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Meine Mama – Lunge und Herz – Intensivstation

c(arEina06 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

meine Mama kam Anfang der Woche nachts per Notfall ins Krankenhaus.

Zuerst wollte sie nicht zum Arzt, und auch mit dem ersten Notfallwagen den die Polizei da noch gerufen hatte, wollte sie nicht mitfahren. Ich musste da unterschreiben, daß ich in der Nacht bei Ihr bleibe.

Sie sollte unterschreiben, daß sie nicht mit in die Klinik wollte, wenn ihr in der Nacht etwas passiert, das tat sie nicht.

Nachts ging es ihr dann zunehmend schlechter, sie bekam Schnappatmung, fiel dann von der Couch, ich war da schon sehr hilflos, weil ich Tage vorher schon und abends versucht habe, ihr immer wieder zuzureden das sie doch bitte zum Arzt gehen soll und abends mitfahren soll. ..immer wenn ich mit dem Thema Ärzte anfing wurde sie sehr wütend...ich bin in der Situation total überfordert gewesen.

Bin dann zu Ihr hin, und da hörte ich " hol die Ärzte"..ich meine die hätte ich ja sowieso gerufen..danach bin ich aber gesaust.

Als die Ärzte kamen war sie noch ansprechbar..konnte nicht sprechen hat aber mit dem Kopf genickt und die Hände bewegt.

Die Ärzte sagen ihr Zustand wäre schon sehr kritisch gewesen, aber im Moment sind sie eigentlich ganz zufrieden.

Im Moment liegt sie auf der Intensivstation in einer Narkose oder wie der Arzt zu mir sagte in einem kleinen künstlichen Koma.

Sie hat eine Lungenentzündung, eine Seite vom Herz ist fast doppelt so gross als normal, und hatte Wasser in der Lunge.

Die Lunge haben sie punktiert sagten sie mir, um das Wasser rauszuholen, und den Körper zu entlasten.

Sie atmet noch nicht selbstständig, der Pfleger sagte mir, sie ist an einer Atemmaschiene die nur so viel Sauerstoff gibt, wie sie dazu braucht, dann können sie das überwachen am Monitor ob sie selbst auch atmet, das tut sie nicht.

Heute Morgen sagte eine Pflegerin am Telefon, sie fangen jetzt mit ihr an zu üben, daß sie wieder selbst atmet.

Gestern Abend als ich da war, sprach der Arzt mit mir, da sie Montag den Tubus ziehen müssen, wegen einem Luftröhrenschnitt.

Da meine Mama und ich darüber nie gesprochen haben, habe ich dem zugestimmt, meine innere Stimme sagte, mache es..ich weiss jetzt allerdings nicht ob sie damit einverstanden ist.

Ab Mittwoch wollten sie sie dann langsam aufwachen lassen, haben die Sedierung runtergeschraubt..sie riss nur die Augen auf, starr zur Decke..der Blutdruck und Puls ging direkt sehr hoch, so hoch das sie sie weiter schlafen lassen..die Pfleger sagten, das Aufwachen ist zu grosser Stress für sie.

Sie schläft immer, wenn ich mit Ihr rede oder es laut ist im Zimmer, geht der Blutdruck und der Puls direkt hoch.

Meine Frage, gibt es noch Hoffnung, das sie wieder aufwacht, und vielleicht gesund wird?

Hat jemand eine ähnliche Erkrankung gehabt, bei sich oder in der Familie, und kann etwas Mut machen?

Meine Mama ist 73 Jahre alt und meine einzige Angehörige ( also ausser meinem Mann) mein Papa und meine Schwester sind beide schon verstorben?

Meine Mutter hat riesengrosse Angst vor Ärzten..

Ich kann im Moment nix machen, ausser jeden Abend bei ihr sitzen, ihre Hand halten und Ihr zusprechen..fühle mich so hilflos und habe Angst.

:°(

Freundliche Grüße

carina06

Antworten
CQhbas-Tu


Hallo, Carina,

dass Du jeden Tag bei ihr sitzt, ist sehr sehr gut. Und damit tust Du schon sehr viel. Halte Ihre Hand, sprich leise mit ihr, sage ihr, dass Du da bist, und dass sie keine Angst zu haben braucht. Damit tust Du mehr für sie als alle Ärzte dieser Welt tun können. Zeig ihr einfach, dass Du sie lieb hast.

Und ja, ich kann Dir Mut machen. Meine Mutter war 1990 in einem ähnlichen Zustand, allerdings kein künstliches Koma, sondern ein Koma aufgrund eines schweren Schlaganfalls. Die Ärzte haben fast 10 Tage gebraucht, um sie da rauszuholen, und auch danach ging es ihr noch ganz elend, sie hatte Atemprobleme, weil Lunge und Brustraum voller Wasser waren, sie war halbseitig gelähmt, halbblind usw. Dennoch haben die Ärzte und eine anschliessende Reha und ihr unbändiger Lebenswille es geschafft, dass sie wieder so fit war, dass sie bei mir und meiner Frau leben konnte. Sie lebte noch 9 schöne Jahre, bevor sie mit 79 starb.

Alles Gute für Dich und Deine Mama.

Cha-Tu

c^arinaa0x6


Vielen Dank Cha-Tu, daß gibt mir Mut.

Gestern Abend war ich bei Ihr( darf ja nur von 16:00 Uhr – 18:00 Uhr dahin).

Und die Pflegerin sagte zu mir, Ihr Kreislauf war gestern den ganzen Tag stabil, so das sie nochmals probieren wollen, ob sie wach wird.

Auch sah gestern Ihre Gesichtsfarbe schon viel besser aus, nicht mehr so durchscheinend und Ihre Züge waren entspannter.

Meine Mutter ist eine starke Person, hat viel durchgemacht in Ihrem Leben, wollte nie jemandem zur Last fallen, und hat grosse Angst vor Ärzten und Krankenhäusern, vielleicht hat sie Ihre Ruhe verdient..aber ich kann sie nicht gehen lassen.

Ich rede weiter mit Ihr, nehme ihre Hand, und halte sie im inneren fest, so daß sie merkt, sie darf nicht gehen, und das sie merkt, daß sie noch Kraft sammeln muss um gesund zu werden.

Deine Worte geben mir auf jeden Fall Mut, danke dafür. :-)

CNhaJ-Tu


Hallo, Carina,

ich hoffe, dass Deine Mutter es schafft...

Aber ganz allgemein muss ich sagen, dass es manchmal zur Liebe gehört, loszulassen. Ich weiss, dass sterbende Menschen oft mit letzter Kraft, unter leidvoller Aufbringung all ihrer Kraft versuchen, am Leben zu bleiben, weil sie spüren, dass ihre Angehörigen nicht loslassen können. Sie würden so gerne gehen, aber die Angehörigen "lassen den Sterbenden nicht gehen"... Dann wird "Liebe" meiner Meinung nach egoistisch...

Bitte nicht missverstehen. Ich verstehe Deine Not, Deinen Kummer, Deine Angst und Deinen Wunsch, dass sie noch 50 Jahre lebt. Aber man sollte den Zeitpunkt nicht verpassen, wo das alles für den Sterbenden zur Qual wird... Ich wünsche Deiner Mutter, dass sie wieder gesund wird, und hoffe, wenn es wirklich irgendwann mal ganz qualvoll wird (in vielen Jahren...), dass Du sie dann gehen lässt.

Alles Gute

Cha-Tu

cDari!na0x6


Dankeschön :-)

Mit dem loslassen, hatte ich schon bei meinem Papa, daß ich nicht loslassen konnte. Er war im Krankenhaus am Ende, hatte Krebs, wir wurden angerufen, daß es zu Ende geht. Mein Mann brachte meine Mama eher nach Hause, ich blieb noch bei Ihm. Konnte innen nicht richtig loslassen, sagte noch zu Ihm, ich muss auf Toilette, bin sofort wieder da..in der Zeit ging er..bin zurück machte mir riesige Vorwürfe..hinterher sagte der Pfleger im Krankenhaus zu mir..das passiert ganz oft, daß sterbenskranke gehen in einem Moment, wo sie kurz alleine sind, dann fällt es Ihnen leichter.

Jetzt bei meiner Mama hoffe ich erst mal das sie wieder aufwacht, gestern durfte ich nicht zu Ihr, hatte eine leichte Erkältung, aber heute Abend fährt mein Mann mich wieder hin.

Heute müsste auch der Luftröhrenschnitt gemacht werden, da ja der Tubus raus muss.

Vielleicht bekomme ich ja heute schon eine gute Nachricht, im Moment bin ich noch voller Hoffnung.

Herzliche Grüße

carina

CEh~a-Tu


Liebe Carina,

die Hoffnung soll man auch nie aufgeben. Selbst, wenn man spürt, der Kranke möchte gehen, und man ihn auch gehen lässt ("loslässt"), kann es passieren, dass er plötzlich doch wieder Lebenskraft in sich spürt. Ich habe das selbst bei mir erfahren, als ich mich 1995 einem schweren Eingriff unterziehen musste, bei dem ich hätte sterben können. Ich war nach verzweifelten Tagen innerlich bereit, zu gehen. Aber dann habe ich doch gekämpft. Und das war auch gut und richtig so.

Einen lieben Gruss!

Cha-Tu

c#arqinxa06


Ich wollte nur mal eine kurze Meldung abgeben.

Mit dem Luftröhrenschnitt konnten sie sie jetzt sanfter wecken, trotzdem war es grosser Stress für sie.

Sie ist aus dem künstlichen Koma erwacht, und war zwischenzeitlich schon wieder so weit, daß sie in einem Stuhl sitzen konnte.

Da ist allerdings einmal der Kreislauf zusammengesackt und die Lungenentzündung kam wieder zurück.

Letzten Samstag ist sie in eine andere Klinik verlegt worden, wegen Kapazitätsproblemen.

In der neuen Klinik hat sie ein Einzelzimmer für sich ganz alleine..es ist viel ruhiger dort..und auch die Atmosphäre freundlicher.

Die letzten Tage hing es jetzt am seidenen Faden..der Arzt sprach einmal mit mir...ob ich wüsste was meine Mutter will, reanimiert werden in dem Alter..oder sie dann sanft sterben lassen mit Medikamenten die ihr die Angst und Schmerzen nehmen.....innerlich hatte ich mich dann für das sanfte Sterben entschieden...da ich nicht will, und sie wahrscheinlich auch nicht..das sie nur mit Maschienen künstlich am leben gehalten wird..

Allerdings brauchte ich die Entscheidung bis jetzt nur innerlich zu treffen ( gott sein Dank..der schwerste Moment als der Arzt mir sagte ich müsste vielleicht diese Entscheidung treffen)...seit 2 Tagen geht es wieder bergauf..heute war sie ansprechbar, hat reagiert mit Kopfnicken ( kann ja durch den Luftröhrenschnitt nicht reden) und hat heute morgen fast eine Stunde alleine geatmet..ohne Maschienen..es geht im Moment wieder bergauf.

War ein ständiges Auf und ab..was das schlimmste war....ich hatte mich innerlich auch auf das schlimmste vorbereitet.

Es scheint sie ist eine Kämpfernatur...der Arzt sagte zwar zu mir..wir müssen abwarten..und ich soll mir nicht zu viele Hoffnungen machen..weil es bei meiner Mutter immer hoch und runter geht..aber ich hoffe sie hat die Lungenentzündung jetzt erstmal überstanden..und sie kann kleine Schritte machen, daß es ihr besser geht.

Liebe Grüße

carina

CXha>-Tu


Hallo, carina,

es ist schön, dass Du Dich nochmal meldest. Und es ist gut, dass Du auch "das Andere" mittlerweile denken kannst. Das muss nicht bedeuten, dass Deine Mutter wirklich sterben wird, aber in so einer Situation muss man schnell und klar entscheiden. Und wenn man bis dahin noch nie an so etwas gedacht hat oder diese Gedanken immer weg geschoben hat, ist das kaum zu schaffen.

Aber ich würde die Hoffnung auch nicht aufgeben. Das würde ich übrigens nie tun, selbst wenn der Arzt sagt, es sei hoffnungslos. Klar, man muss dann vorbereitet sein, dass der geliebte Mensch stirbt, aber "sicher" ist das NIE, bis zum letzten Atemzug...

Ich wünsche Deiner Mama, dass sie den Kampf gewinnt. Es ist schön, dass Du an ihrer Seite bist.

Herzliche Grüsse

Cha-Tu

S^ternMchexn52


Hallo Carina,

du bist jetzt echt irgendwo in einer Sch....situation. Ich war da auch schon zwei Mal drin und ich musste diese Entscheidung leider treffen. Habe bei meinem Vater eine große Herz-OP abgelehnt (er war aber auch schon 81, schwerbehindert und auch sonst schwerkrank) und ich wusste er wollte und konnte so nicht mehr weiterleben. Bei meiner Mutter knapp acht Monate später habe ich eine Inturbierung und eine Reanimierung abgelehnt. Auch hier wusste ich, dass das ihr Wunsch und Wille war (sie war 77, leicht dement und auch ein Pflegefall). Diese Entscheidungen sind mir wirklich nicht leicht gefallen, aber ich hätte sie auch nicht länger leiden lassen wollen. Ich kann supergut nachvollziehen, wie das jetzt für dich ist. Aber manchmal müssen solche Entscheidungen getroffen werden. Wenn es deiner Mutter besser geht, versuche doch einmal mit ihr darüber zu sprechen, wie sie es sich wünschen würde.

Ich hoffe natürlich, dass dir deine Mutter noch eine lange Zeit erhalten bleibt und dabei ihre Gesundheit nicht zu sehr eingeschränkt ist.

cZaariXna0x6


Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten und Eure Wünsche :-)

Es hat mir auf jeden Fall geholfen, daß ich mich auf vielen emotionalen Ebenen von Ihr verabschieden konnte, und irgendwann an dem Punkt kam, ich bin bereit sie gehen zu lassen, wenn es irgendwann soweit sein sollte, mir selbst geht es viel besser momentan, kann seitdem wieder mehr meine innere Ruhe finden.

Sternchen zweimal so eine schwere Entscheidung treffen müssen, stelle ich mir ganz schlimm vor..oh jee..also ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, wenn es ihr wieder besser geht..mit ihr mal drüber zu sprechen was sie wünscht.

Sie ist wieder ansprechbar..und ich habe ihr vor 1-2 Tagen schon gesagt, daß ich für sie die Entscheidung treffen musste, den Luftröhrenschnitt machen zu lassen...das ich nicht wusste was ich tun sollte in dem Moment, und das ich hoffe die Entscheidung war in Ihrem Sinne..sie kann ja noch nicht sprechen..aber sie drückt immer viel meine Hand..ich interpretiere das jetzt mal, daß sie mir sagen will, es ist ok wie du es gemacht hast.

Ihr Zustand ist weiterhin stabil..keine Bergab-Fahrt mehr momenten ( auf holz klopf).

Sie übt morgens immer fleissig spontan atmen..meist klappt es eine halbe Stunde bis dreiviertel Stunde.

Heute mittag war ich bei Ihr, da war sie am schlafen..ich denke mal sie war müde, von der Anstrengung zu atmen...als ich ging sagte ich zur Schwester, sie ist am schlafen, da möchte ich sie nicht wecken..da antwortete die Schwester " sie hat heute morgen toll geatmet, und hat das heute morgen richtig klasse gemacht. Sie würde viele kleine Schritte machen ".

Was mich ungemein freut..diese kleinen Schritte freuen mich sehr.

Gestern Abend war sie TV am gucken als ich kam..sie will mir immer was sagen..ärgert sich dann immer ein bisschen, wenn ich sie nicht verstehe..ich sage ihr, Mama ich ärgere mich selbst.

Anstatt morgen mittag, fahre ich dann lieber morgen Abend hin, ist sie vielleicht wacher abends.

Wenn man unbewusst das ganze Leid mitbekommt, auf einer Intensivstation, bin ich richtig glücklich, daß ich gesund bin..und auch glücklich das meine Mum nicht so viel davon mitbekommt..sie ligt ganz am Ende vom Gang in einem Einzelzimmer..ganz ruhig ist es dort hinten.

Bin irgendwie super happy, daß sie diesen Überlebenswillen hat, und zurück ins Leben will..meine Hoffnung, das sie noch ein paar schöne Jahre hat, ohne an Maschienen zu hängen oder ein Pflegefall zu werden wird grösser.

Nur Ihr Kreislauf ist sehr schwach, der Blutdruck sehr niedrig, die Ärzte haben jetzt nochmal die Medikamente umgestellt.

Lieben Dank. @:)

Viele Grüße

carina

CJha-Txu


Hallo, Carina,

ich nehme an, Deine Mutter war vorher eine recht aktive Frau, oder? Zumindest kommt sie in Deinen Worten so rüber. Und wenn diese Menschen dann bettlägerig sind, dann geht ihr Kreislauf schnell in den Keller. Ich würde mir darum erst einmal keine Sorgen machen.

Ihr Zustand ist weiterhin stabil..keine Bergab-Fahrt mehr momenten ( auf holz klopf).

Da klopfe ich gerne mit! Ich freue mich wirklich sehr, wie gut sich das entwickelt, nicht nur Deine Mama, sondern auch Deine Einstellung zu all dem.

Und ja, man muss dankbar sein, wenn man gesund ist. Ich selbst habe das sehr sehr spät erkannt, bin dafür heute aber nicht weniger dankbar.

Lieben Gruss

Cha-Tu

c.arainaT0x6


Nochmal ein neues Upadate von mir.

Danke Cha-Tu für Deine Posts und alles..das hat mir sehr geholfen.

Vor 2 Wochen bin ich samstags zweimal angerufen worden von der Klinik..meiner Mutter ging es sehr schlecht, der Kreislauf ging in den Keller, sie haben sie dann mit Medikamenten stabil gehalten. Der Arzt redete von Stresshormonen die meine Mutter bekam, die Dosis mussten sie imme erhöhen.

Abends bin ich dann angerufen worden, ich solle sofort kommen, sie haben ein sehr schlechtes Bauchgefühl bei meiner Mutter, ich hatte mich auf das schlimmste eingestellt, die Tage. In der Zeit habe ich dann auch schlussendlich die Entscheidung getroffen, daß meine Mutter nicht reanimiert wird...die sie noch einige Tage beobachtet wird, wie sich ihr Zustand entwickelt..und sie halt dann wenn keine Besserung mehr eintritt, versuchen sie würdevoll schmerzfrei und angstfrei gehen zu lassen.

Auf wundersame Weise ging es am nächsten Tag wieder bergauf..und ab dann stetig.

Der Grund für die rapide Bergab Fahrt war wohl laut Krankenhaus ein Zugang am Hals...der sich entzündet hat, sie hat stark gefiebert..und dadurch wohl der schlechte Kreislauf..den Zugang haben sie jetzt wieder gezogen, und in die Hände gelegt..die sind allerdings auch schon ganz blutunerlaufen und blau..

Im Moment sind keine Infektionen mehr vorhanden, der Kreislauf ist stabil ohne Medikamente.

Jetzt hängt es nur an der Atmung..der Arzt meinte, Ihr Körper hat sich an die Beatmung gewöhnt, das würde oft passieren, bei Patienten wo die Lunge vorgeschädigt ist. Aber sie ziehen das jetzt durch..das sie für eine Zeit die Beatmung abstellen und sie selbst atmet...dann versuchen sie die Intervalle wo sie selber atmet immer weiter auszudehnen..sobald sie sehen sie holt genug Luft selbst, kommen die Maschienen sofort ab..damit sie endlich auf eine normale Station kommt, weg von der Intensiv..damit sie sieht es geht vorwärts..weil sie hatl schon wochenlang jetzt intensiv liegt.

Gestern war ich bei Ihr, da hat sie schon geschafft 4 Stunden alleine zu atmen..man kann das ja auf dem Monitor gut beobachten..und gestern hat sie schon in einem Stuhl gesessen.

Ich habe mich tierisch gefreut..auch wenn die Angst bleibt, das die nächste Kriese ihr letzte ist, und ich sie dann doch gehen lassen muss. Versuche die Gedanken aber auf Seite zu drängen.

Der Arzt meint, ich soll ihr weiter Mut machen, von drausen erzählen, sie lieb haben...meine Besuche und mut machen würden ihr sichtbar helfen gesund zu werden und ihr helfen durchzuhalten.

Die Ärzte sind sehr zufrieden im Moment...das sie es bald schafft auf eine normale Station zu kommen, das die Maschienen abgemacht werden können, damit sie auch wieder reden kann.

Liebe Grüße

carina

C)hea-Txu


Hallo, Carina,

ich freue mich sehr, dass Du Dich gemeldet hast und dazu auch noch mit so guten Nachrichten. Deine Mutter bestätigt eine vielfache Erfahrung von mir, meinen Angehörigen, Freunden. Nicht aufgeben! Realistisch einschätzen, aber nicht aufgeben! Man kann einfach nicht wissen, ob sich ein Patient noch einmal erholt oder nicht. Ich finde, Du hast es richtig gemacht: Du bist bereit, Deine Mama loszulassen, aber auch bereit, mit ihr diese schwere Zeit durchzustehen.

Und der Arzt hat Recht: Aufmunterung, Ermutigung und Liebe sind das, was Patienten in dieser Situation mindestens genauso brauchen wie Medizin.

Liebe Grüsse und alles Gute für Euch beide!

Cha-Tu

coari]na0x6


Hallo Cha-Tu,

vielen Dank für die Wünsche.

Bin mit meinen Gedanken immer meilenweit woanders..fällt mir im Moment mich auf die Alltagsaufgaben zu konzentrieren, mein Mann steht aber dahinter, und macht von Zeit zu Zeit etwas Druck, das ich das Leben nicht vergesse.

Deshalb schreibe ich auch nicht regelmässig..kann mich manchmal nicht aufraffen irgendwas zu machen..aber nun gut,

Meine Mum ist stabil, bekommt auch keine Medikamnte mehr ausser Insulin..

Das Atmen klappt leider überhaupt nicht...auch haben sie jetzt ein Trachialsekret gefunden, und sie ist isoliert.

Jetzt muss ich mich immer umziehen..dann komme ich da rein ins Zimmer..und das nimmt mich enorm mit..in Ihre Augen zu schauen...sie ist fixiert wenn ich komme, mache ich direkt Ihre Hände los...am Anfang sollte ich sie auch wieder festmachen..jetzt habe ich mit den Pflegern gesprochen das ich das nicht kann, das das weit über meine eigenen Grenzen geht.

Sie will sich die Beatmung rausziehen..deshalb.

Sie kann immer noch nicht reden.

So eine beschissene Situation..sie ist stark, sagt der Arzt, zu stark zu sagen " da geht ein Lebensweg zu Ende"...aber die Lunge ist vorgeschädigt, und die Lunge hat sich an die Beatmung gewöhnt.

Auch wenn ich versuche ihr immer Mut zu machen..erzähle ihr vom Frühling der erwacht, von schönen Erlebnissen die wir gemeinsam hatten, von dem was ich am Tag so mache – habe ich das Gefühl sie gibt auf.

Sie führt auch öfters meine Hände zu den schläuchen..als ob die endlich ab sollen. Und dann muss ich ihr in die Augen schauen, und sagen das kann ich nicht.

Sie haben sie jetzt auf die Warteliste einer Lungenfachklinik gesetzt, die drauf spezialisiert sind..auch wäre die Ausstattung in diesen Kliniken eine andere als Intensiv..was im Moment auch ganz wichtig wäre, für meine Mum, endlich aus diesem Zimmer da raus zu kommen..aber die Listen sind lang, und da kann er mir im Moment noch keine Hoffnung machen.

Sie wollen jetzt auch nochmal abklären..ob man eventuell nochmal Lungenwasser entfernt.

Dann hatte er von einer Op geredet an der Lunge..man könnte die Lungenblätter zusammenkleben( gibt es das , oder habe ich das falsch verstanden)..wenn sich ein Chirug traut.. – > habe gesagt das möchte ich nicht bei meiner Mum, das sie in Ihrem Alter noch durch so eine Op muss.

Hoffnung ist noch da bei mir, die gebe ich Ihr auch..aber sie wird kleiner.

Liebe Grüße

carina

C%ha-{Txu


Ach, Carina, das tut mir so leid. Und allein vom Lesen her bricht es einem ja fast das Herz... Ich weiss gar nicht, was ich dazu sagen soll. Meinst Du, die Zeichen Deiner Mutter bedeuten, dass sie "nur" die Beatmungsschläuche weghaben will, oder meinst Du, sie will einfach nicht mehr? Sicherlich ist das schwer zu interpretieren. Kann sie denn nicht schriftlich versuchen, etwas mitzuteilen? Ein guter Freund von mir, musste auch nach einer OP beatmet werden und wir haben uns per Papier und Stift "unterhalten"...

Pass aber auch auf Dich auf. Ich weiss, wie tief man in die Sorgen und Nöte um die Eltern hineintauchen kann, wenn diese schwer krank sind, und ich weiss, wie schnell man sich selbst dabei vergisst. Es ist gut, dass Dein Mann da etwas Druck macht, auch wenn es in der Situation vielleicht etwas nervt (ich kenne das...!).

Alles Gute, und viel Kraft, auch Deiner Mutter

Cha-Tu

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