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Fahrtauglichkeit bei Ventrikelseptumdefekt+Eisenmengerreaktion?

H1anqselixne hat die Diskussion gestartet


Ich wäre dankbar, wenn eine zuverlässig informierte Person mir antworten könnte (acht Stunden Internetrecherche haben nichts ergeben):

Es geht um einen Mann, 36, mit Eisenmengersyndrom aufgrund eines großen Ventrikelseptumdefekts. Das Allgemeinbefinden ist vergleichsweise gut (z.B. weite Spaziergänge sind gut möglich, ebenso Treppensteigen teilweise mit schweren Einkäufen 6 Stockwerke hoch, natürlich erfolgt dann die entsprechende Blaufärbung).

Allerdings kommt es immer wieder zu – bislang vorübergehenden – Verschlechterungen mit Symptomen wie Husten, Unterschenkelödeme, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Fingern und Zehen, Schwindel (bislang OHNE Ohnmachten!), Gefühl des Erschöpftseins auch im Ruhezustand. Dies wie gesagt bislang immer nur vorübergehend (einige Tage oder Wochen, 1-2mal jährlich).

In den vergangenen 3 Jahren ist es jeweils einmal zu Zuständen gekommen, deren Namen ich nicht kenne, die aber wie leichte Schlaganfälle wirkten (z.B. Lähmung des linken Arms und Verlust der Kontrolle über eines der Augen, mit verzerrtem Sehen. In einem anderen Fall Lähmung des linken Arms und Lallen). Dies war nicht (!) mit Bewußtseinsverlust verbunden.

Der Betroffene befindet sich nicht in ärztlicher Behandlung, weil ihm im Laufe der Jahre von mehreren Kardiologen als einzig mögliche Behandlung 1. eine Herz-Lungen-Transplantation und 2. Einnahme von Marcoumar genannt wurde (für ersteres fühlt er sich zu gut, außerdem sprechen ethische Bedenken dagegen; Marcoumar erscheint zu gefährlich wegen möglicher Lungenblutungen, vor mehreren Jahren gab es bereits eine leichte (!) Lungenblutung).

Dies zur besseren Einschätzung – weil sich viele als allererstes einen Bettlägerigen oder Rollstuhlfahrer vorstellen.

So, diesem Mann geht es nun also "gut" und deswegen will er ganz normal leben. Verständlich. Zum normalen Leben gehört für ihn auch das Autofahren. Er hält das für nicht riskanter als bei jedem Gesunden, da er ja noch nie plötzlich das Bewußtsein verloren hat. (Nach dem Motto "was noch nicht passiert ist, wird auch nicht passieren").

Ich dagegen rate ihm davon ab, weil eben das Risiko eines plötzlichen Schlaganfalls sowie das Risiko des plötzlichen Herztodes aufgrund seines objektiven Zustandes erhöht sind.

Sein individuelles Risiko kann natürlich niemand ferndiagnostizieren, das ist mir klar.

Meine Fragen lauten:

- Gibt es einen Kriterienkatalog, unter welchen Umständen Personen mit der genannten Krankheit als fahrtauglich/nicht fahrtauglich gelten? Und wenn ja, welches sind die Kriterien?

(Für andere Herzkrankheiten habe ich solche Kriterienkataloge gefunden, nur für diese nicht!)

- Er verläßt sich drauf, daß er im Falle des Falles ja "etwas merken" und dann an den Rand fahren würde. Ich finde das – gelinde gesagt – äußerst optimistisch. Wer hat recht?

Ich bitte darum, moralische Beurteilungen zu unterlassen – wenn das Risiko deutlich erhöht ist, dann ist es meiner Meinung nach äußerst fahrlässig, trotzdem Auto zu fahren (da man bei einem Unfall ja auch andere schädigen, schlimmstenfalls töten kann). Ich selber bin NICHT die Betroffene. Die – aus meiner Sicht – mangelnde Einsicht des Betroffenen gründet sich nicht auf Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, sondern auf einer sehr optimistischen Sicht auf den eigenen Zustand. Ich möchte diesen Menschen überzeugen, einen sachkundigen Kardiologen die Fahrtauglichkeit beurteilen zu lassen, dafür brauche ich aber Argumente. (Und wenn ich es meinerseits zu dramatisch sehen sollte: Umso besser.)

Antworten
CFha;-Txu


Mit einem so speziellen und seltenen (!) Fall solltest Du Dich an einen Verkehrsmediziner (evtl. auch Kardiologen) wenden. In einem Laien-Forum, das wir hier nun einmal sind, ist keine Antwort zu erwarten die über das Internetwissen hinausgeht. Ich denke, selbst Mediziner wären da in den allermeisten Fällen überfordert.

Alles Gute

Cha-Tu

H}an2selaine


Danke erstmal für die Antwort,

Es ging aber– wie gesagt – natürlich (!!!) nicht um die Beurteilung des Einzelfalls, sondern um die Frage

- Gibt es einen Kriterienkatalog, unter welchen Umständen Personen mit der genannten Krankheit als fahrtauglich/nicht fahrtauglich gelten? Und wenn ja, welches sind die Kriterien?

Zu anderen Herzproblemen gibt es solche Kriterienkataloge. Lediglich zum Eisenmengersyndrom kann ich im Internet keins finden. Wer z.B. unter pulmonaler Hypertonie leidet, könnte da Bescheid wissen.

Die zweite Frage war, ob man bei einem Herzinfarkt o.Ä. (s.o.) zwangsläufig vorher ein "komisches Gefühl" hat oder ob man da ganz einfach plötzlich weg ist. Hierbei könnte es auch erfahrene Laien geben (da es ja so mancher überlebt).

Csha-7Txu


Die zweite Frage war, ob man bei einem Herzinfarkt o.Ä. (s.o.) zwangsläufig vorher ein "komisches Gefühl" hat oder ob man da ganz einfach plötzlich weg ist. Hierbei könnte es auch erfahrene Laien geben (da es ja so mancher überlebt).

Ich habe das schon zweimal überlebt.

Ja, man hat vorher oft solche Beschwerden. Ich schreibe "fast", weil es zwei Personengruppen gibt, die manchmal kaum oder untypische Gefühle haben, das sind zum einen Diabetiker im fortgeschrittenen Stadium und Frauen in oder nach den Wechseljahren. Die empfinden oft nur etwas Übelkeit oder "Magenschmerzen".

In ganz schweren Fällen kann es aber auch sein, dass zwischen Symptom und Bewusslosigkeit nur ganz kurz Zeit liegen, z.B. wenn es beim Infarkt zu Kammerflimmern kommt. Dann vergehen nur wenige Sekunden, und man ist "weg" und wenn dann keine Reanimation erfolgt, dann war's das.

Wenn Deine Frage darauf zielen sollte, ob man bei einem Infarkt im Auto noch an den Strassenrand fahren kann, muss die Antwort lauten: Manchmal. Es gibt aber derart schmerzhafte Infarkte (ein solcher war mein erster), da geht NIX mehr, da bricht man wie aus heiterem Himmel mit extremsten Schmerzen in sich zusammen, manchmal verkrampft man sich zusätzlich auch noch völlig, und ist kaum noch in der Lage zu atmen, weil es einem den Brustkorb zerreisst. Dann kann man nur hoffen, dass man dann nicht gerade im Strassenverkehr ist...

Cha-Tu

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