Extrasystolen: Leidensgeschichte

28.01.12  22:38

Liebe Gemeinschaft ;-D

Ich bitte vielmals um Verzeihung. Solche Threads wirds zu Genüge geben. Doch ich kenne mich gerade kein bisschen aus, und bin etwas aufgekratzt, daher, fügt meinen Beitrag Bitte mit einem existierenden Thema zusammen, falls erforderlich.

Ich will es kurz machen. Ich bin allmählich dabei, den Verstand zu verlieren. Mit allem drum und dran. Und ich gehöre zu den Leuten, die psychische Probleme immer belächelt haben. So nach dem Motto: "Selbst passiert so einem eh nie etwas".

Ich war immer sehr erfreut am Leben, wenn man mich wohl auch eher als Nerd bezeichnen kann, so gerne, wie ich mich im Internet rumtreibe. Doch ich verfüge über soziale Kontakte und fühle mich auch kein bisschen einsam. Ich bin 25 am 09 geworden, und befürchte, das war vielleicht der letzte.

Für meinen derzeitigen Zustand sind Extrasystolen schuld. Ich lebe bereits damit seit ich 12 bin ungefähr. Schon damals fand ich das bedrohlich. Als Kind wusste ich aber mit diesen kleinen Aussetzern nichts anzufangen. Beim Kardiologen war ich erst viel später. Als die kleinen Aussetzer dann mit Stichen einhergingen. Der Kardiologe untersuchte mich. Alles gut wie es bei einem jungen Mann sein sollte. Bis ich 16 war hatte ich auch ruhe. Dann war es einen Tag so weit, das ich zwei Tage dauerhaft mit ES rumlief. Immer wieder die kleinen Stloperer mit der berühmten kompensatorischen Pause.

Dann war wieder knapp 7 Jahre ruhe. Doch dann kam 2010. Um genau zu sein, November 2010. Zunehmend spürte ich mehr Beschwerden. 2011 war ichmehrmals in der Notaufnahme. Hatte mehrere Untersuchungen hinter mir, Blut abgezapft, Schilddrüse untersucht inklusive Ultraschall, und eine ausführliche kardiologische Untersuchung. Befund: Alles super. Man soll sich damit abfinden. Eine psychotherapeutische Behandlung wäre jedoch zu empfehlen. Wird auch noch kommen.

Nun, ich versuchte mich mit allem abzufinden. Das dies halt mein neuer Zustand sein wird. Das Langzeit EKG gab rund 500 Extrasystolen, die aber nicht von Bedeutung sind. Ich nehme Metoprolol Succinat. 2 Stück am Tag. Also ein Betablocker. Den ich nicht nehmen bräuchte, laut der verschiedenen Ärzte, Internisten und Kardiologen die ich besucht habe.

Als ob mir aber das Leben einen neuen Streich spielen wollte, kommen nun Couplets und Salven hinzu. Vielleicht sind die von mir empfundenen Salven aber auch ein Vorhofflimmern. Bereits in diesem Monat war ich wieder 2 mal in der Notaufnahme. Beim ersten mal nahm man mich nicht ernst, pumpte mich aufgrund der Panik mit Diazepam voll und schickte mich heim nachdem das EKG nichts ergab. Beim zweiten mal wurde ich intensiver untersucht, wurde 2 Stunden ans EKG angeschlossen inklusive Blut Untersuchung. Und als ob es einen Vorführeffekt gab, keine einzige ES als ich am EKG war im Krankenhaus. Wie verhext. Man schickte mich heim, weil es keine Befunde gab.

Seit zwei Tagen fängt es täglich um die gleiche Uhrzeit an. Immer wieder halb 9. Ich esse kaum noch was, weil es nach dem Essen meistens anfängt. Ich las schon etwas über das Roemheld Syndrom. Ich traue mich nicht mehr nach draußen. Wege die ich vor Wochen noch problemlos meisterte werden zur Qual. Draußen kommt es mir vor als würde mich die Dunkelheit auffressen. Schon kleinste Bewegungen bringen mich aus der Puste weil mein Körper nichts mehr gewohnt ist.

Und da bin ich. Eine Leidensgeschichte aufgeteilt auf knapp 12 Jahre die nun ihren Höhepunkt gefunden hat. In dem Moment, wo ich zu euch schreibe, stolpert es. Ich befürchte nicht mehr den morgigen Tag zu überleben. Male mir Horror Szenarien aus. Sitze hier völlig verängstigt. Mit normalen SVES könnte ich mich abfinden, aber nun kommen Couplets hinzu. Oder sogar Salven. Das schrecklichste ist, ich fühle mich völlig gesund. Ich könnte Bäume ausreißen (etwas übertrieben). Mir ist nicht schwindelig, nicht schlecht, habe keine Schmerzen. Es ist dieses bedrohliche Stolpern. Ein kleines Stolpern was keine schmerzen verursacht.

Am Montag habe ich einen Termin in der Kardiologischen Praxis im Krankenhaus. Die sollen ganz gut sein. Ich kanns kaum abwarten, dahin zu kommen. Wenn mir bloß mal jemand sagen würde: "Herr E. Sie sind wirklich sehr krank. Sie müssen sofort stationär behandelt werden", würde es mich beruhigen. Aber immer wieder heim geschickt zu werden, ohne Befunde, macht mich wahnsinnig. Ich habe alles versucht, herauszufinden, woher die ES ausgelöst werden können. Immer wieder werden meine Theorien zunichte gemacht. Meine Mutter ist mir kaum eine große Hilfe, weil sie es nicht nachvollziehen kann. Ich gerate oft aneinander mit ihr deswegen.

Doch Gestern gab mir etwas Kraft. Etwas, das meine Lorazepam nie erreichen konnten nach der Einnahme. Mir kamen nämlich beinahe Tränen, als ich die Geschichten von anderen Leidensgenossen las. Hier bei Med1. Es waren alles alte Threads, die aber teilweise bis 2010 reichten. Ich beruhigte mich ein wenig. Es gibt Leute, die mit den gleichen Beschwerden leben. Und sich hier mit anderen austauschen können.

Und daher habe ich den neuen Thread erstellt. Um nicht völlig den Verstand zu verlieren. Um vielleicht zu hören, das ich nicht verrückt bin.

Ich bedanke mich bei allen, die das hier lesen. Und hoffe, das ich auch noch existiere, um eure Antworten zu lesen (ein bisschen Galgenhumor ist mir geblieben).

Liebe Grüße,

Der Affe im Pech {:(

U`nlucxky:Msonkexy

29.01.12  08:19

Hallo, UnluckyMonkey,

man spürt beim Lesen sehr deutlich Deinen enormen Leidensdruck.

Leider kann ich Dich nicht beruhigen, wenn die bisher durchweg guten Ergebnisse Deiner Untersuchungen das nicht geschafft haben.

Ich denke, es nutzt Dir nichts, zu sagen, dass bei einem herzgesunden Menschen JEDE Form von Extrasystolen (ES) unbedenklich ist, egal, ob Couplets, Bigemini, Triplets oder Salven, wobei es sich meistens NICHT um echte Salven handelt (die sind sehr sehr selten, und eigentlich nur bei schweren kardiologischen Grunderkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz vorhanden, und das hätte man bei den zahlreichen Untersuchungen, die Du hinter Dir hast, längst entdeckt!), sondern um sogenannte SVES-RUNs (echte Salven kommen aus der Kammer, diese Runs kommen aus dem Vorhof).

Wurde Dir schon einmal geraten, einen Psychotherapeuten aufzusuchen? Ich glaube zwar NICHT, dass Extrasystolen psychisch verursacht werden können, aber wie man mit ihnen umgeht, wie man sie wahrnimmt, wie man sie auch verstärkt (!), das hat durchaus auch psychische (Mit-)Ursachen, z.B. die Angst davor, oder aber sie können ihrerseits eine Angststörung auslösen.

Ich halte in so einem Fall wie bei Dir, dem eine noch so schreckliche Diagnose "lieber" wäre als der gegenwärtigen Zustand, für GANZ wichtig, dass er eine psychotherapeutische Begleitung hat. Egal, was in der Kardiologie herauskommen wird. Sowohl mit einer "befürchteten" ("eingebildeten") als auch mit einer echten Herzerkrankung kommt man ab einem gewissen Punkt nicht mehr alleine klar, und sollte sich auch auf dem Gebiet der Psyche Hilfe holen.

Schönen Gruss

Cha-Tu

C~haW-Tu

29.01.12  08:22

Nachtrag

Ich habe gerade Dein Posting noch einmal gelesen. Dir wurde also schon zu einer Therapie geraten... Ich kann das nur bestärken! Wenn ein Mensch so gründlich untersucht worden ist, dann sind seine ES vom Kardiologischen her harmlos, egal, welche und egal, wieviele... Dann heisst es: damit leben lernen...

LG

Cha-Tu

C2haJ-Txu

29.01.12  08:51

@ Unlucky

Hallo erstmal *:) und ja... ich glaube sehr wohl, dass Du diese Mail hier lesen wirst und nicht vorher schon den Löffel abgibst :|N :)^ :)^ :)^

Ich leide auch an Extrasystolen und diese haben sich auch verändert zu "Salven" (Cha-Tu hat mich aber dann auch über die Salven aufgeklärt...). Und ich gebe Dir Recht... es ist einem schon unwohl dabei! Vor allem wenn es gar nicht mehr aufhört. Ob man will oder nicht... irgendwie kriegt man einen kleinen Schreck und frägt sich dann, warum ist das so? Ich hatte das doch bisher nicht... wieso kommt das so plötzlich, obwohl ich doch eigentlich laut Kardio gesund sein soll?!

Aber ich denke diese Gedanken sind normal und verschwinden mit der "Erfahrung" bzw. mit der "Zeit", da man ja irgendwann den Zustand kennt und weiss, dass er nicht zum Tod führt :)^

Nun zu Dir:

Du kennst doch den Zustand nun schon seit Deiner Kindheit! Wieso erschreckt er Dich denn nur so? Du weisst doch, dass Du jedes Stolpern und Poltern überlebst

Oder andersrum gefragt... wenn Du bisher 12 Jahre lang jedes Stolpern überlebt hast, wie kommst Du dann darauf, dass es jetztplötzlich zu Ende gehen könnte?

Es gibt Menschen die leben seit 20/30/40/ Jahren mit diesen Extrasystolen! Und da ihr Herz gesund ist – so wie bei den meisten hier – macht es ihnen nix!

Ich denke bei Dir macht es auch wirklich Sinn eine Therapie zu machen! Das wird Dir helfen, Deine Gedanken in die Richtige Position zu rücken, damit Du besser mit den Extrasystolen und Deiner Angst umgehen kannst!

Und daher habe ich den neuen Thread erstellt. Um nicht völlig den Verstand zu verlieren. Um vielleicht zu hören, das ich nicht verrückt bin.

Und nein – verrückt bist Du nicht!!! Es macht einem – wie schon gesagt – schon Angst wenn es ganz heftig vor sich hin stlolpert... aber man darf die Angst nicht aufbauen! Und das kannst Du in der Therapie erlernen...

Ich wünsche Dir viel Glück und Kraft um Deinen jetzigen Zustand zu verbessern!!!

liebe Grüsse

Mala :)* :)* :)*

M&alPeenaa201x0

29.01.12  09:21

Bleib gelassen ist leicht gesagt,nach einer schweren Vorerkrankung ging es mir ähnlich.Sobald das Rasen und Stolpern einsetzte ,bekam ich Panik, und es wurde noch schlimmer.Ich kann nur meine Erfahrung

mit visceraler Osteopathie einbringen,ich bin begeistert!Auch ein pflanzliches Herz und Magenmittel hat

sehr positiv gewirkt,sowas sollte jemand für Dich passend herausfinden -Vorausgesetzt Du ziehst eine

soche Möglichkeit in Betracht-. :)*

bOektayM3an

29.01.12  16:39

An Cha-Tu, Maleena2010 und betaMan

Ihr wisst gar nicht wie viel mir diese Worte bedeuten. Ich weiß natürlich, das durch Worte meine Beschwerden wohl nicht vergehen werden, aber es beruhigt mich ungemein eure tröstenden Kommentare zu lesen. Ein ganz großes Dankeschön.

Ich war Gestern total nervös, hoffe mein Beitrag war gut lesbar. Und ja, es kostete mich an sich viel Überwindung den Beitrag zu verfassen. Heute Morgen bin ich aufgewacht und hatte es schon wieder bereut, den Text verfasst zu haben. Ich dachte mir, so ein Gejammer nervt vielleicht. Zumal ich ja schon viele solcher Threads entdeckt habe.

Erst einmal, Cha-Tu: Ich habe auch deine Geschichte hier Gestern noch verfolgt und kann nur den Hut ziehen das du nach all dem nicht die Lebensfreude verloren hast. Ich glaube sogar, genau das verleitet dich dazu, das Leben noch mehr zu genießen.

Ich will es mit einer Therapie versuchen (erstmal einen Platz bekommen). Dies riet mir schon eine Assistenzärztin im Krankenhaus. Sie meinte, wie sehr es einem Patienten mit gleichen Symptomen half.

Maleena:

Ich habe diese "Angst" irgendwie nie in den Griff bekommen. Und je stärker die Angst, umso häufiger die Stolperer. Mein Kaardiologe sagte mir schon vor vielen Jahren ich hätte ein nervöses Herz was auch dementsprechend auf solche Situationen reagiert. Der Kardiologe, wo ich nun war, sagte mir das ich da in einen Teufelskreis geraten bin. Es ist die Angst vor der Angst. Liegt leider auch in der Familie. Mütterlicher Seite aus.

betaMan:

Ich musste mich erstmal kurz über die Viscerale Osteopathie informieren. Und das scheint ungefähr so etwas zu sein, was mir bereits einer der Pfleger im Krankenhaus letztens sagte. Er sagte nämlich, das es vielleicht sogar einen neurologischen Grund gibt. Irgendwas mit den Nerven nicht so ganz in Ordnung ist. Ich werde da weiter dran bleiben an diesem Thema. Das gleiche gilt für ein pflanzliches Mittel. Besonders mein Magen macht momentan Probleme.

Der Magen ist übrigens etwas, was mich besorgt. Seit 2 Tagen Durchfall. Seit Monaten immer wieder Sodbrennen und die vermehrten Stolperer nach dem Essen. Gegen das Sodbrennen hilft zumindest Pantoprazol.

Ich danke euch noch einmal vielmals. Und werde euch wissen lassen was das Morgen ergeben hat. Ich werde auch weiterhin immer wieder hier vorbei schauen @:)

U+nluc}kyMoznkexy

29.01.12  16:50

Hallo, Unluckymonkey,

wurde Dein Sodbrennen denn schon mal durch eine Magen-Speiseröhren-Spiegelung abgeklärt? Wenn man monatelang Sodbrennen hat, sollte man das mal abklären...

Ich dachte mir, so ein Gejammer nervt vielleicht.

Sei doch nicht so hart mit Dir. Du leidest, das merkt man jeder Zeile an. Und seelisches Leid ist genauso schlimm wie körperliches, ja, manchmal sogar noch schlimmer, weil die seelischen Ursachen oft erst nach Jahren erkannt bzw. akzeptiert werden. Da darf man "jammern" (obwohl ich Deine Texte keinesfalls als Jammern empfinde).

Erst einmal, Cha-Tu: Ich habe auch deine Geschichte hier Gestern noch verfolgt und kann nur den Hut ziehen das du nach all dem nicht die Lebensfreude verloren hast.

Im Gegenteil, ich habe sie dadurch gewonnen! Ich war die letzten Jahre vor dem ersten Infarkt so etwas wie ein Workoholic, der 60 Stunden pro Woche locker wegsteckte und das auch noch toll fand (oder toll zu finden glaubte). Lebens-QUALITÄT kenne ich erst wieder, seitdem ich die Infarkte hatte und weiss, dass der Beruf längst nicht "alles" ist.

Ich glaube sogar, genau das verleitet dich dazu, das Leben noch mehr zu genießen.

Richtig :-)

Schönen Gruss

Cha-Tu

CUhax-Tu

30.01.12  00:48

wurde Dein Sodbrennen denn schon mal durch eine Magen-Speiseröhren-Spiegelung abgeklärt?

Bisher noch nicht. Hab natürlich auch Angst vor so einer Magenspiegelung. Aber ich werde auch das Morgen mal ansprechen. Ich höre es gluckern und brummen im Magen Darm Trakt. Dazu noch der Durchfall und die ES schon nach den kleinsten Mahlzeiten.

Ich war die letzten Jahre vor dem ersten Infarkt so etwas wie ein Workoholic, der 60 Stunden pro Woche locker wegsteckte und das auch noch toll fand (oder toll zu finden glaubte).

Momentan kann ich nicht einmal daran denken, irgendwo einen halben Tag auf der Arbeit zu verweilen. So antriebslos und verängstigt wie ich bin. Und ich bemerke ja, ohne Hilfe schaffe ich das einfach nicht mehr.

Eine Gute Nacht noch und einen hoffentlich erholsamen Schlaf (den ich auch in dieser Nacht mal wieder nicht bekommen werde).

Liebe Grüße

Marcel

U6nluck5ylMo8nkexy

30.01.12  06:44

Eine Gute Nacht noch und einen hoffentlich erholsamen Schlaf (den ich auch in dieser Nacht mal wieder nicht bekommen werde).

Hallo, Marcel,

das sind Gedanken, die genau das auslösen könnten, was Du befürchtest ;-) Aber ich verstehe, dass man irgendwann mal so denkt...

Eine Magenspiegelung wäre nicht schlecht, weil bestimmte Ursachen sowohl auf die Magensäure als auch auf die Extrasystolie-Bereitschaft einwirken können.

Alles Gute

Cha-Tu

C|ha-aTu

01.02.12  01:35

Ich wollte ja einen kleinen Bericht darüber abgeben, wie es in der Klinik war. Auch dort konnte man beim EKG keine Extrasystolen feststellen. Ich war sehr frustriert. Wer glaubt einem da noch. Der junge Kardiologe hörte mir jedoch zu, und war sehr verständnisvoll. Er klärte mich bereits auf darüber das bei meinem Kardiologen bereits nichts bedrohliches ans Tageslicht kam, und meine 500 Extrasystolen vom letzten 24 Stunden EKG nicht einmal der Grund für eine Ablation seien. Sehr zu meinem Vorteil, der Arzt war Ausnahmsweise mal Deutscher Herkunft. Die bisher ausländischen Ärzte, die mich in der Notaufnahme behandelten, verstanden weder mich korrekt, noch ich sie. Mich darf auch weiterhin ein ausländischer Arzt behandeln, sofern ich ihn auch verstehe. Alles andere macht mich nur noch unsicherer.

Ich bekam ein kleines, tragbares EKG für 48 Stunden mit. Mit zwei Speicherkarten. Die 48 Stunden enden Heute gegen 14 Uhr. Und jetzt gerade schreibe ich wieder unter höchster Anspannung, mit den finstersten Gedanken. Schnelle ES und Couplets. Dazu fürchterliche Angst. Vor einigen Minuten wollte ich beim Notarzt anrufen. Aber was soll man schon für mich tun können? Körperlich fühle ich mich fit. Ich las mir stattdessen eure Kommentare erneut durch und beruhigte mich etwas. Mein Zustand ist gerade dennoch total aufgewühlt. Immer wenn solche Phasen kommen fühle ich mich verdammt einsam, verlassen und hilflos. Ich quängel wie ein kleiner Junge. Oder ein Hypochonder. Ich mag mich selber nicht in diesem Zustand. Aber wenn mein innerer Freund sich so sehr weigert, im Takt zu schlagen, werde ich wahnsinnig. Was wohl die Auswertung des EKG's ergeben wird? Mal abwarten.

Eine Magenspiegelung wäre nicht schlecht, weil bestimmte Ursachen sowohl auf die Magensäure als auch auf die Extrasystolie-Bereitschaft einwirken können.

Das riet mir der Kardiologe im Krankenhaus ebenfalls. Sollte ich mal mit meiner Hausärztin abklären.

Es fing an nachdem ich 3 Stücke Schokolade aß. Dabei esse ich kaum noch was. Weil ich nicht weiß, woher diese heftigen Attacken kommen (die in diesem Augenblick definitiv ihren Höhepunkt der letzten Monate erreicht haben). Ich trinke glaube ich auch zu wenig. Ich sehe bereits aus wie ein Zombie {:(

Ich würde das Stolpern zu gerne einfach nur zur Kenntniss nehmen und es hinnehmen. Aber gerade ist das unmöglich.

U9nlzuckyEMonkxey

01.02.12  07:28

Ich quängel wie ein kleiner Junge. Oder ein Hypochonder. Ich mag mich selber nicht in diesem Zustand. Aber wenn mein innerer Freund sich so sehr weigert, im Takt zu schlagen, werde ich wahnsinnig. Was wohl die Auswertung des EKG's ergeben wird? Mal abwarten.

Ich mag es nicht, wenn man sich selbst beschimpft ;-) Und den Begriff "Hypochonder" mag ich auch nicht, der klingt wie "eingebildeter Kranker". Und Menschen mit Herz- oder sonstigen Organängsten sind nicht eingebildet krank, sondern sie sind seelisch gestört oder auch seelisch krank. Wenn Deine nächsten Untersuchungen nichts bringen, solltest Du überlegen, eine Psychotherapie zu machen. Die nimmt Dir zwar nicht die Extrasystolen, aber Du gehst viel gelassener damit um.

Liebe Grüsse, ich hoffe, das EKG-Gerät konnte irgendwas aufzeichnen, denn manchmal hilft es schon, wenn man diese Stolperer endlich mal aufgezeichnet hat und der Arzt einem sagen kann, dass sie harmlos sind.

Cha-Tu

C+ha-Txu

03.02.12  23:49

Deine Worte wirken immer wieder wie Balsam auf meiner Seele Cha-Tu. Ja das EKG konnte endlich meine Beschwerden aufzeichnen. Habs ja gerade auch wieder. Immer wieder um die gleiche Zeit. Als ich vorhin das EKH abheheben habe, war ich echt mutih und bin sogar in die Stadt gefahren. Ganz alleine. Ich fühlte mich fit. Spürte mein Herz kaum. Nun sitze ich hier wieder, und es geht alles von Neuem los. Hab nun Lorazepam genommen, die habe ich zur Sicherheit hier. Aber die machen mich einfach nur müde. Und ich würde nun so gerne schlafen. Aber bei dem Stolpern krieg ich kein Auge zu.

Durch ein dummes Missverständnis was größtenteils von meiner Seite ausging, kriege ich erst am Montag die Auswertung vom Doktor. Das kann ja ein tolles Wochenende werden.

UjnluckycMonkexy

04.02.12  00:09

hi!

klar, hier findest du genug leidensgenossen, ich bin eine!

kurzum: seit 15 jahren stolpern und rasen (rasen nur selten, dabei ist stolpern für mich viiiel schlimmer). es wird immer schlimmer mit dem psychoterror, ich traue mich momentan auch nicht wirklich aus dem haus, wenn dann nur mit auto, in urlaub möcht ich auch nicht etc. die lebensqualität geht flöten.

das eigentliche problem ist bei mir ebenfalls, dass KEINE meiner stolperanfälle je dokumentiert wurden. habe zig L-EKGs hinter mir, bei denen alle der vorführeffekt da war.

nun ein tipp meinerseits: ich hab vom kardiologen für 6 wochen einen eventrecorder ausgeliehen bekommen. ein winziges gerät, trägt man immer bei sich, wenns anfängt zu stolpern kannst du damit binnen sekunden deinen puls aufzeichnen. frag mal nach, das wäre doch vielleicht was für dich ]:D

schönes stolperfreies wochenende!

k_nubbae0linNchexn

04.02.12  00:23

Hallo knubbelinchen

Freut mich sehr, das du hier her gefunden hast in meinen Thread.

Weißt du, ich erwarte eigentlich noch so verdammt viel vom Leben. Ich will verreisen. Ich will was unternehmen. Ich möchte endlich wieder Spaß haben. Der größte Weg, den ich momentan schaffe, ist eine Busfahrt zur Bahnhaltestelle. Und von dort aus mal in die Stadt. Doch halte ich mich nie lange irgendwo auf. Ich studiere die Fahrpläne, stelle mir Wecker, das ich nicht lange warten muss bis Busse oder Bahnen mich dann wieder heim transportieren. Dabei habe ich es immer so geliebt, alleine draußen zu sein. Nur für sich. Besonders wenn man viele Freunde hat, die einen schonmal nerven können, da war ich immer froh wenn ich die meisten Wege alleine bestreiten konnte. Momentan sind diese Wege unmöglich.

Der junge Kardiologe hat mir den Eventrecorder sofort angeboten, sollte auch das Langzeit EKG nichts bringen. Aber das ist nicht mehr nötig. Am zweiten Tag des Langzeit EKG's, ungefähr zur gleichen Zeit wie jetzt, ging es los, das volle Programm. Er wird ein einigermaßen fehlerfreies EKG bekommen. Doch ich wette an dieser Stelle wird er sich erschrecken. Ich meine, als die Extrasystolen begonnen haben, geriet wirklich alles aus dem Takt. Selbst meine Bewegungen schienen unkontrolliert. Natürlich hatte längst die Angst Besitz über meinen Körper ergriffen.

Ich habe das Langzeit EKG gehütet wie ein Kleinkind. Das da auch ja nichts dran kommt. Das ist der Beweis. Wie bereits auf meinem letzten 24 Stunden EKG aus dem letzten Jahr werden zu 100%iger Sicherheit Extrasystolen zu erkennen sein. Und werde ich endlich meine Sorgen in den Müll werfen können, sobald die Auswertung da ist? Auch das bezweifel ich.

U nluAckyMonkexy

04.02.12  00:37

wann kriegst du denn die auswertung ???

prima, ich freu mich für dich, dass was drauf zu erkennen ist. und wenn der arzt dir dann immer noch sagt, dass nix schlimmes dahintersteckt, dann kannst du dir dessen wenigstens wirklich sicher sein – das solltest du dann aber auch nicht mehr in frage stellen :)z

ja, das kenn ich , bin anfang 30 und möchte eigentlich auch mein leben uneingeschränkt leben. für mich ist es momentan unvorstellbar, in einen flieger zu steigen oder so...wenns "losgeht", will ich nur noch schnell nach hause.

saublöd, diese einstellung, auch ich gehöre zum psychologen, der mir zeigt, wie ich damit umgehen muss. aber an der suche scheitert es schon. hier gibt es hunderte psychologen, ich habe null ahnung, wo ich anfange, wer der richtige ist...und wenn ich mich mal aufraffe, einen anzurufen, ist er voll belegt :(v

k$nubbe%linchxen

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

   


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe
Startseite | Apotheke | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH