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Tbc

d2eadly_s1ilsenxce hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr.

Ich bin gerade total fertig, wie wohl auch der Rest meiner Familie. Werde mal versuchen, die ganze Situation zu schildern..

Also:

Eine Arbeitskollegin meiner Mutter ist akut an TBC erkrankt. Als das bekannt war, durfte sie sich mit Mundschutz noch ein paar Kleidungsstücke holen und dann sofort ins Krankenhaus, wo sie isoliert wurde.. Für einige Monate (!). Jedenfalls mussten dann die ganzen Bewohner auf Arbeit (sie arbeitet in einem Altenheim) geröntgt werden, und die Mitarbeiter mussten sich alle etwas in den Arm spritzen lassen, damit sichtbar wird, ob sie sich ebenfalls angesteckt haben. Das ging ewig hin und her, meine Mutter hat die ganze Familie damit verrückt gemacht, und wir haben sie natürlich immer wieder beruhigt.. Denn sowas passiert ja nur den anderen........... :-|

Jedenfalls war der Test bei ihr und auch bei anderen Kollegen negativ. Stimmung wieder gut. Ein paar Wochen später hiess es, sie müssen alle nochmal so einen Test über sich ergehen lassen, da sich die Krankheit bei ihrer Arbeitskollegin auch erst so spät gezeigt hat.

Also nochmal hin zum Test, wieder was spritzen lassen. Am selben Abend war es etwas rötlich und leicht geschwollen. Mutter machte wieder alle verrückt, wir beruhigten sie wieder, soweit es eben ging.

Nun.. Gestern Abend kam ich heim (war paar Tage nicht da) und fand meine Mutter weinend und völlig aufgelöst auf dem Sofa vor. Natürlich fragte ich, was passiert sei.. Sie sagte ewig nichts, weinte nur. Bis sie mir mitteilte, dass sie TBC hat, mind. ein dreiviertel Jahr Tabletten nehmen muss, für immer Träger dieser Krankheit sein wird und morgen (heute) zum Röntgen gehen muss. Nun ja.. Sie kam also heute morgen von der Nachtschicht und mein Vater fuhr sie gleich weiter ins Krankenhaus zum Röntgen..

Sie meinte, ihr wurde gesagt, dass sie in der Zeit noch niemanden hätte anstecken können, und sie muss auch weiterhin arbeiten, was ich gar nicht verstehe.. Dann kann es doch nicht so schlimm sein, oder?

Jedenfalls kam gerade ein Anruf vom Hausarzt, und die sagten mir, meine Mutter solle da nochmal anrufen, damit sie ihr die Behandlung erklären können.. Und so weiter..

Bin gerade total verwirrt. Führt diese Krankheit denn fast immer zum Tod? (Bei Wikipedia steht, TBC führt die tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten an..) Oder gibt es mittlerweile Behandlungswege, die das Leben nicht unbedingt stark einschränken? Wie gross ist die Chance, dass wir uns ebenfalls angesteckt haben? Versteh die Welt nicht mehr.. Es trifft immer die Falschen.... :|N

Gibt es vielleicht Erfahrungsberichte?

Antworten
Csha-cTu


Hallo,

erstmal mit der Ruhe... :-) Dass Deine Mutter weiter arbeiten muss, bedeutet ja, dass sie nicht die "offene" Form hat, dann wäre sie nämlich eine Gefahr für alle, die mit ihr zu tun haben.

Dass TBC die Todesrate WELTWEIT anführt, hat damit zu tun, dass in vielen anderen Ländern keine ausreichende Therapie möglich ist. All diese Erkrankten gehen in die Zahl der Gesamttoten ein. Wenn Deine Mutter nach der üblichen Standardmethode behandelt wird, hat sie sehr sehr gute Chancen, das alles ohne grosse Probleme und Folgen durchzustehen. Allerdings muss sie PEINLICH GENAU die Therapie durchhalten, die sehr langwierig ist.

Ich habe in der Familie selbst zwei TBC-Patienten gehabt, denn früher war das eine häufiger vorkommende Krankheit als heute. Mein Vater war an geschlossener TBC erkrankt, fast 40 Jahre lang hat er diese Erkrankung überlebt und starb später an was ganz anderem. Und meine mittlerweile 67jährige Cousine hatte als Kind die offene Form, sie wurde 1 Jahre lang isoliert und musste damals auch an der Lunge operiert werden (damals gab es all die Medikamente noch nicht, die es heute gibt). Sie wurde aber dennoch wieder gesund, hat geheiratet, mehrere Kinder bekommen, und hat das nun schon weit über 50 Jahre überlebt und freut sich nach wie vor bester Gesundheit.

Also: Erst mal keine Panik, nicht zu viel im Internet googeln und zum Hausarzt gehen, damit die Therapie beginnen kann.

Alles Gute

Cha-Tu

d.eadly_`sixlence


Hallo!

Ich danke dir erst mal für deine schnelle Antwort.

Ich hoffe so sehr, dass alles gut gehen wird..

Wie weit wird sie denn durch die Krankheit in ihrem normalen Leben eingeschränkt sein? Und wird die Behandlung einzig durch Medikamente durchgeführt?

Sie schläft leider noch immer, deshalb weiss ich auch noch nichts weiter.. Kann nur warten..

CNhax-Tu


Wenn sie die Medikamente sorgfältig über die ganze Zeit einnimmt, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit nichts mehr hinterherkommen, und sie wird auch nicht in ihrem Leben eingeschränkt werden. Wie ich ja schrieb, sowohl mein Vater als auch meine Cousine haben nach der Erkrankung viele Jahrzehnte gelebt und meine Cousine lebt nach wie vor. Ohne Beschränkung, ausser die des Alters, sie geht ja auch schon auf die 70 zu.

Lieben Gruss

Cha-Tu

dJead.ly_$silexnce


Und wird sie die Medikamente ein Leben lang nehmen müssen?

Denn gestern erzählte sie was von nem dreiviertel Jahr.. Aber da war sie auch noch nicht zum Röntgen, usw..

Hab ihr gestern versucht, gut zuzureden und sie zu trösten, aber sie lässt gar nichts an sich ran.

Sie ist übrigens nicht die einzige, die auf ihrer Arbeit daran erkrankt ist, bzw. sich angesteckt hat.. Mussten alle zum Test, und es gibt einige, die nun ebenfalls an TBC erkrankt sind..... :|N

C?h%a-Txu


Und wird sie die Medikamente ein Leben lang nehmen müssen?

Nein, nein. Normalerweise nimmt man sie ein halbes bis ein dreiviertel Jahr. In schweren Ausnahmefällen auch mal ein Jahr, aber das ist fast immer nur bei offener TBC der Fall, die Deine Mutter ja nicht hat.

Sie ist übrigens nicht die einzige, die auf ihrer Arbeit daran erkrankt ist, bzw. sich angesteckt hat.. Mussten alle zum Test, und es gibt einige, die nun ebenfalls an TBC erkrankt sind..... :|N

Na, da wird sich die Gesundheits-Behörde sicherlich um das Heim kümmern müssen. So etwas ist ja nicht normal...

Lieben Gruss

Cha-Tu

sGi,ngxha


TB ist tödlich in den Ländern, wo ich mich so rumtreibe (Afrika), weil hier der Zugang zur Behandlung dann doch etwas eingeschränkt ist. In Europa sollte die Krankheit in 6-8 Monaten heilbar sein und ist i.d.R. nicht tödlich, wenn nicht andere Infektionen dazu kommen.

Soweit ich weiß muß man die Medikamente nach dieser Zeit nicht mehr nehmen.

dIeaedly__silexnce


Wie gesagt.. Eine Arbeitskollegin von ihr hatte die Krankheit – lange Zeit unbemerkt. Und die ist noch sehr jung, 25 oder 26.. Hat einen Mann und ein kleines Kind zu Hause, die sie beide nicht sehen durfte anfangs. Und während der Isolierung ausschliesslich den Mann, das Kind nicht. Und das über Monate hinweg.

Jedenfalls könnten sie sich entweder bei ihr angesteckt haben, oder bei einer Bewohnerin, die neu zu ihnen ins Heim kam, denn die hat ebenfalls TBC.. Nur weiss ich nicht, ob offene oder geschlossene.

Jedenfalls find ich es absolut beschissen, die Leute so lang in Unklarheit zu lassen. So ein ewiges Hin und Her. Hätten sie nicht gleich röntgen lassen können? Nein, da müssen sie erst etliche Tests machen.. Bei denen die Ergebnisse auch nochmal ewig auf sich warten lassen. Das ist doch nicht human.. :(v

s1i*ngRha


Röntgen schlägt erst sehr spät an, schneller nachweisbar ist es mit den Tuberkulin (Haut)tests.

Inhuman ist wohl ein bischen heftig: die Krankheit verläuft in Europa nicht tödlich, da muß man den Ball auch mal flach halten.

d$eadVly_Dsilxence


So, sie ist jetzt wach und ich hab den Arztbrief für sie abgeholt. Sie muss jetzt zum Spezialisten, weil der Hausarzt sich weigert, das zu behandeln.. Sehr typisch.

Jedenfalls kam beim Röntgen raus, dass sich bei ihr die Tuberkulose noch nicht auf die Lunge gelegt hat. Gottseidank. Am Montag muss sie dann zum Arzt für innere Medizin/Lungenfacharzt und dann sehen wir weiter..

Mittlerweile ist die Situation hier zu Hause schon wieder ETWAS entspannter.. Auch wenn sie durch die Diagnose immer noch sehr anfällig für Tränen ist.

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