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Herzschrittmacher – keine Verbesserung nach Implantation

jnolax28 hat die Diskussion gestartet


Eine Frage ans Forum:

Vorab

mit 28 Jahren wurde mir vor fast 6 Monaten ein Herzschrittmacher implantiert, nachdem ich wegen anhaltendem Unwohlgefühl/ Schwindel/ Ohnmachtsgefühlen (das ging über mehrere Stunden und Hausmittel wie Beine hoch, Kalter Lappen etc. brachten keinerlei Abhilfe) in die Notaufnahme einer Klinik gebracht wurde. Dort stellte man nichts weiter als einen niedrigen Blutdruck fest – das war für mich keine Überraschung und seit Jahren, wie bei vielen jungen Frauen, Normalität. Nachdem ich von zwei synkopen berichtete, die mir im Laufe der letzten 6 Monate "passiert" waren, behielt man mich jedoch über Nacht da. Am nächsten Morgen wurde anhand der Telemetrie-Auswertung ein Herzaussetzer von 3,28 Sekunden sowie ein langsamer Herzschlag von teilweise nur 30 schlägen pro Minute festgestellt. Daraufhin folgende Ansage: "Sie bekommen in 30 Minuten einen Herzschrittmacher implantiert. Diagnose Sick Sinus Syndrom. Falls sie es sich noch einmal überlegen wollen, können wir sie nur gegen ärztlichen Rat und auf eigene Gefahr entlassen. Der entsprechende operierende Arzt hat nur noch heute einen Termin für Sie – danach wird es nichts mehr, da zuviel Personal in Weihnachtsurlaub geht. Ausserdem ist das ein Routineeingriff – nach 3 tagen sind sie wieder draußen. Der Operateur ist eine Koryphäe für Schrittmacher-Implantation."

Also eine Ansage a la "jetzt oder nie". Ich war geschockt und verzweifelt; ließ Bekannte mit der Zuständigen Oberärztin telefonieren, damit sie die Diagnose "überprüfen" und Fragen stellen konnten.

Die Quintessenz war: es gibt keine Alternative.

Der weitere Ablauf ab dann gestaltete sich wie folgt:

1.) schwierige OP – ich sei sehr schlank am Oberkörper und mein Herz sei – möglicherweise durch eine vergangene Herzmuskelentzündung – bereits so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass es schwer wäre die zwei Sonden an leitfähigen Stellen zu implantieren

2.) Röntgenbild nach OP unauffällig – fortschreitender Pneumothoraxwurde nicht erkannt – Lungendrainage erst am Mittag des nächsten Tages und nach einer Horrornacht ("Das ist normal, dass sie nicht so gut Luft kriegen... wir haben nichts gesehen...") gelegt

3.) Entlassung 2 Tage vor Heiligabend (nach 10 tagen Krankenhaus) – ohne Ultraschall

4.) An Heiligabend Zusammenbruch und Wiedereinlieferung ins Krankenhaus. Diagnose: Perikarderguss und die Empfehlung einer weiteren OP, um die Ventrikelsonde zu versetzen, die in ihrer Position immer wieder Entzündungen verursachen werde.

Entlassung einen Tag vor Sylvester – OP abgesagt nach Telefonat mit "Schrittmacher- Koryphäe", der den Schrittmacher implantiert hatte und sich scheinbar, als Freund des Oberarztes,gegen eine weitere OP aussprach

5.) Jede Woche diverse Arztbesuche wegen Schwindel, Hypothonie, Brustschmerzen, Herzrasen, Angst, Depression (in dieser Reihenfolge)

6.) Einmal pro Woche Untersuchung bei "Schrittmacher-Koryphäe"; trotz schlechtem Gesamtzustand die Ansage: "Machen sie Sport, fliegen sie nach Hawaii – ich gebe sie für alles frei. Gegen Herzrasen bekommen sie Betablocker – nach einer alten Kardiologen-Regel hilft das auch wenn sie schon einen neidrigenBlutdruck haben – und die Diazepam (Valium) können sie ruhig weiternehmen

7.) Stete Verschlechterung des Gesamtzustands – ich konnte auch 2 Monate nach der ersten OP nicht mehr aus dem Bett aufstehen, obwohl ich vorher neben einem Master-Studium noch vollzeit gearbeitet hatte (meint: ich war niemals zuvor ein Mensch, der sich lange im Bett aufgehalten hat oder über Energieprobleme klagte)

8.) eigenständiges Absetzen der Medikamente nachdem mich drei weitere Internisten mich auf deren Nebenwirkungen hingewiesen und mir dringend von der Einnahme abgeraten hatten // Versuch einer Behandlung mit homäopathischen Komplexmitteln und Johanniskraut

9.) mehrwöchiger Diazepam Entzug ( starke Verschlimmerung aller Angst-Symptome)

10.) starke Nebenwirkungen der homöopathische Komplexmittel und Johanniskraut – nach Erkundigung an der Charité Berlin ( auch dort gibt es eine Abteilung für Homoöphatie und chinesische Medizin ) direktes Absetzen der Komplexmittel (Regenaplexe)

11.) nach mehrfachem "Besuch" verschiedener Berliner Notaufnahmen (wegen der starken Brustschmerzen, die mein Kardiologe wöchentlich als normal und unbedenklich einordnete) ordnet ein motivierter Kardiologe der charité Berlin mitte ein CT des Herzens an:

Ergebnis:

die Ventrikelsonde hat eine lebensbedrohliche Position in der sie das herz perforiert und muss unbedingt, schnellstmöglich etc. entfernt werden! Ausserdem: wahrscheinlich war der Herzschrittmacher nie notwendig. Ausser der Pause deutet nichts auf eine Schwäche oder Beschädigung des Herzmuskels hin!

12.) Nach einer sehr komplizierten OP habe ich inzwischen nur noch einen Herzschrittmacher mit einer Sonde und nach wie vor geht es mir nicht besser! Fast 6 Monate nach der ersten OP dauert die Diagnostik an. Die vielen involvierten Kardiologen und Internisten teilen sich in 2 Lager: Diejenigen, die mir unebdingt empfeheln, erneut eine zweite Sonde einbauen zu lasen und diejenigen, die mir empfehlen, den Schrittmacher ganz zu entfernen! Schließlich behindere er meine Gesundung und sei schließlich nicht immer eine potenzielle Gefahrenquelle.

Ich überlege inzwischen Antidepressiva einzunehmen. Ansonsten nehme ich momentan keinerlei Medikamente.

Die Frage zum Schluss: gibt es jemand mit ähnlichen Erfahrungen?

Wurde schon einmal ein Schrittmacher zu "Unrecht" implantiert und war daher der "Grund allen Übels"?

Können eine (temporäre) niedrige Herzfrenquenz sowie ein Aussetzer auch einfach von Überarbeitung herrühren?

- Ich würde hier am liebsten ein Diskussion über den fehlenden gesamtheitlichen Ansatz in (deutschen) Kliniken vom Zaun brechen sowie in Frage stellen, ob deren Wirtschaftlichkeit wirklich dem Wohle der Patientinnen untergeordnet ist. Aber zunächst such ich einfach nach Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Tausend Dank für die Lese-Geduld!

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