtigste, es ist absolut kein Grund in ein Pflegeheim zu ziehen.

Wie wäre es, wenn du dir eine Putzfrau kommen läßt. Wenn das essen kochen zu anstrengend ist, kann man essen auf Rädern bestellen.

Und du brauchst jemanden der dir im Garten hilft.

Du bist nicht geistig behindert, Du bist nur körperlich krank. Somit kannst du selber all die Tätigkeiten delegieren, die für dich zu schwer sind. :)z

Und was das bewegen angeht, so wirst Du mit Sicherheit noch kürzere Strecken laufen/spazieren dürfen. Nur belasten darfst Du dich nicht. höhre auf deinen Körper und tue alles was dir gut tut, denn das ist Lebensqualität.

E!hema+liger UNutIzeKr (#14x9187)


Hallo Elli,

einen Teil deiner Diagnose hab ich auch, die Kardiomyopathie. Meine EF liegt bei 30%.

Ich werde mir jetzt einen AICD einbauen lassen, um es dem PHT (plötzlicher Herztod) eine kleines bisschen schwerer zu machen.

Daneben hab ich eine KHK (korronare Herzkranzkranzgefäßkrankheit), Vorhofflimmern, und eine absolute Tachyarrhythmie (ohne AICD nicht korrigierbar) und mit AICD weiß man es nicht. Vielleicht ja, vielleicht nein. Wenn ja, hätte ich wenigstens wieder einen Sinusrhythmus, seit einem dreiviertel Jahr habe ich nur Chaos.

Den AICD werde ich einbauen lassen, zu mehr bin ich nicht bereit. Zu Zugeständnissen schon gar nicht. Ich mache, was körperliche Anstrengung anbelangt, alles was ich kann, ohne Rücksicht auf irgendwelche Diagnosen. Wenn mir die Kraft ausgeht, kriege ich das schon mit und trete kürzer. Oft muss ich mich eine Stunde hinlegen, weil ich so unvorstellbar todmüde bin, wie ich es früher nach zwei durchgemachten Nächten nicht war.

Ich bin aus der Berufsmühle ausgestiegen und züchte im Moment hauptsächlich Chrysanthemum (Freiland), die ich von Ende August bis Ende Oktober an Blumengeschäfte und auf dem Markt verkaufen werde. Ich habe keine Lust nix zu tun!

Für nächstes Jahr werde ich nach richtig alten Blumenarten (Stauden) Ausschau halten und mal sehen, ob man mit der händischen Kultivierung alter Stauden nicht auf einen Markt trifft, der die tröfpchengefütterten Hollandeinheitsnullachtfünfzehnstaudenblumen eh schon satt hat. Könnte ich mir gut vorstellen.

Was ich dir sagen will, ist, dass es mir mit dem Schock genau so ging wie dir. Bis zum Herbst 2009 alles normal, eher ein kleiner Wilder als ein couch-potatoe, und dann der Hammer, der mich fast das Leben gekostet hätte. So ein Schock!!! Weniger die Krankheit sondern mehr die Tatsache, von jetzt auf nachher chronisch krank zu sein und sich eigentlich einen Behindertenausweis mit wenigstens 60% GdB ausstellen lassen können, und dann noch die zukünftige Perspektive, das ist schon Wahnsinn.

Ich habe kurz überlegt, ob ich mir den mir anempfohlenen AICD einbauen lassen soll, eigentlich war ich dazu nicht bereit, weil ich mir gesagt habe, wenn ich tot umfalle, stört mich das nicht. Aber dann hat man mir klar gemacht, dass diese Form des Todes (das Tot-Umfallen) so eintreten kann, dass ich aber genau so "zu früh" gefunden werden kann, und dass man mich "rettet", was dazu führen kann, dass ich dann schwere bis schwerste Behinderungen aufweisen könnte. Dazu habe ich auch keine Lust, zumal man dann vielleicht nicht mal selbst dem Elend ein Ende bereiten kann.

Mittlerweile sehe ich es genau so wie Cha-Tu. Eine Herztransplantation ginge mir zu weit, die würde ich nicht wollen. Ich komme mit meiner Herzkrankheit auch gut klar, von ein paar Einschränkungen mal abgesehen. Alles was vor der Erkrankung ging, geht auch heute noch, und bei ein paar Dingen mache ich halt ein bisschen früher schlapp. Dann lege ich mich kurz hin und sammle wieder Kraft. Ich fälle Bäume, entaste, spalte, säge und lagere Brennholz (kann genau so gut mit Öl heizen, Holzfeuer ist mir aber lieber), habe eine feste Freundin und mit dieser ca. täglich Sex, bewirtschafte gärtnerisch nicht ganz kleine Flächen, und freue mich am Leben. Tagsüber merke ich manchmal meine Krankheit daran, dass ich schlagartig todmüde bin oder dass ich bei Anstrengung schnell keine Luft mehr kriege. Abends, wenn ich ins Bett gehe, fühle ich mein rasendes Herz und denke mir "irgendwie ein Wunder, dass ich überhaupt noch lebe".

Daneben bin ich keiner, der so verrückt am Leben hängt, als dass ich Angst vor dem Tode hätte.

Denke nicht darüber nach, in so ein Heim zu gehen. Lass es dir zu Hause so gut gehen wie nur möglich, aber mache nicht den Fehler, zu den 90+ Scheintoten zu gehen, denn dann wirst du auch bald scheintot sein.

Also Kopf hoch und anpacken! Sag denen, für die du bisher immer da warst, dass es nun an ihnen ist, für dich da zu sein. Wirst sehen, wie gut es dir dann geht @:)

E;llix17


Hallo an alle,

vielen, vielen Dank für eure aufbauenden und ermunternden Beiträge! Ich werd einfach mal versuchen, wieder ein wenig Hausarbeit zu machen, evt. auch etwas im Garten. Nur meine kleinen Enkelkinder zu hüten, das wage ich nicht. Mal sehen, es ist ja auch eine Frage des Geldes, ob und wieviel man sich Hilfe leisten kann. Ich denke, ich werde mir auch eine Zweitmeinung holen.

Nochmals vielen Dank und euch allen gute Besserung.

Gruss, Elli

Eohe<mali"ger N"utzer b(#39391x0)


Ich habe zwar nur eine Belastungstachycardie nach nicht behandelter Pericardcontusion und nehme Novodigal 1-0-0 Novodigal mite jeden zweiten Tag 1-0-0 und Verapamil 120 2-1-1. So komme ich einigermaßen klar. Halt keine größere körperliche Belastung. Also Treppensteigen über nur 1 Stockwerk geht in den 2ten Stock wirds manchmal schon problematisch. Bei der Hitze momentan ist es katastrophal. Hatte schon 2mal Kammerflimmern und war damit zum GLück einmal direkt beim Kardiologen während dem Belastungs-EKG und beim zweiten mal im Kh um einen Bekannten zu Besuchen. Da bin ich mit zuviel Schwung bei soner Hitze wie wir sie zur Zeit haben, die Treppe hochgesaust.

vmivienxna


oh man devil_w, da hattest du aber wirklich Glück, dass da jedesmal ein Arzt da war. Kammerflimmern ist ja gefährlich wie was.

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