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Puls in Abhängigkeit von Atmung

C*ha-Txu


Das ist gut, Jan.

JTan7x4


Frag mich allerdings wirklich manchmal staunend, ob so massive Ängste/Neurosen wirklich so relativ banale Auslöser haben können.. also z.B. "Verspannungen im Bereich Brust/Rücken", die sich subjektiv durch stechen und drücken in der Herzgegend und Atemnot äussern, verbunden mit bzw. ausgelöst durch zu viel Arbeit vorm PC, zu viel Stress, ein bisschen Burnout dazu.. und schon fühlt man sich schwerkrank, hat starke Ängste, horcht in sich hinein, beginnt zu grübeln und macht den Fehler, über Herzkrankheiten zu googeln.. aber genau dieser Mechanismus scheint, wenn man hier so liest (und wenn ich mich selber betrachte) sehr weit verbreitet. Kann nur manchmal kaum glauben dass das wirklich möglich ist. Das subjektive Gefühl, schwer krank zu sein, depressive Verstimmungen, Ängste, Panik und massive Schonhaltung, derart banal verursacht!?

o*ctaUvia


Kurz gesagt: Ja!

Jfan7x4


Ziemlicher Mist oder? Wenn man das weiterdenkt.. wenn Leute ihren Arbeitsplatz verlieren deswegen, depressiv werden, gegen die Angst als "Eigentherapie" gar trinken oder Medikamente nehmen und süchtig werden.. alles nur weil von der falschen Sitzhaltung ein paar Muskeln verhärtet und Wirbel blockiert sind.

C2ha-8Txu


Jan, solche Menschen fühlen sich nicht nur schwer krank, sie SIND auch oft schwer krank. In unserer Gesellschaft denken leider immer noch sehr viele Menschen, eine seelische Erkrankung sei ein "Klacks" und man müsse sich nur zusammennehmen. Diese Menschen haben noch nie eine wirkliche seelische Krankheit gehabt, sonst würden sie nicht so reden. Ich kenne seelische Erkrankungen, Angst und Depressionen nicht nur aus meinem früheren Job, sondern auch aus eigener leidvoller Erfahrung. Ich war mehrfach an Depressionen erkrankt (glücklicherweise seit fast 15 Jahren nicht mehr), und nach meinen Herzinfarkten hatte ich auch eine schwere Angsterkrankung, die zwei Jahre dauerte. Das war die Hölle.

Gruss

Cha-Tu

JNanx74


Ja, ich weiss. Bin ja auch selber betroffen, wenn auch nicht sooo arg. Neben der Herzneurose latente Neigung zu Panikattacken (mehr oder weniger stark ausgeprägt je nach beruflicher/privater Lage) und eine mittelschwere Zwangsstörung kann ich mein eigen nennen, depressive Verstimmungen sind auch wohlbekannt. Im Berufsleben hatte ich teilweise arge Probleme, hab mittlerweile eine Nische gefunden in der es halbwegs rund läuft, aber für diese "jeden tag 8 Stunden zu festen Zeiten im Büro vor Ort"-Tretmühle war ich noch nie geschaffen, ich weiss wie es ist wenn man nicht mehr arbeiten kann weil man im Büro Panikattacken kriegt und so. Du siehst, ich mach mir da nicht nur theoretische Gedanken ;-). Bin froh dass es mir mittlerweile wieder relativ gut geht. Die letzten Jahre waren wirklich sch**sse.. und ich kenn noch diverse andere Leute aus dem Bekanntenkreis, die ähnlich betroffen sind.

Jwanx74


Was mir verstärkt auffällt (kleiner Nachtrag).. man lernt das Leben auf andere Art zu schätzen. Gesundheit und seelische Ausgeglichenheit an sich sind so viel Wert, wenn man DAS hat, ist das Leben schön; sowas wie Rauchen oder Berauschen mit Drogen (alkoholisch oder sonstigen) ist immer nur ein elendes Rumgesumpfe.. gesund und fit an einem schönen Sommertag, DAS ist gut (wie ich grad hab, bin im Urlaub ;-) ).

C:haC-xTu


Lieber Jan,

und es ist gut, dass Du das hier so offen schreibst. Es ist GANZ wichtig, dass Menschen mit seelischer Erkrankung sich auch dazu bekennen. Es ist keine Schande, seelisch krank zu sein... Ich habe das auch nie verschwiegen. Selbst als ich noch als Therapeut aktiv war, habe ich nicht verheimlicht, dass ich mein Leben lang periodisch immer wieder Probleme mit Depressionen hatte.

LG

Cha-Tu

JXan7x4


Ich hab auch kein Problem damit, da offen zu sein. Ist für mich irgendwie sogar die einzige Alternative; kann da schlecht schauspielern, und sich-verstellen kostet ja noch mehr Kraft, von der man ohnehin zu wenig hat. Ich finde die Unterteilung in "krank" und "gesund" bei psychischen Sachen eh fragwürdig; JEDER ist irgendwo dazwischen, und ich hab oft gestgestellt, wenn man sich "outet" (als was eigentlich? "Ich geh ab und an zum Therapeuten"? Draaaama..) dann lassen auf einmal auch jede Menge andere Leute die Hosen runter, von denen man das gar nicht gedacht hätte.. also alles in allem kenn ich wohl mehr Leute, die da irgendwie mit zu tun haben, als "gesunde". Halb Deutschland scheint Citalopram zu nehmen (man sollte vielleicht Aktien vom Hersteller kaufen ;-) ).

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