Arbeiten nach Herzinfarkt?

13.08.11  14:11

Hallo!

Ab wann kann man nach einem Herzinfarkt wieder arbeiten gehen?

Mein Vater hatte den lang fälligen Herzinfarkt. Es war ein Hinterwandherzinfarkt auf der rechten seite. Aterie zu 90% verschlossen. Es wurde ein beschichtetes Stent gelegt. Das war alles ziemlich auf dem letzten Drücker, da er sehr lang alle symptome ignoriert hat. Das Stent wurde irgendwie über den oberschenkel an die richtige Stelle gebracht. Meinem Erzeuger ging es dannach sofort wieder gut. Gestern wurde er entlassen, benötigt nun täglich 5 verschiedene Medikamente, 3 wahrscheinlich ein Leben lang. Er bekam die empfehlung für diverse kontrollen bei einem Internisten und es steht da das er sich nun 10-14 Tage schonen muss. Er soll auch vorsichtig sein wegen der Naht am Oberschenkel.

Jetzt sieht er es überhaupt nicht ein, da es ihm eh wieder gut geht und will heute wieder arbeiten gehen. Es ist jetzt nicht eine so schwere Arbeit in der Hinsicht das man ständig schwere sachen schleppen muss und so. aber es ist sehr anstrengend und man muss stundenlang auf den beinen sein und laufen – 12 Stunden. Also wahrscheinlich doch nicht so gut (aber um das zu beurteilen kenne ich mich nicht aus). Eigentlich ist aber vom Spital aus auch ein Rehabantrag gestellt worden. Die Firma hat auch eh einsehen und er müsste nicht befürchten den job zu verlieren nur weil er ein paar Tage krankenstand nimmt (da nach ein paar Tagen eh der urlaub beginnt). Sieht er aber nicht ein..auch weil er sich nicht krankschreiben will.

Ich kenne mich mit dem Thema nicht wirklich so aus. Wann kann man nach einem Herzinfarkt den wieder normal arbeiten gehen? Weil unter Schonung verstehe ich nunmal nicht eine recht anstrengende Arbeit. Was könnte passieren wenn er die nächsten 4 Tage bis zum Urlaub arbeiten geht?

Er sieht auch nicht ein die Medikamente zu nehmen und meint wenns ihm zuviel wird nimmt er sie nicht mehr. weil das ist ja kein Leben und nach seinen Worten ist er ja jetzt eh "repariert" und jetzt gehts ihm eh wieder gut, also braucht ers nicht zu nehmen. Wie lang kann denn das gutgehen bis der nächste vorfall zu erwarten ist?

Bin ich als Sohn gezwungen da einzuschreiten und ihn gegen seinen willen davon zu überzeugen? Also wenn ich jetzt eben weiß das er etwas tut was ihm schaden wird?

Ich bin ehrlich, es ist so das es mir piep-egal ist und ich gar nichts tun will und nicht meine psychische Gesundheit damit belasten will. Ich habe ein sehr schlechtes Verhältnis zu meinem Vater und es sind in meiner Kindheit einfach miese Sachen vorgefallen die ich ihm nicht verzeihen werde. Mir wäre es recht wenn er sich zu tode säuft. Nun ist es aber vom Gesetzt her so das die leiblichen Kinder verpflichtet sind sich um die Eltern zu kümmern, egal was für arschlöcher diese waren und das die einen zerstört haben. Stimmt das so? Ist es unterlassene Hilfeleistung oder so wenn ich das weiß und ihn machen lasse (weil – he- keiner kann nachweisen das ich überhaupt was wusste...wohne am andren ende der stadt und habe so gut wie keinen kontakt. ausserdem ist er ja nicht entmündigt)

Cratsd`rexam

13.08.11  17:21

Hallo.

Ich vermute, dass Dein Vater entweder Angst hat, seinen Job zu verlieren oder aber, dass er aus seinem Job seinen "Wert" bezieht. Viele Menschen (vor allem Männer) identifizieren sich so sehr mit ihrer Arbeit, dass sie sich wertlos fühlen ohne Job.

Aber eine generelle Zeit kann man da nicht angeben, es kommt auf das Ausmass des Infarktes an, auf die Schädigungen, die am Herzmuskel zurückbleiben, auf Risikofaktoren (Übergewicht, Rauchen, erhöhte Blutfettwerte, Stress usw.). Das ist ja bei jedem individuell. Ich kenne Herzinfarktpatienten, die bereits nach 3 Wochen wieder arbeiteten und auch arbeitsfähig waren, z.B. weil sie sofort beim Infarkt ins Krankenhaus kamen und das Gerinnsel sehr schnell aufgelöst wurde, so dass am Herzen selbst kein Schaden zurückgeblieben ist. Dann gibt es andere, die monatelang arbeitsunfähig waren und dann sogar in Frührente gehen mussten, weil Teile des Herzens zerstört und vernarbt waren. Mir selbst ist es so ergangen, nach 11 Monaten Krankschreibung musste ich einen Rentenantrag stellen, weil mein Herz "irreparabel" geschädigt war und ist.

Bin ich als Sohn gezwungen da einzuschreiten und ihn gegen seinen willen davon zu überzeugen? Also wenn ich jetzt eben weiß das er etwas tut was ihm schaden wird?

Du bist nicht gezwungen, ja, das Recht steht Dir sogar nicht zu. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich (es sei denn, er ist "entmündigt" bzw. unter gesetzlicher Betreuung) und Dein Vater hat das Recht, sich so weit zu "schädigen", wie er möchte. Man kann als Angehöriger versuchen, ihm zu erklären, dass das alles noch zu früh ist und gefährlich werden kann, aber wenn er das nicht einsieht, hat man da keine andere Wahl als das zu akzeptieren. Jeder Mensch darf die Behandlung abbrechen oder verweigern, dieses Recht hat er und das kann ihm auch niemand ohne gesetzlichen Eingriff nehmen.

Da aber die Gefahr eines erneuten Infarktes (sogenannter "Re-Infarkt") in den ersten Wochen nach einem Infarkt sehr hoch ist, würde ich Deinem Vater raten, sich das sehr gut zu überlegen. Aber wenn er das in den Wind schlägt, dann muss man ihn lassen.

Alles Gute

Cha-Tu

C9ha-xTu

13.08.11  17:25

Nachtrag

Nun ist es aber vom Gesetzt her so das die leiblichen Kinder verpflichtet sind sich um die Eltern zu kümmern,

Aber nur, wenn die ALTEN Eltern finanziell Probleme haben und/oder in Pflege müssen. DANN werden die Kinder herangezogen. Aber nicht bei einem Mann, der weder entmündigt noch in Pflege muss.

Ist es unterlassene Hilfeleistung oder so wenn ich das weiß und ihn machen lasse

Nicht, solange Dein Vater nicht "hilflos" ist. Aber er ist ja durchaus in der Lage, sein Handeln und seine MÖGLICHEN Folgen abzuschätzen, also bist Du da raus.

Aber nur zur Absicherung: Dies ist kein juristischer Rat. Solche dürfen im Internet gar nicht gegeben werden, ich bin kein Jurist.

Gruss

Cha-Tu

C}ha-/Txu

13.08.11  18:00

Hallo Cha-Tu. Danke für deine Antwort.

Die Vorgesetzten sind schon sehr verständnisvoll. Er müsste sich keine Sorgen um seine Arbeit machen. Aber ich denke, es trifft schon sehr zu das er den Wert aus der Arbeit zieht (auch wenn er immer jammert wie sehr er es hasst). Das war aber schon vor der Scheidung so. Der würde noch arbeiten gehen bis er mittendrin umkippt.

Risikofaktoren...ja, es klingt jetzt hart, aber er hat wirklich alles falsch gemacht was man nur tun kann. Er raucht locker das doppelte wie ich, denn ich schätze es locker auf 2 Packungen pro Tag. Obst isst er gar keines, Gemüse nur wenns im Fertigfutter dabei ist. Sein Essen besteht aus Weißbrot/Semmeln, Wurst, fettes Fleisch, Dosenfutter zu jeder tages und nachtzeit. Kein Sport, sehr wenig Schlaf und er setzt sich auch in der Freizeit unter streß weil alles hektisch ablaufen muss. Alkohol ist auch so ein thema (whiskey, Bier).

Er war noch nie bei einer Vorsorgeuntersuchung und meidet ärzte, auch wenns ihm schlecht geht. Da wird lieber abgewartet und mit whiskey kuriert.

So richtig fies fing alles an, als er schwallartig Blut erbrochen hat. Da sich das immer wieder besserte hat er es nicht ernst genommen.

Die Schmerzen bei dennen er sich gekrümmt hat...nach seinen aussagen ging das schon seit einer woche so. evt. untertreibt er aber. Dann hab ich ihn erst dazu gebracht in die notaufnahme zu gehen weil es sich mehr verschlimmert hat und dann wars eben soweit.

Es kam auch raus das er hohen Blutdruck hat und Cholestrin. Übergewicht hat er noch nicht, ist an der Grenze.

Du bist nicht gezwungen, ja, das Recht steht Dir sogar nicht zu. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich (es sei denn, er ist "entmündigt" bzw. unter gesetzlicher Betreuung) und Dein Vater hat das Recht, sich so weit zu "schädigen", wie er möchte. Man kann als Angehöriger versuchen, ihm zu erklären, dass das alles noch zu früh ist und gefährlich werden kann, aber wenn er das nicht einsieht, hat man da keine andere Wahl als das zu akzeptieren. Jeder Mensch darf die Behandlung abbrechen oder verweigern, dieses Recht hat er und das kann ihm auch niemand ohne gesetzlichen Eingriff nehmen.

Da aber die Gefahr eines erneuten Infarktes (sogenannter "Re-Infarkt") in den ersten Wochen nach einem Infarkt sehr hoch ist, würde ich Deinem Vater raten, sich das sehr gut zu überlegen. Aber wenn er das in den Wind schlägt, dann muss man ihn lassen.

Das ist gut. Ich bekomm nur von allen seiten ein schlechtes gewissen zugeredet. Aber ja eh – ist sein leben und mit reden ist bei ihm eh hopfen und malz verloren. und was soll ich den da machen?

Ich werde es ihm noch einmal sagen. Mal sehen was er dann tut. Das mit dem Re-Infarkt finde ich jetzt schon tragisch. Wert ist es das nicht.

C4a^ts~dream

13.08.11  18:10

Na, da hat er ja alle Risiken für den nächsten Infarkt, Dein Vater scheint ja alles falsch zu machen, was man nur machen kann...

Ich bekomm nur von allen seiten ein schlechtes gewissen zugeredet.

Was schlagen diese Klugsch**er denn vor? Es GIBT keine Möglichkeit, ihn zur Behandlung zu zwingen, ausser, dass Du einen Antrag stellst, ihn unter Betreuung zu stellen ("unmündig"). Aber das bekommt man wegen dieser Gründe nicht durch, denn er DARF sich auf diese Weise gefährden, das ist kein Grund für eine Betreuung. Wenn wieder mal solche Typen Dir ein schlechtes Gewissen machen, frag sie doch einfach mal, was sie denn vorschlagen...

Alles Gute

Cha-Tu

C\ha-xTu

13.08.11  19:31

Was schlagen diese Klugsch**er denn vor? Es GIBT keine Möglichkeit, ihn zur Behandlung zu zwingen, ausser, dass Du einen Antrag stellst, ihn unter Betreuung zu stellen ("unmündig"). Aber das bekommt man wegen dieser Gründe nicht durch, denn er DARF sich auf diese Weise gefährden, das ist kein Grund für eine Betreuung. Wenn wieder mal solche Typen Dir ein schlechtes Gewissen machen, frag sie doch einfach mal, was sie denn vorschlagen...

Alles Gute

Cha-Tu

Das ist hauptsächlich das die mir ein schlechtes Gewissen einreden wollen und meinen das es sich nicht gehört seinem Vater gegenüber so piepegal zu sein und so. Ja..ich krieg höchstens so blöde Sachen vorgeschlagen: Das ich mit ihm reden soll, ihn anrufen soll und fragen soll ob er die medikamente nimmt, hinfahren soll, obs ihm gut geht und auf ihn einreden soll...

und ich denk mir nur: WOZU?? Der psychopath ist an allem schuld. Wozu soll ich quer durch die stadt fahren..einreden wie auf ein krankes Pferd, das eh nix bringt und dann ne stunde zurückfahren aus der mief-wohnung? Sehe ich nicht ein. Und diese Telefon-spielchen sind mir auch zu blöd. weil wie du sagst: bringt nix wenn einer nicht will. Und da will ich nicht mich stressen. Bessere vorschläge kommen ja eh nicht .

Am liebsten würd ich ja sagen die sollen mich wegen dem thema nicht mehr anrufen/ansprechen, erst wenns um Pflegeheim oder Bestattung geht.

CxaOtsdr_eaxm

14.08.11  09:11

Hallo, Catsdream,

es gibt Beziehungen, die sind von Grund auf zerrüttet, auch zwischen Eltern und Kindern kommt so etwas öfters vor. Wenn es z.B. um Misshandlungen in der Kindheit geht, dann hat dieses "Kind" keinerlei moralische Verpflichtungen mehr gegenüber diesem Elternteil. Niemandem steht zu, Dir vorzuschreiben, was Du zu tun und zu lassen hast, denn nur Du und Dein Vater kennt Eure Vergangenheit und könnt beurteilen, was "richtig" und was "falsch" ist. Lass Dich da von anderen nicht beeinflussen.

Alles Gute

Cha-Tu

Cgha-xTu

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