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Beta-Blocker sinnvoll?

Y7uchxi hat die Diskussion gestartet


Hey.

Ich war vor ca. 2 Wochen beim Kardiologen. Der hat mit mir das ganze Programm durchgemacht. Röntgen, Sonografie, Ekg, Belastungs Ekg.

Er meinte dann am Puls und Ultraschall (ich hab einen Ruhepuls von 85-95) sähe man dass ich eine extreme innere Angespanntheit habe.

Ferner hatte er bei einer Ruhemessung einmal nen Blutdruck von 162 zu 81 gemessen. Hatte allerdings einige monate davor ein langzeit-Ekg bei meinem Internisten gemacht. Der meinte bis auf einige Spitzen alles ok, im Schnitt ca. 135

Der Kardiologe meinte aber es wäre sinnvoll Beta-blocker einzunehmen... Hab meinen Internisten dann dazu gefragt er meinte dann nur man könne das mal testen.

Hab dann mal die letzten Wochen regelmäßig gemessen und festgestellt, dass es meistens tatsächlich eher so um die 135 ist. Puls aber im Schnitt so 90.

Wieso soll ich da denn jetzt beta-blocker nehmen? Wegen dem Puls?

Ich bin 19, Normalgewicht und Nichtraucher.

Ich muss dazu auch sagen dass ich momentan eher zunehmend angst um meine Lunge/Wirbelsäule hab.

Hatte gelesen sowas wie hoher puls, kopfschmerzen, gelenk/knochenschmerzen kann alles von der lunge kommen.

Ansonsten kann ich noch was anderes merkwürdiges beobachten, dem der Internist keine wirkliche Beachtung schenkt.

Und zwar habe ich oft wenn ich Sport mache oder mich einfach viel bewege plötzlich ein anhaltendes "Kribbeln" auf dem Rücken. Lokalisiert mittig in höhe der Schulterblätter, immer genau diesselbe stelle.

Seit einigen wochen fühlt sich mein rechtes bein auch irgendwie komisch an. Im vergleich zum linken bein "schwerer" und an manchen tagen habe ich in der rechten wade so ein merkwürdiges kribbeln.

Interpretier ich da nur zuviel hinein oder sollte ich nochmal zum orthopäden gehen und insistieren dass er sich die ganze wirbelsäule anguckt. (HWS würde bei mir schon geröntgt.)

Antworten
p/ra_xa


Eine leichte Dosierung könnte man sicherlich mal ausprobieren, um den BD und den Puls etwas zu senken, da beides schon leicht zu hoch ist.

Auch wenn die Werte seelischer Natur sind, kann ein Betablocker helfen, in diesem Fall natürlich nicht als Dauertherapie, sondern nur so lange bis es dir wieder besser geht.

Ein Besuch bei einem Orthopäden, kann bei den beschrieben Symptomen, sicherlich nicht schaden, auch wenn ich jetzt keinen direkten Zusammenhang, zu deinem BD und Puls sehe, außer das dich dies, eventuell psychisch belastet.

S|oundtbear7x7


Betablocker mit 19 ist natürlich schon der Dampfhammer. Das bekommen andere mit 70. Wenn es aber vorübergehend Linderung schafft, macht es vielleicht Sinn. Allerdings entsprechen deine Werte generell nicht deinem Alter. Der Blutdruck liegt mehr oder weniger noch im Grenzbereich, der Puls ist quasi viel zu hoch. Das kann natürlich psychisch begründet sein. Ich entnehme aus deinem Text, dass du besorgt klingst und das kann zu Angst und Anspannung führen. Der Kreis schließt sich dann. Hier treten dann auch gern mal Kribbeln und Verspannungen auf. In erster Linie solltest du also sehen, dass Du dich entspannst und runterschaltest. Die Sorge macht alles nur schlimmer. Bin selbst Angstpatient und weiß, wovon ich rede. Mal alles vom Orthopäden durchchecken lassen könnte nicht schaden. Rückentraining ist sehr gut!

Nebenfrage: Wurde deine Schilddrüse, zumindest der TSH-Wert, abgenommen? Könnte mit viel Phantasie auch eine Überfunktion bei dem Puls sein.

Wieso hast du Angst um deine Lunge? Rauchst doch nicht und bist 19? Was soll da sein?

Meine Empfehlung bei dem Puls: Sport machen – Ausdauersport, regelmäßig und ausreichend. Du bist noch jung und kommst schnell in Form. Zum Vergleich: ich bin 34 und habe einen Puls von 55 oder drunter. Mache aber auch jeden Tag Sport. Bin damals ähnlich vom Internisten gekommen. Der wollte mir nämlich auch Betablocker verabreichen, habe ich dann aber abgelehnt und mich für Sport entschieden. Allerdings hatte ich nur einen 70er Puls und Blutdruck lag bei 130/80 – Betablocker fand ich da schon einen Tick übertrieben.

C8inoder]ellxa68


Allerdings hatte ich nur einen 70er Puls und Blutdruck lag bei 130/80 – Betablocker fand ich da schon einen Tick übertrieben.

das ist ja Hammer .... aber die Pharmaindustrie will ja auch (gut) leben... :)z

C ha-Txu


das ist ja Hammer .... aber die Pharmaindustrie will ja auch (gut) leben...

Richtig. Betablocker sind ein Segen für Herzkranke und für schwer an Hochdruck Erkrankte.

Aber wie sie heute verschrieben werden, das ist absurd! Vor 40 Jahren war noch jeder Mensch, der mit 145:90 in die Praxis kam, kerngesund. Mittlerweile wird einem schon bei 125:85 gesagt, man müsse aber "mal etwas auf seinen Blutdruck achten". Das ist doch Irrsinn.

Ich würde bei Werten zwischen 140:80 bis 150:90 keinerlei Medikamente nehmen, sondern erst einmal versuchen, alle Risikofaktoren auszuschalten:

Raucher?

Übergewicht?

Übergrosser Stress?

Bewegungsmangel?

Wenn ich das optimiert hätte und dann immer noch erhöhter Blutdruck da wäre, würde ich das alles neu überdenken. Keine Sekunde eher.

Gruss

Cha-Tu

CkinderMellxa68


@ Cha-Tu

Aber wie sie heute verschrieben werden, das ist absurd! Vor 40 Jahren war noch jeder Mensch, der mit 145:90 in die Praxis kam, kerngesund. Mittlerweile wird einem schon bei 125:85 gesagt, man müsse aber "mal etwas auf seinen Blutdruck achten". Das ist doch Irrsinn.

jep! Ich warte noch auf den Tag, an dem die Richtwerte noch mehr runtergesetzt werden, so auf maximal 115/ 75, alles drüber ist behandlungsbedürftig .... da sollte man schon kritisch bleiben, leider sind das viele nicht und schlucken das Zeug. Dass ein wirklich hoher Blutdruck behandelt werden muss, um Folgeschäden zu vermeiden, ist klar. Aber in diesem beschriebenen Bereich .... davon abgesehen, jeder hat auch seine individuellen Wert. Wir sind doch alle keine Maschinen!!!

Nvilp6ferxd


Warum warst Du überhaupt beim Kardiologen? In Deinem Alter geht man da ja nicht einfach so zur Kontrolle hin, oder?

Ich persönlich fände Beta-Blocker jetzt eher übertrieben. Der Blutdruck ist etwas hoch, der Puls ist sicher auch zu hoch, aber warum der Kardiologe (wegen "innerer Anspannung") nicht eher zu Sport und Entspannungstechniken rät, ist mir unklar. Man kann die Werte ja beobachten, und wenn es dauerhaft so bleibt oder schlechter wird immer noch auf Medikamente zurückgreifen.

Ich hatte mit Anfang, Mitte 30 auch mal zu hohen Blutdruck (nicht akut gefährlich, aber schon über 140/90) – mein Hausarzt war völlig entspannt, meinte, ich sollte mich auch entspannen, Sport machen etc., und sieh an, die Werte sind wieder völlig normal.

C\ha3-Txu


Hallo, Cinderella,

Ich warte noch auf den Tag, an dem die Richtwerte noch mehr runtergesetzt werden, so auf maximal 115/ 75, alles drüber ist behandlungsbedürftig ....

Und die einzigen, die dann daran verdienen, ist die Pharmaindustrie und die Ärzte haben vor ihren nörgelnden Patienten, die im Internet gelesen haben, dass 130:80 lebensbedrohlich sind und unbedingt etwas "schlucken" wollen, ihre Ruhe.

Was mich so erschreckt ist, dass immer jüngere Menschen diese Medikamente locker-vom-Hocker wie eine Kopfschmerztablette schlucken. Betablocker sind hochpotente, auf Herz und Kreislauf einwirkende Mittel, die wurden früher mit Respekt und Vorsicht an Schwerkranke verschrieben und heute schluckt sie beinahe jedes Schulkind zum Frühstück. Manchmal ist diese Entwicklung nicht zu fassen und die Leute machen das auch noch alles mit...

Schönen Gruss!

Cha-Tu

S"ounMdbeaxr77


So schauts aus. Es gibt Leute, die Betablocker zur Beruhigung nehmen. Es ist halt einfacher, als sich mit der Sache an sich auseinandersetzen zu müssen. Sport oder Entspannungstechniken sind unbequem, erfordern Disziplin und Durchhaltevermögen. Da ist es doch für beide Seiten einfacher sich eine Pille einzuwerfen. Die einen verdienen und die Patienten können auf der Couch sitzen bleiben. Die Schuld würde ich daher keinesfalls nur einer Seite zuschieben. Das ist schon ein fleißiges Geben und Nehmen. Und dafür gibts etliche Beispiele. Normalerweise sollte man zuerst die Dinge in Betracht ziehen, die ich als Patient eigenverantwortlich tun kann, aber die erste Frage geht doch meist darauf hinaus, ob man das nicht mit einem Medikament mal schnell behandeln kann. Die Industrie reagiert auf dieses Muster. Ob das Kopfschmerztabletten, Abnehmmittelchen, o.ä. sind. Oft sind die Patienten ja auch nicht gut genug informiert. Der Umstand kommt meist noch hinzu.

Alles in allem hat sich da schon ein rentabler Markt entwickelt – und ein Markt existiert ja nur auf Grundlage von Nachfrage und Angebot. Ohne "willige" Konsumenten bzw. potente Verkäufer läuft da nichts. Es werden in Deutschland sicherlich weit mehr Pillen, als Turnschuhe verkauft.

PtrinzLessfinx_


Hallo,

nicht böse sein, aber hast du aufgrund deiner Beschwerden mal einen Psychologen aufgesucht?

Oftmals hat man Beschwerden ohne dass diese organische Ursachen haben.

Und in deinem Beitrag stand auch was von innerlicher Anspannung.

Hast du im Moment übermäßig Stress und weswegen?

Alles Gute und Liebe Grüße *:)

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