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Bluthochdruck und Alkohol

N`a&utiekuxs hat die Diskussion gestartet


Eines vorweg: ich trinke ca. 4-5 Flaschen Bier pro Tag. Ab 19:00 Uhr fange ich damit an; so um 23.00 Uhr bis 24:00 Uhr gehe ich dann ins Bett. Ich fühle mich dann nicht alkoholisiert und bekomme auch von der Menge keinen Kater. Ich trinke keine weiteren alkoholischen Getränke, hin und wieder mal ein Glas Portwein, aber meine Frau und ich kommen ca. 3 - 4 Monaten mit einer Flasche Portwein aus. Meine Frau trinkt abends ein paar Gläser Rotwein.

Ich habe einen stark erhöhten Blutdruck, der medikamentös behandelt wird und frage mich ob es mit dem Alkoholkonsum eine Verbindung gibt. Mein Hausarzt meint, dass Bier nicht zu den Ursachen von Bluthochdruck zählt. Als ich das letzte Mal im Krankenhaus lag, bekam ich einen Fragebogen den ich auszufüllen hatte, und da wurde auch nach regelmäßigem Alkoholkonsum gefragt, den ich da auch angegeben hatte. Als der Arzt sah, dass ich nur Bier trinke, strich er es wieder durch und kreuzte dafür "nein" an.

Ich bin 1,73 m groß und wiege 90 kg, also etwas übergewichtig.

Ich gebe zu ich würde den Konsum gerne etwas verringern, aber ich freue mich schon tagsüber auf mein Feierabendbier.

Mich würde die Meinung der Fachleute hierzu interessieren.

Vielen Dank schonmal und viele Grüße

Antworten
I\tzcyBit6zySpidexr89


Was war das denn bitte für ein Arzt? ;-D Täglich 4-5 Bier würde ich jetzt mal zu regelmäßigem Alkoholkonsum zählen.

Die Blutgefäße werden durch den Alkohol halt erweitert und der Blutdruck sinkt. Der Puls dagegen geht hoch.

Bedenklich ist halt die Kombination aus Betablockern (oder was nimmst du?) und deinem täglichen Alkoholkonsum. 4-5 Bier TÄGLICH und dazu Herzmedikamente ist halt nicht das Wahre. Ich trinke auch gerne mein Bierchen, aber eben größtenteils am Wochenende (Freitag oder Samstags 5-6 max. Flaschen, hin und wieder mal einen Kurzen) und unter der Woche wenn überhaupt mal ein schönes alkoholfreies Weizen.

Wie gesagt, am Ende ist eher die Kombination aus -Herz-Medikamenten und Alkohol riskanter, obwohl es auch da auf die Menge an mg ankommt und die Meinungen in Fachkreisen stark auseinandergehen.

JJaxn74


So ein Quatsch!!!!

Natürlich erhöht chronischer Alkoholkonsum den Blutdruck (wenn man danach googlet steht da auch öfters mal, es gilt sogar als die HAUPTURSACHE dafür in unserer westlichen Zivilistaion), davon abgesehen hat er auch indirekte Wirkungen.. Bier -> Bierbauch/Übergewicht -> Bluthochdruck.

4-5 x 0,33 oder x 0,5?

Und davon abgesehen is jeden Tag so eine Menge auch keine gute Idee.. beweis Dir mal selber das es auch ohne geht und mach paar Wochen Pause!

Ich hab 1994/1995 auch "nur Bier" getrunken und war dann als meine Dosis bei drei bis vier Litern pro Abend lag ein bisschen im Eimer und ja es lag am Alkohol.. obwohl es "nur Bier" war.

INtzeyBi[tzySfpider8x9


Äh, für den Moment wirkt er aber i.d.R. gefäßerweiternd.

J1an[74


Jo, das Quatsch war auch auf den Arzt bezogen.

Man kann Alkohol aber nicht unter dem Aspekt "wie wirkt er unmittelbar" beurteilen. Kurzfristig erweitert er die Gefäße und entspannt, ja. Aber der Kater zahlts einem mit Zinsen heim, und auf Dauer wirkt alkohol chronisch unentspannend und Blutdruckerhöhend.

7n7ersgreixs


4-5 pro Tag....

mit Verlaub....

wäre bei mir eine Sucht :)z und da würde ich mich behandeln lassen

JIanx74


Eine Frage der Definition von "Sucht". Auf jeden Fall ist es allerdings "nicht gut". Ob Behandlung notwendig zeigt sich daran, ob Ausnüchtern und Abstinenz auch so problemlos möglich ist.

Hab im Übrigen den Eindruck das man durch chronisches Dauervergiften wie bei 4-5 Bier pro Tag eine ganze Menge an Stoffwechsel- und neurologischen Vorgängen im Körper durcheinander bringt, was u.A. auch erhöhten Blutdruck zur Folge hat. Irgendwie so ein breitbandiges entfernen von "fit und gesund". Zumindest ist das bei mir so. Gibt vermutlich auch "Rossnaturen" die es einfach so wegstecken.

7A7erg,reis


jan:

ich definiere es als regelmäßig brauchend und alles was mehr als 1 ist ;-)

C4ha-TVu


ich definiere es als regelmäßig brauchend

Das ist zwar nicht wissenschaftlich, aber so sehe ich das auch. Und das war bei uns in der Beratungsstelle auch der Pi-mal-Daumen-Massstab. Selbst wenn z.B., eine alte Dame abends nur 1-2 Glas Likörchen trinkt, dieses aber so sehr braucht, so dass beim Fehlen eine körperliche oder seelische Belastung auftritt, kann man schon von Abhängigkeit sprechen. Wenn beim Fehlen des Stoffs jedoch körperlich Unruhe, Zittern, veränderte Reaktionen und/oder seelisch eine Art unangenehmer Druck und Nervösität oder ein gravierender Wechsel der Stimmung hin zum Negativen entsteht, darf man ruhig von Sucht sprechen.

Auf jeden Fall ist jemand, der täglich 4-5 Flaschen (!!) Bier trinkt, abhängigkeits-, wenn nicht gar suchtgefährdet.

Jnan374


ist zwar off-topic, aber ich schreib trotzdem mal dazu kurz..

Was mich an der Verwendung von "abhängig" stört ist, das abhängig im wissenschaftlichen Sinne eigentlich "geht nicht ohne, ist zwingend notwendig" bedeutet. Im psychologischen Bereich wird es aber eher im Sinne von "geht zwar auch ohne, aber ist dann deutlich schlechter" benutzt. Wenn jemand also auch ohne Suchtmittel kann, auch wenns ihm dann schlechter geht, ist er (meiner meinung nach) nicht abhängig.

Oder bezieht sich "abhängig" nicht auf "geht gar nicht ohne", sondern auf "das Lebensmodell der Person ist abhängig", also quasi, die Verdrängungsdroge ist zum Aufrechterhalten der Struktur (und oft der Lebenslüge) notwendig? Dann würde es wieder passen.

CIha-Txu


"geht zwar auch ohne, aber ist dann deutlich schlechter"

Normalerweise geht es eher in die Richtung "geht noch gerade so ohne, ist aber gefährdet, dass es bald nicht mehr geht".

I,tzymBit.zySpkider8x9


Wenn man oft Alkohol trinkt oder von mir aus auch Marijuana raucht, weil einem der Zustand gefällt oder wenn man oft Alkohol trinkt oder eben raucht, weil der Körper/die Psyche diese bestimmte Substanz braucht:

Zwei verschiedenen paar Schuhe. Allerdings ist es natürlich vom einen nicht weit zum anderen.

JSa`n74


Hm. Hab ich wohl ne andere Sichtweise. Für mich ist "Sucht" eher die relativ eng begrenzte Endphase, das andere halt "Missbrauch", "Risikotrinker" etc. Aber wie mans nennt ist ja eigentlich auch egal.

Finds nur für "moderaten Missbrauch betreibende" problematisch (für die Leute selber) wenn sie dann "Alkoholiker" oder "abhängig" genannt werden und sich (teils zu Recht, wie ich finde) stigmatisiert fühlen, weil sie sich in derselben Schublade wähnen wie schwer abhängige Spiegeltrinker, die 2 Flaschen Schnaps am Tag trinken. Das macht die Akzeptanz der Tatsache, das man ein Problem hat, ja nicht einfacher.

Insofern würd ich da eher sagen "Du trinkst zuviel, meinst DU nicht"? Aber halt noch weit von "richtiger Alkoholiker" entfernt.

Jlan7x4


Hm aber zurück zum Thema, wenn man gesundheitliche Probleme hat und übergewichtig ist und so, ist es doch naheliegend und sinnvoll, das man versucht, daran was zu ändern. Sonst ist das wie bei meinem Vater, der (ausser mit Rauchen aufzuhören) gar nix geändert hat (Alkohol, ziemlich dolle Übergewicht, immer gerne viel futtern, zu wenig Bewegung usw), aber sich selber aufgrund seiner Betablocker in Sicherheit gewogen hat, was ihn aber vor der Angina Pectoris auch nicht bewahrt hat. Ergebnis war mit (immerhin) 67 eine relatig aufwändige bypass-OP.

Er hat sogar im Internet gezielt nach Artikeln gesucht von Schreibern die behauptet haben, das mit dem Cholesterin wäre alles Lüge und in Wahrheit wäre fettige Ernährung gesund und Übergewicht gar nicht schlimm. Würde ich schon als "in die eigene Tasche lügen" bezeichnen. Dass das nicht gut geht, war allen anderen Familienmitgliedern klar.

Ich würd da wirklich.. also rauchen aufhören, abnehmen, Sport Sport Sport, und zumindest versuchsweise auch mal n Monat den Alk weglassen. Man muss das auch so sehen (ganz nach Buddha).. man stellt JETZT die Weichen für seine Zukunft. JETZT wieder Normalgewicht erreichen und nicht trinken hat vermutlich signifikanten Einfluss darauf, wie es Dir in 10 oder 20 Jahren geht, im Gegensatz dazu wenn Du diese Dinge nicht tust.

Ich hab jetzt ca. 7-8 kg abgenommen und mein sys. Druck ist nur noch selten über 140, vorher oft 140-150. Hängt also offenbar durchaus zusammen ;-).

Vielleicht gings bei dem Fragebogen im KH auch eher darum, ob der Patient womöglich alkoholabhängig ist. Das ist für die Ärzte ja sehr wichtig zu wissen (nicht das man deswegen falsche Medikamente bekommt oder gar im KH in einen Entzug gleitet. Wurde meinen Vater sogar auch gesagt. "Wenn Sie Alkohol brauchen versorgen Sie sich bitte selber :-D").

Sorry das ich grad so viel schreib aber flutscht irgendwie grad so schön. Naja.

N.autQixkus


Vielen Dank für eure Antworten. Wenn eine Wende eingeschlagen wird, wird ein Schritt vollzogen der entweder in "Versagen" resultiert oder sogar komplette Abstinenz, was ich eigentlich garnicht will. Wenn meine Familie anfängt Fragen zu stellen "sag mal, trinkst du kein Bier mehr?" komme ich schon in Erklärungsnotstand und dann ist es offiziell und dann stehe ich hier unter Beobachtung.

Ich habe vor sechs Jahren aufgehört zu rauchen, von einem Tag auf dem anderen, weiß also wie es ist wenn man eine Sucht aufgibt. Muß aber auch sagen, dass ich dann aber nicht ansatzweise irgendwelche Entzugserscheinungen hatte, es war geradezu lächerlich einfach.

Mein Programm für diese Woche ist der schrittweise Abbau: gestern drei Flaschen Bier (ja, 0,5 l) mit dem Ergebis, dass ich saumäßig schlecht geschlafen habe, dafür war mein Blutdruck nach dem Aufstehen bei 150/90, ist zwar zu hoch, ist aber keine Krise.

Heute zwei Flaschen; morgen eine, dann werden wir sehen wie's weitergeht. Es muß sich aber schon was ändern. Bin mal gespannt wie lange es dauert bis die Familie das merkt.

Ich nehme jeweils morgens und abends einen Betablocker.

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