» »

Myokarditis: Einordnung der Blutwerte

R<ic!oLi\on hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ein verschleppter Infekt hat bei mir zu einer akuten Myokarditis geführt. Festgestellt wurde das Ganze zum einen durch meine Symptomatik – Brustschmerz, der in den Arm ausstrahlt, sowie Atemnot und Beklemmungsgefühle.

Eine daraufhin durchgeführte Blutuntersuchungen bestätigte den Verdacht auf die Myokarditis. Ergebnis: Eine Woche Krankenhaus und nun eine langwierige Schonungsperiode (das Krankenhaus konnte ich gestern verlassen).

Meine Werte sind nun wieder im Normbereich, allerdings macht mir der Troponin-Wert, der in der akuten Phase festgestellt wurde, Sorgen. Dieser Wert sollte laut Referenzbereich unter dem Wert von 0,1 liegen. Mein Wert lag vor einer Woche bei 20, war also um das 200-fache erhöht.

Das Labor, das die Blutwerte ausgewertet hat, hat dies mit dem Zusatz "Infarkt wahrscheinlich" kommentiert.

Die Ärzte sprachen immer nur von extrem erhöhten Werten, haben das aber auch nicht näher konkretisiert.

Deshalb hier meine Frage: Wie war dieser Troponin-Wert von 20 wirklich unverblümt einzuordnen? Stand ich wirklich kurz vor dem Herzinfarkt?

Um eine sachliche Einordnung wäre ich sehr dankbar.

Beste Grüße

Antworten
C<ha-Txu


Hallo, Rico,

der Troponin-Wert sagt aus, dass der Herzmuskel geschädigt ist. Das kann aber durchaus auch eine Schädigung durch die Myokarditits sein. Der Wert ist auch bei einem Infarkt erhöht (allerdings NACH einem Infarkt, nicht VOR einem solchen!). Da Du eine Myokarditis HAST, ist es viel wahrscheinlicher, dass deshalb der Wert erhöht ist. Dass das Labor von Herzinfarkt sprach, lag wohl daran, dass das eine viel häufigere Diagnose ist als eine Myokarditis. Und vermutlich ist der Zusatz von einem Computer gemacht worden und der kann nicht differenzieren.

Schone Dich, mache um Himmels Willen die nächsten Wochen keinen Sport und belaste Dich nicht körperlich schwer. DAS kann dann wirklich sehr heikel werden. Wenn Du Dich schonst, die Medikamente nimmst, sofern Du welche bekommen ist, kann die Myokarditis gut ausheilen.

Gute Besserung, alles Gute

Cha-Tu

R$icofLiHon


Danke schon einmal für die hilfreiche Antwort!

Was mir nur ein bisschen Unbehagen bereitet, ist, dass in anderen Foren schon bei Troponin-Werten von 0,9 panisch reagiert wird.

Deswegen wollte ich wissen, wie der Wert von 20 einzuordnen ist. Ganz direkt gefragt: Hätte bei diesem extrem erhöhten Wert ein plötzlicher Herztot eintreten können?

C=ha-sTu


Das ist ein sehr hoher Wert, kann auf einen abgelaufenen Infarkt in den ca. 48-72 Stunden vor der Blutentnahme hinweisen, aber ebenso gut auf eine schwere Myokarditis. Und letztere hast Du ja. Und darum ist der Wert erklärbar.

In Foren geraten die Leute fast dauernd in Panik, weil sehr oft Menschen dort schreiben, die völlig herzgesund sind, aber schwere Angststörungen (Herzangst) haben. Das wirst Du auch in diesem Forum finden.

Ich denke, wenn irgendetwas auf einen Herzinfarkt (und wie gesagt, der kardiale Tropinwert geht NACH einem Infarkt hoch und nicht vor einem Infarkt, denn Muskelmasse muss geschädigt sein, damit der reagiert) hindeuten würde, hätte man das im Krankenhaus sofort mit einer Katheter-Untersuchung geklärt. Da nichts derartiges geschehen ist, sehe ich keinerlei Anlass an etwas anderes als eine Myokarditis zu denken.

Gruss

Cha-Tu

RsicolLioxn


Alles klar, danke.

Die Ärzte fanden es verwunderlich, dass nur eine Woche danach meine Werte wieder im Normbereich sind. Es solle also eine schwere, aber nur kurzfristige Erkrankung sein.

Die Ärzte haben mir 3 Monate Sport "verboten". Was denkst du, wann der Besuch der Arbeit wieder möglich sein wird? Wie lange sollte ich mich diesbezüglich schonen?

Cxha-xTu


Darf ich fragen, was Du beruflich machst?

R*icoPLioxn


Schüler, kurz vor dem Abi. Ich wollte das nicht direkt so sagen, deshalb habe ich das eben etwas vage formuliert. :-)

C[ha-"Tu


Sorry, ich wollte Dich nicht in Bedrängnis bringen. Du hättest mir das auch per PN schicken können. Wenn Du nicht möchtest, dass es hier steht, wende Dich an einen der Moderatoren (Doc Schüller oder Aleonor), damit man das hier wieder streicht.

Ich würde nach Abklingen aller Symptome und nach Normalisierung der Werte noch 1 Woche warten und dann wieder in den "Job" gehen, unter der Bedingung, 3 Monate keine KÖRPERLICHE Belastung.

Gruss

Cha-Tu

R"icoDLixon


Hallo zusammen,

nun bin ich aus dem Krankenhaus raus und habe mich eine Woche geschont. Dennoch habe ich mich ein bisschen körperlich belastet (Tragen von Sachen, etc.). Dass das falsch war, weiß ich, aber es war in diesen Fällen wirklich dringend und nicht vermeidbar.

Bei körperlicher Belastung merke ich, dass ich Schmerzen im Herzbereich und Atemnot bekomme, was meiner Meinung nach ja auch völlig normal ist.

Nun bin ich aber heute Nacht wieder wach geworden, weil ich Schmerzen im linken Arm hatte – genau das Symptom, das ich im akuten Stadium auch hatte. Allerdings waren die Schmerzen nun nicht so schlimm wie damals.

Jetzt mache ich mir natürlich Sorgen, dass dies ein Rückfall sein könnte. Kann das überhaupt bei einer Myokarditis sein? Und wie soll ich mich jetzt verhalten?

CSha;-Tu


(Tragen von Sachen, etc.). Dass das falsch war, weiß ich, aber es war in diesen Fällen wirklich dringend und nicht vermeidbar.

Doch, Rico, ALLES ist vermeidbar. Habe ich früher auch gedacht, gewisse Dinge könne man einfach nicht vermeiden, aber nach meinem Herzinfarkt war ich noch nicht einmal mehr in der Lage, meine Aktentasche zu tragen, die nicht sehr schwer war, vielleicht 3 Kilo. Das trieb mir den Schweiss auf die Stirn, so anstrengend war das und ich habe es erstmal sein gelassen.

Nun bin ich aber heute Nacht wieder wach geworden, weil ich Schmerzen im linken Arm hatte – genau das Symptom, das ich im akuten Stadium auch hatte. Allerdings waren die Schmerzen nun nicht so schlimm wie damals.

Das könnte durchaus seelisch sein. Menschen, die plötzlich schwer krank sind, haben oft Angst, das könnte wieder passieren und überbewerten Symptome. Ich habe noch zwei Jahre nach meinem zweiten Infarkt auf jedes Unwohlsein, auf jeden Druck und jedes Brennen im Brustkorb geachtet und panisch darauf reagiert.

Jetzt mache ich mir natürlich Sorgen, dass dies ein Rückfall sein könnte. Kann das überhaupt bei einer Myokarditis sein? Und wie soll ich mich jetzt verhalten?

Natürlich kann man im Heilungsprozess einer Myokarditis einen Rückfall haben, wenn noch Bakterien oder Viren im Herzmuskel sind. Aber die noch grössere Gefahr ist, dass man Herzrhythmusstörungen entwickelt, die haarig werden können. Darum schon Dich jetzt so lange, wie der Arzt es Dir geraten hat, dann bist Du auf der sicheren Seite.

Alles Gute

Cha-Tu

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sportmedizin · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH