» »

Mutter hat Linksherzschwäche

I~tzyBi\tzySpdidxer89 hat die Diskussion gestartet


Nabend.

Meine Mutter, 48, war heute aufgrund anhaltender ES beim Kardiologen. Wie der Titel wahrscheinlich schon verrät, hat dieser im Ultraschall eine Linksherzschwäche entdeckt.

Da meine Mutter, nachdem sie das erfuhr, ziemlich durch den Wind war, hat sich nicht alles, was der Kardiologe ihr dazu gesagt hat, behalten. Sie weiß nur, dass sie eben wohl diese Linksherzschwäche hat und am 29. November ein Katheter bei ihr durchgeführt wird.

Deswegen hätte ich ein paar Grundsätzliche Fragen:

1. Ist so eine Linksherzschwäche etwas sehr bedrohliches oder kann man damit leben und auch alt werden?

2. Kann so eine Linksherzschwäche auch nur vorübergehender Natur sein? (Bspw. als Begleiterscheinung einer HME o.ä?)

3. Wieso will der Kardiologe ein Katheter durchführen? Was soll das in ihrem Fall bezwecken?

4. Sie hat bisher, abgesehen von den ES, keine weiteren Symptome. Doch eher ein gutes Zeichen, oder?

MfG, Itzy.

Antworten
C,ha-1Tu


Hallo, Itzy,

das tut mir leid für Deine Mutter.

1. Ist so eine Linksherzschwäche etwas sehr bedrohliches oder kann man damit leben und auch alt werden?

Wenn sich die Diagnose bestätigt, ist das eine schwerwiegende. Dann kommt es darauf an, in welchem Grad sie bereits ist. Ich habe das auch (Herzinsuffizienz, was im Prinzip das gleiche ist), ich habe Grad III+ (von vieren). Wenn man behandelt und optimal eingestellt wird, kann man damit leben, ja. Du siehst es an mir... ;-) Wie stark die Lebenserwartung beschränkt ist, hängt von Grad, Medikation und weiteren Risikofaktoren (Raucherin? Bewegungsmuffel? Übergewicht? etc.), aber in gewisser Weise auch von Zufall und vom Schicksal ab.

2. Kann so eine Linksherzschwäche auch nur vorübergehender Natur sein? (Bspw. als Begleiterscheinung einer HME o.ä?)

Meines Wissens kann sie verlangsamt werden, ggfs. lange Zeit zum Stillstand, aber "vorübergehend", das heisst ja, richtig ausheilen..., das ist mir nicht bekannt. Wohlgemerkt, wir sprechen hier von einer diagnostizierten und klassifizierten Herzinsuffizienz. Ob das bei Deiner Mutter der Fall ist oder eine Art Vorstufe, wird die Katheter-Untersuchung zeigen.

3. Wieso will der Kardiologe ein Katheter durchführen? Was soll das in ihrem Fall bezwecken?

Ich vermute, der Kardiologe will klären, ob eine koronare Herzerkrankung die Ursache ist. Das ist auch sinnvoll.

4. Sie hat bisher, abgesehen von den ES, keine weiteren Symptome. Doch eher ein gutes Zeichen, oder?

Wenn weder Atemnot noch sonst irgendwelche typischen Herzanzeichen da sind, dürfte die Insuffizienz, sofern sie sich bestätigt, noch in einem sehr frühen Stadium sein. Das ist natürlich eine gute Ausgangsbasis.

Alles Gute für den 29.11.

Schönen Gruss

Cha-Tu

I.tzyBiMtzymSpideOr89


Danke für deine ausführlichen Antworten!

Ich habe gerade mit meiner Cousine gesprochen die dabei war und sie hat mir nochmal etwas besser erklärt, was der Arzt gesagt hat:

Laut ihr meinte der Arzt also, dass höchstwahrscheinlich entweder ein Gefäß verstopft ist oder meine Mutter eine Herzmuskelentzündung hatte, wodurch es zu einer verminderten Pumpleistung des linken Herzens kam. Diese soll, laut Arzt, mit erfolgreicher Therapie der Herzmuskelentzündung aber wieder zu normalisieren sein. Von einer Insuffizient geht er nicht aus, diese will er aber auch nicht ausschließen.

CWha-xTu


Dann ist der Katheter auf jeden Fall sehr sinnvoll.

Gruss und alles Gute

Cha-Tu

I7tzyBiztzyS`pidexr89


Dankeschön.

IJtzyBxitzeySpideBr89


Ich mache mir irgendwie Sorgen um meine Mutter.

Laut ihr hat der Kardiologe ihr zwar keine Ruhe verschrieben, aber sie ist schon ein ziemlicher Wirbelwind.

Wenn sie nicht arbeitet, ist sie den ganzen Tag unterwegs und erledigt Dinge, wenn sie das nicht tut, erledigt sie mit Leidenschaft den Haushalt, auch wenn es da nicht mehr viel zu erledigen gibt, sie findet etwas.

Wäre es in der momentanen Situation nicht besser, sie würde einen Gang zurückschalten? :-/

Cvh a-Txu


Hallo, Itzy,

ich denke, wenn Deine Mutter sich zwingen würde, nichts mehr oder weniger zu tun, wäre das vermutlich noch mehr Stress für sie. Sie muss selbst FÜHLEN, wann ihre Grenze da ist. Und die darf sie dann nicht überschreiten.

Du hattest ja schon mal Sorgen um sie, vor ca. einem Jahr. Damals hat sie geraucht. Macht sie das immer noch? Das ist natürlich bei einer Herzgeschichte ein Geht-nicht...

Lieben Gruss

Cha-Tu

I*tzyBVitzyvSpidter89


Ich habe halt nur Angst, dass sie nicht merkt, wann Schluss ist...

Ja, tut sie immer noch. Sie hat vor kurzem versucht aufzuhören, nach vier Tagen fing sie dann wieder an. Jetzt möchte sie versuchen zu reduzieren und dann ganz aufzuhören.

MfG, Itzy.

Dmer khleinze Prinxz


Bei einer Herzinsuffizienz merkt derjenige sehr schnell, wann seine Belastungsgrenze erreicht ist. Die Gefahr, sich da zu übernehmen, sehe ich als relativ gering an.

Aber die Sache mit dem Rauchen ist eine Katastrophe. Herzinsuffizienz und Rauchen naja, was soll man dazu sagen?!

IJtzyBitzyASipideNr89


Naja, sie weiß es ja erst seit gestern und an eine tatsächliche Insuffizienz möchte ich gerade nicht denken.

CCha-xTu


Naja, sie weiß es ja erst seit gestern und an eine tatsächliche Insuffizienz möchte ich gerade nicht denken.

Hallo, Itzy,

nun, eine koronare HK ist auch nicht "besser", zumal diese im schlimmsten Fall zu einer Herzinsuffizienz führt. Das sollte Deiner Mutter vor Augen gehalten werden. Dieses verdammte Rauchen! Ich denke mit Schrecken an meine Reha (Herzklinik!!!!), wo es natürlich ein Rauchverbot gab, und wo die Raucher bei Wind und Wetter draussen im Garten standen und pafften. Tut mir leid, aber da fehlte mir jedes Verständnis, denn die hatten alle bereits Infarkte und Bypassoperationen hinter sich...

Ermutige Deine Mutter, mit dem Rauchen aufzuhören. Die ersten 5-7 Tage sind schlimm, dann ist der körperliche Entzug vorbei. Seelisch hängt man da länger dran, aber ich denke, ein erwachsener Mensch, der vielleicht herzkrank ist, sollte das schaffen!

Gruss

Cha-Tu

IZtzyBitHzySpIiderx89


Werde mit ihr mit aufhören, so schnell wie möglich. Hauptsache ist sie wird gesund / ihr geht es besser.

Ich weiß aber auch nicht wie ich mich in alltäglichen Dingen verhalten soll, da ja auch noch keine klare Diagnose steht. Ich kann ja nicht den ganzen Tag an ihrer Seite sein, würde es aber am liebsten.

Heute bspw. bin ich auf eine Halloween-Party eingeladen. Soll ich gehen, soll ich nicht? Was wenn etwas passiert, wenn ich unterwegs bin? Kann ich sie mit einer solch frischen Verdachts-Diagnose alleine lassen oder soll ich bei ihr bleiben?

CXha8-Tu


Soll ich gehen, soll ich nicht?

Ich sehe keinen Grund, warum Du nicht gehen solltest, Itzy. Deine Mutter ist ja nicht sterbenskrank, sonst hätte der Arzt sie sofort ins Krankenhaus eingewiesen und auf eine Notfall-Katheteruntersuchung bestanden. Selbst WENN sich diese Diagnose bestätigt, kann man damit leben, das siehst Du doch an mir...

Wenn Du mein Sohn wärst, würde ich KEINESFALLS wollen, dass Du wegen mir und der MÖGLICHKEIT, dass ich herzkrank bin, Deine Planungen absagst.

Viel Spass heute abend

Cha-Tu

IPtzyBit.zyS{piderx89


Danke @Cha-Tu.

War zwar weg, aber nur zwei Stunden.

_________________________________________________________________

Wir haben heute den Bericht vom Kardiologen erhalten. Wäre schön, wenn vllt. jemand in der Lage wäre den etwas zu erläutern.

Diagnose:

1. Verdacht auf KHK DD DCM

- mittelschwer bis schwer reduzierte LV Funktion.

2. Leichte Mitralinsuffizienz

3. Morbus Crohn (Lebt meine Mutter bereits seit 30 Jahre mit, nichts neues)

Zweidimensionale Farbdopplerechokardiographie:

LV dilatiert, LVEDD 63mm. Keine linksventrikuläre Hyphertrophie. Resitriktives Füllungsmuster. Asynchrones Kontraktionsverhalten. Mittelschwer bis schwer reduzierte linksventrikuläre Funktion. Diffuse Hypokinesie mit Betonung anterior, anteriospetal und apikal. EF ca. 35 %. Leichte zentrale MI. Kein relevantes Vitium. Rechtsseitige Herzhöhlen nicht erweitert. RVSD 24mmHg (+ZVD). Kein Perikarderguss. A.ascendes nicht erweitert. V.cava inferior nicht erweitert mit inspiratorischem Kollaps.

MfG, Itzy.

CBha-/Tu


Hallo, Itzy,

1. Verdacht auf KHK DD DCM

- mittelschwer bis schwer reduzierte LV Funktion.

Es besteht der Verdacht auf eine Koronare Herzkrankheit, das soll in der Untersuchung abgegrenzt werden zum Verdacht Dilatative Kardiomyopathie. Die Funktion der linken Kammer ist mittelschwer bis schwer vermindert.

2. Leichte Mitralinsuffizienz

Eine der Herzklappen (Mitralklappe) ist leicht geschwächt, aber das ist ein Befund, den wirklich sehr viele haben. Wenn das das einzige wäre, was Deine Mutter hat, wäre sie fast herzgesund.

Zweidimensionale Farbdopplerechokardiographie:

LV dilatiert, LVEDD 63mm.

Die linke Kammer ist dilatiert (geweitet), die mm-Angabe nennt die Grösse der Weite.

Keine linksventrikuläre Hyphertrophie.

Die linke Kammer ist aber insgesamt nicht übergross.

(Für mich liegt da ein kleiner Widerspruch: Einerseits ist die Kammer dilatiert, andererseits nicht hypertrophiert; aber ich bin, wie Du weisst, kein Kardiologe, vielleicht ist das ja doch kein Widerspruch).

Resitriktives Füllungsmuster. Asynchrones Kontraktionsverhalten. Mittelschwer bis schwer reduzierte linksventrikuläre Funktion.

Sagt etwas über die Bewegung des Herzens aus, die ist reduziert. Und zwar:

Diffuse Hypokinesie mit Betonung anterior, anteriospetal und apikal.

Benennt die Stellen, wo das Herz sich minderbewegt, nämlich an der Vorderwand und an der Herzspitze.

EF ca. 35 %.

Das ist ein nicht so guter Befund. Das sagt etwas über die "Auswurfskraft" des Herzens aus, die sogenannte Ejektionsfraktion (EF). Der Normwert im Alter Deiner Mutter wäre um die 55% herum. Der gemessene Wert liegt deutlich drunter, aber noch nicht in einem Bereich, den man katastrophal nennen würde (30% und niedriger).

Das kann sie aber wieder erholen, wenn Deine Mutter richtig herztherapiert wird. Und genau das kann man machen, wenn die Herzkatheteruntersuchung hinter ihr liegt. Die scheint mir lebensnotwendig zu sein. Um Euch mal ein wenig Trost zu geben: Meine EF lag in den ersten Wochen nach dem zweiten Herzinfarkt bei 15, maxi. 20%. Heute habe ich wieder 35-38%. Das ist für mich sehr viel! Da Deine Mutter gottseidank noch keinen Infarkt hatte, könnte sie medikamentös, aber auch durch Sport, Nichtrauchen, durchaus wieder auf 45-50% kommen.

Leichte zentrale MI.

Siehe oben Mitralklappe.

Kein relevantes Vitium.

Keine nennenswerten Fehlbildungen.

Rechtsseitige Herzhöhlen nicht erweitert. RVSD 24mmHg (+ZVD). Kein Perikarderguss. A.ascendes nicht erweitert. V.cava inferior nicht erweitert mit inspiratorischem Kollaps.

Diese Werte, die z.B. etwas über den Zustand der Brust-Aorta und andere Adern um das Herz herum aussagen, sind alle in Ordnung.

Tut mir leid, das ist wirklich kein guter Befund.

Alles Gute

Cha-Tu

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sportmedizin · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH