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Was habt die Wirkung von Betablockern auf??

X)eraxph hat die Diskussion gestartet


Hallo werte med1-Gemeinde.

Ich bin weit davon entfernt Herzkrank zu sein.

Dennoch greife ich in extremen Stresssiuationen hin und wieder zu Betablockern.

Ich muss dazu sagen, dass ich Orchestermusiker bin und die Betablocker, meist in einer geringen Dosierung von weniger als einer halben Tablette 40 mg Propranolol einnehme (10 mg reichen meistens schon).

Mit der Wirkung bin ich äußerst zufrieden - psychologische Hilfe bezüglich Lampenfieber habe ich zwar in Anspruch genommen aber letztlich wirklich helfen tun nur die betablocker. Sie stellen sicher dass ich meine Leistung abrufen kann und nicht, wie oft geschehen kläglich vor Publikum versage (und das nur aufgrund von Nervosität). Ohne dieses Medikament wäre ich heute sicherlich arbeitslos.

Aber wie auch immer: das Problem ist an der Sache, dass ich die Wirkung der Betablocker während meiner Auftritte zwar sehr zu schätzen weiß - danach allerdings nicht mehr. Ich fühl mich wien alter Opa, dessen Pumpe nicht mehr so richtig will. Schon ein Sprint über 50 Meter macht mir dann zu schaffen...

Deswegen meine Frage: gibt es ein "Gegenmittel" zu Betablockern oder etwas, was die Wirkung dessen aufhebt??

Vielen Dank für eure Antworten!

Antworten
XRerapxh


Der Link hilft leider in keinster Weise weiter, da er meine Frage in keinster Weise beantwortet.

Mpandxy68


Betablocker senken in der Regel sehr gut einen hohen Puls, allerdings sollte man Betablocker nicht als Bedarfsmedikation einnehmen. Meine Frage ist erst mal, wie kommst du an das Medikament, dass ja Verschreibungspflichtig ist, hat dir da dein HA als "Beruhigungsmittel" verschrieben ???

Wenns darum geht ruhig zu werden, wieso probierst du nichts aus was in die Homöopathie geht, manche Menschen reagieren sehr gut auf solche Mittel.

X`eraxph


Das Medikament hat mir ein Musikphysiologe verschrieben.

Neurexan und Desty-loges. Hat zwar schon ein bisschen geholfen - ging aber schon sehr in Richtung Placebo.

Pje"ddi


ich habe auch noch nie davon gehört, dass Betablocker zur Stabilisierung von Lampenfieber angewandt wird.

Ich kenne kein Gegenmittel, vielleicht mal ohne Betablocker probieren , ob es doch so geht?? Falls Du regelmäßig Betablocker nimmst, nach drei Wochen gewöhnt sich der Körper an das Medikament. Willst Du dann steigern??

X\er<apxh


Also Neurexan und Desty-loges sind die homöopathischen Mittel die ich probiert habe. Das wollte ich noch schreiben ;-) So.

P@eddi


Das Medikament hat mir ein Musikphysiologe verschrieben.

Hast Du ihn denn auch mal danach gefragt, also nach einem Gegenmedikament?? Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass das gut für den Körper ist. ":/

MNan:dy68


Ich kenne kein Gegenmittel, vielleicht mal ohne Betablocker probieren , ob es doch so geht?? Falls Du regelmäßig Betablocker nimmst, nach drei Wochen gewöhnt sich der Körper an das Medikament. Willst Du dann steigern??

Ok, der Körper gewöhnt sich an alles, aber eines kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass eine Steigerung der Dosis, nicht zwingend notwendig ist, ich nehme das Medikament schon Jahre.

Das Medikament hat mir ein Musikphysiologe verschrieben.

Also, ohne Indikation, finde ich sehr ungewöhnlich. Okay, pflanzliche Mittel, Johanniskraut, Baldrian... schon ausprobiert, hast du mal andere Meinungen eingeholt?

M,ayaxna


Es gibt so gute homöopathische Mittel gegen Lampenfieber. Man muß nur wissen, was man erreichen will. Brett vorm Kopf wegnehmen, Stuhlgang unterdrücken, besser konzentriert sein, Herzschlag normalisieren....

Bevor ich Betablocker nehmen würde (tun viele Studenten, die sich auch nicht zu helfen wissen), würde ich da doch gezielt das Mittel nehmen, was für einen der schrecklichste Zustand ist.

Xmeraxph


In Momenten extremer Anspannung, inbesondere wenn man in Probespielen innerhalb 10 Minuten das zeigen soll worauf man monatelang jeden Tag 5 Stunden hingearbeitet hat , ist vor allem die Feinmotorik angegriffen.

Der Verlust der Feinmotorik (sehr gefürchtet sind z.b. zitternde Hände usw.) ist der Tod jeder künstlerischen Artikulation und Performance.

Betablocker beseitigen zwar nicht das Lampenfieber an sich, dafür aber die unerwünschten Sympthome dessen.

Nicht dass wir uns hier falsch verstehen: Ich nehme das wirklich nur in absoluten Extremsituationen, wenn ich weiß, dass ein Versagen auch biographische Konsequenzen hätte. von einer regelmäßigkeit kann gar keine rede sein.

Falls jemand ein homöpathisches Mittel gegen zitternde Hände und überhohen Puls hat: bitte sehr! Werde ich sofort ausprobieren.

Nicht umsonst ist Propranolol bei den Olmypischen Spielen (beim Schießen z.b.) als Doping Mittel verboten. Einfach weils verdammt gut funktioniert.

Außerdem: ihr würdet euch nicht vorstellen können wie weit das unter uns Musikern verbreitet ist.

Man geht davon aus dass jeder 3. Musiker in deutschen Profiorchestern zu so etwas greift.

Siehe hier:

[[http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/orchestermusiker-auf-beta-blocker/]]

oder hier:

"Eine kürzlich in den USA durchgeführte Umfrage unter über 2000 Mitgliedern der grossen Orchester ergab, dass ein Viertel der Musiker unter Lampenfieber leidet und 17 Prozent depressiv sind. Wie dem zu begegnen versucht wird, zeigen jene 20 Prozent der Befragten, die Alkohol als eines ihrer Probleme nannten. Eine ähnliche Zahl Musiker bekannte sich zum Medikamentenmissbrauch. 27 Prozent der Befragten schliesslich schlucken zur Bewältigung ihrer Ängste Betablocker, 19 Prozent sogar täglich. Betablocker sind hochwirksame Medikamente, welche das Herz an die Zügel legen, indem sie die Aktivität des vegetativen Nervensystems drosseln. Sie gehören heute zu den wichtigen Medikamenten bei koronaren Herzkrankheiten und Bluthochdruck und können, wie alle wirkungsvollen Medikamente, auch ernste Nebenwirkungen haben: Müdigkeit, Depression, Asthma oder Herzschwäche. Im Sport stehen sie auf der Dopingliste.

Und dennoch, in der amerikanischen Studie wird die Verwendung von Betablockern keinesfalls getadelt, sondern geradezu als Wundermittel gegen Lampenfieber gefeiert. An der New Yorker Juilliard School wurde sogar in einem ausführlichen Test an Musikstudenten ein Betablocker mit einem Scheinpräparat verglichen. Dabei kamen die Experten zum Schluss, dass die Qualität des musikalischen Vortrags nach Einnahme von Betablockern bei 89 Prozent einer langen Reihe von Kriterien höher war als nach Einnahme eines Scheinpräparats. Eine ähnliche Studie mit Geigern lieferte für Betablocker ebenfalls ein vorteilhaftes Bild; Valium hingegen verschlechterte die Spielqualität erheblich. Mit der Empfehlung, Betablocker seien bei starkem Lampenfieber klar angezeigt, wurde schliesslich im renommierten «New England Journal of Medicine» dem Doping im Konzertsaal das Wort geredet. Da kann einem der gelegentliche Patzer eines nervösen Musikers geradezu sympathisch werden."

Züricher Zeitung

MFandyx68


Gegenmittel VS Betablocker--es gibt natürlich auch Medikamente die die Frequenz wieder erhöhen, aber ob das so erstrebenswert ist, das wage ich zu bezweifeln.

Mir ist schon klar, was du eigentlich willst, aber du scheinst schon sehr gut auf eine geringe Dosis anzusprechen, da stellt sich die Frage wie gut du auf das Gegenmittel ansprechen würdest?

Ich kann dir kein Patentrezept schreiben, da bei mir bzgl. Betablocker ein anderer Fall vorliegt. Und ich wär froh, wenn ich es nicht bräuchte, auch wenn ich es gut vertrage, aber vielleicht fällt ja nach jemand anderen was besseres ein. Viel Glück!

E`hemali ger hNu!tzer >(#39391x0)


Probier doch mal Sedariston Tropfen aus. Helfen eigentlich sehr gut in Stresssituationen und sind rein pflanzlich.

Mjayaxna


Wenn jeder 3. das nimmt, kommen immer noch 2 völlig ohne aus.... :=o

Ich würde auch zum Beispiel eine REMDR Therapie bei einem gut coachenden Psychologen machen. Da geht man vielleicht 2 – 3 x hin und die Sache ist ein für alle Mal gegessen. Kostet dann eben mal ein wenig Geld aber der Vorteil des Gelassenseins ist gar nicht mit Gold aufzuwiegen.

Homöopathisch hilft gegen panische Angst erst einmal Aconitum, C 30. Das beruhigt den Herzschlag und dadurch ist man dann schon einmal entspannter. Wirkt bei ausgeprägter Unruhe und verhindert Gedanken des Versagens.

Gegen das Zittern hilft Gelsemium C30.

Beides (je 5 Globuli) nimmt man ca. 1 Stunde vor dem Ereignis und die Wirkung hält auch ein ganzes Konzert lang :)z .

oZrbtitus


Gegenmittel gibt es, allerdings werden die nur bei einer lebensbedrohlichen überdosis an betablockern gegeben. Bei normalen dosierungen wäre sowas viel zu gefährlich. Und so ein antidot verschreibt dir sicher kein arzt...

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