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Stark erhöhter Homocystein-Wert, Arzt will nichts behandeln

R{yan(Howxen hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

seit ich vor 10 Jahren verletzungsbedingt eine Thrombose im Bein hatte, weiß ich dass ich einen stark erhöhten Homocysteinwert habe (vor 10 Jahren waren es bereits mehr als 30 µmol/l). Vor einem Jahr hatte ich im Zuge einer Sehnenscheidenentzündung im Arm eine Thrombophlebitis im Arm, die sich zum Glück ohne Folgeschäden durch Kompression behandeln ließ. Vor zwei Wochen hatte ich nun erstmals eine Thrombophlebitis im Fuß, die nicht eine Folgeerscheinung einer anderen Verletzung war, sondern "einfach so" über Nacht passierte.

Nach jedem der genannten Ereignisse fragte ich meinen Hausarzt, ob es nicht sinnvoll sei, den erhöhten Homocysteinwert medikamentös zu senken (ich ernähre mich ohnehin schon sehr gesund, bewege mich viel, liege genau im Idealgewicht und rauche nicht). Der Hausarzt verneinte meine Frage jedes Mal (es sei "auf keinen Fall" eine Medikation nötig), obwohl schon im klinischen Befund der Uniklinik, die vor 10 Jahren den erweiterten Bluttest durchführte, eine Medikation der Hyperhomocysteinämie mit Medyn o.ä. empfohlen wurde.

Ich spiele jetzt mit dem Gedanken, zu einem anderen Arzt zu gehen, weil mir das mit den vielen Thrombosen nicht mehr geheuer ist. Ich wollte aber vorher erstmal weitere Meinungen über dieses Forum einholen, was bei einem Homocysteinwert zu tun ist, der vor 10 Jahren schon jenseits der 30 µmol/l lag und nun wahrscheinlich noch etwas höher ist, weil er Altersbedingt ansteigt.

Antworten
_DPa0rvati_


Ein hoher Homocysteinwert deutet meist auf einen Vitamin B Mangel hin. Hier sollte eventuell mal Folsäure, B6 und B12 überprüft werden. Sollte hier ein Mangel bestehen, kann dieser gut mit Vitaminpräparaten behoben werden. Auf jeden Fall mal vom Arzt abklären lassen und notfalls den Arzt wechseln!

R~yanMHo@wxen


Der Homocysteinwert wurde vor 10 Jahren 3x gemessen. Einmal zu Beginn einer Marcumar-Therapie, wo er natürlich verfälscht war und auf normalem Level lag, einmal am Ende der sechsmonatigen Marcumar-Einnahme (-> Wert stark erhöht) und noch einmal 3 Monate später, nachdem ich auf Folsäure-, B6- und B12-haltige Ernährung geachtet habe, wobei sich außer dem Wechsel von normalem Brot auf Vollkornbrot und mehr Müsli nicht viel verändert hatte, weil ich ohnehin viel Obst, Gemüse und Salat gegessen habe und kein Kaffee-, sondern ein Milchtrinker bin. Der gemessene Wert lag dann nur unwesentlich niedriger als drei Monate zuvor.

Mein Zahnarzt, mit dem ich letztens auf dieses Thema zu sprechen kam, als ich auf ein Röntgenbild wartete, zeigte sich sehr verwundert über die Ansichten des "Kollegen" bei so einem extrem erhöhten Wert, auch wenn er selber natürlich kein Allgemeinmediziner ist. Und ich mache mir halt so meine Gedanken, wenn ich ständig lese, dass ab einem Homocysteinwert von 15 µmol/l etwas unternommen werden sollte und mein Wert noch mal mehr als doppelt so hoch liegt als der Wert der ohnehin schon kritisch ist, und ich noch dazu ständig Thrombosen bekomme, neuerdings sogar im Liegen nachts im Schlaf. Da ist es bis zum Schlaganfall wahrscheinlich auch nicht mehr weit.... Gibt es da wirklich so unterschiedliche Ansichten bei den Ärzten, dass einige es nicht als so großen Risikofaktor ansehen?

_ Parvaxti_


Vielleicht solltest du wirklich mal den Arzt wechseln. Wundert mich, dass du das nicht schon eher getan hast. Vitamine solltest du trotzdem auch überprüfen lassen. Denn trotz gesunder Ernährung kann man einen Mangel bekommen, und das kann entweder der Fall sein, weil man einen höheren Verbrauch hat, als der Durchschnitt oder, dass eine Aufnahmestörung im Magen-Darm-Trakt vorliegt. Man könnte auch versuchen auf gut Glück mal ein Kombipräparat mit Folsäure, B6 und B12 einzunehmen. Überdosieren kann man da eh nichts, ausgenommen vom B6. Aber da müsste man schon große Mengen einnehmen.

Mal aus Wikipedia:

Obgleich Folsäure und B-Vitamine den Homocysteinspiegel nachweislich senken, haben sie in mehreren großen Studien bislang nicht zu einer Senkung des Risikos für Herzinfarkt, wohl aber zur Senkung des Schlaganfallrisikos (bis zu 25 % Reduktion)[13] geführt. Eine aktuelle (10/2009) Systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration hat ergeben, dass die Supplementierung von B-Vitaminen für die Prävention von Herz-Krankheiten keine Rolle spielt.[14] Aus diesem Grunde wird die Bestimmung des Homocysteinspiegels meist nur für Patienten empfohlen, die keine anderen Risikofaktoren aufweisen. Eine Therapie wird bei Werten über 15 µmol/l überwiegend empfohlen.

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Homocystein]]

RDyanHxowen


Ich habe bisher noch nicht den Arzt gewechselt, weil die Thrombosen bis vor kurzem immer nur Folgeerscheinungen anderer Verletzungen waren, d.h. wenn Körperteile aus anderen Gründen angeschwollen waren. Deshalb hatte ich auch selber das Risiko nicht so hoch eingeschätzt, denn ich war ja entsprechend sensibilisiert, d.h. konnte in solchen Fällen immer gleich handeln mit Kompression etc.

Und ich bin niemand, der sich immer gleich Medikamente oder Vitaminpräparate reinpfeift, sondern eher auf einen gesunden Lebensstil setzt.

Naja, jetzt werde ich wohl mal ein bißchen Geld in die Hand nehmen und erstmal den aktuellen Homocysteinwert ermitteln lassen, da die Krankenkasse nicht mal den Bluttest bezahlt. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum sich mein Arzt gegen Medikamente sträubt, weil ich gesetzlich versichert bin und er sein Arzneimittelbudget nicht überstrapazieren will mit Medikamenten, die nur der Prävention dienen und nicht der akuten Behandlung von Krankheiten? Kann ich aber nicht beurteilen, ich kenne die Interna der Medikamentenfinanzierung oder Budgetierung nicht... Früher war ich noch über die Eltern privat mitversichert, da wurde alles bezahlt inkl. Bluttests. Mittlerweile musste ich in die gesetzliche Kasse wechseln, weil mich keine andere private aufgenommen hat nach dem Ende des Studiums wegen den bekannten Homocystein-Werten.

A?si0gxa


Hier sollte eventuell mal Folsäure, B6 und B12 überprüft werden.

Und WENN ein Vitamin-B-12-Mangel vorliegt, dann KANN das auch eine körperliche Ursache (Magen, Darm...) haben so dass man noch so gesund leben kann, der Körper aber kein Vitamin aufnimmt

R.yanH?owexn


Nur der Vollständigkeit halber: ich habe eben noch mal einen Blick in den klinischen Befund geworfen und dort ist neben der Hyperhomocysteinämie auch die Rede von einem hereditären Protein-S-Mangel.

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