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Extrem schwankende Eisenwerte

G6anxdhi hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

bei meinem 16-jährigen Sohn wurde bereits vor ca. 2 Jahren eine Eisenmangelanämie festgestellt mit einem Eisenwert von 2.

Wir wurden in die Hämatologie unserer Uni-Klinik überwiesen. Mit Eisenpräparaten wurde der Wert über Monate hinweg wieder verbessert und es konnte auch keine Ursache (Blutung o. ä.) gefunden werden. Man nahm an, dass es mit sehr schnellem Wachstum in der Pubertät zusammenhing, er ist ca. 10 cm in einem 3/4 Jahr gewachsen.

Nun war er wieder häufig müde und kalkblass und wir gingen wieder zum Haus-Arzt. Es wurde wieder ein Eisenwert von 2 festgestellt und die anderen Werte, die mit Eisen zusammenhängen (Hämato-was auch immer?) waren auch alle zu niedrig.

Er musste 2 x 1 Hämatopan 100 einnehmen.

Eine Woche später wurde das Blut wieder kontrolliert. Diesmal war der Eisenwert bei 34!

Das Hämatopan 100 wurde nun komplett abgesetzt!

Wieder ca. 2 Wochen später wurde eine erneute Kontrolle durchgeführt und der Eisenwert lag diesmal bei 7 – auch die Hämato-?-Werte haben sich etwas erholt und angeglichen. Unser Arzt ging daraufhin bei dem letzten Eisenwert von 34 von einem falschen Laborergebnis aus!

Er musste wieder 2 x 1 Hämatopan 100 einnehmen.

Und nun ca. 4 Wochen später liegt der Eisenwert bei 47!

Er soll nun nur noch 1 x 1 Hämatopan 100 einnehmen und wir sollen in 2 Wochen wieder zur Kontrolle kommen!

Hat dazu jemand eine Idee? Irgendwie kommt mir unser Haus-Arzt etwas ratlos vor! Sollte ich ihn noch einmal in der Hämatologie vorstellen? Oder ist solch eine extreme Schwankung der Werte normal in der Pubertät?

Ich freue mich auf Antworten.

Antworten
GaroFttixg


Gut, ich bin weiblich und erwachsen. Habe aber das gleiche Problem. Kaum sind die Eisentabletten abgesetzt, geht der ferritinwert wieder in den Keller. Jegl. Blutungen und Zöliakie sind ausgeschlosssen, ebenso meine Monatsblutung. Ich muss mich wohl damit arrangieren.

t7he}-caveexr


Der Eisenwert ist ein ziemlich ungeeigneter Parameter (welche Einheit haben eigentlich die von Dir genannten Werte?). Er schwankt im Tagesverlauf u.U. um das Dreifache, das kann schon mal einen Teil der unterschiedlichen Ergebnisse erklären. Ob die Einnahme der Tabletten die Werte kurzzeitig verfälscht, kann ich Dir nicht sagen – in den Fachinfos der Eisenpräparate findet sich nichts dazu. In der Literatur wird ausdrücklich davon abgeraten, den Eisenwert als Parameter zur Beurteilung von Anämien heranzuziehen, er dienst eigentlich nur als Zusatzinformation. Entscheidend zur beurteilung eines Eisenmangels ist das Ferritin.

Ich würde die Eisenwerte weitgehend ignorieren und bis zur Normalisierung von Ferritin und Hb (oder Hk) therapieren – die einschlägigen Therapieempfehlungen (z.B. die leitlinie der Kinderärzte) empfiehlt sogar, die Therapie nach Erreichen normaler Werte noch einige Wochen fortzuführen, um die Eisenspeicher aufzufüllen. Da das Problem aber nun schon mehrfach aufgetreten ist, ist es sicherlich auch kein Fehler, nochmal zu den Hämatologen zu gehen.

Grüße

Gpa(ndhxi


vielen Dank für eure Antworten und entschuldigt bitte die späte Meldung.

"Eisenwert" ist natürlich der landläufige Begriff, den die Hausärzte gern den "unwissenden" Leuten/Patienten (wie mir) auftischen ...

In diesem Fall ist aber wirklich der Eisenwert gemeint. Ich habe mir heute die Laborbefunde von der Ärztin geholt und am Montag haben wir einen Termin in der Hämatologie.

Ich habe euch hier mal die ersten und die letzten Werte (sehr gewissenhaft) abgetippt! Die zwei Messungen, die dazwischen liegen, haben ähnliche Werte, wobei Hämoglobin, MCH, MCV, MCHC jeweils zu niedrig sind und Eisen einmal bei 7 und einmal bei 47 liegt.

Legende:

p: pathologischer Wert (p+ zu hoch, p- zu niedrig)

Grenzwert-Indikatoren:

+: leicht erhöht, ++ stark erhöht,

-: leicht erniedrigt, – stark erniedrigt,

!: auffällig

29.10.2010

##########

Wert und Einheit (Toleranz) Ist-Wert und Beurteilung

Erythrozytenz. Tpt/l (4,6-6,2) 4,42 p-

Hämoglobin mmol/l (8,6-12) 6,8 -

Hämatokrit (0,4-0,54) 0,35 -

Leukozyten Gpt/l (4-11) 5,4

Thrombozyten Gpt/l (150-440) 375

MCH fmol/l (1,7-2) 1,54 -

MCV fl (85-95) 79 p-

MCHC mmol/l (18,5-22) 19,4 -

Eisen mikromol/sl (12,5-32,2) 2,2 !

C-reakt. Prot. mg/l (0-5) < 5.0

21.12.2010

##########

Wert und Einheit (Toleranz) Ist-Wert und Beurteilung

Erythrozytenz. Tpt/l (4,6-6,2) 5,10

Hämoglobin mmol/l (8,6-12) 8,4 p-

Hämatokrit (0,4-0,54) 0,43

Leukozyten Gpt/l (4-11) 6,2

Thrombozyten Gpt/l (150-440) 286

MCH fmol/l (1,7-2) 1,65 -

MCV fl (85-95) 84 p-

MCHC mmol/l (18,5-22) 19,5 -

Eisen mikromol/sl (12,5-32,2) 47,4 +

Vielleicht fällt euch dazu noch etwas ein?

Gesichert war damals (vor ca. 2 Jahren) die Diagnose Eisenmangelanämie durch die hämatologische Abteilung unserer Uniklinik mit den von dir the-caver

... empfiehlt sogar, die Therapie nach Erreichen normaler Werte noch einige Wochen fortzuführen, um die Eisenspeicher aufzufüllen. ...

beschriebenen Vorgehensweisen.

Wieso hat der Arzt immer nur ein kleines Blutbild gemacht? Sollte man denn nicht auch die Ferritinwerte kontrollieren? Ist bei diesen Werten der Termin in der Hämatologie sinnvoll oder nötig oder schieße ich da mit Kanonen auf Spatzen?

Medizin ... das Buch mit sieben Siegeln :)

Vielen Dank schonmal für eure Kommentare.

G"andxhi


sorry, meine schöne Tabelle hat es leider zusammengerutscht! Ich hoffe, Ihr könnt es trotzdem lesen :=o

G8r^ott.ig


Wieso hat der Arzt immer nur ein kleines Blutbild gemacht? Sollte man denn nicht auch die Ferritinwerte kontrollieren?

Das hat nichts mit kleinem oder großen Blutbild zu tun. Der Arzt muss ankreuzen welche extra Werte er kontrolliert haben möchte, neben dem Standardblutbild. Warum er den Ferritinwert nicht überprüft hat? Darüber können wir nur spekulieren. Die bestimmten Parameter zeigen ja bereits eine Anämie, die durch einen Eisenmangel induziert zu sein scheint. Um zu sehen, ob der Eisenspeicher wieder voll ist, wäre der Ferritinwert allerdings schon sinnvoll. Siehe die Aussage von the-caver

In der Literatur wird ausdrücklich davon abgeraten, den Eisenwert als Parameter zur Beurteilung von Anämien heranzuziehen, er dienst eigentlich nur als Zusatzinformation. Entscheidend zur beurteilung eines Eisenmangels ist das Ferritin.

Man sollte aufgrund eines im Norm liegendes Eisenwertes einen weiter bestehenden Mangel also nicht ausschliessen, sondern kontrollieren ob der Ferritinwert entsprechend ansteigt, mit der Substitution.

Ist bei diesen Werten der Termin in der Hämatologie sinnvoll oder nötig oder schieße ich da mit Kanonen auf Spatzen?

Es ist sicherlich nicht falsch. Man sollte ja auch vielleicht schauen, warum es überhaupt zum Mangel kam.

GManld]hi


Vielen Dank für deine Antwort.

Also, so wie ich es verstanden habe, ist er schon anämisch, wenn das Hämoglobin so stark verringert ist!? Und auf die Eisenmangelanämie weißt hin, wenn extra noch Ferritin, MCV und MCHC verringert sind! Schade nur, dass ich keinen Ferritinwert habe.

Dann ist es "für mich Laien" unverständlich, dass das Ferritin nicht kontrolliert wurde, da wir ja von Eisenmangelanämie sprechen.

Außerdem ist es für mich dann unverständlich (ich hab noch etwas im Internet gelesen ":/ ), wenn unser Arzt sagt, dass wir bei den Werten

- **Eisen mikromol/sl (12,5-32,2) 34,1 + **, aber

- Hämoglobin mmol/l (8,6-12) 7,5 p-

- Hämatokrit (0,4-0,54) 0,4

...

- MCH fmol/l (1,7-2) 1,52 –

- MCV fl (85-95) 81 p-

- MCHC mmol/l (18,5-22) 18,7 –

das Eisenpräparat Hämatopan 100 absetzen sollen! ???

So wie ich es verstanden habe, müssen wir (bzw. mein Sohn :)) es so lange nehmen, bis die o. g. Werte sich normalisiert haben, bzw. Monate darüber hinaus?! Und das "Speichereisen" wäre doch auch von Interesse?

Naja, wie auch immer. Ich freue mich noch auf eure Meinungen. Andernfalls melde ich mich am Montag nochmal, wenn wir in der Hämatologie waren. Ich hoffe, dass ich dort etwas erfahre! @:)

G8rot&tixg


Außerdem ist es für mich dann unverständlich (ich hab noch etwas im Internet gelesen ), wenn unser Arzt sagt, dass wir bei den Werten

- **Eisen mikromol/sl (12,5-32,2) 34,1 + **, aber

- Hämoglobin mmol/l (8,6-12) 7,5 p-

- Hämatokrit (0,4-0,54) 0,4

...

- MCH fmol/l (1,7-2) 1,52 –

- MCV fl (85-95) 81 p-

- MCHC mmol/l (18,5-22) 18,7 –

das Eisenpräparat Hämatopan 100 absetzen sollen! ???

So wie ich es verstanden habe, müssen wir (bzw. mein Sohn :)) es so lange nehmen, bis die o. g. Werte sich normalisiert haben, bzw. Monate darüber hinaus?!

Das verstehe ich auch nicht. Zumal nach wie vor eine Anämie bestand. Da scheint er sich nur am Eisenwert orientiert zu haben, zumindest lese ich das jetzt so raus. Aber wie bereits geschrieben, der Eisenwert ist nicht aussagekräftig. Ich weiss nicht wie es medizinisch genau ist, ich erkläre es mal so. Der Eisenwert ist der, der momentan umgesetzt wird, der Ferritinwert ist der, der Aussage darüber gibt, wieviel Eisen zur Verfügung steht. Und ja, es wird empfohlen auch nach Normalisierung der Werte, die Substitution noch eine Weile fortzuführen.

Also, so wie ich es verstanden habe, ist er schon anämisch, wenn das Hämoglobin so stark verringert ist!? Und auf die Eisenmangelanämie weißt hin, wenn extra noch Ferritin, MCV und MCHC verringert sind! Schade nur, dass ich keinen Ferritinwert habe.

Dann ist es "für mich Laien" unverständlich, dass das Ferritin nicht kontrolliert wurde, da wir ja von Eisenmangelanämie sprechen.

Auch hier kann ich dir keine klinisch genaue Antwort geben, sondern nur in meinen Worten erklären. Ein erniedrigter HB-Wert bedeutet Anämie. Eine Anämie kann sich aus verschiedenen Gründen entwickeln, z.B. bei einem Vitamin B12 Mangel. Allerdings weisen diese Werte auch auf einen Eisenmangel hin

MCH fmol/l (1,7-2) 1,52 –

- MCV fl (85-95) 81 p-

- MCHC mmol/l (18,5-22) 18,7 –

Wäre ein Vitamin B12 Mangel ursächlich, dann sähen die wohl ander aus.

Gjandhxi


Hallo grottig,

nochmal vielen Dank für deine Antwort. So ungefähr habe ich das auch verstanden nach eurer Beiden Beiträge und meinen Nachforschungen im Internet. :-)

Das verstehe ich auch nicht. Zumal nach wie vor eine Anämie bestand. Da scheint er sich nur am Eisenwert orientiert zu haben, zumindest lese ich das jetzt so raus. Aber wie bereits geschrieben, der Eisenwert ist nicht aussagekräftig.

Auch das habe ich schon gelesen, dass man spätestens seit 2005 nicht mehr den Eisenwert als Referenz für die Eisenmangelanämie heranziehen sollte .....

Aber wir wohnen in einem kleinen Dorf. Vielleicht weiß das unser Arzt noch garnicht? Kann auch sein?

Zumindest hat er jetzt nach dem letzten Eisenwert von 47 mikromol/sl und ähnlichen anderen Werten (s. o.) noch 1 x 1 "Hämatopan 100" verordnet.

Ich werde mich auf jeden Fall nochmal melden und euch Bescheid geben, wenn wir in der Uniklinik waren am Montag. Die machen immer zuallererst ein Blutbild, bevor man zum Arzt darf. :)z Dort will ich auch mal nach dem Ferritin fragen. ... Mal sehen. Ich melde mich.

PS: Da ich leider ganz wenig Ahnung habe von Medizin, isses natürlich auch fatal, hier irgendwelche Vermutungen anstellen zu wollen! Also das will ich keinesfalls! Aber der grundlegende Gedankenaustausch ist schon hilfreich und beruhigt den Laien ;-D in der Zwischenzeit! Also vielen Dank! @:)

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