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Herzinfarkt mit 34

pfottpfQlanze hat die Diskussion gestartet


Hey zusammen,

vor 8 Wochen bekam ich mit 34 die Diagnose Vorderwandinfarkt. Es folgten 3 Stents und eine ambulante Reha. Nun stehe ich mittlerweile wieder voll im Job und das Leben geht irgendwie weiter, obwohl nach bzw. mit so einer Krankheit irgendwie doch alles anders ist als vorher. Das Risiko eines neuen Infarktes, Umstellen der Lebensgewohnheiten, Stressvermeidung usw. Leider kenne ich niemanden, der in meinem Alter ist und bereit sich über seinen/ihren Umgang mit der neuen Situation auszutauschen. Da diese Krankheit ja eigentlich öfter Ältere trifft, gibt es wenig Angebote an Selbsthilfegruppen etc. für Leute in jungen Jahren mit Herzinfarkt (zumindest bei mir in der Gegend). Naja...freue mich über Zuschriften von interessierten Leuten zum Erfahrungsaustausch. Liebe Grüße, Daniel

Antworten
MAonstTerX


Hallo Pottpflanze,

falls ich dich beruhigen kann, soooo selten ist ein Herzinfarkt in deinem jungen Alter auch wieder nicht. Bedenke mal, unter welchem Stress die jungen Menschen heutzutage stehen. Gepaart mit immer weniger Bewegung und schneller Ernährung zwischendurch (die meistens auch noch ungesund und unausgewogen ist), sind die Grundlagen für eine Herzerkrankung gelegt.

Freu dich deines Lebens, dass du den Infarkt überlebt hast. :) Du solltest natürlich – aber das wird dir sicherlich u. a. auch jeder Arzt anraten – den Stress in deinem Leben deutlich reduzieren und die Entspannung erhöhen. Auch versuche deine Angst vor einem erneuten Infarkt etwas zu senken, denn psychischer Stress treibt die Herzfrequenz nach oben, was bei einem bereits vorgeschädigtem Herzen nicht optimal ist.

Du wirst sicherlich in den nächsten Wochen/Monaten streng kardiologisch beobachtet. Von daher, kann man sehr gut sehen, ob und wie schnell sich dein Herz erholt. Das Herz kann ziemlich was wegstecken. Sonst würden reihenweise die Menschen umfallen. ;-)

Gibt es denn bei dir familiär ein Risiko?

LG und Kopf hoch!

MonsterX

lfeana-<BuDrgfxest


Hallo Pottplanze *:) wahrscheinlich helfe ich dir gar nicht weiter, da ich keinen Herzinfarkt gehabt habe.

Aber manchmal tut es einfach gut, zu reden.

Es ist nicht einfach jung krank zu werden, und dass du dich wahrscheinlich lange damit beschäftigst und dich nach dem Warum fragst. Nicht unbedingt warum trifft es gerade mich, aber warum überhaupt? Welchen Grund...

Eine Selbsthilfegruppe wäre sicherlich nicht schlecht, da gibt es für Herzkranke ja ganz viele.

Hast du wenigstens einen Beruf gelernt in dem du wieder zurück kannst? Oder wirst du eine Umschulung brauchen?

Ich wünsch dir alles Gute @:)

C&h?a-Txu


Hallo, Daniel,

ich habe Deinen Beitrag gerade erst gesehen...

Tut mir sehr leid, dass Du bereits diese Erfahrung machen musstest. Ich habe sie das erste Mal mit 42 gemacht, auch noch nicht sooo alt, der zweite Infarkt folgte einige Monate später. Es ist sehr hart, mit dieser Erfahrung fertig zu werden. Vor allem auch mit der Angst, die gerade in den ersten Monaten und manchmal auch den ersten Jahren immer da ist. Man achtet ja auf jeden Stolperer, auf jeden Druck, jedes Ziehen, jedes Reissen, weil man sofort denkt, es trifft einen wieder. Ich musste damals psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen (obwohl ich selbst Therapeut war), ich habe das ohne diese Hilfe einfach nicht in den Griff bekommen.

Wichtig ist, neben einer guten kardiologischen Versorgung und der regelmässigen Einnahme der verordneten Medikamente, dass Du Deine Lebensumstände optimierst und ein Stressmanagement erlernst, z.B. das Autogene Training zu lernen, um den beruflichen Stress zu mindern (es sei denn, Du hast keinen beruflichen Stress, was aber heutzutage sehr selten ist). Auf die Ernährung achten, Gewicht zu normalisieren (falls Übergewicht vorliegt) ist auch sehr wichtig. Aber ich glaube, das allerwichtigste ist es, ein solches Geschehen seelisch gut zu verarbeiten. Jedenfalls ist das meine Erfahrung.

Ich bin kein junger Mann mehr, meine Infarkte liegen 17 Jahre zurück. Aber Du darfst mir glauben, dass JEDER Mensch JEDEN Alters, der einen Herzinfarkt erlitten hat, das Problempaket "Angst und Unsicherheit" nur allzu gut kennt. Die meisten aber verdrängen das. Ich halte das für falsch. Verarbeiten ja, verdrängen nein.

Viele Grüsse

Cha-Tu

p?ottp#flaxnze


Vielen lieben Dank für Eure Beiträge! Ihr habt schon einiges von meinen momentanen Empfindungen aufgegriffen und mir ein bisschen Mut gemacht.

@ leana:

ja, es gibt eine Menge Selbsthilfegruppen, nur bei mir in der Gegend sind die alle wie ein Altersheim ;-) auch Koronarsport finde ich fürchterlich, da ich vorher ziemlich aktiver Sportler war (und auch jetzt wieder versuche zu werden), so dass mich diese Sportgruppen etwas deprimieren ;-) in meinen job im kaufmännischen bereich kann ich wieder zurück, arbeite schon wieder 50 %.

@ cha-tu:

dir besonderen dank, dass du dich so intensiv mit meinem beitrag befasst hast. du bist sowieso ein glücksfall für dieses forum!

vielleicht meldet sich ja noch jemand....euch erstmal danke!!!

lg daniel

C-haQ-Txu


Hallo, Daniel,

vielleicht wäre es sinnvoll, Mitglied der [[http://www.herzstiftung.de/ Deutschen Herzstiftung]] zu werden (ich bin dort seit Ewigkeiten Mitglied). Die beantworten medizinische Fragen, aber vermitteln auch Kontakte. Vielleicht findest Du dort jemanden in Deinem Alter. Ich habe mich damals auch recht alleine in der Herzsportgruppe gefühlt, ich war der jüngste. Da ich aber vorher kaum Sport gemacht habe, konnte ich mit den Oldies mithalten ;-) Heute gehöre ich selbst zu den Oldies... ;-)

Aber wenn Du Fragen hast, hier im Forum, oder auch per PN: immer gerne. Herzinfarkt"kollegen" sind mir besonders nahe :)^

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