Kann mir jemand meinen Befund erklären bitte?

12.01.12  22:57

Ich lese mich jetzt schon wochenlang durch dieses Forum. Ich bin superglücklich das ich euch hier zufällig gefunden habe. Ich bin ES geplagt und beruhige mich hier direkt manchmal beim Lesen. Habe einen Ärztemarathon hinter mir wie die Meisten. Mich machen diese ES völlig fertig. Habe dadurch Panikattacken und keine Lebensqualität mehr.Ich stecke schon meine gesamte Familie mit meiner Angst an. Mein Mann ist von Mo-Do auswärts (mein größtes Problem) und kommt kaum noch zum Arbeiten, da ich 30 mal am Tag anrufe wenn es zuckt. Mein Doc meint alles ist okay und hat mir Betablocker verschrieben um mich zu beruhigen (2x tgl 47,5mg Metohexal).Die nehme ich schon 1 Jahr da ich das furchtbare Hüpfen schon 3 Jahre habe. Eigentlich wäre eine Medikation nicht nötig laut Doc.

Im 24 Std EKG stand:

- SR,55-123/min, keine Bradykardien, keine Pausen, 2 Sinustachykardien bis max 123/min, 220 VES LOWN I. Herzfrequenz mittel 80

Leider beruhigt mich das nicht. Bin weibl. 39 Jahre und habe auch noch 30 kg Übergewicht |-o . Kann mir jemand diesen Befund erklären? Und mir sagen wie ich trotz Betablocker abnehmen kann. Mein Leidensdruck wird immer größer, die ES schlimmer und ich habe hier oft gelesen das die VES die schlimmen sind!?

Wäre über eure Antworten sehr dankbar.

@ Cha-TU Deine Beiträge haben mir durch so manch schlaflose Nacht geholfen .Vielen Dank!

Ich hoffe habe alles richtig hier eingestellt, kenne mich mit Foren nicht so aus. (ich lese immer nur) |-o

Und bitte macht hier fleissig weiter. Das Lesen hier ist unglaublich hilfreich... @:)

Rhom|y1000

13.01.12  07:36

Hallo, Romy,

- SR,

Dein Herz schlägt im Sinusrhythmus, d.h. im normalen, gesunden Rhythmus, wie das gesunde Herz es tun soll...

55-123/min,

Der niedrige Puls in der Zeit der Messung war 55 (völlig normal, ich denke, das war nachts), der höchste 123. Das kann z.B. passieren, wenn man etwas schneller geht, oder sich ärgert oder eine Treppe steigt usw. Also ganz nornale Alltagsbelastung bei einem Menschen, der sportlich nicht allzu fit ist.

keine Bradykardien,

Zu keiner Zeit gab es einen "zu niedrigen Puls"

Zu keiner Zeit gab es Pausen

2 Sinustachykardien bis max 123/min,

Vermutlich hast Du da irgendwas Anstrengendes gemacht, wie oben beschrieben: Schneller als sonst gegangen, Treppen gestiegen, was Schweres getragen.

220 VES LOWN I. Herzfrequenz mittel 80

Du hattest über den Zeitraum 220 ventrikuläre Extrasystolen der "Güte" LOWN I. LOWN ist eine Art "Messlatte" zur Bewertung von Extrasystolen. Du stehst da auf der untersten Stufe, vermutlich mit 90% der Bevölkerung. Das ist keinerlei Anlass für Unruhe oder Sorge. An eine Behandlung sollte ab LOWN III gedacht werden, also wenn Mehrfach-ES, vor allem Salven aus der Kammer, auftreten. Und wirklich gefährlich kann es auf der fünften Stufe werden (LOWN V). Aber die Stufen III-V haben eigentlich mit den normalen ES nichts zu tun, die müssten eigentlich auf einer eigenen Skala beurteilt werden.

VES sind übrigens nicht schlimmer als SVES, jedenfalls nicht bei herzgesunden Menschen. Bei Menschen mit vorgeschädigtem Herzen können (müssen aber nicht!) diese VES etwas öfter ausarten, aber bei Herzgesunden gibt es hinsichtlich der Gefährlichkeit zwischen VES und SVES keinen Unterschied.

Zur Frage Abnehmen unter Betablocker: Da müsste man einige ausprobieren, es gibt ja unterschiedliche Wirkstoffe, die die ß-Rezeptoren blocken. Nicht bei jedem wirkt jedes Medikament gleich. Ich habe unter Betablocker (Metoprolol) deutlich abgenommen, während andere unter Metoprolol zunehmen. Das muss individuell ausgetestet werden.

Dass ich schon helfen konnte, ohne gefragt zu werden, freut mich natürlich :-)

Lieben Gruss

Cha-Tu

CYha-xTu

13.01.12  11:04

Man sollte auch in Betracht ziehen, an deiner Denkweise zu Arbeiten. Es gibt da bei Fachleuten sehr gute Techniken, wie man sein Leben wieder geniessen kann, ohne sich durch die (harmlosen) Extrasystolen plagen zu lassen.

Die Wahrnehmung und die Fixierung auf die Extrasystolen ist das Problem, nicht die Extrasystole an sich. Die Betablocker können vielleicht die Extrasystolen leicht verringern und deinen Stresspegel herabsetzen, deine Angst reduzieren sie aber nicht (eher im Gegenteil: "ich bekomme Medikamente, also bin ich krank und es ist gefährlich für mich" ist der vollkommen falsche Schluss, den manche Leute aus einer medikamentösen Behandlung ableiten).

Leider ist für viele der Schritt schwer, man muss sich erstmal selbst eingestehen, dass das Problem das man hat, häufig "hausgemacht" ist.

Gruß

S)ea;net7or

13.01.12  15:37

@ Cha-Tu Vielen Dank für deine netten ausführlichen Erläuterungen. Das wäre ja die Aufgabe von meinem Doc gewesen. ( ich glaube der kann mich auch schon nicht mehr sehen)

Nun ist ja das Problem, dass ich wenn ich dieses Hüpfen habe, ich ziehen im Oberarm bekomme einen Kloß im Hals habe es im Rücken pickt und mir dann komisch wird. In solchen Momenten fange ich dann an zu googeln. Da gehen dann sofort schlimme Herzseiten auf und ich überlege dann ob es die Psyche ist oder ich doch lieber einen Doc rufe (habe ich auch schon öfter gemacht) um Schlimmeres zu verhindern.

Nun greift man ja nach jedem Strohhalm. Ich war zum Autogenen Training (das ging gar nicht, da ich in Ruhe meine Herz noch viel mehr höre und mich nicht konzentrieren kann), war zum Pusten, zum Böten, zur Hypnose, hatte etliche Heilsteine im BH in Herznähe, habe die ganzen Wünsche-und the Secret Bücher gekauft und gelesen. Ausser das ich sehr viel Geld ausgegeben habe ist nix passiert. Nun bin ich in der glücklichen Lage einen ganz tollen toleranten Mann zu haben. Wie ich dann aber anfing das ganze Haus mit Räucherstäbchen auszuräuchern ( auf Empfehlung einer Raiki Frau) war ihm das Spiel verständlicher Weise über.Die genannten Sachen waren nur Einiges was ich probiert habe. :-(

Was soll ich noch machen? Mein Doc meinte eine Psychotherapie brauche ich nicht. Ich muß versuchen mich an das Hüpfen zu gewöhnen. Toll!!!

Nun ist guter Rat teuer. Ich bewundere doch tatsächlich wie du bei deiner Gesundheit und Geschichte noch die Kraft findest hier jeden aufzubauen und zu helfen. Meinen Respekt hast du.... :)=

@Seanet7or naja was heißt hausgemacht? Ich würde das Hüpfen je abstellen wenn ich könnte...Mir fällt nur nix ein.Aber danke trotzdem für die Antwort.

ganz liebe Grüße

RHomyE10x00

13.01.12  16:36

Grüss Dich, Romy,

bei Deiner Beschreibung, was Du schon so alles getan hast, musste ich schon grinsen. Du scheinst Deinen Humor trotz allem nicht verloren zu haben, das ist schon mal GUT!

Mein Doc meinte eine Psychotherapie brauche ich nicht. Ich muß versuchen mich an das Hüpfen zu gewöhnen. Toll!!!

Weisst Du, so etwas macht mich unendlich zornig, und das will was heissen! Hat der Herr Doc etwa Psychologie studiert? Und eine mehrjährige Zusatzausbildung? DANN, und NUR dann ist er berechtigt, so eine Aussage zu machen. Wenn wir Therapeuten uns derart in die Diagnostik und Prognostik von Ärzten einmischen würden wie einige wenige Doctores sich in UNSERE Angelegenheiten einmischen, gäbe es in Deutschland Revolution! Aber diese Leute mischen sich frech in unsere Sachen ein, obwohl deren "Qualifikation" zwei Doppelstunden Vorlesungen in Psychologie und Psychopathologie beinhalten, und zwar zwei ganze Semester lang (so war es jedenfalls als ich damals studierte).

Psychotherapeuten dagegen haben entweder ein Studium der Psychologie oder mindestens eines der Sozialpädagogik, das zwischen 4 und 6 Jahren dauert, oder sie sind Mediziner mit Fachgebiet Psychiatrie und einer langjährigen Fachausbildung. Anschliessend müssen all diese Absolventen eine spezielle therapeutische Ausbildung machen, die 3-5 Jahre dauert. Das heisst, bevor jemand nach einer staatlichen Prüfung als Psychotherapeut auf die Menschheit losgelassen werden darf, muss er 7-11 Jahre studieren, lernen, Praktika machen, zwei Jahre im klinischen oder beraterischen Bereich arbeiten, und DANN erst darf er Psychotherapie anbieten.

Aber einige Mediziner (gottseidank sind es wenige!) erlauben sich solche Aussagen wie der Deine, obwohl NICHTS, aber auch GAR nichts sie dazu berechtigt... (oder ist er Psychiater mit Zusatzausbildung in Psychotherapie?)

Sorry, aber das MUSSTE sein. Ich bin ja eher jemand, der der Schuldmedizin vertraut und mir sind Ärzte rundweg sympathisch. Aber wenn sie sich in mein Fachgebiet mischen, werde ich leicht zornig...

DOCH, Du solltest eine Therapie machen. Um zu lernen, damit umzugehen (oder wie der Herr Doc meinte: sich daran zu gewöhnen). Das geht nicht von alleine, das müsste der Herr Doc eigentlich wissen, denn das kann ein Teil einer Angststörung geworden sein (und das kann nur ein Therapeut herausfinden, nicht der Allgemeindoc) und die sollte man mit psychotherapeutischen Mitteln angehen, um zu verhindern, dass da eine chronische Angststörung draus wird.

Und wenn er Dir die Überweisung zu einem Therapeuten verweigert, dann darfst (und solltest) Du SEHR böse werden, denn damit stellt er eine Diagnose aus ("Sie sind psychisch gesund") und das darf er ausserhalb seines Fachgebietes nicht.

So, jetzt habe ich genug geschimpft. Gottseidank sind die allermeisten Ärzte da viel kooperativer und überlassen solche diagnostischen Aussagen den Leuten, die das gelernt haben...

Alles Gute

Cha-Tu

C=ha-;Txu

13.01.12  17:17

Entschuldige bitte, ich habe mich unglücklich ausgedrückt. Mit dem Hausgemacht wollte ich eher beschreiben, dass sich eingeprägte Denkweisen irgendwann nicht mehr ändern lassen und auch wenn man möchte, reagiert der Körper nicht so wie man möchte, sondern mit einer Angstreaktion. Wenn man die Denkweise ändert (z.B. kognitive Verhaltenstherapie) sind zwar die Extrasystolen nicht weg, aber man hat eine andere Herangehensweise.

Gruß

Speanxet7or

13.01.12  17:39

Lieber Seanet,

ich freue mich, einen Vertreter der Medizin an meiner Seite zu wissen in Sachen Therapieempfehlungen :-) Echt, das freut mich sehr...

LG

Cha-Tu

C]h+a-TCu

13.01.12  21:22

@ Cha-Tu und @ Seanet7or. Vielen Dank für eure Antworten.

Mein Hausarzt ist Internist. Ich werde mir eure Tipps zu Herzen nehmen und am Mo versuchen einen Therapeuten ausfindig zu machen, wo die Chipkarte und die Praxisgebühr reicht. Es ist ja nicht so, dass ich nicht schon versucht habe einen Therapeuten zu finden.

Vor 2 Jahren bekam ich ja auch keine Überweisung zum Psychologen. Also habe ich mir eine private Psychotherapeutin gesucht. Ich war 8 mal dort (50,00 Euro/ 45min und 60km Anfahrt). In der ersten Sitzung wurden allg. Dinge besprochen. In der 2. bekam ich eine Buchempfehlung "Gesundheit für Körper Geist und Seele, Louise Hay" (Hatte ich ja inkl.3 Hörbücher bereits zu Hause ??? ). In der 3. wurde mir erklärt das ich mir in einer Angstsituation gedanklich vorstellen sollte, von aussen auf die Situation wie bei einem Bühnenstück zu blicken (AHA). In der 4. und @Seanet7or nun pass auf: um eingeprägte Denkmuster zu ändern, sollte ich mich nun täglich alle 20 min links herum im Kreis drehen um die Verästelungen irgenwelcher Synapsen zu unterbrechen und neu zu ordnen ( was ja im Alltag gaaar kein Problem ist :-/ ). So ging es munter weiter...

Da sich an meinem psychischen Zustand nichts änderte, meinte dann mein Mann: " Schatz, mach doch einfach das Stubenfenster auf, schmeiß das Geld auf die Straße, dann nimmt es vielleicht wenigstens noch einer mit der es gebrauchen kann."

So viel zu meiner Therapieerfahrung. Vielleicht hatte ich einfach nur Pech. Oder hatte keine Geduld. Ich bin nämlich ein sehr temperamentvoller Mensch...

Nun klingt das alles eventuell lustig. Ist es aber für mich nicht.Ich komme mir einfach veralbert vor.

Ich werde hier weiter lesen und eure Antworten durchdenken und dann gehts betimmt mal irgendwann bergauf. So kann es nicht bleiben...Bin für jeden Tip und jede Erfahrung von euch sehr dankbar.

Danke und liebe Grüße

R)omy1n000

14.01.12  06:15

Ja, da hattest Du Pech, Romy, das ist keine Psychotherapie, sondern Quacksalberei... Ein Therapeut, der als eine der ersten Handlungen ein Buch empfiehlt, gibt sich damit ein Armutszeugnis. Und wenn dieses Buch dann auch noch von einer zumindest auf dem Gebiet seriöser Therapie mehr als fragwürdigen Autorin stammt, sollte man sofort die Praxis des "Therapeuten" verlassen... Mit wissenschaftlich fundierter Therapie hat das nichts zu tun.

Ein Tipp: Rufe Deine Krankenkasse an, und bitte um Zusendung (geht auch per Mail) der Liste der Therapeuten, mit denen Deine Kasse zusammenarbeitet. Dort stehen die Therapeuten, jeweils unterteilt in "Verhaltenstherapie", "Psychoanalyse" und "tiefenpsychologisch fundierte Therapie".

Dann rufe die Leute an, die räumlich für Dich infrage kommen. Manche der dort Verzeichneten haben auch eine Homepage, da kann man auch schon einiges über die Leute erfahren. Dann sprich mit ihnen oder mache ein Erstgespräch aus. Das Erstgespräch ist IMMER kostenlos und man braucht dafür in der Regel KEINE Überweisung seitens des Arztes. Nach dem Erstgespräch kannst Du (und der Therapeut) entscheiden, ob Du 5 "probatorische Sitzungen" machen willst, das sind quasi Stunden "auf Probe". Die kann der Therapeut (wenn er kassenärztlich zugelassen ist) direkt mit der Kasse abrechnen. Man kann und darf bei mehreren (!) Therapeuten probatorische Sitzungen machen, damit man unter mehreren Therapeuten auswählen kann. Bei wievielen man diese SItzungen machen darf, hängt von den Kassen ab, meist sind es 3-5 verschiedene Therapeuten, die man "kostenlos" ausprobieren darf.

In diesen 5 Stunden wird der Therapeut Dir auch sagen können, wie Du an die Überweisung kommst, falls er nicht direkt über die Chipkarte abrechnen kann/darf/will.

Dass Dein Arzt Dir die Überweisung verweigert, würde ich so nicht stehen lassen. Ich würde mich an die Krankenkasse, notfalls an die kassenärztliche Vereinigung wenden, denn das geht nicht. Wie gesagt, so eine Verweigerung ist eine Form der Diagnose in einem Fachgebiet, das er nicht zu vertreten hat. Er maßt sich da etwas an, das ihm nicht zusteht.

Notfalls aber kannst Du das umgehen, indem Du nach den probatorischen Gesprächen zu einem Psychiater und Neurologen gehst, der Dich dann seinerseits an den Therapeuten überweist. Zum Psychiater/Neurologen kannst Du auf jeden Fall mit Chipkarte gehen!!! Aber das erklärt Dir alles der Therapeut, er kennt ja auch seine Kollegen und sicherlich ist Dein Arzt unter Therapeuten Deiner Umgebung für sein unkooperatives Verhalten bekannt...

Alles Gute

Cha-Tu

CHha-8Tu

14.01.12  10:33

Hallo Cha-Tu,

werde deinen Rat befolgen und am Mo was untenehmen. Ich weiß nur nicht ob mir ein Therapeut bei den ganzen anderen Symtomen und Zipperlein helfen kann. Man ist ja immer im Zwiespalt ob man nun doch was körperliches hast oder der Kopf die Symtome macht. Bei mir wurde eigentlich alles untersucht die letzten Jahre. Vom Magen über Lunge, CT vom Kopf, MRT, Herzultraschall, Blut, Schildrüse,Venologe weg. kleiner Krampfader am Bein etc....alles ohne Befund.

Wenn es mir mal gut geht weiß ich das auch. Aber wehe das Hüpfen fängt an, dann kann ich mich da so reinsteigern, das nix mehr geht. Ich nenne dir mal ein paar Beispiele: ;-D Ich brauche nur eine Sendung über Thrombose sehen, dann tut mir 3 Wochen die Wade weh. Bevor ich schlafen gehen putze ich das Schlafzimmer und das Bad, weil es könnte ja sein das nachts ein Arzt kommen muß. Autobahn fahren z.B. wo Baustellen sind geht gar nicht, denn da würde ja im Falle eines Falles kein Rettungswagen durchkommen. Feiern gehe ich nur noch dort, wo ein Arzt in der Nähe ist. Wenn wir Ausflüge machen und ich habe keinen Handyempfang, dann drehe ich eben um Baldrian und Rescue Tropfen sind meine ständigen Begleiter...usw. Du siehst schon meine Familie hat es nicht wirklich einfach mit mir.

Durch das Lesen hier ist mir aufgefallen, das ich wohl schon eine Herzneurose habe. Oder ich habe einfach nur eine Meise. Einige unserer Freunde sagen dann: " Reis dich einfach zu sammen, du mußt an deine Familie denken". SUPER! Ich würde ja wenn ich könnte.

Ich werde wohl mal mit Sport anfangen müssen, vielleicht kommt man da auf andere Gedanken. Nur da habe ich ja Angst mein Herz zu überfordern.

Meine Mutter sagt immer in meinem Alter sollte man sich nicht nur mit Krankheiten beschäftigen und das Leben genießen. Da hat sie ja auch recht. Mir ist aber jeglicher Genuss verloren gegangen.Nur wie kriegt man diesen Teufelskreis durchbrochen und mich interessiert natürluch auch ob man das mal ganz los wird.

lieben Gruß

R5omy=100x0

14.01.12  12:17

Hallo, Romy,

echte körperliche Beschwerden kann eine Therapie natürlich nicht beseitigen. Aber wenn die Symptome psychosomatisch sind, werden sie verschwinden oder Du wirst sie einfach nicht mehr so beachten, wie Du es jetzt tust...

Und selbst WENN die Symptome wirklich einer Krankheit entstammen (was aber bei Dir nicht der Fall ist, denn Du scheinst sehr gründlich untersucht zu sein; aber nehmen wir mal an, jemand HAT eine körperliche Krankheit), kann ein Therapeut auch helfen. Er kann mit einem Wege suchen und finden, wie man diese Krankheit annehmen kann.

Um mal mein eigenes Beispiel zu nehmen: Ich wurde durch zwei Infarkte schwer krank, bekam eine Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen und als Sahnehäubchen auch noch einen insulin-pflichtigen Diabetes. Das sind REALE Krankheiten, die kann man nicht weg diskutieren, mein Herz ist nun einmal schwer angeschlagen. Und ich bin damit überhaupt nicht klargekommen. Ich habe fast 2 Jahre lang in einer schweren Angstneurose gesteckt, Panikattacken waren an der Tagesordnung, ich habe auf JEDE "Ungenauigkeit" meines Herzens geachtet, war Dauergast beim Kardiologen und in der Notfallambulanz, bis es meiner Frau und mir zu viel wurde: Ich bat eine Psychotherapeutin, mir zu helfen, mit all dem klarzukommen. Und sie war erfolgreich ;-)

Klar, an meiner Herzkrankheit hat sich NICHTS geändert. Aber meine Einstellung zu ihr, zum Leben und auch zum Tod haben sich geändert. Gravierend sogar. Ich habe gelernt, mit dieser Krankheit zu leben, sie anzunehmen.

Ich kann Dir aber auch sagen, dass es ein hartes Stück Arbeit wird. Angststörungen sind nicht ganz einfach zu therapieren, vor allem, wenn sie schon länger andauern. Aber selbst schwerste chronische Angststörungen sind zu lindern, so dass das Leben durchaus wieder Spass machen kann. Aber der Patient muss bereit sein, an sich zu arbeiten. Eine Therapie ist nur so gut, wie der Patient mitarbeitet...

Lieben Gruss

Cha-Tu

Cjha-xTu

14.01.12  20:28

@ Cha-Tu ich kriege schon ein mulmiges Gefühl wenn ich nur lese was du so hast. Wie lernt man denn damit umgehen? Das ist ja Wahnsinn. Aber du hast Recht. Man hat gar keinen Grund zu klagen. Ich habe in einigen Beiträgen von dir gelesen, das viel zu viele Gesunde die Ärzte blockieren. Ja auch das stimmt. Da kriegt man schon mal ein schlechtes GEWISSEN, wenn man hier von wirklich schlimmen Krankheiten hört. Nur an schlechten Tagen meint man eben man ist richtig krank. Es fühlt sich ja dann auch leider so an. Ich wünsche dir das es nicht schlechter wird und du uns hier weiter zur Verfügung stehst :)z . Und Kompliment mal an deine Frau, die ja scheinbar kein Problem damit hat öfter auf deine Zeit zu verzichten, weil du hier anderen Mut machst und ihnen durch deine Erklärunen hilfst. (das meine ich ernst)

Dann werde ich mir mal Mühe geben bei der Mitarbeit, wenn ich einen Termin beim Psychotherapeuten bekomme. Drückt mal die Daumen. Ich kann mir vorstellen das es schwierig wird, denn die Tugend "Geduld" besitze ich nicht wirklich. Und positiv Denken ist auch kaum möglich wenn es einem nicht gut geht.

Vielleicht sollte ich statt irgendwelcher "Wundermittel" mal ein paar Kartons Rotwein kaufen. Wenn man sich abends einen ansäuselt, dann kann man vielleicht wenigstens schlafen...

Ein schönes Wochenende und liebe Grüße

R-omEy10x00

18.01.12  12:50

Zu Erkennen, dass zumindest ein Teil der Beschwerden durch eine (gescheite !) Therapie eliminiert werden ist gut. Du wirst feststellen, wieviele Bereiche des Lebens durch eine negative Verarbreitungs-/Denkweise infiltriert werden.

Du bist auf dem richtigen Weg. Vielleicht löst es nicht alle Probleme (die Erwartung sollte man gar nicht haben) aber man setzt an und wird aktiv und nimmt seine Gesundheit wieder in die Hand !

Gruß

S4eanGeAt7xor

18.01.12  15:39

Vielleicht sollte ich statt irgendwelcher "Wundermittel" mal ein paar Kartons Rotwein kaufen. Wenn man sich abends einen ansäuselt, dann kann man vielleicht wenigstens schlafen...

Nein, tu das nicht, Romy. Gerade WEIL Alkohol in solchen Fällen hilft, kann es sehr verführerisch sein, ihn regelmässig (und irgendwann mal notwendigerweise) zu trinken. Das kann nicht die Lösung sein.

Ansonsten kann ich mich seanet nur anschliessen: Erwartungen nicht zu hoch schrauben...

LG

Cha-Tu

C{ha-Txu

18.01.12  22:03

@ seanet7or und Cha-Tu

ihr werdet es nicht glauben ich habe schon morgen einen Termin bei einer Psychotherapeutin.(am Mo angerufen) Sie hat mir erklärt es ist ein Vorspräch, um zu schauen wie sie mir helfen kann und ob die Chemie stimmt. Wenn alles hinhaut, dann bekomme ich Folgetermine. Ich wurde wohl dazwischen geschoben, da jemand abgesagt hat. Ich hoffe nun, das ich mal an eine seriöse Therapeutin gelange. Denn der schnelle Termin wundert mich schon ein bischen. Ich erhoffe mir eine Menge von der Therapie, da nicht nur ich, sondern auch meine Familie bei Erfolg was davon hat. Denn leider zieht man ja alle im Umkreis mit. Ich bin eigentlich ein sehr friedliches und fröhliches Menschenkind. Aber momentan suche ich immer jemanden, den ich anschnarchen kann, um meine Angst und Wut auf die ES los zu werden. Es macht mich einfach irre, das ich nicht weiß, ob ich nun was Ernstes habe oder nicht...Ihr seht schon meine Familie ist seeehr tapfer Im Moment hüpft und hüpft es. Und es wird immer unerträglicher.

Drückt mir die Daumen für morgen...Danke.

Ruomy=100x0

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