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Kalte Füße, Schmerzen im Bein – bislang keine Diagnose

s.ven0!705 hat die Diskussion gestartet


Hallo alle zusammen!

Ich habe seit knapp 3 Monaten ein gesundheitliches Problem, das ich hier gerne mal vorstellen würde. Vielleicht kann mir einer weiterhelfen – Meine Ärzte konnten das bisher nicht. Es nervt mich ziemlich und daher hoffe ich viele gute Antworten. Hierfür vorab vielen Dank.

Zu mir: Ich bin männlich, 36 Jahre alt, Nichtraucher, wenig Alkohol, 191 cm groß, 91 kg und treibe regelmäßig Sport (Langstreckenlauf). Kurz-Anamnese: meistens gesund, chronischer Tinitus, ab und an Rückenschmerzen (BWS); gehe regelmäßig zum Osteopathen.

Das Problem ist mein linkes Bein (Fuß, Bein bis hoch zum Hüftbereich). Im gesamten Bein habe ich seit einem knappen Vierteljahr Probleme ich der Wahrnehmung von Kälte / Wärme. Dieses macht sich insbesondere unter der Dusche bemerkbar (rechtes Bein: Normal; linkes Bein: Im ersten Moment wie ein Stromstoß, danach fühlt es sich trotzdem komisch an – ist schwer zu beschreiben). Ich habe außerdem permanent einen "kalten" Fuß, wobei der Fuß nicht real kalt ist, sondern nur das Gefühl. Diese Kälte habe ich teilweise auch im Wadenbereich, unter der Kniekehle und am Gesäß). Hier hilft kein "Warmanziehen", sondern in erster Linie Ruhe. Morgens nach dem Aufstehen ist es meistens am Besten.

Hinzu kommen Schmerzen, insbesondere nach sportlichen Aktivitäten (die auch mal sein müssen): Links habe ich selbst Tage danach noch ein Muskelkatergefühl; rechts habe ich keine Probleme. Das Kälte erscheint mir danach stärker.

Ich war zunächst beim Internisten: Er hat Thrombose, Zerrung, Muskelfaserriß und eine Durchblutungsstörung anhand eines Ultraschalls der Venenklappe beim Übergang von Intimbereich zum Bein (lediglich leichte Probleme beim Rückfluss) ausgeschlossen. Die Blutwerte sind alle in Ordnung. Der linke Oberschenkel ist im Umfang 3 cm größer als der rechte.

Es folgten einige Besuche beim Neurologen: Der hat festgestellt, dass die Sensibilitätsstörung auch bei Kitzeln, Piksen, Kratzen da ist. Es wurden einige Tests mit Strom gemacht. Festgestellt wurde bis auf die Symptome nichts.

Danach MRT LWS, BWS, Kopf und oberes Bein: Ohne wesentlichen Befund (hab wohl mal einen kleinen Bandscheibenvorfalls in der LWS gehabt).

Des Weiteren Lumbalpunktion: Ohne Befund.

Der Neurologe meinte, dass wir jetzt erst mal 6 Wochen warten sollen – vielleicht löst sich das Problem von allein.

Es löst sich aber nicht von allein. Was soll ich machen ?

LG und nochmals vielen Dank!

Sven

Antworten
R?o-se4


@ sven0705,

wenn Muskeln durch winzige Verspannungen (Triggerpunkte) verkürzt und vergrößert werden, üben sie häufig Druck auf in der Nähe liegende Nerven aus, dadurch können Empfindungen wie Taubheit, Kribbeln, Brennen, (auch ein gefühlter Stromstoß), Hypersensibilität in den Bereichen, die der Nerv passiert, entstehen. Dies ist sehr häufig in Armen und Händen der Fall, aber auch in Beinen und Füßen nicht ungewöhnlich. Da Ärzte Triggerpunkte meist nicht kennen, bezeichnen sie den Zustand häufig als "periphere Neuropathie", was oft eine unangemassene Behandlung oder sogar einen chir. Eingriff zur Folge hat.

TP können auch den Blutfluß in einer Arterie einschränken,mit der Folge, dass in einem anderen Körperteil Kälteempfindungen auftreten.

In Deinem Fall könnte der kl.Gesäßmuskel(glutaeus minimus)schuld sein. Wenn in ihm TP sind, können sie Schmerzen oder o.g.Symptome, im Unterrücken,, an der Seite des Oberschenkels, sowie im Unterschenkel bis zum Fuß, verursachen.

Auch der birnenförmige Hüftmuskel (piriformis) strahlt in die Rückseite des Oberschenkels, in die Wade und die Fußsohle aus.

Man kann diese Muskel selbst mit einem Tennisball, den man mit dem Gesäß an eine Wand drückt, massieren. Jede gefundene s c h m e r z h a f t e Stelle 10-20 Sek.massieren, indem man sich hin-und herbewegt, und das mehrmals täglich. Mit der Zeit lösen sich die TP auf und die Beschwerden vergehen.

Hier ein Link, klicke auf back view, dann klicke den Oberschenkel an, dann den glutaeus minimus und den piriformis(bei diesem zeigt die Zeichnung nur nicht die ganze Symptombreite). Die Kreuze kannst Du auch anklicken, dann siehst Du das jeweilige Symptommuster.

Ich wünsche Dir gute Besserung :)*

[[http://triggerpointmaps.com/tp_finder.html]]

sAv<en07n05


Vielen Dank, Rose4 – auch für den interessanten Link.

Ich werde regelmäßig massieren und hoffen, dass es besser wird.

Sollte ich unabhängig davon nochmal die Durchblutung untersuchen lassen?

LG

Sven

C1ha-xTu


Sven,

wurde der gesamter Verlauf der Adern mit einem Ultraschall untersucht, also von der Leiste bis runter zum Zeh? Fall nicht, dann solltest Du auch mal zu einem Phlebologen gehen (Facharzt für Gefässkrankheiten). Meiner Meinung nach reicht ein Ultraschall der Venenklappen (und auch das nur an einer Stelle) nicht aus, um wirklich alles auszuschliessen, was bei solchen Symptomen möglich ist. Auch der Blutdruck kann im Bein gemessen werden, dazu hat ein "normaler" Internist normalerweise nicht die Geräte, ein Phlebologe aber schon...

Ich selbst habe teilweise ähnliche Symptome, das kommt von einer Polyneuropathie (ich bin Diabetiker), aber ich denke, das wurde bei Dir ausgeschlossen, Du warst ja bei einem Neurologen.

Gruss

Cha-Tu

R9o7sxe4


@ sven0705,

natürlich kannst Du die Durchblutung untersuchen lassen, wenn Du willst. Wenn Du aber fleißig massierst, solltest Du auch eine Besserung merken. Vielleicht willst Du Dich aber lieber massieren lassen, dann wäre ein Therapeuth, der Triggerpunkt-Therapie macht, am besten geeignet.

Die Selbstmassage mit einem Tennisball ist aber auch sehr effektiv. Wenn Du ihn in einen langen Strumpf steckst, mußt Du nicht immer hinterher laufen :-) .

Hier noch ein Link zum Lesen:

[[http://www.igtm.org/triggerpunkte.html]]

s|venL0s705


Hallo alle zusammen,

zunächst möchte ich mich nochmals für die Tipps bedanken.

Da oftmals die Lösung des Problems in solchen Foren nicht mehr gepostet wird, weil der Erkrankte ja nach einer entsprechenden medizinischen Diagnose weiß, was zu tun ist, werde ich mal schreiben wie es bei mir weiter ging.

Im März hatte ich noch eine MRT der HWS. Mein Neurologe meinte, dass in Höhe des 3. Brustwirbels rechts eine dunklere Verfärbung sei, die aber nichts bedeuten würde. Ich habe dann darauf bestanden, dass dem nochmals nachgegangen wird. Gründonnerstag wurde dann eine detailliertere MRT dieses Bereiches gemacht (kaum zu glauben, aber MRT scheint nicht gleich MRT zu sein – es gibt anscheinend qualtitative Unterschiede). Die Diagnose war zunächst: Tumor am 3. Brustwirbel. Nach einem aufgrund dieser Diagnose tollen Osterfest hatte ich in der folgenden Woche einen Termin beim Chefarzt der Neurologie im Klinikum meiner Heimatstadt. Die Diagnose wurde ein wenig abgeschwächt in einen entsprechenden Verdacht. Festgestellt werden konnte auf jeden Fall, dass der Rückenmarkskanal an dieser Stelle eine Lücke, bzw. Loch aufweist. Dieses ist die Ursache für die beschriebenden Symptome.

Durch Recherchen im Internet bin ich auf Prof. Kleekamp / Neurochirurg am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück gestoßen. Anfang Juni hatte ich dort einen Termin und er hatte die entgültige Diagnose parat: Rückenmarksherniation.

Außer mir haben knappe 200 Leute auf unserem Planten diese (wahrscheinlich angeborene) Krankheit. Das Rückenmark drückt durch dieses "Loch" in den Kanal und verursacht zum einen chronische Durchblutungsstörungen und zum anderen im späteren Krankheitsverlauf massive neurologische Probleme.

Aufgrund der geringen Fallzahlen ist diese Krankheitsform nicht ausreichend erforscht. Ich stehe somit vor der Entscheidung abzuwarten, oder eine relativ riskante OP an meiner Wirbelsäüle, bei der ein Patch auf die Stelle gepflanzt wird, durchzuführen. Wenn bei der OP etwas schief läuft, kann im schlimmsten Fall ein Querschnitt die Folge sein. Abwarten bedeutet, die neurologischen Probleme zu riskieren.

Na ja, c'est la vie. Ich werde wahrscheinlich zunächst noch warten, ein wenig Zeit schinden, und schauen, was passiert. Ich bin jetzt 37 – und wenn das Ganze angeboren ist und ich die Garantie habe, dass sich in den nächsten 37 Jahren nichts verändert, werde ich damit leben. Aber leider gibt's diese Garantie nicht...

LG

Sven

M&rs.Be#etlbejxuice


Hallo Sven

Das was Du da an Symptomen beschrieben hast, habe ich auch und vor allem kribbelt sogar der linke Fuß beim walken %-|

Laut Neurologen seie ja alles okay und ich habe auch das Gefühl das MRT nicht gleich immer MRT ist. Jeder hat ne andere Diagnose. Bei mir wird jetzt ebenfalls demnächst darauf untersucht, ob es eine Durchblutungsstörung im Rückenmark sein könnte.

Klar habe ich mich schon damit abgefunden das meine Füße sich immer kalt anfühlen obwohl sie es nicht sind.

Nur irgendwann nervt es ja doch, z.B. an den Tagen wo man mal nicht so gut drauf ist.

Ich werde ebenfalls mal berichten was bei mir rausgekommen ist, wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind ;-)

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