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Ablauf eines Eingriffs über einen Leistenkatheter

ONxidbrmoec?kchxen hat die Diskussion gestartet


Hallo

Kann mir jemand etwas darüber erzählen wie so ein Eingriff genau abläuft. Auch was vor dem Eingriff noch passiert.

Es ist so zu sagen meine Primäre. Ich war noch nie im Krankenhaus und hatte auch noch nie einen Eingriff. Ich weiß also gar nicht was mich erwartet.

Bei der Voruntersuchung habe ich nicht danach gefragt was alles genau gemacht wird. Ich kenne nur den groben Ablauf und das ich für zwei bis drei Tage im Krankenhaus bleiben muss.

Wäre nett, wenn mir jemand von euch etwas dazu erzählen könnte.

Danke @:)

Antworten
C%ha-xTu


Hallo,

falls nur eine Untersuchung gemacht wird, kann es sogar sein, dass Du schon nach 4-8 Stunden entlassen wirst. Das vorab.

Vor dem Eingriff musst Du Dich ausziehen, und wirst auf eine Art Operationstisch gelegt. Deine Schlagader wird in der rechten Leiste punktiert (das tut etwas weh, ist aber eigentlich der einzige Schmerz der Untersuchung und gut auszuhalten). Durch diese "Öffnung" wird ein Zugang gelegt, so ein Röhrchen, damit man da was durchschieben kann, nämlich den Katheter.

Der Katheterdraht ist ein ca. 1,2 bis 1,5 Meter langer ganz dünner Draht, durch den man Flüssigkeiten drücken kann, und an dessen Ende eine Art "Sonde" steckt. Diesen Sondenkopf schiebt man mit dem Draht durch den Zugang, durch die Bauchschlagader bis ins Herz vor. Dort kann man dann z.B. Kontrastflüssigkeiten einspritzen, damit Teile des Herzens auf dem Röntgenschirm zu sehen sind.

Die gesamte Untersuchung läuft über Röntgensicht, d.h. der Katheter kann auf seinem Weg zum Herzens nichts kaputt machen oder einreissen (wie viele angstvoll glauben), denn der Arzt sieht ja alles auf dem Röntgenschirm. Auch der Patient kann da mitschauen, wenn er mag. Ich habe das immer ganz interessiert mitverfolgt, selbst meine Dilatation (der Dehnen einer Herzkranzader).

Dann wird ein Kontrastmittel durch die Herzkranzarterien gespritzt. Dadurch kann der Arzt auf dem Röntgenschirm sehen, ob es Verengungen gibt. Falls es Verengungen gibt, kann man die etwas weiten und einen Stent einsetzen, das ist ein Gitterröhrchen aus Metall in der Dicke der Ader, und hält die verengte Stelle offen.

Während der Untersuchung KANN es zu leichten Rhythmusstörungen kommen, wenn die Sonde an eine Stelle des Herzens stösst, die elektrisch reagiert. Das ist nicht schlimm. Auch kann es zu Angina-Pectoris-Schmerzen kommen, vor allem, wenn die Ader gedehnt werden muss. Wenn es anfängt weh zu tun, bitte sofort melden, dann wird ein Nitrospray gesprayt, und der Schmerz ist nach wenigen Augenblicken weg.

Wenn die Untersuchung vorbei ist, wird der Draht wieder herausgezogen, der Zugang entfernt, die Wunde genäht und der Arzt oder ein Assistent legen ein ca. 3-5 Kilo schweres Gewicht auf die Leiste (eine Art Sandsack), der bis zu 20 Minuten stark aufgedrückt werden muss (macht der Arzt), um die Blutung in der Leiste zu stillen. Wenn kein Stent gelegt worden ist, kann man oft am gleichen Tag nach Hause, muss allerdings vorher einige Stunden ruhig auf dem Rücken liegen (das empfand ich immer als das unangenehmste an der ganzen Prozedur).

Die ersten Tage nach dem Eingriff solltest Du Dich schonen, nicht schwer heben, nicht bücken, nicht duschen. Nach ca. 1 Woche kannst Du Dich mehr belasten, nach 2 Wochen ist man in der Regel wieder voll belastbar.

Falls Du konkretere Fragen hast, oder falls Du schon weisst, was GENAU gemacht werden soll, lass es mich wissen. Vielleicht kann ich dann ergänzen.

Liebe Grüsse

Cha-Tu

OLxidbrooerckc]hen


Hallo Cha-Tu

Danke für die gute Erklärung. Da hab ich doch glatt vergessen zu schreiben was gemacht werden soll :=o Bei mir soll die linke Nierenarterie geweitet werden. Sie hat vor der Aufästelung an der Niere eine Engstelle, die bei mir Bluthochdruck verursacht.

Man merkt den Einstichschmerz trotz örtlicher Betäubung?

Auf den Röntgenmonitor werde ich auf jeden Fall gucken. Ich möchte nur nicht die Einstichstelle sehen. :=o Was mir gesagt wurde, ist dass ich 12 Stunden liegen muss. Ich frag mich wie ich da Abends als Seitenschläfer einschlafen soll :-/ Ist den der Einstich so groß, dass es genäht wird? Ich dachte er wäre max. 3mm.

Was mich an der ganzen Sache beruhigt ist, dass es der Professor macht und nicht "irgend ein Arzt".

Ich darf dann eine Woche kein Sport machen :-o Oh ha

P_asulinxe11


Man merkt den Einstichschmerz trotz örtlicher Betäubung?

Ich kenne nur Angiografien, die macht man in der Leiste genauso. Die Betäubung piekst, später spürst du aber nur noch einen gewissen Druck in der Leiste, wenn der Doc am Katheter rumschiebt.

Danach kenne ich 24 Std. Liegen mit kneifendem Druckverband, ist ekelig, aber eine Nachblutung aus einer Arterie ist eben sehr gefährlich. In manchen Krankenhäusern auch nur 6 Stunden.

Es gibt auch eine "ambulante" Variante, bei der sie einen speziellen Arterienverschluss einbauen, mit dem man nur 2 Stunden liegen muss und dann nach Hause kann. Scheint aufwendiger und teuer zu sein, deswegen eher selten. Das ist er: [[http://www.angioclinic.de/therapie/angioseal.html]]

CMornnelia5x9


Man merkt den Einstichschmerz trotz örtlicher Betäubung?

Es wird zwar örtlich betäubt vorher, aber bei mir wurde ca. 10 Sekunden nach der Betäubungsspritze der Zugang für den Katheter gestochen. Ja, das habe ich gemerkt. Ging aber, läßt sich aushalten.

Auf den Röntgenmonitor werde ich auf jeden Fall gucken. Ich möchte nur nicht die Einstichstelle sehen.

Das ist eine ganze Batterie Monitore! Habe noch nie so viele auf einem Haufen gesehen! ;-D Die Einstichstelle wirst du nicht zu sehen kriegen. Der Arzt wird auf deiner Taillenhöhe einen Kunststoffschild an einem Teleskoparm herunterfahren, du siehst da gar nichts von, was der da unten macht.

Was mir gesagt wurde, ist dass ich 12 Stunden liegen muss. Ich frag mich wie ich da Abends als Seitenschläfer einschlafen soll

Hängt von den Blutgerinnungswerten ab. Bei mir waren es damals 4 Stunden. Du wirst dich nicht auf die Seite drehen dürfen, das kannst du vergessen. Den Kopfteil des Bettes kannst du dir leicht schrägstellen lassen, aber NICHT selber verstellen! Du darfst in der Leiste auf keinen Fall abknicken, bevor sie es dir nicht ausdrücklich erlauben! Das heißt im übrigen für die Liegezeit auch Bettpfanne... :=o

Ist den der Einstich so groß, dass es genäht wird? Ich dachte er wäre max. 3mm.

Bei mir wurde die Arterie damals geklammert. Hängt wohl vom Arzt ab, welche Methode der bevorzugt. Das Loch ist klein, ja, das wirst du sehen, wenn der Sandsack und das Pflaster runterkommen. Aber entscheidend ist die Öffnung in der Arterie, die muß sicher verschlossen werden.

Ich darf dann eine Woche kein Sport machen

Was ich auch verboten bekommen habe, war pressen... das betrifft Toilettengänge! Hol dir Lactulose oder sowas aus der Apotheke, damit du kein Problem bekommst damit!

Wenn du noch mehr Fragen hast, melde dich, ich helfe gerne! *:)

O>xidbTroecSkc?hen


Das heißt im übrigen für die Liegezeit auch Bettpfanne... :=o

Es findet ja Mittag statt. Also dürfte den ersten Tag da kein Problem bestehen :=o

C>orne$lixa59


Ja, schon, vorher darfst du nichts trinken, aber danach kriegst du wahrscheinlich die Flaschen Wasser hingestellt mit Auftrag "Austrinken!" ]:D Wahrscheinlich werden sie bei dir auch mit Kontrastmittel arbeiten, und das muß anschließend wieder ausgeschwemmt werden. Also, um die wirst du wohl nicht herumkommen!

OExidNbroeOckchxen


Solange sie mir Geschmack zum Wasser hinstellen :=o

C3hixzzo


Ich hatte schon einige Herzkatheter, allerdings nur einen an den ich mich erinnern kann. Bin an Tag 1 Nachmittags ins Krankenhaus, an Tag 2 war der Katheter, bei mir unter Vollnarkose, und an Tag 3 durfte ich schon wieder heim. Nach dem Katheter den Tag durfte ich nicht mehr aufstehen aber am Tag danach gings mir wieder super... ein bisschen "Stechen" an der Wunde aber nicht so, dass es wirklich weh tut.

CkornVel@ixa59


Solange sie mir Geschmack zum Wasser hinstellen

Träum schön weiter... die einzige Auswahl, die du kriegst ist mit oder ohne Kohlensäure! ]:D

Ttap4s


Träum schön weiter... die einzige Auswahl, die du kriegst ist mit oder ohne Kohlensäure!

So ein Unsinn. Man kann auch Tee bekommen. Schwarzer Tee ist sicher nicht zu empfehlen, aber alles andere ist möglich. Es kommt doch vorwiegend auf die Flüssigkeitsmenge an.

C?ha-Txu


Man merkt den Einstichschmerz trotz örtlicher Betäubung?

Es ist ein starker Druck, nicht wirklich schmerzhaft.

Meine Beschreibung galt natürlich für einen Herzkatheter, nicht für einen Nierenkatheter. Zu letztem kann ich nichts sagen, denke aber, dass Teile der Prozedur ähnlich sind.

Alles Gute

Cha-Tu

T?aps


@ Cornelia59

Männer bekommen zum Pinkeln ganz sicher keine Bettpfanne.

pbapa_Yr4azzo


Beim Setzen eines Stents meinte der operierende Arzt zu mir, dass er, wo er doch "gerade mal unterwegs" war, sich auch die Gefäße zur Niere angesehen hat. Wie am Herzen, habe ich auch da nichts von gespürt. Wenn von Druck- oder Einstichschmerzen bisher die Rede war, kann ich es nur bestätigen, war es auch bei mir ausschließlich in der Leiste. Und die Zeit, den Sandsack auf der Leiste tragen zu müssen, ist von der Gerinnungsfähigkeit des Blutes abhängig. Die ersten Male waren es 5 Stunden, das letzte Mal 4 Stunden. Wie es auch schon beschrieben wurde, war dies eigentlich das Unangenehmste am ganzen Krankenhausaufenthalt.

OMxgidbroe1ckchexn


Ich bedanke mich schon Mal für die vielen Auskünfte. @:) Wenn man weiß was auf einem zukommt ist es doch um einiges "beruhigender".

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