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Extrasystolen und ständige Müdigkeit/ Schwäche

bKe,ckersabdesterJ22 hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle!

Ich bin weiblich, 20 Jahre und neu in diesem Forum.

Vor ca. 7 Monaten befand ich mich noch für ein halbes Jahr im Ausland (Neuseeland) und dort fing alles an.

Nach einer stinknormalen Erkältung (genauer: ca. eine Woche danach) ging es mir plötzlich gar nicht gut. Ich war sehr schlapp, fühlte mich krank, hatte starke Nacken-und Kopfschmerzen und ging daraufhin zu einem Arzt, der jedoch nichts feststellte und das ganze auf den vorausgegangenen Virus schob. Erstmal wurden die Symptome dann auch besser, nur das schwächliche Gefühl in Armen und Beinen blieb. Nach einigen Wochen kamen noch ein paar Sachen dazu. Zuerst ein zeitweise sehr hoher Puls, dann Extrasystolen (sowas hatte ich vorher noch nie gehabt – Angst pur!). Ich konsultierte einen neuseeländischen Arzt nach dem anderen, doch keiner fand irgendetwas. Es wurden EKG's geschrieben, Röntgenbilder angefertigt und Unmengen von Blut abgenommen – ohne Befund. Letztendlich wurde dann auf mein Drängen hin sogar ein Herzecho durchgeführt. Man muss sich dazu vorstellen, dass ich unter enormem Druck stand. Ich musste meine letzten zwei Monate in der Gastfamilie arbeiten, die mir allerdings gar nicht glaubte, dass etwas mit mir nicht stimmt, da ja keiner etwas feststellen konnte. Gerade weil niemand etwas feststellen konnte, wollte ich mir auf keinen Fall die Blöße geben, meinen Aufenthalt abzubrechen. Gleichzeitig wuchs aber meine Angst und damit auch die Intensität der Symptome, was wiederum ein Problem war, da ich ja noch einen fast 30-Stunden-Flug nach Hause vor mir hatte. Zusätzlich muss ich auch sagen, dass ich vorbelastet bin, da meine Mutter vor ca. 4 Jahren nach einer Grippe eine schwere Myokarditis erlitt und Folgeschäden davon zurückbehielt.

In jedem Fall habe ich meine Zeit in Neuseeland dann mit Ach und Krach durchgezogen und bin direkt nach meiner Ankunft zuhause zu einem Kardiologen gegangen. Sowohl EKG als auch Herzecho und Bluttests waren erneut völlig in Ordnung. Beim Belastungs-EKG zeigte sich, dass irgendetwas mit mir nicht stimmte, denn ich schaffte die Normalbelastung nicht und musste auch bei der niedrigeren Stufe bereits nach kurzer Zeit abbrechen. Während die Pulsfrequenz dann wieder auf den normalen Wert absank, stellten sich massiv spürbar (und für den Arzt auch sichtbar) die üblichen Extrasystolen ein. Dies veranlasste ihn, mir einen Termin zur MRT mit Kontrastmittel zu geben. Leider war betreffender Kardiologe ein echtes – Verzeihung – Arschloch, das nicht auf meine Fragen einging und sich auch nicht die Zeit nahm mich zu beruhigen. Bevor ich eine Woche später in die MRT-Röhre gefahren wurde, war ich mir 100%ig sicher, dass man etwas finden würde. Kurz und bündig: Der Kardiologe sagte uns im Flur "Da ist nichts." und marschierte davon. Gut, das war ja schön, aber woher kamen meine Beschwerden? Ich wollte so gern darüber sprechen! Ich fühlte mich so alleingelassen mit diesem Problem!

Nachdem auch drei Wochen später noch massive ES zu spüren waren, ging ich erneut zu meiner Hausärztin und sprach mit ihr darüber, dass ich zumindest gerne wissen würde, um was für eine Art von Rhythmusstörungen es sich handelt und ob ich nicht ein LZ-EKG bekommen könnte. Sie schaute mich schon fast mitleidig an, gab mir aber die Überweisung. Ich fühlte mich nicht im Entferntesten ernst genommen! Nun war ich bei einem anderen Kardiologen – sehr netter Typ -. Er hörte sich meine Geschichte an und sagte direkt, dass bei der umfassenden Untersuchung sicher kein Grund zur Sorge bestände. Dann bekam ich mein LZ-EKG und hatte auch während der Zeit sehr ausgiebige Stolperer. Die Auswertung ging leider nur an meine Hausärztin. Wortlaut: "Du hast nichts." "Wurde da NICHTS gefunden??" "NEIN!". Gesehn habe ich den Befund bis heute nicht (hatte da so meine Hemmungen – schließlich will ich ja im Prinzip gar nicht wissen, wieviele Extrasystolen welcher Art nun zu sehen waren), kann mir aber nicht vorstellen, dass man nichts darauf gesehen hat.

Na ja. Damit habe ich mich dann abgefunden. Die ES ließen nach, verschwanden dann fast, aber das Gefühl von "sich einfach nicht mehr so fit und wohl fühlen wie vorher" blieb. Ich war ständig müde, habe aber trotzdem immer versucht alles zu tun was mir Spaß macht. Sachen die vorher kein Problem gewesen wären (z.B. für vier Tage auf ein Festival fahren) wurden zu einem echten Problem. Es machte mir einfach keinen Spaß mehr in diesem Allgemeinzustand. Ich hab dann nach dreimonatiger Pause angefangen, wieder etwas Sport zu machen (Bahnen schwimmen, etwas Inliner fahren), wo ich meinen schlechten Konditionszustand natürlich sehr gemerkt habe, was aber ja auch kein Wunder ist nach fast 6 Monaten. Ich war froh, dass es funktioniert hat. Bis zu dem Tag, wo wir ein großes Grillfest veranstalteten und ich geholfen habe, Bänke und Tische zu schleppen. Ich dachte, sowas sollte nun wirklich okay sein. Danach fühlte ich mich allerdings völlig platt und am Abend kamen zum ersten mal seit über zwei Monaten die Extrasystolen zurück. Das hat mich vielleicht runtergerissen! Die ersten Tage danach war es richtig schlimm, besonders abends im Bett. Das war Mitte Juli. Seitdem wieder der selbe Mist: müde, schlapp, ES über ES. Jeden Tag. Meine Hausärztin nimmt mich nicht mehr ernst. Ich hatte eigentlich geplant im Sommer zu arbeiten, was momentan wirklich unmöglich ist. Zum Wintersemester hin will ich mein Studium beginnen – keine Ahnung wie das gehen soll. Allein der Gedanke an die Wohnungssuche scheint mir schon unmöglich! Ich weiß überhaupt nicht mehr was ich tun soll.

Nun habe ich darüber nachgedacht, dass ich schon seit einigen Jahren Probleme mit der Halswirbel- und auch Brustwirbelsäule habe, weil ich relativ groß und schlank bin. Ich hege die Hoffnung, dass es damit auch irgendwas zu tun haben könnte, da ich gerade seit das alles angefangen hat (und das war ja auch mit Nackenschmerzen!) sehr häufig Rückenschmerzen habe und mich verklemmt fühle. Ich frage mich nur, ob auch solche Dinge wie Müdigkeit und Schwächegefühl vom Rücken kommen können. Ansonsten denke ich über Heilpraktiker etc. nach.

Auf der anderen Seite war auch schon ein Gedanke, dass das neuseeländische Erkältungsvirus möglicherweise völlig unbekannt für meinen Körper und damit schwieriger zu bekämpfen war. Vielleicht hat das Folgen hinterlassen?

Wenn irgendjemand hier in dieser Hinsicht Erfahrungen gemacht hat oder euch meine Geschichte bekannt vorkommt und ihr einen Tipp habt, meldet euch bitte!

Ich habe nur noch zwei Monate bis mein Studium anfängt und gehe buchstäblich auf dem Zahnfleisch!

Vielen Dank!

Antworten
Bjubxbele


Hallo,

ich bin 37, m, und hatte vor ca. 4 1/2 Jahren so etwas ähnliches. Bei mir fielen auch diverse Herzprobleme zusammen mit einer Viruserkrankung. Das es ein Virus war ist bewiesen worden, jedoch lediglich die Virusgruppe, aber nicht der genaue Erreger. Im Zusammenhang mit solchen Infekten ist es durchaus denkbar, dass solche Viren auch das Herz in irgendeiner Weise beeinflussen (cardiotrope Wirkung). Wenn man an deinem Herzen nichts auffälliges findet, dann ist es ja zunächst einmal positiv, dass es keine ORGANISCHE Ursache gibt, also z.B. ein Herzklappenfehler o.ä. NICHTORGANISCH heisst aber nicht, dass es jetzt irgendwie psychosomatisch ist, sondern es gibt eben auch noch den Bereich der Reizleitungen (Elektrophysiologie). Bestimmte Veränderungen der Herzmuskelzellen bewirken eben einen Umbau der elektrischen Vorgänge am Herzen und die lassen sich eben nicht per Echo, MRT o.ä. feststellen. Evtl. könntest Du ja mal Deine Fühler in Richtung einer elektrophysiologischen Untersuchung an einer Herzklinik austrecken ??? Dies könnte eine Alternative sein.

Viele Grüße

Bubbele

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